Gunpoint - Review
Mit Inspector Gadget Deluxe in geheimer Mission
Seit ich von Gunpoint gehört und gelesen habe, musste ich irgendwie an Inspector Gadget aus meiner Jugend denken, der hatte nämlich auch so einen coolen Trenchcoat, einen Hut und jede Menge Gadgets am Start. Nun war zwar mein besagter Zeichentrickheld kein Spion, sondern vielmehr ein Polizeiinspektor, aber irgendwie, ihr wisst schon. Auf jeden Fall hab ich mir dieser Tage das Indie Game von Suspicious Developments reingezogen, hab mich durchhackt und erzähle euch nun kurz, wie das alles so war und ob ihr es euch auch kaufen solltet.
Von nun an dreht sich die Geschichte also um den Mord an der armen Frau und natürlich müsst IHR diesen aufklären. Bei einem Puzzle-Stealth-Game bei dem es hauptsächlich um das Hacken von Computern geht, bietet sich das natürlich in Form von Missionen an, die ihr von komischen Leuten via Smartphone erhaltet. Schöne neue Welt.





Blau mit Grün und Rot und ...
Pixelart! Falls ich es noch nicht erwähnt habe, das Spiel setzt in punkto Grafik auf eine Art Retro-Pixel-Style, wobei man im Spiel selbst alles super erkennen kann, während das Ganze klar Old-school wirkt. Tom Francis und sein Team haben da wirklich tolle Arbeit geleistet, denn das Spiel wirkt in Optik, Sound und Gameplay wie aus einem Guss. Wenn auch, auf seine eigene Art und Weise, wobei dies ja nochmal das i-Tüpfelchen darstellt.
Wie weiter oben erwähnt spielt ihr Richard Conway, seines Zeichens Spion, Doppelspion, naja zumindest ein Typ in einem Trenchcoat, der ziemlich hoch und weit springen kann und Zugriff auf diverse Gadgets hat. Diese müsst ihr euch aber erstmal durch Geld, welches ihr über Aufträge erhaltet, freischalten - dabei ist es praktisch, dass ihr besondere Gadgets auch wieder gegen das gleiche Geld eintauschen könnt, um ein anderes zu wählen. Sprich, wenn euch in einer Mission Gadget A nicht weiterbringt, könnt ihr es im Notfall beim Neustart in Gadget B eintauschen. Gute Idee, im Spiel selbst ist dieser Eintausch aber kaum bis nie notwendig.
Gunpoint dreht sich in erster Linie darum, dass ihr lautlos und unbemerkt in Gebäude eindringt, um dort etwas zu stehlen. Security und andere Hindernisse stehen euch dabei im Weg. Diese könnt ihr jedoch mit geschicktem "Hacken" von Anlagen, dem sogenannten "Crosslinking" sowie ähnlichen Dingen umgehen, braucht aber einen Zugang zur jeweiligen "Farb"-Stromquelle. Es sieht hier und da auf den ersten Blick etwas knifflig, bis schwierig aus - mit ein wenig Nachdenken kommt man aber immer recht fix auf die richtige Strategie und legt los. Macht ihr einen Fehler und werdet zum Beispiel von einem Wachmann erschossen, hilft die praktische Autosave-Funktion weiter und lässt euch die Mission an drei verschiedenen Stellen oder komplett neu starten. Klingt spaßig, und das ist es auch - aber bevor ich mir hier noch einen Wolf erkläre, lasse ich das lieber Tom Francis bzw. das nachfolgende Gameplay-Video erledigen, denn das kann es viel besser.
Insgesamt hatte ich mit Gunpoint viel Spaß, auch der Preis von schlappen 10 Dollar (ihr solltet unbedingt direkt auf der Entwicklerwebsite kaufen) geht voll okay für dieses Indiespiel, das international bereits einige gute Wertungen abgesahnt hat. Allerdings muss ich auch dies und das ankreiden. Zum Beispiel die Spielzeit. Wenn ich nach rund dreieinhalb Stunden bei den Credits eines Spiels angelangt ist, dann heißt das in der Regel, dass Gamer rund 3-4 Stunden oder gar weniger brauchen. Mir war das leider etwas zu kurz, auch wenn es Spaß gemacht hat. Für manche mag ggf. noch ein Anreiz darin zu bestehen, eine Mission besonders schnell oder mit einer besonders guten Bewertung abzuschließen, wodurch sich ein gewisser Wiederspielwert bietet - bei mir war das allerdings nicht der Fall. In einem etwaigen Nachfolger oder Contentpackages würde ich mir einfach mehr Level und als ultimative Waffe, und einen komfortableren Level-Editor wünschen, bei dem man die kreierten Missionen auch einfacher mit der Community teilen kann.
Fazit von Darius:
Mit einem Pixelmännchen, in bester Inspector Gadget Manier, auf der Suche nach dem Mörder einer Frau. Klingt spannend, sieht auch toll aus und spielt sich auch toll. Aber, es sind insgesamt eben leider nur knapp 3-4 Stunden Spielzeit die einen erwarten und damit viel zu wenige Level und Fälle die man knacken muss. Zudem ist der Schwierigkeitsgrad der Missionen nicht sonderlich hoch. Dennoch macht das Spiel Spaß und ist für den Puzzle-Spaß für zwischendurch allemal gut.
Wer am Wochenende mal wieder ein wenig Pixelart und Puzzleaufgaben gebrauchen kann, ist hier gut aufgehoben. Mit knapp 3-4 Stunden Spielzeit sicherlich recht kurz, dafür spaßig. Spätestens beim nächsten Indie-Sale auf jeden Fall Pflicht!
- Interessantes Gameplay
- Nice Pixelart
- Witzige Dialoge
- Sound
- relativ kurze Spielzeit
Darius hat Gunpoint auf dem PC gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Suspicious Developments zur Verfügung gestellt.


#1 | 17. Juni 2013 um 21:47 Uhr