Spelunky - Review

Es ist nur knapp einen Monat her, als mich das Nintendo 3DS-exklusive Spiel SteamWorld Dig in das Bergbau- und Abenteuer-Geschäft gezogen hat. Seit dem mussten viele Steine, Edelsteine und Hacken dran glauben, aber letztendlich konnte ich das Geheimnis im Erdboden enthüllen. Zeit genug also, um mit einem neuem Abenteuer in die Tiefen hinabzusteigen und neue Herausforderungen zu suchen. Doch trotz meiner Erfahrungen stellt sich Spelunky nicht als Kinderspiel heraus - obwohl die Grafik sicherlich etwas anderes vermuten lässt - denn Wut, Verzweiflung und Schmerzen sind bei diesem Titel an der Tagesordnung.

Und dabei fängt alles so harmonisch, aufregend und wunderbar an: Als Entdecker in der Wüste kann einem die Sonne schon einmal ganz stark auf den Kopf brennen. Die Flucht in eine Höhle scheint eine gute Möglichkeit dem zu entgehen, wäre die Höhle nicht mit einem Fluch belegt. Zum sagenumwobenen Olmek-Schatz kommt unser Held mit Knubbelnase und feschem Hut nämlich nicht einfach durch gemütliches Spazieren. Viel eher gilt es bisher unerforschte Gänge zu entdecken und sich den Gefahren zu stellen, aber Vorsicht! Der Aufbau der Höhle ändert sich ständig, da hilft es dann wenig, wenn ein gefundenes Tagebuch die Grundzüge erklärt. Das war es dann auch schon an Story in Spelunky. Ist das Schade? Nicht wirklich, man ist ohnehin mehr damit beschäftigt die Welten zu überleben, als sich atmosphärischen und epischen Geschichten zu widmen.


Spelunky


Kühler Kopf gesucht



Ausgerüstet mit vier Leben, einer Peitsche und drei Seilen sowie Bomben startet das Abenteuer auf der Suche nach dem Olmek-Schatz. Aber passt auf, dass ihr euch nicht von niedlichen Schlangen oder Fledermäusen ablenken lasst. Diese sehen deutlich süßer aus, als sie eigentlich sind - alles ruhig auspeitschen! Schließlich wollt ihr ja in den vier thematisch verschiedenen Höhlen die jeweiligen Ausgänge finden. Und das ist wirklich nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Überall lauern Gegner, Abgründe, fiese Fallen und die Lebensanzeige geht rasch zu Ende. Passiert das, gibt es kein "Beim nächsten Checkpoint beginnen?". Nein, viel eher muss von vorn angefangen werden und damit meine ich wirklich vom Anfang. Es hilft übrigens auch nichts, sich die Level merken zu wollen, um schnell und sicher von A nach B zu kommen, da jedes Level immer wieder zufallsgeneriert wird.

Um dennoch nicht frustriert Spelunky auszustellen, lohnt es sich Geld zu sammeln, um nützliche Items kaufen zu können. Doof nur, dass das gealterte Verkäufer anscheinend nicht mehr richtig sieht und ihr solltet es euch dreimal überlegen, ob ein nicht ganz ausgereifter Teleporter sein Geld wert ist. Neben den aktiven Gegenstände, wovon ihr nur eines in die Händen halten könnt, gibt es auch viele passive Items: Ein Kompass zeigt den kürzesten Weg zum nächsten Ausgang, Kletterhandschuhe lassen einen jedes Hindernis überwinden und ein Jetpack macht sowieso alles einfacher. Solange der Treibstoff nicht ausgeht und man mal wieder die Falle auslöst, das letzte Leben verliert und von Welt 1, Level 1 beginnen darf. Um zu sehen woran man dieses Mal wieder gestorben ist, gibt es ein nettes Tagebuch, welches einen nicht nur zu Beginn in das Spiel einführt, sondern auch akribisch auflistet welches Objekt, Falle oder Monster uns zur Überfahrt auf dem Styx geschickt haben. Mittlerweile kenne ich den auch Auswendig und eine Münze für den Fährmann wäre überflüssig, aber gut. Zum Glück kann man manchmal Abkürzungen nehmen, zumindest wenn man es vorher dreimal zum nächsten Gebiet geschafft und dem Tunnelbauer seinen Lebensunterhalt verdient hat. Abkürzungen zählen aber nicht zum Rating, welches am Ende auf einen wartet!


Spelunky


Wer stirbt zuerst?



Neben den (ab)normalen Herausforderungen bietet Spelunky hin und wieder zusätzliche Zufallsbedingungen vor dem Beginn eines Abschnittes. Hört ihr, dass die Toten rastlos sind, solltet ihr euch die Zombie-Apokalypse einstellen. Oder doch lieber viele Spinnen und Schlangen? Die Gefahren nehmen also kein Ende, aber vielleicht hilft es ja einen Hund oder eine Jungfrau zu opfern? Wie es im netten Trailer heißt "Die Entscheidung liegt ganz bei dir!"

Generell lässt sich das ganze Abenteuer auch im Multiplayer-Modus erleben. Neben einem lokalen Spiel, lässt sich auch online spielen oder gemischt - alles mit bis zu vier Spielern. Schön dabei ist es übrigens, dass PlayStation 3- und PlayStation Vita-Benutzer miteinander spielen können. Aber auch kein Wunder, immerhin unterstützt Spelunky Cross-Buy und Cross-Play. Wenn ihr übrigens sowohl eine PS3 als auch eine PS Vita habt, könnt ihr Spelunky auf beiden Plattformen gleichzeitig starten und ein Gerät einem Freund geben. Egal für welche Variante ihr euch entscheidet, es macht einfach Spaß. Zumindest solange, bis euer Freund stirbt und ihr gemeinsam von vorne beginnen dürft.

Spelunky ist natürlich in ein entsprechendes Setting eingebettet, welches einfach und schlicht aber dennoch harmonisch ist. Die Charaktere können mit ihrer niedlichen, knubbligen Gestaltung nicht nur Mädchen überzeugen und auch die Hintergründe sehen recht nett aus - zumindest wenn Gestein einen überzeugt. Sicherlich, es gibt zwar viele verschiedene Items, Gegner und auch die Gold-Trophäen unterscheiden sich, aber allzu viel Abwechslung sollte man nicht erwarten. Immerhin wird man so nicht von den äußerst schwierigen Herausforderungen abgelenkt und man kann sich ganz auf die Aufgabe konzentrieren. Dennoch fühlt man sich nie im "Alltagsbrei" verschlungen, viel eher schlüpft man mit jedem Level mehr in die Rolle des "Indiana Spelunky Jones".



Fazit von Lenela:

Eigentlich weiß ich nicht, wieso ich immer wieder Spelunky spiele, es frustet einfach viel zu sehr. Aber irgendwie kann ich doch nicht genug von dem kleinen Abenteurer bekommen. Ob es daran liegt, dass ich versuche den Titel in acht Minuten ohne Abkürzungen durchzuspielen? Wenn ja, hab ich mir eine harte Herausforderung gesucht. Eine, die sich nur durch Fleiß und einem geplanten Vorgehen bewältigen lässt. Einfach drauflos laufen führt nämlich zu 99,9999% zum Tod. Irgendwie fesselt es dennoch, da dieses durchaus einfache Spielprinzip alles richtig macht.

Spelunky kostet im PlayStation Store 14,99 Euro (11,99 für PlayStation Plus Abonnenten), wobei ihr den Titel dann sowohl für PlayStation 3 als auch PlayStation Vita erhaltet - auch eine Demo ist vorhanden. Die Steuerung funktioniert auf beiden Plattformen hervorragend, weswegen man als hartgesottener Bergarbeiter ruhig zuschlagen sollte - zumindest wenn man Herausforderung der Spitzenart sucht. Keine Sony-Konsole zur Hand? Kein Problem, Spelunky gibt es auch für PC auf Steam und für Xbox LIVE Arcade.

Besonders gut finde ich ...
  • Multiplayer, sowohl lokal als auch online
  • Crossbuy und Crossplay
  • Hohe Schwierigkeit (Roguelike)
  • Nette Aufmachung samt Storyrahmen
  • Viele Möglichkeiten dank unterschiedlicher Items
Nicht so optimal ...
  • Frust kann schnell aufkommen, wenn man sich nicht wappnet
  • Keine Änderungen zur PC-Version

Lenela hat Spelunky auf der PlayStation Vita gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Mossmouth zur Verfügung gestellt.

Spelunky - Boxart
  •  
  • Entwickler:Mossmouth
  • Publisher:Mossmouth
  • Genre:Arcade
  • Plattform:PC, PS3, PS4, Xbox360, Switch, PSVita
  • Release:04.07.2012
    (PC) 08.08.2013
    (PSN) 27.08.2013
    (Switch) 26.08.2021

Kommentare & Likes

Folgenden Usern gefällt der Beitrag: Kithaitaa ... und einem Gast.
  • Darius
    #1 | 4. September 2013 um 21:47 Uhr
    Hab es seinerzeit auf Xbox angefangen und dann kam was anderes dazwischen und ... Ende der Geschichte. Schade eigentlich, weil ich fands auch ziemlich gut. Könnte man ja mal wieder anwerfen.   

Hinweis: Der Beitrag ist über 5 Jahre alt, die Kommentarfunktion ist daher mittlerweile geschlossen.