Mad Max - Preview
Ein Mann und sein Auto: Meine ersten Kilometer in den Wastelands
Ein aktueller Blogartikel zum Spiel: Mad Max - Review
Ich liebe Mad Max: Fury Road, den aktuellen Reboot-Streifen von George Miller, der im Mai die Herzen von Filmfans höher schlagen ließ - und ich liebe Just Cause, das wohl spaßigste und explosivste Open-World-Actionspiel jenseits von GTA V. In knapp vier Wochen ist es soweit und beide Welten werden in einem Videospiel vereint - in Mad Max von den Avalanche Studios, das an den Erfolg des Kinofilms anknüpfen soll. Auf der gamescom durften wir uns nicht nur mit dem Magnum Opus und Warboys & Wargirls ablichten lassen, sondern auch selbst auf dem Fahrersitz Platz nehmen, Benzingeruch schnuppern und erste Runden in den Wastelands drehen.
Wieso das? Weil Mad Max - ähnlich wie letztes Jahr schon Mittelerde: Shadow of Mordor (auf das ich in der Preview noch ein paar Mal zurückkommen werde) - das Kampfsystem nahezu 1:1 von Rocksteadys Batman-Spielen übernommen hat. So waren das dynamische Verkloppen der Gegner, das Timing der Konter und natürlich die brutalen Zeitlupen-Finisher natürlich sofort verinnerlicht. In einer späteren Szene der Demo lagen auch einige Stangen und Nagelkeulen in der Gegend herum, die Max als Schlagwaffe nutzen konnte - davon abgesehen waren die Kämpfe jedoch (noch) zu simpel. Mal schauen, was da im finalen Spiel noch dazukommt. Nun galt es aber erst einmal, den Magnum Opus zu reparieren und den Motor zu starten.

Die Reparatur bzw. Konfiguration des Magnum Opus erfolgt allerdings ausschließlich in einem Menü - klingt zunächst nicht so spannend. Doch verbirgt sich mehr dahinter, denn in diesem Menü kann man seine Karre in allen möglichen Belangen anpassen. Farbe, Reifen, Motorhaube, Felgen, Spoiler, Turbo, Motor - alles lässt sich manuell anpassen, sofern man in der Ödnis ausreichend Schrott gesammelt hat, um die Teile zu basteln und anzubauen. Und natürlich kann man auch die wirklich interessanten Bestandteile des Magnum Opus bearbeiten und das Auto in einen echten Wüstenpanzer verwandeln, ausgestattet mit Maschinengewehren, Stacheln und einer Frontramme. Nachdem ich damit fertig war, war es an der Zeit, die Ödnis zu erkunden.
Zu sehen gab es da zumindest in der Demo erst einmal nicht viel - und das wird wohl auch im fertigen Spiel so sein. Dafür gebe ich die Schuld nicht den Avalanche Studios, sondern eher dem Szenario, denn allzu viele Möglichkeiten geben die postapokalyptischen Wastelands eben nicht her. Klar: Es gibt schon vieles zu entdecken, hier eine Höhle, dort ein Flugzeugwrack, woanders eine zerstörte Brücke, dazwischen immer wieder feindliche Camps, die quasi den Outposts aus Far Cry & Co. bzw. den Militärbasen von Just Cause 2 entsprechen. Dort geht die Luzi richtig ab - ansonsten trifft man während der freien Fahrt immer mal wieder auf kleinere Konvois oder Warboys-Autokorsos, die man dann mit seinem Wüstenpanzer vernichtet. Solcherlei Szenen gab es bereits in der Demo und auch wenn ich mich anfangs etwas schwer damit tat, den Magnum Opus schlitterfrei in die anderen Fahrzeuge zu rammen, habe ich mich doch recht schnell daran gewöhnt. Das Rammen ist essentiell für die Fahrzeugschlachten, ergänzend dazu kommt neben diversen Aufsätzen des personalisierten Untersatzes noch Max' Shotgun, mit der man in einer ansehnlichen Zeitlupe ziel- und stilsicher die feindlichen Tanks sprengen kann - das fühlte sich enorm befriedigend an, sollte aber wegen des permanenten Munitionsmangels eher die Ausnahme als die Regel sein. Ich hatte schon in der Demo großen Spaß an den Fahrzeugkämpfen auf dem Sand und bin gespannt, welche Ideen da später noch hinzukommen.


Während ich mich beim ersten Spielen der Demo fast ausschließlich mit dem Magnum Opus und der Erkundung der weitläufigen Wüste beschäftigt habe, war mein Ziel beim zweiten Spielen das Einnehmen eines feindlichen Camps. Besonders intelligent angestellt habe ich mich dabei anfangs allerdings nicht: Naiv wie ich war, bin ich einfach mit dem Auto mitten drauflos gerast, nur um in eine Blockade zu fahren und das ganze Camp zu alarmieren. Dabei wurde immerhin deutlich, dass man die Camps wohl auch leise einnehmen bzw. infiltrieren kann, ohne den Alarm auszulösen und die Sprengtürme zu aktivieren, die das Camp beschützen. Sei's drum: Wer A sagt, muss auch B sagen, und so habe ich eben den explosiven Weg gewählt. Da das Tor jedoch verriegelt war, musste ich mir einen alternativen Weg suchen - glücklicherweise konnte ich mich an der rechten Seite des Camps zwischen einigen Kisten hindurchzwängen und so in das Lager gelangen. Drinnen war vergleichsweise wenig los, was wohl auch daran lag, dass ich mir ein einfaches Camp ausgesucht hatte; nichtsdestotrotz kamen mir immerhin etwa ein Dutzend aggressive Warboys entgegen, die ich - natürlich - als alter Batman- und Mittelerde-Veteran locker verkloppt habe. Danach galt es noch, die Pumpstationen mit einer gezielt geworfenen Granate zu sprengen, und im Angesicht dieser wuchtigen (und grafisch wie akustisch hervorragenden!) Explosion war dann auch das Ende der Demo-Spielzeit erreicht.
Einschätzung: Man merkt deutlich, wer hinter diesem Mad Max steckt, denn die Action-Essenz von Just Cause ist jederzeit zu spüren - und das passt zum Spiel und Setting wie die Faust aufs Auge. Zwar sind nach wie vor viele Fragen offen - kann die Story was? Wird die Welt nicht zu schnell langweilig? Gibt es genug Abwechslung? Wird Max als Charakter stärker in den Fokus gerückt? -, aber ich hatte schon mit der Demo einen Bombenspaß und freue mich riesig auf den Release in wenigen Wochen. Mad Max hat durchaus das Zeug dazu, ein echter Geheimtipp zu werden, und erinnert mich deshalb auch stark an Mittelerde: Shadow of Mordor. Ich hege große Hoffnungen für dieses Spiel und bin nach der Demo wahrlich sehr positiv gestimmt.


#1 | 8. August 2015 um 18:22 Uhr
Die Fragen hinsichtlich Story, Abwechslung & Co. stelle ich mir auch, dauert ja aber zum Glück nicht mehr lange, bis man auch dahingehend Klarheit erhalten wird.
#2 | 16. August 2015 um 14:07 Uhr
#3 | 1. September 2015 um 13:58 Uhr