inFamous: First Light - Review
Einmal Superheld sein, ein Traum wird wahr ... oder doch nicht?
Habt ihr als Kind schon immer davon geträumt, einmal mit Superkräften hantieren zu können, und habt heute noch heimlich das Superman-Kostüm weit hinten im Kleiderschrank versteckt? Dann könnte die Stand-Alone-Erweiterung inFamous: First Light genau das Richtige für Euch sein. Knappe sechs Monate nach Release des Hauptspiels schicken uns die Entwickler Sucker Punch zurück nach Seattle. Ob die Geschichte rund um Abigail Walker alias Fetch fesseln kann?
Durch eine Katastrophe in New Marais und Empire City verfügt unsere Heldin ähnlich wie Delsin über Superkräfte. Damit reiht sie sich in die Reihe der sogenannten Conduits oder auch Bio-Terroristen ein, welche wiederum vom Department of Unified Protection gejagt werden. Doch anders als im Hauptspiel liegt der Schwerpunkt der Story nicht darauf, unaufhörlich das D.U.P aus Seattle zu verbannen. Fetch ist stattdessen auf der Suche nach ihrem Bruder Brent, der schon früh im Spiel entführt wird. Um eben jenen Bruder, welcher für sie eine sehr wichtige Bezugsperson darstellt, aus dem Schlamassel zu befreien, wird sie gezwungen, ihre Superkraft Neon zu nutzen. Anders als Delsin protzt Abigail nämlich nicht mit ihren Kräften, sondern versucht diese auch aus Liebe zu ihrem Bruder zu unterdrücken. Doch was tut man eben nicht alles, um das geliebte Familienmitglied zu befreien? Im Grunde erleben wir einen sehr ausgedehnten Auftakt zu inFamous: Second Son und erfahren mehr über das D.U.P, Fetch und die Conduits. Dennoch enthält der DLC Spoiler, weshalb dringend davon abzuraten ist, das Spiel vor dem Hauptspiel zu spielen.

Kadaverexplosion gepackt in ein buntes Farbenmeer
Während Delsin noch über verschiedene Kräfte im Spiel verfügen konnte, beherrscht Fetch "nur" die Kraft Neon. Damit das nicht langweilig wird, lernen wir im weiteren Spielverlauf immer wieder neue imposante Moves, welche die Stadt in ein rosa Farbenmeer verwandeln und sie nach wie vor spektakulär aussehen lassen. So können wir durch den Spezial-Move "Singularität" Gegner im großen Umkreis in eine Stase-Blase aufsaugen, die im Anschluss eine riesige Explosion entfacht. Aber auch die Bewegung durch die Stadt gestaltet sich schneller als noch im Hauptspiel. Anders als in anderen Open-World-Spielen steigen wir nicht etwa ins Auto, um ans Ziel zu gelangen. Auf Dächern und Straßen der Stadt finden wir stattdessen immer wieder Boost-Wolken, die uns in ungeahnter Geschwindigkeit durch die Stadt rasen lassen. Dadurch entsteht eine einmalige Dynamik im Spiel, die es ermöglicht, sich im etwas eingedampften Seattle ordentlich auszutoben.




Bekannte Elemente bringen etwas Abwechslung
Um uns abseits der Story die Zeit zu vertreiben, gibt es in den Weiten von Seattle die Möglichkeit, verschiedene Neon-Lumen einzusammeln, an Rennen teilzunehmen und die aus dem Hauptspiel bekannten Graffitis an die Wand zu pinseln. Für jede abgeschlossene Aufgabe erhalten wir Skill-Punkte, die wir im Skill-Baum verwenden können, um uns neue Fähigkeiten freizuschalten. Wem das nicht genug ist, der kann außerdem in der Arena verschiedene Herausforderungen bestreiten und sich mit dem Punktestand der weltbesten Spieler messen. Leider wirken gerade letztere sehr aufgesetzt und können den Spielspaß enorm mindern. Schnell kommt der Eindruck auf, dass die Arena nur zur künstlichen Spielzeitverlängerung implementiert wurde - schade. Für Besitzer des Hauptspiels gibt es außerdem zusätzliche Herausforderungen, die Ihr mit Delsin angehen könnt.
Irgendwo habe ich das doch schon einmal so gesehen...
Mit zunehmender Spieldauer bemerkt man leider, dass die Missionen schnell repetitiv wirken. Neben der klassischen Verfolgungsjagd auf einem LKW, den üblichen Ballersequenzen und dem aus anderen Spielen bekannten "Von-A-nach-B-Hetzen" wird leider wenig bis gar nichts Neues geboten. Das alles macht inFamous: First Light zwar auf ganz eigene Art und Weise unterhaltsam, langweilt aber auch über weite Strecken der ohnehin mit vier bis sechs Stunden recht kurzen Spielzeit. Leider hat es Sucker Punch hier womöglich verpasst, neue Impulse zu setzen und Lust auf eine zweite Erweiterung oder gar eine Fortsetzung des Hauptspiels zu machen. Grafisch bleibt das Spiel allerdings weiter auf der Höhe der Zeit. Schon das Hauptspiel hinterließ einen soliden Eindruck und daran hat sich auch in der Erweiterung nichts geändert. Die Effekte kolorieren die Spielwelt stets in eine imposante und einzigartige Farbenpracht, die ihresgleichen sucht. Leider schmälern die gelegentlichen Frame-Drops, trotz optionalem 30fps-Lock, den Spielspaß ein wenig.
Fazit von Kevin:
inFamous: First Light ist ein nettes Sahnehäubchen für alle, die nicht genug vom Hauptspiel bekommen konnten. Leider wirkt der Plot stellenweise aufgesetzt und hält zu wenige Überraschungen bereit. Das Missionsdesign kann auch im Add-On nur mäßig überzeugen und langweilt schon nach kurzer Spieldauer. Für Hardcore-Fans der Serie ist First Light mit Sicherheit ein Pflichtkauf. Alle anderen sollten sich den Kauf lieber zweimal überlegen. Vom Kauf ohne Vorkenntnisse des Hauptspiels ist in jedem Fall klar abzuraten.
- Gute Inszenierung
- Ordentliche deutsche Snychro
- Gelegentliche Framerate-Einbrüche
- Langweiliges Missionsdesign
- Kurze Spielzeit
- eingedampftes Seattle
Kevin hat inFamous: First Light auf der PlayStation 4 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Sony CEE zur Verfügung gestellt.


#1 | 3. September 2014 um 20:03 Uhr