
Mad Riders - Review
Ein Funracer für Arcade-Fans: Gas geben, loslegen, Spaß haben!
2010 ist ein richtig gutes Rennspiel leider völlig untergegangen und wurde bereits kurz nach Release verramscht: nail'd. Die Spielermassen haben sich eben mehr auf Dead Island gefreut, anstatt auch anderen Techland-Entwicklungen Aufmerksamkeit zu schenken. Darum geht man dieses Mal kein Risiko ein und bringt das neueste Rennspiel-Projekt des Studios, Mad Riders, auf Xbox Live Arcade und das PlayStation Network. Für mich kam Mad Riders praktisch aus dem Nichts - ich hatte nie etwas davon gehört und freilich auch keine Erwartungen. Umso größer war die Überraschung, als ich festgestellt habe, dass man hier für gerade mal 800 Microsoft Points einen richtig coolen Arcade-Racer bekommt!





Mit dem Quad über Stock und Stein, durch Luft und Wasser, hoch und runter ...
Ich gebe zu, ich war eher skeptisch, ob Mad Riders wirklich Potential dazu hat, länger als zwei Stunden von mir gespielt zu werden. Und die ersten paar Rennen waren auch alles andere als zufriedenstellend. Ehrlich gesagt waren sie sogar ziemlich deprimierend. Warum? Die Antwort ist einfach: weil die Steuerung und das generelle Fahrgefühl einfach nicht rund, nicht weich, nicht zugänglich und schon gar nicht realistisch wirken. Dieser Meinung bin ich zwar auch jetzt noch, aber mittlerweile habe ich den Dreh raus und verstanden, wie man Mad Riders spielen muss. Ich kann jeden verstehen, der nach wenigen Minuten Spielen abbricht und ein anderes Game startet, weil ihm Mad Riders nicht zusagt. Es lohnt sich aber durchaus, sich ein wenig einzuarbeiten. Das gleiche Problem hatte auch nail'd in 2010, welches mir aber nach einer Weile doch großen Spaß gemacht hat. Dass Mad Riders fernab der Realität fährt, ist übrigens auch nichts Neues und erst recht nichts Schlechtes, denn dadurch gewinnt das Spiel erst an Pepp. Es sieht einfach cool aus, über riesige Schluchten zu springen, wahnwitzige Tricks auszuführen und nicht an die Physik gebunden zu sein. Auch der Rest ist grafisch recht schick.
Mit insgesamt 42 unterschiedlichen Strecken, die auch verschiedene Areale wie tropische Dschungel, sandige Wüsten oder sonnige Inseln abdecken, kann Mad Riders über eine relativ lange Zeit in der Kampagne motivieren. Sämtliche Pisten sind, wie es sich für ein Rennspiel gehört, in Cups und Turniere aufgeteilt, in denen man verschiedene Rennen hintereinander absolviert und dann entsprechende Punkte absahnt. Wer genug Sterne gesammelt hat, schaltet den nächsten Cup frei, bis schließlich alle sieben abgehakt sind. In den Tournaments warten aber nicht nur die klassischen Rennen um die Pole Position, sondern auch Stunt-Rennen, Zeit- und Checkpoint-Wettbewerbe - mir haben aber die Rennen am besten gefallen. Dann tummeln sich bis zu zehn Fahrer auf den abgedrehten Strecken, schieben sich gegenseitig zur Seite, sammeln Stunt-Punkte durch Saltos, Drifts und andere Tricks und preschen mit dem Boost nach vorne. Wer die entsprechenden Objekte auf der Strecke mitnimmt, kann auch spontane Abkürzungen öffnen, was ein wenig an Split/Second erinnert - nur geht hier weniger zu Bruch.
Neben der für ein Download-Spiel recht umfangreichen Kampagne, zu der noch einige zusätzliche Herausforderungen kommen, enthält Mad Riders selbstverständlich auch einen Multiplayermodus, den man sowohl offline im Splitscreen als auch über das Internet angehen kann. Hier erwarten einen die gleichen Spielmodi, Strecken und Features, die man vom Rest des Spiels kennt. Seine freigeschaltenen Quads darf man jedoch nicht verwenden, da im Multiplayer eine bestimmte Auswahl vorgegeben ist. Kleine Randnotiz: Man kann Fahrer und Quads visuell anpassen, jedoch nicht ihre Leistung.
Fazit von Tim:
Muss man Mad Riders gespielt haben? Sicherlich nicht. Man verpasst nicht viel, wenn man die aktuelle Techland-Produktion getrost ignoriert. Es sei denn, man ist ein Fan von Arcade-Rennspielen wie Pure oder nail'd - dann sollte man Mad Riders auf jeden Fall auf dem Radar haben. Das Spiel ist zwar keine Offenbarung und auch keine ernstzunehmende Weiterentwicklung von nail'd, aber für gerade mal 800 Microsoft Points eine willkommene Ergänzung in meiner Sammlung an XBLA-Games. Natürlich bleiben hier und da ein paar Wünsche offen: So ist das Fahrgefühl vor allem zu Beginn extrem ungewöhnlich und die Steuerung relativ unpräzise - es dauert einige Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat. Und insgesamt ist Mad Riders einfach zu unspektakulär, um wirklich für Aufsehen zu sorgen. Aber zumindest in meinen Augen überwiegen die positiven Aspekte wie Streckendesign, Grafik, Boost-System und natürlich Unterhaltungsfaktor, sodass ich gerne die vier Sterne zücke. Ein Pure 2 ist es aber nicht.
Mad Riders ist weit davon entfernt, die Qualität eines nail'd zu erreichen, aber es garantiert einige unterhaltsame Stunden abgedrehter Quad-Action auf verwinkelten Pisten vor hübscher Kulisse. Kurz: Die 800 Microsoft Points sind gut investiert.
- hoher Spaßfaktor im Multiplayermodus
- 42 prima designte Offroad-Strecken
- komfortables Stunt- & Boost-System
- recht schicke, detailreiche Kulisse
- anfangs unübersichtlich & chaotisch
- Steuerung ist etwas zu unpräzise
- insgesamt sehr wenige neue Ideen
Tim hat Mad Riders auf der Xbox 360 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Ubisoft zur Verfügung gestellt.


#1 | 12. Juni 2012 um 09:36 Uhr
#2 | 14. Juni 2012 um 00:57 Uhr