Rayman Legends - Preview
Castle Rock, Toad Story & Teensies in Trouble - Rayman im Democheck
Ein Spiel vor Release schon anzocken zu können, ist ein Luxus, den uns heutzutage nicht mehr viele Publisher gönnen - mit Ausnahme von Spielemessen wie der gamescom gibt es die meisten Demos nur noch zum Veröffentlichungstag des jeweiligen Spiels oder gar erst Wochen später. Die lieben Jungs & Mädels von Ubisoft dagegen schenken uns bereits jetzt eine Demo zu Rayman Legends - und das knapp 2 1/2 Monate vor dem Release Ende Februar. Als einer der ersten interessanten Exklusiv-Titel für die neue Nintendo-Konsole Wii U stehen Rayman, Globox & Co. natürlich besonders im Mittelpunkt und das Spiel unter dem Druck der Erwartungen, nicht zuletzt angesichts des großartigen Vorgängers. Drei neue Levels kann man zocken. Das bedeutet: Democheck!





Teensies in Trouble ist das Level, in welchem Murphy und das GamePad intensiv zum Einsatz kommen. Insgesamt sollen die Murphy-Levels etwa 30% des gesamten Spiels ausmachen - der Rest teilt sich in die klassischen Hüpflevel wie Toad Story und die Musiklevel á la Castle Rock auf. Generell gefiel mir die Einbindung des Pads und der Abschnitt mit Murphy aber überraschend gut, und das sogar im Singleplayer - auch wenn ich nach wie vor skeptisch bin, ob das Konzept, dem Spieler die Kontrolle über seinen Helden zu entziehen, wirklich das Gelbe vom Ei ist. Schließlich hat nicht jeder jederzeit genügend Freunde zur Hand, um diese Levels auch "komplett" spielen zu können. Trotzdem ist die GamePad-Einbindung sehr gut gelungen. Ob man nun Linien zeichnet, um Seile durchzuschneiden, auf dem Bildschirm herumstreicht, um Feinde zu kitzeln, oder eine Reihe von Lums markiert, damit sie doppelte Punkte geben: Das Konzept geht auf, das Spiel macht Spaß, das GamePad sorgt für frischen Wind. Und selbst wenn der im Einzelspieler-Modus auf Dauer zu einer sanften Brise werden würde, so reicht es im Multiplayer doch für eine starke Böe. New Super Mario Bros. U ist in dieser Hinsicht deutlich konservativer. Rayman Legends nutzt die Features des GamePads richtig aus und vermittelt damit den Eindruck, dass einer etwaigen Portierung auf die PlayStation 3 oder XBOX 360 ein wichtiges Element entgehen würde.
Spannender als das längst von der E3 und gamescom bekannte Teensies in Trouble sind die beiden recht neu angekündigten Castle Rock und Toad Story. Letzteres ist ein traditioneller Hüpf-Abschnitt, ganz nach dem Vorbild von Rayman Origins: Bis zu vier Spieler rennen von links nach rechts, verkloppen Gegner, sammeln Lums, gleiten durch die Luft und befreien gefangene Kleinlinge, bevor schließlich das rettende Ziel wartet. Castle Rock hingegen ist das Rayman-Legends-Äquivalent zu den Truhenjagden aus dem Vorgänger. Im Takt der Musik (in diesem Fall zu Black Betty) wird gehüpft und geschlagen, um sich durch ein kunterbuntes und herrlich abgedrehtes Mittelalter-Level zu schlagen. Streng genommen fühlt es sich zwar an wie eine Aneinanderreihung von Quick-Time-Events á la Rayman Jungle Run, aber die Präsentation und das Rhythmusgefühl sind so wunderbar, dass das kaum ein Problem darstellt - zumal diese Musiklevels ohnehin nur einem kleinen Bruchteil des gesamten Spielumfangs entsprechen.
Grafisch macht Rayman Legends schon in der Demo einiges her. Mich hat ja schon die rein zweidimensionale Grafik von Origins begeistert, aber Legends sieht noch einmal einen ganzen Tacken besser und aufwendiger aus - was daran liegt, dass zur sowieso schon hübschen 2D-Optik noch 3D-Objekte und animierte Hinter- sowie Vordergründe hinzukommen. Die Mischung läuft in nativen 1080p super-flüssig bei 60FPS und hinterlässt einen hervorragenden Eindruck. Vor allem das wunderschöne Intro zum ersten Level, bei dem die Kamera über mehrere Ebenen nach hinten fährt, hat mir richtig gut gefallen. Der Soundtrack ist in den drei spielbaren Levels noch nicht so abgedreht wie in Origins, aber speziell Toad Story wird von einer melodischen Hintergrundmusik prima untermalt. Ich freue mich riesig auf Rayman Legends und bin nach der Demo nahezu vollkommen überzeugt, dass sich das Team um Michel Ancel noch einmal steigern konnte. Einziger Wermutstropfen könnte der leicht kastrierte Singleplayer sein, in dem der Spieler gelegentlich quasi zum Nebendarsteller degradiert wird - mal schauen, wie sich da die Vollversion präsentiert. Am 28. Februar geht's los, ich zähle schon die Tage!




#1 | 16. Dezember 2012 um 19:42 Uhr