gamescom 2017 - Kurz-Eindrücke zu ausgewählten Spielen #1 10

Nachdem wir euch im ersten Sammelartikel bereits mit einem kurzen Einblick und zahlreichen Schnappschüssen unseres gamescom 2017 Ausflugs versorgt haben, und auch schon die ersten Preview-Artikel unserer Anspiel-Erlebnisse am Start sind, soll es an dieser Stelle um einige weitere Eindrücke zu Spielen gehen, die wir in den Kölner Messehallen antesten durften. Ein ganzes Dutzend an Titeln haben wir für den ersten Sammelbeitrag ausgewählt. Weiteres Material rund um die gamescom 2017 liefert unsere dazugehörige Eventseite, wo ihr nicht nur unsere Artikel, sondern auch die gesammelten News und Gametrailer auf einen Blick findet.


AER: Memories of Old



Darius: Bereits vor zwei Jahren habe ich unter dem Titel "Frei wie ein Vogel im Wind" meine ersten Eindrücke zu AER: Memories of Old niedergeschrieben. Seinerzeit stammten diese noch von einer Präsentation und das Spiel das schwedischen Entwicklerstudios Forgotten Key hatte noch keinen Untertitel. In diesem Jahr durfte man AER selbst anspielen, diese Chance habe ich genutzt. Am Prinzip des Erkundungs-Abenteuers hat sich im Grunde nichts geändert. In der Rolle von Auk erkundet ihr die aus Inseln bestehende Welt des Spiels und könnt euch dabei auf Knopfdruck in einen Vogel verwandeln und die Freiheit des Fliegens in allen Zügen auskosten. Das funktioniert wunderbar und verleiht ein angenehm beruhigendes Gefühl. Doch fernab davon gilt es auch ein Geheimnis zu erkunden, wofür ihr mit verschiedenen Figuren Dialoge führen und diverse Rätsel in der Welt lösen müsst.

Gewissermaßen arbeiten Robin Hjelte (CEO & Game Designer) und sein aus sechs Leuten bestehendes Team an einer Art Journey. Denn auch im Spiel der Schweden wird wenig erklärt, vielmehr sollen die Spieler mit Hilfe ihrer Neugier und kleinen Erfolgserlebnissen die Spielmechanik ergründen und so in der Welt vorankommen. Das funktioniert auch recht gut - wie man auch im frischen Gameplay-Video der Demo sehen kann. Die Atmosphäre und musikalische Untermalung sind auf jeden Fall zauberhaft. Die Spielzeit soll laut Robin rund 4-8 Stunden betragen, je nachdem wie viel man von der Welt erkunden möchte. Im Vorfeld der gamescom hat Daedalic Entertainment den Releasetermin auf den 25. Oktober datiert, dann erscheint AER für PC, PlayStation 4 und Xbox One. Eine Version für die Nintendo Switch würden Forgotten Key sehr gerne sehen, bisher ist diese jedoch noch nicht bestätigt.


AER: Memories of OldAER: Memories of Old
Schlicht und zeitlos: Der Low-Poly-Look von AER wirkt erfrischend anders.




Away: Journey to the Unexpected



Darius: Am Länderstand von Frankreich traf ich auf Vertreter von Playdius Entertainment und Aurelien Regard, der gemeinsam mit Jim Gennisson am Feel-Good-Abenteuer Away arbeitet. Angefixt durch den Ankündigungs-Trailer wollte ich auf jeden Fall einen Blick auf das Spiel werfen, denn auch wenn der Stil eher kindlich wirkt, einen gewissen Charme kann ich dem Artdesign nicht absprechen. Während ich erste Schritte in der Welt von Away unternehme erzählt mir Aurelien was hinter der Spielidee steckt und welchen Hintergrund die Story hat. Kurzgefasst: Wir spielen einen kleinen Jungen der bei seinen Großeltern aufwächst und herausfinden möchte, wer und wo seine Eltern sind. Bewaffnet mit einem Stock mache ich mich also auf, die Welt zu erkunden und das Rätsel zu lösen. Dabei kann ich auf die Hilfe von schrägen Charakteren zählen, die ich im Laufe der Reise in meine Party einladen und jederzeit zu selbigen Wechseln kann. Nach einem kurzen Dialog ist auch schon ein erster Verbündeter gefunden, ein alter Mann der mit Feuerbällen um sich wirft.

Witzigerweise haben alle zusätzlichen Charaktere, von denen es mindestens 12 geben wird, besondere Fähigkeiten und verändern darüber hinaus auch das Gameplay. Das Sichtfeld des alten Mannes zum Beispiel ist durch einen Sprung in seiner Brille getrübt, später treffe ich auf einen Baum, der alles in verschwommenen Brauntönen wahrnimmt. In klassischen Verliesen treffe ich auf Monster, versuche im Kampf gegen selbige meine Lebens-Herzen nicht zu verlieren, sammle Gold und Gegenstände, löse Puzzle. Feel-Good eben. Die kurze Anspielsession hat mir auf jeden Fall Spaß gemacht, was nicht zuletzt an den witzigen Figuren lag. Das finale Spiel soll noch dieses Jahr über Steam sowie für die PlayStation 4, Xbox One und die Nintendo Switch erscheinen. Die Spielzeit klingt mit anvisierten 8-10 Stunden ebenfalls durchaus umfangreich, wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine 2-Mann-Produktion handelt.

Tim: Ich hatte ebenfalls die Gelegenheit, Away anzuspielen, bin aber im Gegensatz zu Darius noch nicht ganz vom Spiel überzeugt. Dass es toll aussieht, ist keine Frage - aber spielerisch wirkte es auf mich doch arg simpel und ein bisschen unausgegoren. Die Distanz zu den Gegnern lässt sich bedingt durch die 2D-Modelle recht schwer einschätzen und die Ansicht aus der Perspektive des Baums, den ich als Kameraden angeheuert habe, empfand ich auch als eher, sagen wir mal, unschön. Die Idee von Away ist aber sicherlich nett und bis zum Release ist ja auch noch Zeit für Feinschliff und Veränderungen.


Away: Journey to the UnexpectedAway: Journey to the Unexpected
Definition of Feel-Good: Witziger Comic-Artstyle und spaßige Charaktere.




Black Mirror



Tim: Mit zwei größeren Neuankündigungen hat THQ Nordic die Gunst der Stunde genutzt und auf der gamescom sicherlich viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, allerdings fiel Black Mirror gegenüber Biomutant dann doch spürbar ab. Ich habe damals noch den ersten Teil auf dem PC gespielt, die beiden Nachfolger verpasst und war wirklich neugierig auf das, was KING Art Games mit der Marke anfangen würde. Zunächst die Fakten auf den Tisch: Das neue Black Mirror ist kein Point'n'Click-Adventure mehr, sondern eine Art interaktiver Film - bei meinem Termin wurden dabei von den Entwicklern selbst Vergleiche zu den Telltale-Spielen und Life is Strange gezogen. Eine düstere Version davon also, mit Entscheidungen und Konsequenzen, das klingt zweifellos interessant und könnte durchaus funktionieren - wenn man es denn richtig macht. Überzeugt hat mich die live vorgespielte Demo aber aus verschiedenen Gründen nicht. Zum einen war das technische Grundgerüst eine kleine Katastrophe mit nicht nur sichtbarem Tearing, sondern auch ganz schwachen Animationen, speziell beim Laufen. Man schob das zwar auf den Demo-PC, aber für ein Spiel, das bereits im November erscheinen soll, war die Performance doch ziemlich bedenklich.

Aber auch inhaltlich hat mich die Präsentation noch nicht so recht überzeugt. Die gruselige Villa machte zwar schon einen stimmungsvollen Eindruck, die seltsam agierenden Charaktere, die David Gordon größtenteils abwiesen, wirkten ebenfalls kaum vertrauenerweckend. Jedoch ist es ein bisschen so das Spielerische, das mir noch nicht gefällt, denn abseits von Dialogen und Quick-Time-Events gab es nichts zu sehen, und wenn man diese QTEs nicht bestehen sollte, dann geht es nicht etwa á la Heavy Rain oder Until Dawn weiter, sondern zurück zum letzten Checkpoint. Etwas witzlos für meinen Geschmack, weil das Genre doch gerade von dieser Dynamik lebt, mit jeder kleinen bewussten oder unbewussten Entscheidung das weitere Geschehen zu beeinflussen. Auch die Qualität der Rätsel bleibt noch im Dunkeln. Black Mirror wird am 28. November für PC, PlayStation 4 und Xbox One veröffentlicht und auch wenn ich wahrlich nicht überzeugt bin, bleibe ich doch zumindest neugierig.


Black MirrorBlack Mirror
Das Gegenteil von Feel-Good: David Gordon lüftet in Black Mirror die finsteren Geheimnisse einer gruseligen Villa.




Divinity: Original Sin II



Tim: Auf einer Messe wie der gamescom machen wir uns grundsätzlich relativ viele Termine. Und in den meisten Fällen ist es am angenehmsten und besten, wenn man sich einfach hinsetzen, eine Präsentation anschauen und live dazu Fragen stellen kann, um dann später in den Messehallen selbst Hand anlegen zu dürfen. Mein halbstündiger Termin bei Larian für Divinity: Original Sin II war jedoch einer dieser ganz wenigen, bei denen ich da saß und mit jeder Minute, die ich vom Spiel sehen könnte, nervöser wurde. Nun lasst mich doch endlich selbst zocken! Zum Glück ist die Wartezeit bis zum Release nicht mehr allzu lange - diese wenigen Wochen schaffe ich auch noch. Meine Euphorie für dieses herrlich offene Iso-Rollenspiel ist derweil ungehemmt, denn die Demo offenbarte wieder einmal so viele Möglichkeiten, Aufgaben zu lösen und Herausforderungen zu meistern.

So kann man als Untoter zum Beispiel Leichenteile fressen, um die Erinnerungen der Toten zu lesen, oder mit der Fähigkeit "Faceripper" wortwörtlich die Gesichter von Leichen abziehen und sich damit kostümieren - großartig! Sehr cool ist auch die neue Herangehensweise an den nun auf vier Spieler erweiterten Koop-Modus, in dem man nicht nur gemeinsam Abenteuer erlebt, sondern auch unterschiedliche Ziele verfolgt, von denen der jeweils andere nichts weiß. Dann steht bei mir auf der Kopfgeldliste etwa ein NPC, der für meinen Koop-Partner womöglich ein wichtiger Questgeber ist. Klar, dass ich meinen Partner unter einem (glaubwürdigen!) Vorwand weglocken und mein Ziel dann heimlich eliminieren würde. Für mich heißt das: Quest erfüllt! Für ihn wiederum würde ein neuer Eintrag im Tagebuch angelegt, wonach der Questgeber unter mysteriösen Umständen starb; kein Sterbenswörtchen fällt über meine Einmischung, solange mein Partner das nicht mitbekommt. Ich bin wahnsinnig gespannt, ob und wie dieses gigantische Netz an Entscheidungen, Möglichkeiten und Konsequenzen letztendlich aufgeht.

Hoffnung macht nicht nur alles bislang Gesehene, sondern auch die Tatsache, dass an Divinity: Original Sin II nun neun Autoren arbeiten anstatt nur einem wie im ersten Teil. Und wenn ich mich daran erinnere, wie leidenschaftlich mir der Larian-Entwickler von seinem Projekt erzählte und wie wir uns auch nach der Präsentation noch eine halbe Stunde darüber unterhalten haben, was alles in diesem Spiel möglich ist, dann kann ich nur sagen, dass seine Passion für Divinity wahrlich ansteckend ist - wäre ich nicht sowieso schon damit infiziert. In diesem Sinne zähle ich die Tage bis zum PC-Release am 15. September.






Dragon Ball FighterZ



Tim: Um Kamehameha und Kaiou-Ken geht es im neuen Werk von den 2D-Fighting-Experten bei Arc System Works, die nach Persona 4 Arena und Guilty Gear ihre Hände an eine noch größere, wohl gar eine der größten Anime-Lizenzen überhaupt legen dürfen. Im Business-Bereich bei Bandai Namco durfte ich mir zunächst eine etwa halbstündige Präsentation zu Dragon Ball FighterZ anschauen und danach selbst ein paar 3-vs-3-Kämpfe absolvieren, wobei ich ganz ehrlich sagen muss, dass es mir kaum möglich war, in dieser kurzen Zeit so richtig in das Kampfsystem hineinzukommen - dafür sind meine Erfahrungen mit BlazBlue: Calamity Trigger einfach zu lange her. Visuell und akustisch dagegen ist FighterZ schon jetzt eine Bank! Ich habe in all den Jahren vermutlich noch nie ein Spiel gesehen, das seiner Anime-Vorlage derart nah kommt wie dieses hier.

Die Animationen sind eine Wucht, jeder Schlag und jeder Spezialangriff stammen fast 1:1 aus dem Anime, die Originalsprecher sind mit an Bord - wer davon geträumt hat, die ikonischen Duelle zwischen Goku und Piccolo oder Vegeta selbst nachzuspielen, für den werden diese Träume mit Dragon Ball FighterZ wahr. Die Kämpfer-Auswahl ist dabei breit gefächert, neben Son Goku, Son Gohan, Piccolo und Vegeta wurden auf der gamescom zudem noch die Neulinge SSGSS Goku und Vegeta sowie die Androiden 16 und 18 angekündigt - in Zukunft sollen noch weitere folgen. Zudem hieß es, man "höre" die Rufe nach den jüngeren Goku und Vegeta.

In der Präsentation legte man derweil großen Wert auf neue und konkrete Informationen zum Online-Multiplayermodus, in dem es eine Art "Oberwelt" als Lobby gibt, auf der sich etliche Spieler tummeln und in der man mit Posen kommunizieren kann - das ist schon ganz nett. Spannender sind die verschiedenen Modi, darunter einer, in dem bei den 3-vs-3-Kämpfen jeder Charakter von einem Spieler gesteuert wird. Das stelle ich mir recht chaotisch vor, aber hey, vielleicht wird auch ein besonders taktisch geprägter Modus daraus. Das i-Tüpfelchen auf Dragon Ball FighterZ dürfte allerdings der neu angekündigte Story-Modus sein, der eine eigene Geschichte außerhalb des Kanons mit allen Charakteren erzählt und in dem man, anders als in zum Beispiel Guilty Gear Xrd, tatsächlich alle Kämpfe selbst bestreiten darf. Noch ist zur Geschichte nichts bekannt, das gezeigte Teaser-Artwork deutet allerdings auf eine Art "dunkler Versionen" der Charaktere hin - zumindest waren neben den normalen Figuren auch finstere Schatten von Piccolo und Kururin zu sehen. Dragon Ball FighterZ erscheint im Februar 2018 für PC, PlayStation 4 und Xbox One - eine erste Closed-Beta-Phase startet bereits im September.


Dragon Ball FighterZDragon Ball FighterZ
Auf der gamescom wurden ein Story-Modus und die beiden Charaktere Android 16 und 18 (ein Kämpfer) angekündigt.




Elex



Kai: Mit Elex finden die drei wohl häufigsten und beliebtesten Ausrichtungen des Rollenspiel-Genres zusammen. "Post-Apocalyptic Science-Fantasy" bezeichnen die – vor allem für die Gothic-Reihe bekannten – Entwickler bei Piranha Bytes ihre Kreation. Ihr schlüpft in dem Action-RPG in die Rolle eines bisher namenlosen, aber fest vorgegebenen Helden und steuert ihn aus der Schulterperspektive durch eine Welt, welche Tag- und Nachtwechsel hat, ein eigenes Leben der NPCs simuliert (auch dann, wenn ihr selbst nicht vor Ort seid) und ganz ohne Ladezeiten auskommt. Was die Spielmechanik anbetrifft, macht Elex einen durchaus soliden Eindruck. In klassischer Rollenspielmanier durchstreift ihr offene Gebiete, tötet Gegner, sammelt Beute und wertet bei Lehrern eure Fähigkeiten auf. Zudem gibt es eine Geschichte, die anhand dessen variiert, welcher Fraktion ihr euch anschließt und welche Quest-NPCs ihr tötet – denn auch das ist in Elex ohne weiteres möglich.

Etwas abschreckend sind hingegen die Animationen, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind. Gerade bei einer grafisch realistischen Ausrichtung ist so etwas im Jahr 2017 kaum noch zu verzeihen. Bereits die ersten Gameplay-Trailer waren dahingehend enttäuschend und leider hatte sich in dem Bereich auch bis zur gamescom nichts getan. Entsprechend ist zu befürchten, dass wir auch in der finalen Version, die bereits am 17. Oktober für PC, PlayStation 4 und die Xbox One erscheinen soll, mit Animationen vorliebnehmen müssen, gegen die selbst das 9 Jahre alte Fallout 3 dynamisch wirkt. Bleibt abzuwarten, ob die anderen Qualitäten wie die Geschichte und das frische Setting oder einfach nur eine gute Spielmechanik von den optischen Mängeln ablenken können.


ElexElex
Die Gothic-Macher bleiben ihren Wurzeln treu, diesmal jedoch in einem Science-Fantasy-Universum.




Far Cry 5



Phil: Ich bin bekanntlich kein großer Fan von Ubisofts Open-World-Spielen und der mittlerweile ermüdenden Quest-Sightseeing-Overkill-Formel. Nachdem mich schon die Anzock-Session von Assassin's Creed: Origins eher ratlos, denn euphorisch zurückgelassen hat, wollte ich in einem Abwasch gleich noch das neue Far Cry abfrühstücken. Was dann folgte, war ein typischer Fall von: "Unverhofft kommt oft!" denn ich hatte tatsächlich eine ziemliche Gaudi mit dem Spiel.

Auch wenn die Welt wieder vor Fragezeichen-Markern strotzt, kann das erfrischende Setting mit durchgeknallten Sekten-Anhängern aufgrund der aktuellen weltpolitischen Lage ziemlich überzeugen. Die Welt rund um Hope County strotzt vor Hinterwäldler-Klischees, gutem Soundtrack und einem üppigen Waffenarsenal. Wenn man Mitglieder der Sekte dabei überrumpelt, wie sie einen Unreinen läutern wollen, indem sie Gewalt statt Worte anwenden, dann fühlt sich manch einer fast schon an die zynisch-satirischen Postal-Spiele erinnert, wenngleich Ubisoft natürlich nicht den harten, schwarzhumorigen Pfad eben jenes Franchises betritt. Dennoch: Far Cry 5 machte in seiner knapp 20-minütigen Session durchaus Laune, was eben zu größten Teilen an dem Setting liegt und der authentischen Welt mit geiler Musik und passenden Fahrzeugen. Ich hoffe nur, die Story wird insgesamt mehr zu bieten haben, als Fragezeichen auf einer gigantischen Landkarte abzuklappern. Die Veröffentlichung von Far Cry 5 soll am 27. Februar 2018 für PC, PlayStation 4 und die Xbox One erfolgen.


Far Cry 5Far Cry 5
Same, same - but different. Das Setting wirkt unverbraucht und frisch, jetzt muss die Story überzeugen.




FIFA 18



Phil: Ich könnte jetzt ausholen und sagen, dass FIFA 18 das Game revolutioniert, mit haufenweise neuen Features aufwartet und überhaupt die allerbeste Fußball-Simulation der Welt ist. Ich könnte euch aber auch einfach sagen, dass FIFA 18 eben genau das ist: ein weiteres FIFA. Es ist und bleibt Fußball und in der 20-minütigen Anspielsession habe ich mich mit Real Madrid durch zwei Partien gedribbelt und geflankt. Visuell hat sich gerade in den Top-Vereinen etwas getan: Die Gesichter sehen jetzt wieder lebendiger aus und es wirkt nicht mehr wie ein verunstaltetes Wachsfigurenkabinett. Das Publikum wurde etwas detaillierter und bei Kameraschwenks huschen neben männlichen nun auch euphorische weibliche Fans vor die Linse.

Spielerisch blieb vieles gleich, lediglich in Nuancen hat sich etwas verändert. Dribblings fühlen sich ein wenig authentischer an und man hat das Gefühl, den Ball nun zielgerichteter steuern zu können. Sprints über das gesamte Feld mit dem Ball direkt am Fuß sind auch erst mal vorbei, denn mittlerweile kann man den Körper als Verteidiger viel effektiver in den Laufweg stellen und Gegner damit stoppen. Insgesamt wirkt FIFA 18 wirklich "realistischer", wenngleich ebenfalls wieder einige Torwart- und Mitspieler-Aussetzer zu erkennen waren, die für Ratlosigkeit sorgten. Nichts desto trotz wird am Ende FIFA 18 Fans von Fußball begeistern. Auch mit der Integration der 3. Liga und des DFB-Pokals werden Spieler zufrieden sein. Falls jetzt, wie Gerüchte besagen, noch FIFA Street sein Comeback feiern darf, dann steht einer kurzweiligen Partie FIFA 18 kaum noch etwas im Wege. Da der Vorgänger zudem mit einem gelungenen Singleplayer-Modus aufwartete, dürfte auch dessen Fortsetzung hier wieder seine Fans finden. FIFA 18 erscheint am 29. September für PC, PlayStation 4, Xbox One und die Nintendo Switch.


FIFA 18FIFA 18
Der Ball ist Rund. Ein Spiel geht 90 Minuten. FIFA bleibt FIFA - nur mit neuer Zahl. Das muss aber nichts negatives sein.




Gwent: Thronebreaker



Tim: Ich mochte Gwent ja schon in The Witcher 3: Wild Hunt sehr und habe viel zu viel Zeit damit verschwendet, alle möglichen Karten zu sammeln. Über das nun eigenständig entwickelte Gwent: The Witcher Card Game möchte ich an dieser Stelle aber gar nicht zu viele Worte verlieren, weil ich das schon letztes Jahr in meiner gamescom 2016 Preview getan habe - und ich bisher noch kaum in das Spiel hineingeschaut habe. Stattdessen soll es hier um die neu angekündigte, separat verkaufte Story-Kampagne Gwent: Thronebreaker gehen, die dieses Jahr in Köln zum ersten mal präsentiert wurde. Für CD Projekt Red war es das Ziel, für das Genre der Kartenspiele eine Kampagne zu erschaffen, die ihren Namen auch verdient. Dafür hat man die Autoren von The Witcher an Bord geholt, eine eigene Geschichte geschrieben, voll vertonte Dialoge mit Entscheidungen und Konsequenzen entworfen und sogar eine Oberwelt designt, auf der man frei herumlaufen und Quests annehmen darf. Insgesamt soll es vier individuelle Karten geben, jeweils mit zig Haupt- und Nebenquests, in denen man die Königin Meve von Rivien und Lyrien begleitet. Grafisch darf man kein The Witcher 3 erwarten, für Gwent: Thronebreaker hält eine überstilisierte Comic-Grafik mit dicken Umrandungen her. Dadurch wird das Spiel allerdings kein bisschen kindlich, wie schon die erste gezeigte Entscheidung bewies, bei der man die Bewohner eines Dorfes, welche brandschatzende Banditen schützten, brutal auspeitschen lassen kann - alternativ hätte man ihnen auch vergeben können.

Mir gefällt die Idee dieser Thronebreaker-Kampagne durchaus, zumal man in ihr auch seltene und exklusive Karten für den Multiplayer freischalten kann, allerdings wirkte so einiges aber auch ungewöhnlich "billig" für ein Projekt von CD Projekt Red. Damit meine ich nicht einmal den Artstyle, sondern vor allem die in der Präsentation erschreckend leere Weltkarte, auf der außer Meve kein einziger Charakter zu sehen war - selbst Quests wurden nur mit einem langweiligen blauen Symbol dargestellt, das einfach so in der Landschaft platziert war. Ich sehe definitiv Potential für eine solche Kampagne, außerdem haben die Polen durchscheinen lassen, dass für die Zukunft wohl noch weitere Geschichten für die anderen vier Fraktionen geplant sind, aber noch hat mich Thronebreaker nicht abgeholt. Ich bin gespannt, ob dieses 12- bis 15-stündige Abenteuer am Ende wirklich so hochwertig wird wie die Gwent-Duelle selbst. Noch in diesem Jahr soll es auf PC, PlayStation 4 und der Xbox One losgehen.


Gwent: ThronebreakerGwent: Thronebreaker
Cel-Shading statt Realismus: Für Gwent wählt CD Projekt einen neuen Grafikstil. Die Welt ist aber noch sehr leer.




Mount & Blade II: Bannerlord



Kai: Mit Mount & Blade II: Bannerlord erhalten der Nischentitel Mount & Blade aus dem Jahre 2008 und sein Remake Mount & Blade: Warband (2010) endlich den lang erwarteten Nachfolger. Auf der gamescom 2017 konnte ich das Spiel nun selbst anspielen, muss jedoch gestehen, dass die Erfahrung ernüchternd war. Nicht jedoch, weil sich das Spiel - ganz nach dem Motto "never change a running system" - nahezu exakt wie der Vorgänger in etwas hübscherem Grafikgewand spielt. Der "Captain Mode" macht durchaus Spaß und bringt frischen Wind in den Mehrspielermodus. Insgesamt treten 10 Spielern in großen 5-gegen-5-Schlachten an und führen ihre Truppen in die Schlacht. Hierbei ist nicht nur die Wahl der richtigen Truppenkonstellation wichtig, sondern auch die Kommunikation untereinander, um koordiniert vorgehen zu können. Außerdem spielen die richtige Taktik und Truppenformationen eine große Rolle, um die Stärken der eigenen Einheiten perfekt auszunutzen und die Schwächen entsprechend relativieren zu können.

Leider war die Präsentation an sich aber nur wenig aufschlussreich, da wir lediglich den Multiplayer anspielen konnten und uns ein Blick in den Singleplayer komplett verwehrt blieb. Der lässt nämlich durchaus viele Neuerungen erwarten, die bereits im Vorjahr erstmals präsentiert wurden und deren Entwicklung zu sehen weitaus interessanter gewesen wäre. Ich kann nur hoffen, dass die Entscheidung, lediglich den Multiplayer zu zeigen, nicht damit zusammenhängt, dass das Spiel mit Problemen bei der Entwicklung zu kämpfen hat. Das würde nämlich auch die Gerüchte bestätigen, nach denen sich die Veröffentlichung von Bannerlord auf 2018 verschieben könnte.


Mount & Blade II: BannerlordMount & Blade II: Bannerlord
Von Rittern bis Wikingern ist bei Mount & Blade alles vertreten.




Need for Speed: Payback



Darius: Das Anspielen eines neuen Need for Speed gehört für uns gewissermaßen seit Jahren zur gamescom-Tradition und durfte, nach einer einjährigen Franchise-Pause, auch dieses Mal nicht fehlen. Beim neuesten Ableger "Payback" haben abermals die schwedischen Ghost Games das Steuer übernommen und zielen auf eine cineastisch erzählte Rennspiel-Story mit Fokus auf die Autos und umfangreichen Tuning-Möglichkeiten. In der gamescom-Demo konnte man zwei kurze Passagen aus dem Spiel antesten, die man zuvor bereits als Gameplay-Trailer bestaunen durfte: Einmal den Part der E3-Demo, bei dem man einen Koenigsegg Regera zurückerobert und ein Rennen im frisch vorgestellten BMW M5. Viel gibt es an dieser Stelle eigentlich nicht zu sagen, die Frostbite-Engine läuft wieder überzeugend fluffig, die Steuerung ist abermals intuitiv und gewohnt arcadelastig - wie man es von einem NFS gewohnt ist und sicherlich auch erwartet. Die Story wirkt wie ein spielbares Fast & Furious - was durchaus positiv gemeint ist, die Crash-Cutscenes werden sich allerdings sicherlich schnell abnutzen. Alles weitere wird sich zeigen, denn mehr Einblicke bot die Demo schlichtweg nicht. Need for Speed: Payback erscheint am 10. November für PC, PlayStation 4 und die Xbox One.

Tim: Was mir auf jeden Fall schon sehr gefallen hat, sind die Optik des Spiels, der schicke neue BMW M5 und das generelle Fahrgefühl und Handling mit dem intuitiven Drifting. In The Crew 2, das ich ebenfalls kurz angespielt habe, fühlte sich das ein ganzes Stück schlechter an. Über die Gummiband-KI und die Fast-and-Furious-esken Zwischensequenzen kann man sich streiten. Hier wird erst der Langzeittest zeigen, wie störend das ist. Nach der gamescom habe ich jedenfalls wieder richtig Lust auf Need for Speed.

Kai: Die Grafik ist zeitgemäß, teilweise schon fast beeindruckend, das Fahrverhalten spaßig-arcadig und der Sound absolute Oberklasse. Ich freue mich bereits jetzt darauf, mit brüllenden Muscle Cars und kreischenden Exoten zu rockiger Musik über die Interstate zu brettern und dabei feindliche Fahrzeuge aufs Korn zu nehmen, während ich versuche meinen Hintern aus dem Sichtfeld der Polizei zu kriegen. Bleibt abzuwarten, wie sich das mit der Langzeitmotivation verhält, aber die angekündigten Tuningmöglichkeiten und Scheunenfunde alter amerikanischer Klassiker machen definitiv Lust auf mehr!


Need for Speed: PaybackNeed for Speed: Payback
Unverkennbar NFS: Heiße Rennen in flotten Flitzern.




SteamWorld Dig 2



Darius: Als kleines besonderes Highlight würde ich in diesem Jahr die Anspielmöglichkeit zu SteamWorld Dig 2 bezeichnen, was in erster Linie daran liegt, dass Tim und ich, wie schon im Jahr zuvor, die Gelegenheit erhielten den CEO vom schwedischen Studio Image & Form, Brjann Sigurgeirsson, zu einem lockeren Meeting zu treffen. In den heiligen Hallen von Nintendo durften wir das kommende Metroidvania-Abenteuer der Schweden auf einem Nintendo Switch Devkit anspielen, während wir die angenehm gesellige Runde dazu nutzten, uns über das Spiel, die Nintendo-Konsole, die Branche und andere Fragen des Lebens zu unterhalten.

Wer den ersten Teil von SteamWorld Dig noch auf dem Radar hat, wird überrascht sein wie viele neue Ideen und Umsetzungen von Community-Feedback im zweiten Teil stecken. Im ersten Teil schlüpfte man in die Rolle von Rusty, nun buddelt und kämpft man sich mit Dorothy durch die Levels - die sich auf die Suche nach ihrem Steambot-Freund macht. Während wir einen ersten Level und Zwischenboss - ja, es gibt jetzt definitiv mehr Bosse als nur zum Ende des Spiels - noch selbst erkunden und dabei die Steuerung und das Feeling auf der Switch kennen lernen durften - was im übrigen wunderbar von der Hand geht und klasse ausschaut -, zeigte uns Brjann im Anschluss ein fortgeschrittenen weiteren Part und zusätzliche Features des Spiels.

Dorothy kann auf weitaus mehr Gadgets zugreifen als Rusty und schaltet mit verschiedenen Gerätschaften und durch das Erweitern der selbigen zudem auch neue Bereiche in der Welt frei. Natürlich gibt es noch die altbekannten Speedboots, aber nun gehören u.a. auch ein Greifhaken und ein Jetpack zu den Möglichkeiten. Während mich der erste Teil noch nicht so sehr gepackt hat, muss ich zugeben, dass der zweite durchaus mein Interesse geweckt hat und einige Stunden an Spielspaß verspricht. Außerdem deutete Brjann, neben einer riesigen Welt, auch eine "neue Art" von New Game Plus an, die einen nach dem ersten Durchspielen erwartet. Beim Schreiben dieser Zeilen wurde auch direkt der Releasetermin für SteamWorld Dig 2 verkündet. Am 21. September geht es zunächst auf der Nintendo Switch los, wenige Tage später sollen Steam und die PlayStation 4 bedient werden.


Weitere interessante Artikel der gamescom 2017 Event-Serie

Kommentare-Kommentier-Show


Folgenden Usern gefällt der Beitrag: Kithaitaa, Predator, CookieMonster, Fetzig, ... und 6 Gästen.
  • Predator
    #1 | 1. September 2017 um 19:00 Uhr
    FIFA & NFS müssen sein =D wie jedes Jahr eben  
  • Kithaitaa
    #2 | 1. September 2017 um 23:03 Uhr

    Predator: FIFA & NFS müssen sein =D wie jedes Jahr eben


    Bei NFS stimme ich zu, aber FIFA ist doch immer das gleiche *duck*   
  • ATeC
    #3 | 2. September 2017 um 18:12 Uhr
    NFS und Dragonball HYPE! sind meine 2 Favoriten aus der Liste kanns kaum noch erwarten
  • Evoli
    #4 | 2. September 2017 um 22:02 Uhr
    Divinity: Original Sin II ist schon wirklich interessant und das Vorgängerspiel fand ich super, aber andererseits schreckt mich gerade der riesige Umfang mal wieder etwas ab. Eigentlich müsste ich sowieso erst mal meinen Pile of Shame wenigstens ein bisschen abbauen. Vor allem Horizon wollte ich schon vor Monaten anfangen...
  • Tim
    #5 | 5. September 2017 um 11:18 Uhr

    Evoli: Divinity: Original Sin II ist schon wirklich interessant und das Vorgängerspiel fand ich super, aber andererseits schreckt mich gerade der riesige Umfang mal wieder etwas ab.


    Ich finde ja, dass Divinity so ein Spiel ist, in das man auch "immer mal wieder" reinschauen kann, ohne gleich völlig überfordert zu werden. Persönlich kann ichs kaum noch abwarten. Habe selten in einem Spiel so einen Spaß im Coop gehabt wie im ersten Teil.

    ATeC: NFS und Dragonball HYPE! sind meine 2 Favoriten aus der Liste kanns kaum noch erwarten


    Um mich auf FighterZ vorzubereiten, hab ich btw. mal DB Kai angefangen. Hatte gar nicht erwartet, dass das so gut ist   
  • Nawrock
    #6 | 6. September 2017 um 00:23 Uhr
    So sehr es mir auch vor den Animationen von Elex graust: Ich kann mir vorstellen, dass man an dem Spiel lange Spaß haben kann. Trotzdem traue ich mich nicht blind zuzugreifen und werde erste Reviews abwarten.

    Ansonsten wird wohl Need for Speed den Weg in mein Wohnzimmer finden. Ich hoffe nur, dass ich den 2016er Mustang und den M5 schnellstmöglich in der Garage parken und stattdessen mit meinen "Scheunenfunden" rumfahren kann! 8-)

Name:*
E-Mail (wird nicht angezeigt):*
Eigene Homepage (optional):
Dein Kommentar:*
              
Antispam:*
 
Captcha