Grand Theft Auto V - Review
Im Westen was Neues: Drei Ganoven räumen in Los Santos auf
Höchstwertungen, wohin das Auge schaut, ein Rekordumsatz jagt den nächsten, Weltrekorde gibt es obendrauf und auch der Blick in die eigene Freundesliste an der Konsole offenbart: Grand Theft Auto V, der neueste Titel von Rockstar Games, daran kommt scheinbar kaum ein Videospieler vorbei. Und eigentlich braucht das Spiel auch keinen Testbericht: Wer GTA mag, wird sich den aktuellen Ableger schon längst zugelegt haben. Und wer mit der Serie bislang nichts anfangen konnte, wird vermutlich auch den fünften (eigentlich ja elften) Teil in den Regalen liegen lassen. Ich gehöre wohl zur ersten Gruppe – und verrate euch in meinem Reisebericht, ob sich der Ausflug nach Los Santos lohnt. Und ob Rockstar sich die Lobeshymnen für GTA V wirklich verdient hat.
Drei sind besser als einer
Das gesuchte Auto ist geklaut, der Fahrer hat den Raubüberfall im Parkhaus leider nicht unbeschadet überstanden - aber Hauptsache, der Flitzer gehört mir. Jedenfalls für kurze Zeit, bis ich ihn an meinen Auftraggeber, der ein Faible für teure Sportwagen hat, abliefere. Mission geschafft. Und was als nächstes? Ich lasse meinen Blick über die Straße wandern, eigentlich könnte ich doch mal schauen, was der Psycho gerade so macht. Ein Knopfdruck genügt - und die Kamera schwenkt nach oben und zoomt aus dem Geschehen heraus, fährt etwas über die Karte und zoomt wieder rein. Ich wache gerade, lediglich mit einer Unterhose bekleidet, zwischen Felsen am Strand auf und bin auch nicht ganz so stabil auf den Beinen. Schön: Was genau passiert ist, weiß ich wohl auch nicht mehr. Aber zumindest geht's mir besser als den Kollegen, die um mich herum liegen: Ich lebe. Wenn man das "Leben" nennen kann, was Trevor so macht...
Eine der größten Neuerungen in GTA V ist die Einführung von mehreren Hauptcharakteren, die allesamt spielbar sind. Mit Michael, Franklin und Trevor gibt es insgesamt drei Protagonisten, in deren Rolle man im Verlauf der Story schlüpft. Nachdem man zwei Charaktere bereits im spielbaren Prolog kennen gelernt hat, beginnt man das Spiel in der Rolle des Dritten: Franklin Clinton. Franklin wurde im Ghetto groß und ist quasi auf der Straße zuhause. Gemeinsam mit seinem Freund Lamar arbeitet er für Simeon Yetarian, einen Autohändler mit einer durchaus interessanten Geschäftsidee: Er verkauft zu teure Autos an Menschen, die sich das Ganze eigentlich gar nicht leisten können – und lässt die Fahrzeuge anschließend von seinen Mitarbeitern "wiederbeschaffen". Franklin und Lamar sind besagte Mitarbeiter. Zu Beginn des Spiels dürft ihr also Fahrzeuge klauen und lernt dabei gleich die Spielmechanik und erste Teile der gigantischen Spielwelt kennen.
Im Vergleich zum Vorgänger steuern sich die Autos in GTA V deutlich direkter – mit ein wenig Übung geht die Steuerung aber gut von der Hand und ihr habt keine Probleme, auch bei Vollgas noch entgegenkommenden Fahrzeugen auszuweichen oder auf einem vollen Highway zwischen zwei LKWs hindurch zu rasen. Zumal Franklin zusätzlich eine Spezialfähigkeit besitzt, mit der er beim Fahren auf Knopfdruck die Zeit verlangsamen und damit auch ansonsten unmöglich erscheinende Fahrmanöver noch ohne Schäden am Auto oder Passanten durchführen kann.





Bereits nach ein paar Missionen in der Rolle von Franklin stößt Michael als spielbarer Charakter hinzu. Der ehemalige Ganove befindet sich im Zeugenschutzprogramm und lebt mit viel Geld, einem großen Haus und einer vollkommen kaputten Familie im Reichenviertel von Los Santos. Er lernt Franklin kennen und nimmt ihn unter seine Fittiche. Weil: So ganz kann Michael das mit dem Verbrecherspielen wohl doch nicht lassen und irgendwie ist Franklin für ihn wie ein Sohn, den er sich immer gewünscht hat…
Und dann ist da noch Trevor. Wie soll man diesen Charakter beschreiben? Es dauert einige Zeit im Spiel, bis man nach und nach einiges über die Geschichte dieser Person erfährt – und da scheint doch einiges massiv schief gelaufen zu sein. Trevor ist ein Psychopath, wie er im Buche steht: Ihn als wahnsinnig zu beschreiben, das wäre massiv untertrieben und an einer Therapie würden wohl einige Psychologen scheitern. Und natürlich ist auch Trevor spielbar. Er hat eine nicht unbedeutende Vergangenheit mit Michael und es dauert nicht lange, bis sich die drei begegnen und die Ereignisse ihren Lauf nehmen. Dabei liefert Rockstar nicht nur eine große Story, sondern stattet alle drei Charaktere auch mit einer eigenen Vergangenheit bzw. Hintergrundgeschichte aus, die ihr in einigen Missionen ebenfalls genauer kennen lernen bzw. erleben dürft.
Großes Kino zum Mitspielen?
Die Missionen der Hauptstory nutzen die Verknüpfungen der Charaktere zur Erschaffung einer meist glaubwürdigen und sehr abwechslungsreichen Geschichte, die zudem mit schönen Zwischensequenzen und dem Wechsel der Charaktere großartig inszeniert ist. Auf diesen Wechsel sollte ich vielleicht kurz eingehen. Zum einen ist es ab dem Zeitpunkt, an dem die entsprechenden Charaktere im Spiel eingeführt wurden, prinzipiell jederzeit möglich, zwischen den drei Protagonisten zu wechseln. Es sei denn, ihr befindet euch gerade alleine in einer Mission oder werdet von der Polizei gesucht. Daneben gibt es innerhalb von Missionen zum einen feste Charakterwechsel, die das Spiel automatisch durchführt und zum anderen auch optionale Wechsel, wobei meistens nur die Entscheidung zwischen Schießen (Michael) und Fahren bzw. Fliegen (Franklin bzw. Trevor) zur Wahl steht.
Insgesamt sind die Möglichkeiten zur freien Wahl für ein so genanntes Open-World-Spiel wieder einmal quasi nicht vorhanden. Und ich vergesse hier sicherlich nicht die wirklich spaßigen Raubüberfälle, die Planung (Erkundungs- und Beschaffungsmissionen) voraussetzen und bei denen ihr oft die Wahl zwischen zwei sehr unterschiedlichen Herangehensweisen habt. Auf den Gesamtverlauf der Geschichte hat diese Wahl aber keinerlei Einflüsse. Beispiel gefällig? Ihr dürft einen Juwelier überfallen. Nachdem ihr den Laden erkundet habt und Fotos von den Überwachungskameras und dem Belüftungssystem gemacht habt, geht's zur Planung – und ihr dürft euch für eine von zwei Varianten für den Überfall entscheiden. Entweder laut (mit dicken Waffen und ohne große Rücksicht auf die Mitarbeiter und Kunden) oder smart: mit Betäubungsgas, was durch die Belüftungsanlage geleitet wird und einer Verkleidung, die es euch ermöglicht, den Tatort zu erreichen, ohne dass jemand Verdacht schöpft. Klar: Die beiden Herangehensweisen erfordern unterschiedliche Vorarbeit. Für die eine Option müssen Waffen, für die andere Gas und ein Fahrzeug samt Verkleidung besorgt werden. Zudem braucht ihr ein paar Mitstreiter. Im Fall des Juwelierüberfalls einen Fahrer, einen Schützen und einen Hacker. Letzter deaktiviert die Alarmanlage und verschafft euch so ein Zeitfenster für den Diebstahl. Hier stehen unterschiedlich talentierte Kriminelle zur Verfügung (einige lernt ihr in Haupt- oder Nebenmissionen kennen), die zudem einen Anteil am Gewinn haben möchten. Die Idee, dass diese Charakter (sofern sie die Raubüberfälle überleben) auch ihre Fähigkeiten verbessern, ist zwar grundsätzlich cool – leider gibt es im späteren Spielverlauf aber viel zu wenig Gelegenheiten, bei denen ihr die Crew-Mitglieder dann wieder einsetzen könnt.
Leider gaukelt das Spiel auch die Entscheidungsfreiheit nur vor: Zwar haben die Auswahl von Zugriffsart und Crew durchaus Auswirkungen darauf, mit wie viel Geld ihr aus einem solchen Überfall herausgeht. Aber auf die Gesamtstory haben die Entscheidungen keinerlei Einfluss. So frei die Spielwelt zwischen den Missionen ist, so linear ist sie es während der Aufträge: Zum Teil werdet ihr sogar bestraft, wenn ihr an der falschen Stelle abbiegt oder aber ihr könnt euer Fahrzeug nicht frei wählen. Das trübt ein wenig den Gesamteindruck, tut dem Spielspaß aber keinen größeren Abbruch.
Toll: Endlich sind die Zwischensequenzen sehr schön mit dem eigentlichen Spiel verbunden. Die Übergänge zwischen spielbaren Sequenzen und den Zwischenfilmchen in Spielegrafik sind absolut fließend – und die Charaktere tragen dabei auch die Kleidung und Frisur, die man ihnen vorher verpasst hat. Insgesamt entsteht ein sehr fließendes Spielerlebnis, bei dem man nie den Eindruck hat, dass hier etwas gestückelt wurde. Und auch einen der größten Kritikpunkte der Vorgänger hat Rockstar konsequent verbessert: Gespeichert werden kann nun nahezu jederzeit über das virtuelle Smartphone – und innerhalb der Missionen gibt es sehr faire Checkpoints. Wer zu oft in einem Abschnitt scheitert, darf diesen außerdem überspringen. Da wird GTA dann fast zu einfach.





Hey, cousin! Want to go bowling?
Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es natürlich auch abseits der 69 Story-Missionen noch einiges zu entdecken. Neben Fremden und Freaks (so nennt das Spiel dieses Charaktere selbst), die ihr meist zufällig in den Straßen von Los Santos trefft und die euch meist eine handvoll Nebenmissionen bieten, gibt es Zufallsevents (z.B. Taschendiebstahl auf der Straße oder Anhalter, die ihr mit dem Auto mitnehmen sollt – im Prinzip bekannt aus Red Dead Redemption) und natürlich könnt ihr euch mit verschiedenen Freizeitaktivitäten die Zeit vertreiben. Ein großes Plus: Keiner der Charaktere nervt euch während der Story mit Anrufen und fragt, ob ihr nicht Lust auf eine Runde Golf oder Dart hättet – zum Glück hat es Roman Bellic wohl nie an die Westküste geschafft.
Neben Straßen-, Wasser- und Offroad-Rennen gibt es Fallschirmsprünge, Flugmissionen (als DLC für die Special- und Collectors-Edition auch Stuntrennen), ihr könnt Dart, Tennis und Golf spielen, mit Yoga für Entspannung sorgen und bei drei unterschiedlich umfangreichen Triathlons teilnehmen. Versteckte Briefschnipsel und Raumschiffteile sowie versteckte Geldpakete laden zum Suchen und Sammeln ein – kurz gesagt: Auch abseits der Hauptstory gibt es genug zu entdecken. Darüber hinaus könnt ihr, das nötige Kleingeld vorausgesetzt, Immobilien erwerben, die neben wöchentlichen Einnahmen auch kleinere Missionen bieten.
Go West. Life is peaceful there ...
Grand Theft Auto V erfindet das Rad nicht neu. Im Prinzip kehrt Rockstar mit dem aktuellen Titel sogar recht weit in die eigene Vergangenheit zurück: Der Staat San Andreas hatte bereits im allerersten GTA seinen Auftritt und auch Los Santos kennen Spieler bereits aus GTA: San Andreas. Auch in der Neuauflage geht es wieder an die Westküste der Vereinigten Staaten, nur ist die Spielwelt dieses Mal um ein Vielfaches größer.
Insgesamt mehr als 125 Quadratkilometer sind ein großer Spielplatz für ein Sandbox-Spiel – zumal die Entwickler viel Zeit in die Erschaffung der Welt gesteckt haben. Überall gibt es schöne Details zu entdecken, die Welt wirkt sehr lebendig und die Fernsicht, die man besonders von Hochhausdächern oder aus einem Heli oder Flugzeug genießen kann, lassen die virtuelle Version von Los Angelos und dem südlichen Kalifornien im Umland wirklich groß erscheinen. Während im Norden malerische Seen, Wüsten, Nationalparks und Bergmassive und kleinere Orte zum Erkunden einladen, gibt es im Süden echtes Großstadtflair mit unterschiedlichen Vierteln, Vororten, einem Hafen und großen Flughafen.
Technisch ist der Titel als sehr gelungen zu bezeichnen. Klar: Bei einer derart großen Spielwelt auf den nun doch schon etwas in die Jahre gekommenen Konsolen muss man hier und da Abstriche machen. Die fehlende Kantenglättung treibt verwöhnten PC-Zockern wortwörtlich die Tränen in die Augen, einige Texturen sind gerade auf der Xbox 360 etwas matschig und stellenweise dürften die höher aufgelösten Texturen etwas frühzeitiger gestreamt werden. Aber das Gesamtbild ist fantastisch: Rockstar versteht es, eine lebendig erscheinende und extrem abwechslungsreiche Welt zu gestalten. Hier gleicht kein Haus dem anderen und bei jedem Besuch in der Stadt findet man noch neue schöne Details – auch nach über sechzig Spielstunden, die ich aktuell auf der Uhr habe.





Zudem ist die Engine in der Lage, sehr unterschiedliche Stimmungen zu verschiedenen Tageszeiten und bei unterschiedlichen Wetterbedienungen auf den Schirm zu zaubern. Wer mag, darf sich also für einen Sonnenuntergang ans Meer setzen, ein Gewitter in den Bergen erleben oder bei starkem Regen über die nassen Straßen von Los Santos brettern – und bekommt dabei stets das Gefühl, Teil einer realistischen Welt zu sein. Und wer einmal die Freiheit über den Wolken genossen hat (nur um anschließend das gekaperte Passagierflugzeug mit einem Fallschirm im Gepäck und verlassen), fragt sich, warum Rockstar noch keinen Flugsimulator entwickelt hat.
Auf die Fahrzeugsteuerung bin ich bereits kurz eingegangen, ein weiterer Kritikpunkt im Vorgänger war die Steuerung in Gefechten. Das Bewegen, Zielen und in Deckung gehen bei gezogener Waffe war ein einziger Fingerkrampf – und die Figur auf dem Bildschirm machte meistens nicht das, was man selbst gerade wollte. Hier hat GTA V viel von Max Payne 3 gelernt – und liefert eine sehr gut steuerbare Kampfsteuerung mit. Zielen, Waffen wählen, in Deckung gehen oder über Hindernisse springen: Als das geht nun sehr einfach und kontrolliert von der Hand. Prüfung im Schießstand: Bestanden.
Und dann ist da ja noch GTA Online.
Auf einen Aspekt des Spiels bin ich bisher noch gar nicht eingegangen: den Online- und Mehrspielerpart. Zum einen ist das Spiel über den Rockstar Social Club vernetzt, der euren Fortschritt sehr genau verfolgt und umfangreiche Statistiken bietet. Darüber hinaus dürft ihr Fotos mit dem virtuellen Smartphone machen und diese in eine Onlinegalerie hochladen. Ärgerlich: Sobald die Social-Club-Server mal nicht vernünftig laufen – und das war leider schon öfters der Fall -, könnt ihr gar keine Fotos machen. Zum anderen ist seit dem 1. Oktober auch GTA Online verfügbar: Hier gibt es noch mal eine eigene "Story" mit Missionen für mehrere Spieler, typischen MP-Modi wie Team-Deathmatch und Online-Straßenrennen und die Möglichkeit, sich mit Freunden und unbekannten Zockern via Xbox Live oder PSN Schlachten in der Spielwelt von GTA V zu liefern. Diesen Mehrspielerpart habe ich bei meiner Review absichtlich ausgeklammert. Warum? Immerhin läuft der Onlinemodus doch inzwischen auch, mag man jetzt vielleicht einwerfen. Meh, leider läuft der eher schlecht als recht. Verbindungsabbrüche, gleich ganz fehlende Social-Club-Server (dann wird kein Fortschritt gespeichert) oder nervige Bugs trüben hier noch den Spielspaß – und im Wesentlichen sehe ich den Onlinepart (zumindest noch) als nette Dreingabe zu einem tollen Singleplayer-Erlebnis.
Fazit von DerBene:
Grand Theft Auto wagt schon seit einigen Jahren den Spagat zwischen der teils bitterbösen Gesellschaftssatire, der Karikatur von Politik und Kultur in den USA auf der einen und dem Spielkasten zum Austoben auf der anderen Seite. Fest steht: GTA V gehört ebenso wie seine Vorgänger nicht in Kinderhände. Die teils drastische Darstellung von Sex und Gewalt (und der teils deutlich unterhalb der Gürtellinie angesiedelte Humor) haben im Kinderzimmer nichts verloren, Erwachsene bekommen aber mindestens 30 Stunden actionlastige Unterhaltung auf einem sehr hohen Niveau und dürfen sich über zahlreiche Anspielungen auf Filme und Bücher freuen. GTA V ist vieles: Ein großer Spielkasten, ein tolles Actionspiel mit einer abwechslungsreichen Story, die von Satire über alberne Witze bis hin zur Geschmacklosigkeit wirklich alles bietet, was Spieler von einem Rockstar-Titel gewöhnt sind, ein bisschen Rennspiel, ein bisschen Flugsimulator und wenn der Onlinemodus mal richtig funktioniert, dann wohl auch ein spaßiges Mehrspielerspiel. Ich hatte ehrlich gesagt etwas Angst, als Rockstar angekündigt hat, dass es mehrere Hauptcharaktere geben wird, zwischen denen der Spieler (auch in Missionen) wechseln kann. Diese Mechanik funktioniert allerdings großartig und die unterschiedlichen Protagonisten sind eine absolute Bereicherung für das Spiel, allen voran der vollkommen psychopathische Trevor.
Wer dieses Jahr (oder zum Abschluss, vor dem Start der Nextgen) nur ein Spiel kaufen will, sollte sich GTA V zulegen. Rockstar liefert ein großartiges Actionspiel mit viel Abwechslung und einer sehenswerten Story ab. Also: Ab an die Westküste!
- motivierende und abwechslungsreiche Story...
- ... mit tollen Zwischensequenzen...
- ... und rund dreißig Stunden Spielzeit
- ausgezeichnete (englische) Synchronisation
- drei unterschiedliche Protagonisten mit eigenen Hintergrundgeschichten, Motivationen und sehr unterschiedlichen Charakterzügen und Fähigkeiten
- Charakterwechsel funktioniert sehr gut
- riesengroße Spielwelt mit unglaublich liebevollen Details
- viele Nebenmissionen und Beschäftigungsmöglichkeiten
- Fahrzeugtuning
- Immobilienkauf und -missionen
- Trevor
- kleinere technische Schwächen (u.a. Framerate, Pop-ups und Kantenglättung)
- Soundtrack nicht auf dem Niveau der Vorgänger (das ist allerdings Geschmackssache)
- technische Probleme mit den Social Club Servern
DerBene hat Grand Theft Auto V auf der Xbox 360 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Rockstar Games zur Verfügung gestellt.
Fazit von Tim:
Knapp 35 Stunden habe ich in Los Santos bzw. San Andreas verbracht und was soll ich sagen? Es war eine gute, schöne, unterhaltsame Zeit mit einigen Höhe-, aber auch so manchen Tiefpunkten. Es hat mir viel Spaß gemacht, mit Highspeed über die befahrenen Highways zu flitzen und durch die engen Straßen der Metropole zu cruisen, ich habe fast jeden der toll geschriebenen Dialoge genossen und nach wie vor komme ich gerne nach Los Santos zurück, um einfach mal ein bisschen Chaos zu stiften oder mir eine Verfolgungsjagd mit der Polizei zu leisten. Trotzdem ist Grand Theft Auto V für mich "nur" ein gutes, vielleicht auch sehr gutes, aber bei weitem kein Super-Mega-Geil-Fantastisches Meisterwerk der Schöpfung. Meiner Meinung nach kommt die Satire bzw. der gesellschaftliche Spiegel zu kurz. Auch die Story hat mich nie so richtig gepackt - was sicher auch daran liegt, dass die meisten Figuren außer Trevor und Michael ziemlich langweilig oder eindimensional ausgefallen sind. Außerdem, und das ist vielleicht mein größter Kritikpunkt an GTAV, empfand ich viele der insgesamt 69 Hauptmissionen als unspektakulär, zu kurz oder schlicht uninteressant. Erinnern kann ich mich an die Raubzüge und an das Ende, der Rest ist zum größten Teil schon wieder in Vergessenheit geraten. Dazu kommt, dass mir die teilweise extrem langen Fahrt-, Lauf- und Flugwege auf Dauer auf die Nerven gegangen sind - trotz einer wirklich guten Steuerung. Aber es war einfach zu viel des Guten für meinen Geschmack. Lieber hätte man sich anspruchsvollere, kreativere und offenere Missionen einfallen lassen. Betrachtet man GTAV als Ganzes, bleibt unter dem Strich natürlich ein tolles Spiel übrig, mit dem man über 30-40 Stunden sicherlich verdammt viel Spaß haben kann. Das erhoffte und vielerorts verkündete GOTY oder gar "Game of the Generation" ist es in meinen Augen aber auch nicht geworden.
- große, offene, abwechslungsreiche Spielwelt
- fantastische Technik & großartiges Lighting
- bequeme Schussmechanik & Fahrzeugsteuerung
- prima umgesetzer Wechsel der Protagonisten
- interessante Charaktere Michael und Trevor
- ganz gute Musikauswahl in den Radiosendern
- jede Menge zu tun abseits der Geschichte
- Story kommt kaum in Fahrt, wenig spannend
- die meisten (Neben-)Figuren uninteressant
- Hauptmissionen z.T. zu kurz und zu einfach
- viel zu lange Lauf-, Fahr-, und Flugwege
Tim hat Grand Theft Auto V auf der Xbox 360 gespielt.
Fazit von Philipp:
Durch bin ich noch lange nicht, aber es zeichnet sich bei mir jetzt schon ein klares Bild ab: an GTA IV wird der Nachfolger nicht rankommen. Das liegt zum einen an Nico Bellic mitsamt Umfeld, die mir einfach bissiger, stimmiger und interessanter rüberkamen, als die Figuren in GTA V - und Liberty City mochte ich mehr als Los Santos. Das ist aber persönlicher Geschmack. Los Santos ist trotzdem ein beeindruckender Beweis, was man aus der aktuellen Konsolengeneration noch herauskitzeln kann. Ansonsten ist GTA V eine logische Fortführung der GTA-Reihe: größer, schöner, abgefahrener. Die Story ist nett, die Missionen abwechlsungsreich (wer wollte nicht schonmal Yoga in einem Actionspiel machen?) und die Spielweise mit den drei Charakteren interessant, auch wenn ich zu Trevor (bisher) keinerlei Zugang fand. Trotzdem: GTA V macht Spaß; egal ob man nur ein paar Minuten in die Stadt abtauchen oder stundenlang Chaos stiften will - über mangelnde Aktivitäten kann man sich wahrlich nicht beschweren.
Wer GTA sowieso mag, wird GTA V lieben: eine größere, lebendigere Welt hat bisher kein vergleichbarer Titel geboten. Der Humor und die Satire sind bissiger und schwärzer denn je; ob man sich mit den neuen Charakteren (allen voran Trevor) anfreunden kann, ist allerdings Geschmacksache.
- Präsentation überragend
- Gefühl einer lebendigen Stadt
- interessante Story
- viel zu entdecken
- stellenweise kinoreife Action
- großartiger Humor
- guter Soundtrack
- hervorragende Synchro
- riesige Spielwelt
- Steuerung manchmal fummelig
- fehlen eines spielbaren, weiblichen Charakters
- Trevor
Philipp hat Grand Theft Auto V auf der Xbox 360 gespielt.


#1 | 10. Oktober 2013 um 19:16 Uhr
PS: Zweiter!
#2 | 11. Oktober 2013 um 12:59 Uhr
#3 | 11. Oktober 2013 um 21:56 Uhr
#4 | 12. Oktober 2013 um 21:17 Uhr
#5 | 13. Oktober 2013 um 15:17 Uhr
Ich brauch noch 15, aber es ist in der Tat doch noch mal etwas zeitraubend, die alle zu finden (und dann dabei auch noch im passenden Auto zu sitzen) und dann den Sprung auch zu meistern. Hätte ich gar nicht gedacht. Da mach ich doch fast lieber noch ein paar Messerflüge