
Batman: Arkham City: Armoured Edition - Review
Arkham City öffnet erneut seine Pforten - dieses Mal auf der Wii U!
Eines der besten Spiele aus dem letzten Jahr war definitiv Batman: Arkham City. Mit einer riesigen und beeindruckenden offenen Welt, einer spannenden Story, wunderbarem Spielfluss und toller Atmosphäre konnte Bruce Wayne bei uns jede Menge Lob abräumen. Pünktlich zum Launch der Nintendo Wii U schlägt der dunkle Ritter wieder zu - und er hat sich auf sein zweites Abenteuer in der Batman: Arkham City: Armoured Edition vorbereitet: Remote-Play, Touchscreen-Support, Gyrosensor-Features, alle bisherigen DLCs und sogar ein komplett neuer Kampfanzug befinden sich mit auf der Disc. Ob das alles Batman zu einem besseren Spiel macht und wie sich die Technik im Vergleich zu den anderen Versionen präsentiert, verrät die Review. Willkommen zurück in Gotham!





Neuer Anzug, BAT-Modus, Gyro-Sensorik, Touchscreen - ein noch besseres Spiel?
Wer Batman: Arkham City in seiner Ursprungsfassung kennt, der braucht auf die Wii-U-Umsetzung gar keinen Blick verschwenden. Alles ist bekannt, die wenigen exklusiven Features belaufen sich auf kleinere Hardware-Spielereien, die niemals einen zweiten Kauf rechtfertigen - es sei denn, ihr wollt das Abenteuer in Arkham unbedingt noch einmal auf eurer neuen Konsole erleben. Für alle diejenigen, die das Spiel noch nicht kennen und mit einem Kauf der Armoured Edition liebäugeln, verweise ich noch einmal auf unsere XXL-Review aus dem letzten Jahr - dort erfahrt ihr mehr über Story, Gameplay-Mechanismen, inhaltliche Qualitäten und so weiter und so fort. Das Thema dieser Review ist in erster Linie die Technik bzw. die Art und Weise, wie Warner Bros. Montreal das Rocksteady-Meisterwerk auf Nintendos HD-System transferiert hat. Generell kann man durchaus sagen, dass sämtliche Konsolen-Versionen auf einem hohen Level spielen, der PC ist und bleibt die technische Nummer 1. Was grafisch schon auf der Xbox 360 eine außerordentlich gute Figur hinterlassen hat, macht auch auf der Wii U einen guten Eindruck. Viel geändert hat sich demnach auch nicht. Das mag für eine Konsole der nächsten Generation bei vielen vielleicht nicht genug sein, aber die Wii U sollte nicht an Portierungen gemessen werden, sondern an für die Hardware optimierten Games - und das ist Batman eben nicht.
Das erkennt man in erster Linie daran, dass die Armoured Edition teilweise mit derben technischen Problemen zu kämpfen hat. Auch wenn 99% des Spiels flüssig über den TV-Bildschirm - oder wahlweise auch das GamePad im Remote-Play-Modus - laufen, darf man die 1% nicht unterschätzen, in denen die Bildrate heftig in die Knie geht. Ich kenne keine genauen Zahlen, würde aber darauf tippen, dass wir uns hier knapp unter der 20FPS-Grenze bewegen - angenehm ist anders. Auch in diesen gelegentlich auftretenden Momenten bleibt Arkham City spielbar, trotzdem ist es einfach nicht okay, das Spiel so schlampig zu portieren. Ab und zu laden Texturen auch extrem lange nach, was zu hässlichen Bildern führt. Man erkennt deutlich, dass sich die Entwickler nicht intensiv genug mit der Hardware beschäftigt haben. Das Spiel ist in sich immer noch ein sehr gutes, die Technik solide - aber rein von letzterem Standpunkt aus gesehen haben Xbox 360, PS3 und selbstverständlich der PC die Nase vorn. Dafür bietet die Armoured Edition einige nette kleine Boni, die es so auf den Partnersystemen nicht gibt. Der BAT-Modus ist einer davon: Füllt sich eine Leiste bis zum Anschlag auf, können Batman und Catwoman doppelt so viel Schaden austeilen - überflüssig, aber in schwierigen Situationen ganz praktisch. Die Gyro-Steuerung für den Batarang ist dagegen unnötig und aufgesetzt. Mein Tipp: Ignoriert sie einfach.
Interessanter könnte da noch die Verwaltung des Inventars und der Menüs über den GamePad-Touchscreen sein, doch auch hier sind die Vorteile eher rar gesät. Dank viel zu verschachtelter Strukturen dauert es einfach zu lange, die richtigen Gadgets anzuwählen und Upgrades auszurüsten - der Spielfluss wird gehemmt. Das ist kein Weltuntergang, aber eben auch keine Verbesserung. Schön ist dafür, dass sämtliche DLC-Inhalte bereits auf der Disc enthalten sind und es keinen stupiden Online-Pass für Catwoman gibt. Auch Harley Quinn's Revenge, das große Add-On, ist bereits mit an Bord.
Fazit von Tim:
Im Kern ist und bleibt Batman: Arkham City ein hervorragendes Spiel. Da der Inhalt auch in der Armoured Edition für die Wii U der gleiche ist, ändert sich nichts daran - Arkham City ist erstklassig designt, die Sprachausgabe und Musikuntermalung sind prima, die Atmosphäre enorm packend und die Spielmechanik aus Erkunden, Kämpfen und Rätseln nach wie vor ein Garant für viele, viele Stunden Spielspaß. Zudem ist mit Harley Quinn's Revenge das große DLC-Add-On direkt im Paket und alle anderen Pre-Order-Boni etc. gibt es ebenfalls ohne Zusatzkosten obendrauf. Schade ist jedoch, dass das GamePad meiner Ansicht nach nicht zum Spielfluss beiträgt, sondern ihn immer wieder unnötig hemmt - was daran liegt, dass die Sortierung auf dem Touchscreen viel zu umständlich ist und zu viele Tipps erfordert. Auch Einbrüche in der Framerate sind mir lästig aufgefallen. Insgesamt bleibt Batman also auch in der Armoured Edition ein tolles Spiel, die Portierung hätte allerdings ordentlicher ausfallen können. Es gilt wie bei fast alle Wii-U-Portierungen: Wer das Spiel schon besitzt, der braucht es nicht noch einmal, wer es bis jetzt noch nicht kannte, sollte zuschlagen - die erste Wahl sind allerdings Xbox 360, PS3 und PC, auf denen man das Spiel auch günstiger bekommt.
Mit mehr Engagement und Qualitätssicherung hätte die Armoured Edition die beste Version von Batman: Arkham City werden können. Leider hat sich Warner Bros. mit einer minimal modifizierten 1:1-Umsetzung zufrieden gegeben. Der Inhalt ist nicht nur dank der mitgelieferten DLCs sehr gelungen, die Verpackung könnte insgesamt aber besser sein.
- alle DLCs schon auf der Disc dabei
- einige gelungene GamePad-Features
- hervorragend designtes Arkham City
- brachiale Kämpfe, Freeflow-System
- spannende Geschichte, gute Dialoge
- Remote-Play: Zocken nur auf GamePad
- oft spürbare Einbrüche der Bildrate
- keine wirklich brandneuen Inhalte
- GamePad hemmt ab und zu Spielfluss
Tim hat Batman: Arkham City: Armoured Edition auf der Nintendo Wii U gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Warner Bros. Interactive zur Verfügung gestellt.

