The Inner World - Preview
Die asposianische Videospielkultur braucht eines - Wind!?
"Och nö, schon wieder ein Adventure. Kann Deutschland denn nichts anderes?" Solche Gedanken kennt wohl so ziemlich jeder, der sich mit Videospielen auch nur etwas intensiver beschäftigt. Sicherlich, wir hätten noch Crytek im Angebot, aber dennoch ist die deutsche Landschaft dank Daedalic Entertainment & Co doch sehr von unterhaltsamen Point'n'Click-Adventures geprägt. Ein neues aus diesem Bereich stammt vom Newcomer-Entwicklerteam Studio Fizbin und hört auf den doch recht einprägsamen Namen The Inner World. In einer Preview-Version konnte ich mir bereits vor dem Verkaufsstart am 18. Juli 2013 einen Eindruck über das kommende Werk der Ludwigsburger verschaffen. Glücklicherweise war ein Sicherheitsseil nicht nötig, da es nicht zu einem Sturm der Einöde kam.





Vom Winde verweht?
In The Inner World schlüpft man also in die Rolle von Robert, welcher einzig im Palast des obersten Windmönchs lebt und von der allgemeinen Gesellschaft ferngehalten wurde. Eigentlich führt Robert ein sehr entspanntes Leben (abgesehen von der Strebsam- und Enthaltsamkeit), bis eine fiese Taube ein für Conroy wichtiges Geschenk klaut. Kurzerhand geht es auf die Jagd nach dem fiesen Tier und direkt hinein in das triste, heruntergekommene sowie ärmliche Asponia. Wie es bei vielen Spielen dieser Art üblich ist, präsentieren uns die Entwickler einen durchaus ansprechenden Cartoon-Stil, welcher vor allem durch einen witzigen Atmosphäre, eine detailreiche Umgebung sowie flüssige Animationen punkten kann. Schade nur, dass sich das Geschehen im Vordergrund gerade durch leuchtende Farben und kräftigere Outlines stark vom leicht verschwommenen Hintergrund abhebt. Etwas mehr Einheit wäre eine Bereicherung gewesen.
Abgesehen davon kann man aber nicht viel meckern: Das Menü ist einheitlich und durchaus stimmig aufgebaut, die kleinen Animationen während Gegenstände gebastelt werden sind passend und die Zwischensequenzen können durchweg überzeugen. Ähnlich ist es auch mit dem Sound und der Synchronisation. Gerade bei letzterem nimmt man den Protagonisten zu jeder Zeit die entsprechende Handlung oder Emotion ab und kann sich gut in diese Hineinfühlen. Manch einer mag nur nicht allzu sehr in das Spielgeschehen eintauchen können, denn langwierige Dialoge führen oftmals doch zu starken Spielunterbrechungen. Ein unterbrechen dieser ist übrigens nicht sinnvoll, da sonst versteckte Hinweise verloren gehen können. Ein schnelles Adventure sollten geneigte Spieler also nicht zwingend erwarten, zumindest nicht zu Beginn des Spiels.

Klassisch anspruchsvoll
Auch wenn sich die Story nach luftigen Neuerungen anhört, sollte man nicht allzu viel erwarten: Innerhalb der unterschiedlichen Orte können per Leertaste sogenannte Hitspots zur Erkundung eingeblendet werden. Diese markierte Stellen können dann entweder eingesammelt, mit anderen Sachen kombiniert oder untersucht werden. Letztendlich müssen all diese Punkte abgeklappert werden, um weitere Hinweise zur Lösung der Rätsel zu finden. Dazu gehört es dann auch, dass eingesammelte Gegenstände im Inventar zu komplett neuen umgebaut werden können. Ihr habt zum Beispiel einen Wurm, einen Zweig und Korken... Was könnte man daraus machen? Richtig, eine Schleuder. Abgesehen von einem mehrstufigen Hilfesytem war es das auch schon zum Gameplay. Noch kurz zur Hilfe, denn dabei wird zu Beginn nur mit leichten Anregungen gearbeitet, später dürfte aber selbst der größte Knoten im Schlauch mit diesen gelöst werden.
Laut den Entwicklern soll das Durchspielen von The Inner World rund sechs Stunden benötigen. Da sich der Titel jedoch eher an echte Adventure-Fans und keine Einsteiger richten soll, wurde die Rätselschwierigkeit entsprechend erhöht, was wiederum zu einer längeren Spielzeit führen kann. Im Rahmen der Preview-Version war das Spielen mit etwas nachdenken allerdings kein großes Problem. Kritischer waren stattdessen einige Rätsel, die nicht konkret nachvollziehbar waren. Wieso der Wurm betrunken sein musste, damit er eine gute Schleuder-Schnur hergibt, ist etwas weit hergeholt. Gleichzeitig könnte der Titel etwas schneller auf die Eingabe von Mausbefehlen reagieren, oftmals erscheint es fast so, als ob nicht alle "Klicks" beim ersten Mal erkennt werden. Hierbei muss sich jedoch erst im Laufe der finalen Version zeigen, ob es ein Fehler oder ein gewolltes "Feature" ist.
Fazit von Lenela:
- Tolle Atmosphäre und schöner Grafik-Stil
- Einfach zu erlernendes Gameplay
- Speichern zu jeder Zeit möglich
- Interessantes Setting und Geschichte
- Keine wirklichen Neuerungen im Genre-Vergleich
- Dialoge stellenweise sehr lang


#1 | 5. Juli 2013 um 00:14 Uhr