Mittelerde: Mordors Schatten - Preview
Ein Waldläufer, ein Rachegeist und jede Menge Uruk-hai-Blut
Ein aktueller Blogartikel zum Spiel: Mittelerde: Mordors Schatten - Review
Nach der Ankündigung des Third-Person-Spiels Mittelerde: Mordors Schatten (Middle-earth: Shadow of Mordor) im vergangenen November gab es im Anschluss recht wenig zu diesem Open-World-Titel zu sehen. Das änderte sich vergangene Woche, als Warner Bros. Interactive ein rund 8-minütiges Walkthrough Video zum Spiel veröffentlichte und die internationale Presse gleichzeitig Previews aus dem Hut zauberte. Zeit und Grund genug alle bisherigen Infos nochmal zusammenzufassen, denn auch wenn manch ein Herr der Ringe Fan gegebenenfalls die Nase rümpft, das neueste Werk von Monolith könnte durchaus interessant werden.
Na toll, der Held ist tot. Ende. Nein, natürlich ist das erst der Anfang. Durch einen Rachegeist wird Talion wieder zurück ins Leben gerufen und schwört für seine ermordete Familie auf Rache. Warum er wiederbelebt wurde, was es mit dem Rachegeist auf sich hat und was die beiden verbindet, das alles wird man im Laufe der Story erfahren. Diese stammt übrigens aus der Feder von Christian Cantamessa, der bereits als Co-Autor und Lead Designer bei Red Dead Redemption tätig war, und soll auch weitere bekannte Figuren aus dem HdR-Universum beinhalten sowie Einblicke in die Entstehung der Ringe der Macht liefern.





Auch wenn man nach dem ersten Gameplay-Video, durch die Ähnlichkeit in den Kletter-, Schleich- und Kampfpassagen, sofort an Assassin's Creed oder Batman denken muss, sollen natürlich auch weitere, eigene Eigenschaften das Spiel auszeichnen, die es neben der mächtigen HdR-Lizenz zu einem würdigen Action-Adventure werden lassen. Eines dieser Merkmale ist das Nemesis-System. Dieses soll verhindern, dass man sich gedankenlos durch unzählige Orks und anderes Gesocks schnetzelt, die im Zweifel vielleicht auch noch alle irgendwie gleich aussehen. Das Nemesis-System soll persönliche Beziehungen zwischen Talion und den einzelnen Gegnern ermöglichen, die sich auch auf das Spielgeschehen auswirken. Hat man zum Beispiel einen Ork im Kampf nur am Bein verwundet und er kann fliehen, taucht dieser später unter Umständen humpelnd wieder auf und ist nicht sonderlich gut auf uns zu sprechen. Darüber hinaus soll jeder Gegner ein individuelles Aussehen erhalten, dies ermöglicht ein ausgefeilter Gegner-Generator, der Millionen von Varianten generieren kann.
Ein weiterer Clou des Systems wird durch die Auflösung des Namens verdeutlicht. Nemesis steht im englischen für Erzfeind und dieser kommt nicht von ungefähr. Während wir bei der Schlacht am Schwarzen Tor gekämpft haben, hat uns bekanntermaßen einer der Gegner niedergestreckt. Dieser Ork wird im Spiel nun zu einer Persönlichkeit, erhält Attribute und Fähigkeiten und steigert seinen Level während des Spiels, wie wir, durch erfüllen von Missionen. Das Spiel simuliert eine aufwendige und individuelle KI für alle Gegner, mit denen Talion Bekanntschaft gemacht hat, wodurch diese nach o.g. Prinzip ihr Dasein in der Welt von Mordor fristen. Dabei können sie jedoch nicht nur gemütlich ihre Stärke und Macht steigern, sondern auch schon mal durch Widersacher in den eigenen Reihen um die Ecke gebracht werden oder beim Ausführen einer Mission einem "Unfall" zum Opfer fallen.
Alles dreht sich um Rache und Jagd, denn unser Waldläufer will vor allem die Hauptmänner, Saurons Anführer bei der Schlacht am schwarzen Tor, zur Strecke bringen. Dies zieht sich durch die einzelnen Kapitel der Hauptstory, wobei natürlich jeder dieser Hauptmänner seine Besonderheiten hat. Welche das sind kann man durch das Ausschalten und Ausspionieren des Fußvolks erfahren. Hier versteckt sich ggf. auch bereits Licht und Schatten des Gameplays, denn "immer neue Hauptmänner ausschalten" könnte unter Umständen recht schnell monoton werden, auch wenn jeder einem eine andere Strategie und Herangehensweise abverlangt. Wobei man an dieser Stelle natürlich auch noch die Fähigkeiten von Talions Geisterform erwähnen muss. Mit diesen eröffnen sich neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Gehirnwäsche eines Uruks, den wir daraufhin zwar wieder zu seiner Sippe zurückkehren lassen - er aber fortan als Schläfer für uns tätig ist. Michael de Plater, Lead Designer bei Monolith, spricht hier von strategischen Perspektiven die vor allem ab der zweiten Spielhälfte erlernt werden und dazu genutzt werden können, um eine eigene Armee in den Reihen der Feinde zu rekrutieren.

Damit man nicht zu sehr vom Schleichen, Intrigieren, Metzeln und dem großen Endziel abgelenkt wird, gestaltet sich das Ausrüstungs-System ziemlich überschaubar. Bis auf Runen, die man durch das Erledigen von größeren Gegnern oder Nebenmissionen erhalten kann, gibt es recht wenig womit man seine Waffen und Rüstungsteile erweitern und verbessern kann. Eine Lootorgie wie bei Diablo III und anderen Vertretern des Genres, erwartet uns hier also nicht. Dafür kann man seine Fertigkeiten und Fähigkeiten über zwei Talentbäume, einen für Talion und einen für seinen Rachegeist, spezialisieren. Last but not least, wird es dem Spiel natürlich auch nicht an Zwischensequenzen und Interaktionen mit NPCs mangeln, vielmehr soll es wie bei anderen Open-World-Spielen auch hier neben dem Hauptstorystrang entsprechende Nebenmissionen geben. Außerdem ist das Land noch nicht ganz in der Hand von Sauron, so dass wir nicht nur auf die hässliche Brut treffen, sondern zum Beispiel auch auf menschliche Siedlungen.
Mittelerde: Mordors Schatten soll noch in diesem Jahr für PC, PlayStation 4, Xbox One, PlayStation 3 und Xbox 360 erscheinen. Man darf gespannt sein, was uns Warner Bros. Interactive und Monolith Productions zum Release präsentieren werden. Einen Vorgeschmack liefert das bereits erwähnte Walkthrough-Video, das ihr euch hier (nochmals) in der deutschen Version anschauen könnt.


#1 | 28. Januar 2014 um 11:28 Uhr
Das haben andere Titel davor schon probiert und enttäuscht.
Bin auf jedefall gespannt.
#2 | 28. Januar 2014 um 13:33 Uhr
Frankstar: sieht echt gut aus - aber ob das dann wirklich so Open und dynamisch ist bezweifle ich. Das haben andere Titel davor schon probiert und enttäuscht. Bin auf jedefall gespannt.
Bin auch gespannt. Sieht primär wie "Yet another Hack'n'Slay" aus. Wenn dann dieses Memory-System auch versagt oder beschnitten wird, gibt's gar kein Anreiz mehr.
#3 | 28. Januar 2014 um 15:10 Uhr
#4 | 28. Januar 2014 um 21:40 Uhr