DuckTales Remastered - Review
Alle meine Entchen: "DuckTales, Wuuu-Huuu!"
Wir schreiben das Jahr 1990 (oder 1989, je nachdem) und für Entwickler Capcom bricht eine hoch profitable Zeit im Enten-Business an. Hier soll keine fiese Jagd á la Moorhuhn zur Sprache kommen, viel eher veröffentliche das japanische Unternehmen zu dieser Zeit ein Videospiel für NES und Game Boy, welches auf dem berühmten Trickfilm DuckTales von Disney beruht. Bejubelt für ein non-lineares Gameplay, eine tolle Präsentation und den kniffligen Schwierigkeitsgrad konnte DuckTales damalige Entenhausen-Fans von sich überzeugen. Doch ob das jetzt, knapp 23 Jahre nach dem Release mit DuckTales Remastered erneut klappen kann?





Sparente oder Mafia-Broiler?
Enten-Forscher wissen ja, dass Dagobert Duck ein reiches Federvieh ist. So reich, dass es seinen Goldschatz in einem super-duper-sicheren Tresor vor den fiesen Panzerknackern beschützen muss. Doch egal wie viele Rückschläge das Verbrecher-Trio hinnehmen muss, eines schönen Sonntags greifen sie erneut an und schaffen es fast den Tresor zu knacken. Nur mit Einsatz seines Krückstockes, der Hilfe von Dagoberts Butler und seinen drei kleinen Neffen kann der Einbruch der Hunde vereitelt werden. Zum Schluss stellt sich das Ganze als göttliche Fügung dar, immerhin können die Ducks eine seltene Karte finden, die Hinweise auf einen sehr, sehr seltenen Schatz verbirgt. Schatz? Ja, und prompt schlüpft unser altes Entchen in sein Indiana Jones-Kostüm und jagt dem Traum eines noch volleren Tresor nach.
Wie es sich für ein Remake gehört, haben sich die Enten aus Entenhausen natürlich in Schale geworfen, aber ein altes, geflicktes T-Shirt wird eben zu keinem Designer-Anzug. Trotz allem sehen die Protagonisten in ihrem neuen Federkleid blenden aus, was gerade an der neuen Auflösung und der grafischen Überarbeitung der 2D-Welt liegt. Schade nur, dass die Hintergründe recht schlicht und wenig spektakulär sind. Da geht dann doch schon etwas DuckTales-Flair verloren. Fans von DuckTales können sich freuen, denn für das Remake konnten die englischen Originalsprecher mit Brotkrumen angelockt werden. Gut, für deutsche Fans ist dies sicherlich kein Argument, immerhin können die deutschen Untertitel wenig Charme versprühen, aber man nimmt, was man kriegen kann. Während die Synchronisation recht gut passt, kann man sich aber über die unzähligen Spielfluss-Unterbrechungen nur ärgern. Permanent gibt es Gespräche, die zwar witzig sind, aber kaum Inhalt bieten und nur stören. Zum Glück lassen sich diese häufig überspringen. Ansonsten reihen sich in das typische "DuckTales - Wuu-Hu.." noch weitere harmonische Klänge, welche einen nicht ganz so verzaubern wie die Titelmusik.





Tick, Trick, Track und fiese Panzerknacker
Am Spielprinzip hat sich wenig geändert: Gewohnt zieht Dagobert mit seinem Hüpf-Gehstock durch die Level, springt auf Gegner und löst teils knifflige Rätsel - ja, es ist im Grunde ähnlich wie Mario. Es ist also klar, dass nicht wirklich viele Knöpfe zur Steuerung der Kampfente gebraucht werden. Dabei sollte unbedingt auf die Lebensanzeige geachtet werden, denn auf den Schwierigkeitsgraden Mitteln und Schwer müssen die rund 15-minütigen Level von vorn begonnen werden, falls der Gehstock zerbricht. Anfänger müssen damit nicht Leben, immerhin startet das Spiel beim zuvor erreichten Checkpoint. Ansonsten lohnt es sich Ausdauerupgrades zu sammeln, um dem Game Over entgegen zu wirken. Dem Alter geschuldet sind die etwas linearen Level, welche durch Geheimgänge aufgelockert werden. Es lohnt sich also die Augen während der Schatzsuche aufzumachen.
Im Vergleich zum Original-Spiel hat sich in DuckTales Remastered einiges verändert, und das nicht nur im Hinblick auf einen durchaus machbaren Schwierigkeitsgrad. Viele frustige Stellen wurden überarbeitet oder sogar komplett neu kreiert, was auch deutlich wird. Doch neben den positiven Änderungen, hat die Enten-Crew auch mit Problemen zu kämpfen. Zum einen geht so jeglicher Entdeckungsspaß verloren, da auf der GamePad-Karte alle Levelziele angezeigt werden. Wer also Rätsel allein lösen will, ist hier vollkommen falsch. Damit aber noch nicht genug, denn zum anderen ist die Steuerung das Hauptproblem des Jump‘n‘Run. Es ist einfach nervig und frustrierend, wenn Dagobert mitten im Kampf seinen Pogo-Stock nicht verwenden will und einen dadurch das Krokodil schnappt. Stellenweise muss man sich zudem glücklich schätzen, wenn Dagobert die Schatzkiste öffnet oder eine vom Himmel holt. Wieso die Steuerung in einem so großem Maß aussetzt, bleibt leider vollkommen unklar und hätte Capcom definitiv beheben sollen.
Zum Glück entschädigt DuckTales Remastered mit ein paar Extras. Fragt sich nur, ob diese wirklich einen Vogel hinter der Bratpfanne hervorlocken werden. Immerhin sind Entwicklerskizzen, Charakterstudien und Musikstücke, zwar nett, aber nun nicht zwingend ein Grund fleißig Münzen zu sammeln, um sie freizuschalten. Interessanter ist das das Schwimmen im sich stetig füllendem Geldspeicher. Aber mal ehrlich, für ein paar Sekunden kann das selbst die hartgesottenen Duck Hunt'er ablenken und dann? Ja, dann bleibt nicht mehr viel, wieso DuckTales Remastered wieder und wieder gespielt werden sollte.
Fazit von Lenela:
- Titelsong, Titelsong, Titelsong!
- Grafische Überarbeitung ganz nett
- neuer Content (Tutorial, Endlevel, Bossmonster, Story)
- Steuerung stellenweise ungenau
- unfaire Tode wurden nicht fairer gemacht
- langweilige Extras
- hoher Schwierigkeitsgrad
- GamePad-Einbindung nicht wirklich vorhanden (Map)
Lenela hat DuckTales Remastered auf der Nintendo Wii U gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Capcom zur Verfügung gestellt.


#1 | 28. August 2013 um 21:46 Uhr
#2 | 30. August 2013 um 15:05 Uhr
#3 | 15. September 2013 um 08:32 Uhr