gamescom 2017 - Kurz-Eindrücke zu ausgewählten Spielen #2 10

Auch wenn mit der Tokyo Game Show bereits das nächste große Gaming-Event vor der Tür steht, lassen wir weiterhin unsere Live-Erlebnisse von der gamescom 2017 Revue passieren. Nach dem ersten Sammelbeitrag mit Eindrücken zu diversen Spielen, folgt heute der zweite Teil - in den kommenden Tagen dann auch noch die restlichen Previews, um dieses Kapitel abzuschließen und uns auf den heißen Spieleherbst vorzubereiten. Darüber hinaus finden sich weitere Vorschau-Artikel und weiteres Material rund um die gamescom 2017 auf unserer dazugehörigen Eventseite.

Nine Parchments



Darius: Nach der Trine-Trilogie und einem Ausflug ins Stealth-Genre, arbeitet das finnische Entwicklerstudio Frozenbyte derzeit am kooperativen Magierspiel Nine Parchments, das zwar nicht ganz unfreiwillig an Magicka erinnert, deswegen allerdings nicht weniger spaßig ist. Auf der gamescom nutzten Tim und ich die Wartezeit auf den nächsten Termin mit einer kurzen Runde im Entertainment Bereich bei Nintendo, wo wir das neue Koop-Spiel der Finnen auf der Nintendo Switch angespielt haben. Schon auf den ersten Blick erinnern einige der Assets stark an die farbenfrohen Trine-Spiele, was durchaus positiv zu werten ist. Die Demo warf einen ohne große Charakterauswahl - im finalen Spiel werden euch unterschiedliche Magier inklusive Charakter-Entwicklung zur Auswahl stehen - in das Geschehen, dabei können Spieler jederzeit ein- oder aussteigen, was sicherlich in den Bosskämpfen recht nützlich ist. Auch wir haben die Chance genutzt und direkt Santtu Penttinen von Frozenbyte mit in unser Team aufgenommen.

Gespielt wird aus einer isometrischen Perspektive und während zu Beginn die Gegner noch in kleiner Anzahl auftreten und sich ohne Problem mittels magischer Geschosse erledigen lassen, wird schnell klar, dass dies nicht so bleibt und man auch mitdenken muss. Neben dem Haushalten mit eurer Energie stehen euch diverse Zauber verschiedener Elemente zur Verfügung und natürlich sind einige der Gegener gegen bestimmte Schadensarten immun. Dem nicht genug, muss man auch aufpassen nicht seinen Magierkollegen ins Jenseits zu befördern, zumindest in der Demo war Friendly-Fire aktiviert - was bei vier Spielern recht chaotisch werden dürfte. Der Aufbau des gespielten Levels verlief ziemlich linear, stets war klar wohin die Reise geht und wie es sich bei solchen Spielen gehört, endet ein Abschnitt natürlich auch mit einem ordentlichen Bosskampf. Unser Widersacher war ein aufgebrachter Fangschreckenkrebs, welcher uns auf einer recht beengten Plattform mit seinen kämpferischen Fähigkeiten zu beeindrucken versuchte. Das hat stellenweise auch ganz gut geklappt, praktischerweise kann man Magier allerdings auch während des Kampfes wiederbeleben und somit die eigene Feuerkraft erhöhen, was schlussendlich auch zu einem Sieg über das überdimensionierte Schalentier führte. Der kurze Einblick zeigte auf jeden Fall, dass Nine Parchments ein spaßiges Koop-Spiel ist (lokal und online) und sicherlich nicht mit Herausforderungen - speziell bei den mehrphasigen Bossfights - geizen wird. Technisch lief das Spiel ebenfalls ziemlich rund, erscheinen soll Nine Parchments noch in diesem Jahr für PC, PlayStation 4, Xbox One und die Nintendo Switch.


Nine ParchmentsNine Parchments
Das farbenfrohe Design erinnert an Trine - die Bosskämpfe können durchaus fordernd sein.




Sonic Forces



Tim: 60 Bilder pro Sekunde sind einfach etwas Tolles und oft weiß man das erst so richtig zu schätzen, wenn man vorher mit 30 gespielt hat. Das durfte ich auf der gamescom an Sonic Forces feststellen, welches auf der Nintendo Switch mit 30 und überall sonst mit genannten 60fps daherkommt. Der Unterschied ist derart gewaltig (übrigens auch in der Bildqualität), dass ich in Köln sogar richtig Spaß mit dem Spiel hatte, was auf der Switch im Juni noch eher anders aussah. Spielbar waren die bereits in Frankfurt präsentierten drei Levels mit Modern Sonic, Classic Sonic und dem eigenen Avatar, zusätzlich gab es auf der gamescom noch eine vierte "Tag-Team-Stage", in dem Modern Sonic und der Avatar zusammenarbeiten und man die Fähigkeiten von beiden kombinieren musste. Das machte dieses Mal auch wirklich viel Laune und mir tatsächlich Hoffnung, dass Sonic Forces letzten Endes besser wird als erwartet. Zumal es wie gesagt wirklich großartig aussah und super-flüssig lief.

Kai: Als großer Fan der Sonic-Adventures-Reihe, die ich damals noch auf der Dreamcast gespielt habe, konnte ich es kaum abwarten Sonic Forces zu spielen. "Endlich wieder ein vielversprechendes 3D-Sonic", dachte ich mir und legte Hand an den PS4-Controller. Präsentiert wurden uns insgesamt vier verschiedene Level, in denen wir sowohl 2D- und 3D-Sonic, als auch den selbst zu erstellende, für Demozwecke für uns aber vorkonfigurierten, Drittcharakter spielen konnten. Am meisten Spaß hatte ich hierbei klar mit 3D-Sonic, der in gewohnter Geschwindigkeit durch bunte Spielwelten flitzt, sich von Trampolin zu Trampolin katapultieren lässt und hin und wieder einen Gegner umhauen muss. 3D-Sonic macht ganz klar Lust darauf, das Level wieder und wieder zu spielen, um nach Möglichkeit ohne Slow-Downs durchzukommen und dabei möglichst viele Ringe einzusammeln. Langzeitmotivation ist hierbei garantiert.

Enttäuscht haben mich hingegen die 2D-Levels. Besonders wenn nicht 2D-Sonic, sondern der eigens zu erstellende Charakter gespielt wird, geht viel Geschwindigkeit verloren, die bei Sonic-Spielen einfach dazugehört. Stattdessen wird das Spiel zum langweiligen Plattformer, den ich so eigentlich nicht erwartet hatte. Ich hoffe deswegen, dass die Figur besonders in 2D-Abschnitten nicht allzu prominent sein wird. Interessant wird der Drittcharakter erst dann, wenn er in 3D-Abschnitten an der Seite Sonics durch das Level rast und mit neuen Fähigkeiten für etwas frischen Wind sorgt. Über seine Notwendigkeit lässt sich letzten Endes trotzdem streiten. Sonic Forces erscheint am 7. November für PC, PlayStation 4, Xbox One und die Nintendo Switch.


Sonic ForcesSonic Forces
Teamwork Makes The Dream Work: In den angekündigten Tag-Team-Stages müssen Sonic und der Avatar kooperieren.




Star Wars: Battlefront II



Phil: Ich gehöre zu der kleinen Minderheit an Rebellen, die schon mit Star Wars: Battlefront richtig viel Spaß hatten. Ja, es war stark simplifiziert und so richtig episch wurde es erst nach den DLCs aber insgesamt waren Präsentation und Gameplay für mich ausreichend, um nach Feierabend ein wenig Star Wars Feeling zu tanken. Dennoch lies ich es mir nicht nehmen, in Köln auch den direkten Nachfolger anzuspielen und so habe ich mich direkt als Rebell in das Cockpit eines X-Wing gesetzt und die Weltraum-Mission "Fendor" mit reichlich Verstärkung durchgespielt. Machen wir es kurz: Geiler Scheiß! Die Präsentation ist noch eine Spur detaillierter geworden. Sounddesign und Grafik verlangten nach sofortiger Ausschüttung von Glückshormonen. Die unterschiedlichen Raumschiffe ließen sich hervorragend steuern und die Gefechte gegen den Imperiums-Abschaum waren packend und nervenzerfetzend. Wenn man mit hoher Geschwindigkeit zwischen Zerstörern umherfliegt und Tie-Fighter in die Unendlichkeit ballert, dann bleibt kein Auge trocken. Spätestens wenn man in Spezial-Gefährte wie den Millennium Falken einstiegen konnte, wollte das debile Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht. Es bleibt abzuwarten, wie umfangreich das Spiel werden wird und wie gut die Kampagne sich spielt, aber auch wenn man nur eine der vielen Epochen spielen konnte, ist Battlefront II schon jetzt für mich eines der meist erwarteten Spiele in der Zukunft. Pew Pew!

Kai: Auf der diesjährigen gamescom hat EA gleich zwei verschiedene Demos zu Star Wars: Battlefront II bereitgestellt. Angeboten wurden der – aus den alten Battlefront-Teilen bekannte und beim direkten Vorgänger vermisste – Raumkampf mit Starfightern und der klassische, infanteristisch-orientierte Kampf zu Boden. Ich habe mich für Letzteres entschieden und den "Galactic Assault on Theed" angespielt, bei dem die Droidenarmee der Separatisten versucht den Palast einzunehmen, welcher durch die Klontruppen der Republik verteidigt wird. Leider durfte ich nicht in die schicke weiße Uniform der Django-Fett-Klone schlüpfen, sondern musste als "Roger Roger" in die Schlacht ziehen bzw. wackeln. Trotzdem hatte sich das Warten gelohnt und meine Erwartungen wurden komplett erfüllt.

Battlefront II tritt nämlich in die Fußstapfen seines umfangmäßig zwar schwachen, spielerisch aber sehr guten Vorgängers und zaubert mit einer soliden Shooter-Mechanik, absolut zeitgemäßer Grafik und einem unfassbar guten Sound einem jeden Star-Wars-Fan ein Lächeln ins Gesicht. Auch die Rückkehr zum klassischen Klassensystem kann ich nur begrüßen, denn die optisch bunt zusammengewürfelten Teams und häufig widersprüchlichen Zusammensetzungen aus Bewaffnung und Uniform fand ich beim Vorgänger nicht immer ideal. Bevor aber die Lobeshymnen losgehen bleibt noch abzuwarten, wie sich die Kampagne präsentiert. Doch schon alleine für den Multiplayer werde vermutlich zugreifen – und hoffen, dass die epische Schlacht auf Kamino zwischen den verbliebenen Klontruppen und den Sturmtruppen des frisch gegründeten Imperiums ebenfalls enthalten sein wird. Star Wars: Battlefront 2 wird ab dem 17. November für PC, PlayStation 4 und die Xbox One verfügbar sein.


Star Wars: Battlefront 2Star Wars: Battlefront 2
Die Macht ist mit mir. Ich bin eins mit der Macht. Die Macht ist mit mir. Ich bin eins mit der Macht!




Super Mario Odyssey



Kai: Seit ich die Nintendo Switch mein Eigen nenne warte ich sehnsüchtig auf Super Mario Odyssey. Auf der gamescom konnte ich das Spiel nun endlich anspielen und muss leider gestehen, dass ich etwas gespaltener Meinung bin. Das Gute vorweg: Die Steuerung und auch die Animationen sind nahezu 1 zu 1 dieselben wie bei Super Mario 64, was für mich der größte Pluspunkt ist. Ich muss schon zugeben, dass, zu sehen wie Mario beim los laufen einen Burnout hinlegt oder aus dem Sprung heraus eine "Arschbombe" macht, mich etwas nostalgisch werden ließ. Außerdem gefiel mir die bunte, innovative und Mario-würdige Spielwelt sehr gut. Auch die neue Fähigkeit, die es erlaubt mit Marios Mütze die Kontrolle über gewisse Spielfiguren zu übernehmen, war erfrischend und fühlte sich nicht deplatziert, sondern wie ein Teil des Mario-Universums an.

Doch leider ging – zumindest meiner Meinung nach – die Rechnung mit der offenen Spielwelt nicht ganz so gut auf. Ich fühlte mich teils etwas verloren und war mir nicht immer ganz so sicher darüber, was ich als nächstes tun soll - oder will. Das ist vor allem deswegen schade, weil Super Mario 64 ja bereits gezeigt hat, wie sich eine offene Spielwelt mit klar strukturierten Abschnitten kombinieren lässt. Vielleicht ist es aber auch nur eine Sache der Gewohnheit und letzten Endes werde ich ja doch zugreifen! Weitere Eindrücke liefert Tim in seiner Hands-On-Preview von der diesjährigen E3. Super Mario Odyssey erscheint am 27. Oktober exklusiv für die Nintendo Swithc.


Super Mario OdysseySuper Mario Odyssey
Sombrero und Abenteurer-Hut sind nur zwei der vielen Kopfbedeckungen, die Mario in Odyssey tragen kann.




The Elder Scrolls: Skyrim Switch



Tim: Es ist Skyrim! Wie viel mehr kann man über Bethesdas Rollenspiel-Monster sechs Jahre nach seinem Erstrelease, ein Remaster und knapp 25 Millionen verkaufte Einheiten später noch sagen? Neue Inhalte gibt es für The Elder Scrolls V: Skyrim für die Nintendo Switch jedenfalls nur wenige: das Master-Schwert und Links blaue Tunika aus The Legend of Zelda: Breath of the Wild, dazu winkt der obligatorische amiibo-Support. Auf der gamescom habe ich Skyrim auf dem Showfloor im Handheld-Modus der Switch angespielt und angesichts der wenigen neuen Inhalte vor allem auf eines geachtet: die Performance. Denn Skyrim war damals auf PlayStation 3 und Xbox 360 technisch alles andere als sauber, die Special Edition aus dem vergangenen Jahr trotz stärkerer Plattformen immer noch keine runde Sache. Zumindest lässt sich gemessen an den 20 Minuten, die ich in Himmelsrand verbracht habe, feststellen, dass die Switch-Version überraschend rund läuft, was übrigens auch Digital Foundry in einer Analyse bestätigt hat. Leider war die Demo inhaltlich meines Erachtens miserabel gewählt: Spielbar war der Einstieg, nachdem man die Tutorial-Höhle verlassen hat - mit Charakterstufe 1 und ohne brauchbare Ausrüstung boten sich mir kaum Möglichkeiten, auch die schickeren Gebiete von Himmelsrand zu erkunden, Kämpfe zu starten oder mit den Mechaniken des Spiels zu experimentieren. Mein erster Eindruck ist jedenfalls dieser: Skyrim bleibt Skyrim - auch auf der Nintendo Switch. Und dieses Mal kann man es auch prima unterwegs spielen. The Elder Scrolls: Skyrim Switch erscheint am 17. November.


The Elder Scrolls V: Skyrim SwitchThe Elder Scrolls V: Skyrim Switch
Skyrim liegt auf Switch visuell irgendwo zwischen Xbox 360 und der Special Edition und ist spielerisch identisch.




theHunter: Call of the Wild



Tim: Was macht man, nachdem man mit der Just-Cause-Trilogie und Mad Max vier hochexplosive Open-World-Actionspiele entwickelt hat? Der nächste logische Schritt ist natürlich ... eine Jagdsimulation? Ganz ohne Greifhaken, V8-Motor und Schrotflinte entführt theHunter: Call of the Wild (nicht zu verwechseln mit Breath of the Wild!) in mehrere ausgesprochen hübsche, mehrere Quadratkilometer große Landschaften, in denen man in der Ego-Perspektive Spuren folgt, Hinterlassenschaften von Rehen, Hirschen und Wildschweinen analysiert, seinen Eigengeruch mit einem Spray übertüncht und auf die Windrichtung und Brunftrufe achtet, um sich langsam an die ahnungslose Beute heranzutasten. Aus sicherer Entfernung legt man das Jagdgewehr an, berechnet die Windrichtung mit ein, hält kurz den Atem an und drückt ab. Aber aufgepasst: Ein Kopfschuss ruiniert die Trophäe, deshalb sollte man besser auf Halsschlagader oder Lunge zielen. Je nachdem, wie man seine Beute erlegt hat, folgt anschließend eine detaillierte Aufarbeitung und Bewertung inklusive der Trefferzone am Tierskelett, einer Prozentskala für Effizienz und interessanten Daten und Fakten zum erlegten Tier. theHunter ist bereits seit einigen Monaten für den PC erhältlich, auf der gamescom war es für mich dennoch der erste Kontakt mit der überraschend guten und spannenden Jagdsimulation - dieses Mal auf der PlayStation 4, denn Ende des Jahres werden noch entsprechende Konsolenversionen folgen.

Entgegen meiner Erwartungen ist die Simulation dieser offenen Welt und das langsame Heranpirschen an die vielen verschiedenen Spezies ganz und gar nicht langweilig oder langatmig, sondern richtig aufregend. Jedenfalls galt das für meine erste Jagd - wie das auf Dauer aussieht, bleibt die spannende Frage. Für Langzeitmotivation sorgen sollen seltene Tiere, unterschiedliche Gadgets und nützliches Zubehör, ein Tag-Nacht-Wechsel und natürlich die vielfältigen und sehr idyllischen Landschaften. Für Avalanche sei theHunter: Call of the Wild nach Just Cause und Mad Max eine willkommene Abwechslung und eine neue Herausforderung, sagte mir ein Entwickler bei meinem Termin und das kann ich angesichts der komplett gegensätzlichen Spielkonzepte gerne glauben. Ich hätte es ja nicht vermutet, aber tatsächlich denke ich gerade darüber nach, zum ersten Mal in meinem Leben eine Jagdsimulation spielen zu wollen. Auf der gamescom habe ich zumindest mein Talent für das (virtuelle) Jagen bewiesen und in einer halben Stunde nicht nur einen großen Rothirsch, sondern auch noch ein Reh erlegt - mit einem punktgenauen tödlichen Schuss in den Hals. Darauf ließe sich Ende des Jahres doch in der Vollversion aufbauen!


theHunter: Call of the WildtheHunter: Call of the Wild
Man darf auch zu viert gemeinsam auf die Jagd gehen. Bis man ein Tier so genau ins Visier nimmt, dauert es aber.




We. The Revolution



Darius: Auch das Entwicklerstudio Polyslash aus dem polnischen Krakau setzt bei seinem jüngsten Projekt We. The Revolution auf einen ganz eigenen Polygon-Stil. Bisher bekam man sehr wenig von dem Spiel zu sehen, doch auf der gamescom konnte ich erste Einblicke und Eindrücke gewinnen die ich mit: Sehr interessant und ambitioniert zusammenfassen würde. Doch erstmal der Reihe nach. We. The Revolution spielt zur Zeit der französischen Revolution im Jahre 1794 und lässt euch in die Rolle eines Richters schlüpfen. Das Spiel ist dabei nicht in ein festes Genre einzuordnen, vielmehr vereint es verschiedene Genres zu einem Mix, die sich in unterschiedlichen Spielphasen aufteilen. Eine dieser Phasen findet im Gerichtssaal statt. Ich bekam den Fall eines Bauern vorgesetzt, der angeblich vorsätzlich seinen Nachbarn getötet hat. Für die anwesenden Adligen und das Publikum ist der Fall klar: Guillotine und weiter zum nächsten Fall. Als Richter sichte ich die Anklageschrift, die Beweise, versuche Verbindungen zu einzelnen Hinweisen zusammenzusetzen, um Dialoge mit dem Angeklagten freizuschalten. Diese wiederum liefern mir weitere Hinweise, die mir meine Entscheidungsfindung erleichtern sollen - zwei Indikatoren zeigen mir zudem den aktuellen Trend und das Verhältnis zur Jury an. Diesen Part des Spiels würde ich als Adventure bezeichnen, der durchaus lese- und somit auch zeitintensiv ausfällt. Nach einer Weile konnte ich im vorliegenden Fall zwischen Enthauptung, Gefängnis und Freispruch wählen. Der Kerker erschien mir eine gute Wahl. Das Publikum war zufrieden, der Angeklagte eher nicht.

Die nächste Phase findet im eigenen Haus statt, leider blieb mir während des Termins keine Zeit mehr, diese genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Grunde bespricht man sich dort mit der Familie, hier werden dann wohl auch die Konsequenzen meiner Entscheidungen zum Tragen kommen, welche die Entwickler angesprochen haben. Denn die moralischen Zwickmühlen in den Fällen sowie die Macht über Leben und Tod bilden einen wichtigen Baustein des Spiels. Besonders hätte mich auch die Phase danach interessiert. Hier soll man auf einer Karte der Stadt verschiedene Agenten einsetzen können, um seinen politischen Einfluss zu stärken oder Intrigen zu schmieden. Ziel des Spiels ist Überleben und gewissermaßen auch die Kontrolle über die Stadt zu übernehmen. Ich bin sehr gespannt, wie die Entwicklung voranschreitet und hoffe, dass das Indiestudio seine Pläne umsetzen kann. Zum Beispiel plant man über 100 verschiedene Fälle für die finale Version des Spiels, was in unzähligen Spielstunden resultieren dürfte. Man darf gespannt. Die Veröffentlichung ist zunächst für PC geplant, als Zeitfenster wird zumindest mal 2018 anvisiert.


We. the RevolutionWe. the Revolution
Die Französische Revolution ohne Kapuze, dafür mit kniffligen Entscheidungen über Leben und Tod.

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