Diablo III: Ultimate Evil Edition - Review

Was haben wir uns gefreut, als Blizzard Entertainment vor rund zwei Jahren nach einer Ankündigung in 2008 endlich den dritten Teil des Kult-Hack'n'Slays veröffentlicht hat. Diablo III ist ziemlich gut geworden, lautete seinerzeit mein Review-Fazit nach unzähligen Stunden in der Hölle des Loot-Wahnsinns. Aber natürlich gab es trotz aller Freude auch einige Kritik- und Frustpunkte die sich im späteren Verlauf des Spiels offenbarten. Doch Blizzard hat auf die Community gehört und nicht zuletzt mit der "Reaper Of Souls" Erweiterung, der Schließung des Aktionshauses und dem neuen Loot-System, frisches Leben in das Action-RPG gehaucht. Die Diablo III: Ultimate Evil Edition setzt dem Ganzen nun die Krone auf und ist insbesondere auf den neuen Konsolen der konkurrenzlose Meister des Genres. Was euch erwartet und wie meine Jagd nach dem Über-Equipment bisher verlaufen ist, lest ihr in meiner Review.

Für einige ist Diablo 3 nach dem Lootfrust der Vanilla-Version schon längst Geschichte, andere haben nach der Erweiterung wieder zur Schnetzelsucht gefunden und für wieder andere geht es jetzt erst richtig los. Mit der Veröffentlichung für die PlayStation 4 und Xbox One habe auch ich mich wieder nach Sanktuario begeben, auch wenn ich meinen PC-Charakter nicht importieren konnte. Auf der einen Seite traurig, aber dort habe ich ja nur etwas über 100 Stunden verbracht und "Reaper of Souls" bisher auch ausgelassen. Nach so einer langen Pause war ich also gespannt auf den fünften Akt und wie sich das Ganze auf der Konsole anfühlt.


Klasse wählen und los geht's!



Eigentlich hat sich seit meinem letzten Diablo-Ausflug nicht viel geändert, zumindest auf den ersten Blick. Zunächst wählt man aus sechs verschiedenen Klassen seinen Helden. Zur Auswahl stehen also: Barbar, Kreuzritter, Dämonenjäger, Mönch, Hexendoktor und Zauberin. Bei den Schwierigkeitsstufen geht es jedoch schon los. Zwar steht euch nach wie vor die Option offen, das Spiel im Hardcore-Modus, also mit Permadeath, zu spielen, die ursprüngliche Normal-, Albtraum-, Hölle- und Inferno-Einstufung gibt es in der Form jedoch nicht mehr. Nun heißen diese Normal, Schwer, Profil, Meister und Qual I-VI und setzen kein wiederholtes Durchspielen der Story mehr voraus. Ihr könnt also jederzeit auf eine höhere Stufe wechseln, ganz gleich ob ihr die Story bereits durchgespielt habt oder noch dabei seid.

Damit entfällt nach dem ersten Durchspielen auch das ständige, stupide "Durchrushen" der bekannten Storykapitel und das dauerhafte Wegklicken der Dialoge. Stattdessen kann man nun im Abenteuermodus die Orte aller Akte bereisen und dort entweder auf Kopfgeld-Jagd gehen oder sich auf der Suche nach dem Über-Items durch die Bosse und Massen schnetzeln. Für weitere Abwechslung sorgen auch die Nephalem-Portale, die ihr mit entsprechenden Portalschlüsseln öffnen könnt. Hier werdet ihr in zufällige Schauplätze in der Welt geworfen und natürlich warten dort schon die Monsterhorden auf euch. Habt ihr genügend von ihnen erledigt, beschwört ihr den Portalwächter - quasi den Endboss, der nach nach seinem Ableben haufenweise Loot und Gold für uns hinterlässt. In einem dieser Portale erwartet euch auf der PS4 zudem ein exklusives "The Last of Us"-Level mit entsprechendem Look und Widersachern aus dem Naughty Dog Adventure. Auch ganz nett, nach dem Maximal-Level von 70 sammelt man weiterhin Erfahrungspunkte und kann damit sein Paragon-Level ausbauen. Dies ist nahezu unendlich möglich und lässt euch mit jedem Level und Punkt einzelne Offensiv-, Angriffs-, Defensiv- und Abenteuer-Werte weiter steigern.

Diablo III: Ultimate Evil Edition
Das neue Schwierigkeits-System. Ihr habt die Qual der Wahl.


Und am Ende aller Tage ...



Die Story dürfte hinlänglich bekannt sein und wurde ja bereits in unseren beiden Reviews abgehandelt. Im Hauptspiel wird man sich über vier Akte seinen Weg zu Diablo freispielen um schlussendlich den Herrn des Schreckens in seine Schranken zu weisen. Nach wie vor bekommt man hier eine gut inszenierte Story präsentiert, die zwischendurch mit Artwork-Szenen und den beliebten Blizzard-Cinematics aufgelockert wird. Als Bonus gibt es nun also das zusätzliche Kapitel, in dem Malthael die Welt vernichten will. Wie es sich für den Tod gehört, wirkt der Akt deutlich düsterer als unser bisheriges Abenteuer und auch die neuen Monster haben sich entsprechend in Schale geworfen.

Der Spielflow und der "Nur noch eine 1-Stunde" Effekt ist faszinierender Weise genauso genial wie am ersten Tag. Der Suchtfaktor liegt somit auf einem hohen Level und man könnte sich, wieder einmal, dabei erwischen, wie die Stunden nur so verfliegen oder gar ein ganzes Wochenende an einem vorüberzieht. Erfreulicherweise fallen nun dank des neuen Lootsystems auch deutlich mehr brauchbare Gegenstände, zumindest hin und wieder. Noch immer ist die Anzahl an unbrauchbarem Mist recht hoch, auch auf der ersten Qualstufe - auf der ich mich derzeit befinde. Man rennt öfter zum Handwerker um all den Schrott zu verwerten oder zum Händler um ihn zu verkaufen, als einem lieb ist. "Das würde mich überlasten!" ist das neue "Mein Inventar ist voll!", "Das kann ich nicht aufnehmen!". Ein hilfreiches Haustier, wie bei Torchlight, hätte Blizzard dem Spiel echt endlich mal spendieren dürfen. Ein cooles Feature ist das Finden von legendären Geschenken für Diablo-Spieler auf eurer Freundeliste. Bei euren Metzel-Sessions können nämlich auch Items für eure Freunde gefunden werden, die fein säuberlich in Geschenkpapier eingepackt sind und mit einem Klick in deren Postfach landen. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft und so.


Diablo III: Ultimate Evil Edition
Das Konsolen-Heldenfenster - intuitive Schaltzentrale für alles Notwendige


Next-Generation Schnetzelspaßorgien



Natürlich mussten auf den Konsolen einige Sachen angepasst werden, zumindest die UI und die Steuerung. Das Heldenfenster mit der Übersicht eures Inventars, der Fertigkeiten, den Paragonpunkten, eurem Begleiter und den Quests ist dabei durchaus gut gelungen. Auch wenn die kreisförmige Anordnung eures Inventars zunächst etwas ungewohnt wirkt, insbesondere beim Händler und mit Blick auf die Tasche. In dieser stapeln sich Edelsteine, Rezepte und Tränke und können schon mal über 50% eurer Inventarplätze einnehmen - ohne das ihr es bemerkt. Dafür bekommt man im Inventar-Reiter direkt die wichtigsten Werte angezeigt und kann über die Charakterdetails noch weiter ins Detail gehen - schade, dass meine Lebenspunkte in dieser ellenlangen Exceltabelle versteckt sind und nicht direkt in der Übersicht.

Optisch macht Blizzard kaum Abstriche zur PC-Version und präsentiert sich auf der PlayStation 4 und Xbox One mit 1080p und butterweichen 60 Bildern pro Sekunde - die selbst bei unzähligen Gegnern und dem Effektgewitter bestehen bleiben. Dafür ist die Kamera näher an das Geschehen ausgerichtet und lässt hier und da weniger Überblick zu, allerdings gewöhnt man sich daran. Nach wie vor macht das Ganze sowohl als Solospieler - für den man im übrigen nicht mit dem PSN verbunden sein muss - als auch im Koop-Modus mit bis zu drei weiteren Mitstreitern eine Menge Spaß und ist immer mal wieder für "ein Stündchen oder länger" gut.

Ein großer Pluspunkt für die Version auf den neuen Konsolen ist auch die Bestätigung seitens Blizzard, dass zukünftige Patches und Content-Updates auch den Weg auf die PS4 und Xbone finden werden. Der neueste Patch 2.1.0, den man bereits Ende August für den PC veröffentlicht hat, lässt bisher jedoch immer noch auf sich warten. Für die "alten" Konsolen ist leider kein Patch-Support mehr vorgesehen.



Kithaitaa

Fazit von Darius:

Blizzard präsentiert sich erst seit Kurzem wieder auf den Konsolen und nun sogar auch auf der neuesten Generation. Mit der Diablo III Ultimate Evil Edition liefert man mit seinem Debüt auf der PlayStation 4 und Xbox One auch gleich nichts Geringeres, als den konkurrenzlosen Meister des Hack'n'Slay-Genres ab. Eine umfangreiche Kampagne, die euch sicherlich 15-20 Stunden beschäftigen dürfte, und das überarbeitete und gewohnt motivierendes Endgame, sind ihr Geld wert. Insbesondere, wenn man den bestätigten Next-Gen-Support für zukünftige Patches und Updates hinzurechnet. Technisch gibt sich Blizzard keine Blöße, das Spiel präsentiert sich in 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde - die Grafik wirkt, trotz viel Liebe zum Detail, mittlerweile jedoch etwas angestaubt. Nach wie vor ist der Spielflow und der Suchtfaktor groß, ganz gleich ob man sich alleine oder mit bis zu drei Freunden durch die Monsterhorden schnetzelt - ein Onlinezwang für Solospieler besteht im Übrigen nicht. Der Genre-Klassiker ist also auch auf den neuen Konsolen eine Reise wert und hat nichts von seinem Reiz verloren. Wer vom PC auf die Couch umsatteln möchte oder generell entsprechendes Futter für seine neue Konsole sucht, darf zugreifen.

Besonders gut finde ich ...
  • Story-Inszenierung und Cinematics
  • Schauplätze der einzelnen Akte
  • Prima Spielflow mit Suchtfaktor
  • Intuitive Steuerung und Konsolen-UI
  • Gelungene technische Umsetzung
  • Umfangreiche Kampagnenspielzeit (15-20h)
  • Problemloser und spaßiger Koop-Modus
  • Zukünftiger Patch-Support (nur New-Gen)
  • Kein Onlinezwang
Nicht so optimal ...
  • Grafik nicht mehr auf der Höhe der Zeit (New-Gen)
  • Keine Identifikation mit dem Helden
  • Preisgestaltung für Last-Gen-Käufer
  • Konsolenprofile noch nicht auf Battle.Net-Seite integriert

Darius hat Diablo III: Ultimate Evil Edition auf der PlayStation 4 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Blizzard Entertainment zur Verfügung gestellt.

Diablo III: Ultimate Evil Edition - Boxart
  •  
  • Entwickler:Blizzard Entertainment
  • Publisher:Blizzard Entertainment
  • Genre:Action-RPG
  • Plattform:PS3, PS4, Xbox360, Xbox One
  • Release:19.08.2014

Kommentare & Likes

Folgenden Usern gefällt der Beitrag: HerrBeutel ... und 3 Gästen.
  • Fetzig
    #1 | 26. September 2014 um 10:03 Uhr
    Bisher ist der Diablo 3 Zug komplett an mir vorbei gegangen, aber da es in Richtung der kalten Tage ging und ich mal wieder mit meiner besseren Hälfte spielen wollte, habe ich mir die Reaper of Souls Edition für die PS4 geholt und muss sagen, ich bin begeistert.
    Gerade im Couch-Co-op macht es einfach nur Spass gegen die untoten horden in den Kampf zu ziehen. Ich glaube, damit werden wir noch viele dunkle Abende geeinsam vor dem Fernseher verbringen.
  • Tim
    #2 | 26. September 2014 um 11:04 Uhr
    Jetzt müssten das Spiel und ein zweiter PS4-Controller nur noch ein bisschen im Preis runtergehen, dann würde ich sofort zuschlagen ... wäre sicher das optimale Spiel für ein bisschen Couch-Coop. Eigentlich hatte ich das Spiel schon fast wieder vergessen, aber die Review hat mir wieder Lust drauf gemacht.   
  • Darius
    #3 | 26. September 2014 um 22:16 Uhr
    @Fetzig, falls du (noch) der Fetzig im PSN bist, dann habe ich dir mal eine Freundesanfrage gesendet - das nexte Legendary-Geschenk dropt bestimmt   
  • eJUNKI3
    #4 | 27. September 2014 um 02:26 Uhr
    Ich bin gespannt auf die Konsolenumsetzung. Natürlich habe ich D3 auf dem PC gespielt und es hat mir gefallen. Mit Destiny ist eine PS4 ins Haus gekommen und ich wollte mir unbedingt noch ein Game leisten. Meine Wahl ist auf D3 gefallen und das werde ich morgen in Ruhe mal spielen. Viele Kollegen, welche die PC Version gespielt haben, sind von der Umsetzung für die Konsole schwer begeistert. Mal gucken, ob ich die Loot-Lust wieder packt.  
  • Darius
    #5 | 27. September 2014 um 03:22 Uhr

    eJUNKI3: Mit Destiny ist eine PS4 ins Haus gekommen


    Das mit Destiny tut mir leid, wobei die PS4 gar nicht so schlecht ist  

    eJUNKI3: Viele Kollegen, welche die PC Version gespielt haben, sind von der Umsetzung für die Konsole schwer begeistert. Mal gucken, ob ich die Loot-Lust wieder packt.


    Wird dir gefallen!  

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