Just Dance 2014 - Review
Neues Jahr, neue Songs, altes Spiel
Als ich tanzen lernen wollte, musste ich meine Eltern überreden teures Geld auszugeben, um mich in einer Tanzschule anzumelden. Letztendlich konnte ich so all die Standard-Tänze lernen, von Walzer über Foxtrott bis hin zum Tango. Nach ein paar Stunden und einem Abschlussball-Abend war ich die wohl schlechteste, aber ambitionierteste Tänzerin der Welt. Heutzutage läuft das natürlich ganz anders ab: Während es vor einigen Jahren noch Tanzmatten waren, reicht jetzt schon das Wackeln vor dem heimischen TV samt Konsole, um eine "Tanz-Ausbildung" absolvieren zu können.





Neon soll ja voll im Trend liegen...
Schon allein das Cover der verschiedenen Just Dance-Spiele macht es deutlich: Realistische Grafiken sind hier nicht zu finden. Stattdessen ist einfach alles in knalligen, leuchtenden Farben mit flashigen Effekten gestaltet. Dadurch entsteht ein nettes Disco-Feeling, was wohl jedes Wohnzimmer erhellen kann. Generell also ganz nett, nur finde ich persönlich jedes Mal aufs neue das Menü so schrecklich verwirrend. Alles ist bunt, leuchtet, Sounds spielen ab und es gibt nur am unteren Bildschirm eine kleinere Erklärung. Die ersten Stunden bin ich permanent am suchen, was genau sich hinter den Buttons verbirgt. Zum Glück legt sich dieser Eindruck innerhalb der Tanzsession, da hier die Symbolik leicht zu verstehen und minimalistisch ist. Abgesehen von den kleineren Tanzvorlagen, da man schon manchmal mehrere Durchgänge braucht, um die gewünschten Tanzmoves zu verstehen. Und nein, es liegt nicht an meinen beschränkten Tanzfähigkeiten... oder vielleicht doch!?
Das Spielprinzip ist natürlich genauso einfach, wie bei anderen Teilen: Nach der Auswahl eines Liedes besteht die Aufgabe darin, die Bewegungen des Tänzers auf dem Bildschirm nachzuahmen, dazu einfach die Wiimote in die Hand nehmen und lostanzen. Für Genauigkeit werden Punkte verteilt, welche letztendlich das Beherrschen des Songs ausdrücken - mit fünf Sternen könntest auch du auf die Bühne gehen! Dank der großen Trackliste (ca. 48 Songs) dürfte so schnell keine Langeweile aufkommen, zumindest nicht, wenn in allen Liedern der Highscore erreicht werden soll. Generell fällt dies in Just Dance 2014 etwas einfacher als sonst, da mir persönlich die Choreografien leichter erscheinen. Nach ein paar Versuchen klappen wohl alle Songs und dann wandert das Spiel in den Schrank? Von wegen, dank nettem Karaoke-Feature besteht zudem die Möglichkeit die Stimmbänder zu trainieren. Eine Erfassung, wie sie Wii Karaoke U anbietet gibt es zwar nicht, aber wäre vielleicht auch zu viel in Kombination mit dem Tanzen.





Um die Wette tanzen?
Das Spielprinzip von Just Dance 2014 kann im Singleplayer-Bereich recht schnell langweilig werden. Aus diesem Grund bieten sich die verschiedenen Multiplayer-Modi umso mehr an und sind das wahre Highlight des Franchises - vorausgesetzt es gibt genügend Platz im Wohnzimmer. Dabei hat man die Wahl zwischen dem Stage-Modus (ein Leaddancer mit zwei Background-Tänzern) und dem verbesserten Puppet Master-Modus. Ersterer bietet kaum eine Besonderheit, es tanzen einfach nur bis zu drei Freunde miteinander. Spannend wird es dann erst, wenn ein Spieler die Choreografie über das GamePad vorgibt und sich bis zu vier weitere Spieler innerhalb von Sekunden danach richten müssen. Eine wirkliche Neuheit ist hingegen die "World Dance Stage" - ein Modus, indem mit oder gegen Spieler aus der ganzen Welt angetreten werden kann. Selbstverständlich gibt es auch ein Leaderboard, um euch mit Freunden oder Unbekannten in Euren Tanzkünsten zu messen. Es lässt sich zudem auch ermitteln, welches Land die begnadetsten Tänzer hat, aber das sind ja eher "normale" Features, die ein solcher Modus beinhaltet sollte.
Just Dance 2014 hat also recht viele gute Gameplayelemente im Angebot, aber leider keines, was sich so richtig von anderen abhebt. Wirklich getrübt wird dieser Eindruck nur vom Menü: Während es bei anderen Titeln möglich, ist die Lieder nach Schwierigkeit oder Koop-Fähigkeit zu sortieren, existiert einzig eine Liste. So verbrachte ich mit meinen Freunden mehr Zeit dabei, mir bei jedem Lied die Voraussetzungen anzuschauen, als zu spielen. Gleiches dann auch bei der Auswahl der verschiedenen Spielmodi: Nicht alle Lieder sind immer verfügbar und so heißt es in der recht langen Liste zu suchen. Ärgerlich, wenn man einen bestimmten Modus spielen möchte, aber nicht weiß, welches Lied dafür passend ist. Um die Sache zu vereinfachen, sollte die Auswahl nach Schwierigkeit wegfallen, da sie letztendlich kaum eine Auswirkung hat. Eine wirkliche Herausforderung entstand letztendlich nur dadurch, dass mein Körper sich einfach nicht so bewegen wollte, wie die Tänzer. Das ich manche der Tanzstile sowieso mehr belustigend als "sportlich" finde, ist wohl nur meine Meinung. Davon abgesehen, dass es sehr, sehr schwer fällt elegant wie Katy Perry auszusehen. In Kombination mit der Wiimote, der es sowieso schwer fällt, die Bewegungen exakt aufzunehmen, ist eine Challenge bei Just Dance 2014 kaum vorhanden.
Fazit von Lenela:
Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, einen Titel wie Just Dance 2014 zu bewerten: Zum einen ist da der offensichtlich doofe Titel, zum anderen ist es das immer gleiche Tanz-Spiel. Dementsprechend ist natürlich auch das Gameplay recht gleich geblieben und wirkliche Innovationen gibt es eher selten: Der Party Master-Modus ist ähnlich wie im Vorgänger. Der „Singleplayer“-Bereich ist gleich und es gibt mal wieder eine umfassende Auswahl an Songs. Wirklich revolutionär ist wohl nur der World Dancefloor, sprich der Online-Modus. Naja, eigentlich ist dieser nur die logische Konsequenz aus der stetigen Internetbereitschaft und der Kritik, dass nicht immer Freunde schnell zur Hand sind, um das wahre Potenzial des Titels auszuschöpfen.
Alles in allem lohnt sich Just Dance 2014 nur für wahre Fans des Franchises oder für solche Spieler, die noch keine Erfahrungen mit dem Spiel haben. Übrigens sollten sich geneigte Tänzer gut überlegen welche Version sie verwenden, denn während es für die Wii U den Party Master-Modus gibt, können PlayStation Move und Kinect weitaus besser die Bewegungen analysieren, als es die Wii U mit der WiiRemote kann.
- Viele neue Songs
- Online-Mehrspieler-Modus
- Karaoke-Möglichkeit
- Party Master-Modus eine nette Erweiterung
- Just Sweat-Trainingsmodus wieder dabei
- Freischaltbare Avatare
- Jedes Jahr mehr oder minder dasselbe
- Menüführung undurchsichtig
- Bewegungsanimationen nicht immer klar
Lenela hat Just Dance 2014 auf der Nintendo Wii U gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Ubisoft zur Verfügung gestellt.

