Mafia 3 - Preview

Ein aktueller Blogartikel zum Spiel: Mafia 3 - Review

Nach langen Spekulationen und einer Informationsflaute zur E3 überraschte 2K Games Ende Juli mit der Ankündigung eines neuen Ablegers der Mafia-Reihe. Auf der diesjährigen gamescom hatte ich dann das Vergnügen, hinter verschlossenen Türen Mafia III vorgestellt zu bekommen. Dabei hat 2K Games keine Kosten und Mühen gescheut, für die optimale Inszenierung zu sorgen. Welche Eindrücke ich gewonnen habe, erfahrt ihr hier.

Nachdem ich es an der Tür von 2K Games vorbei geschafft hatte, wurde mir die Wartezeit auf die bevorstehende Präsentation von Mafia III mit (wahlweise) einem Kaffee oder einem Energydrink versüßt. Der Bereich war mit seinen Blechschildern an der Wand ganz im Stil des Vorgängers eingerichtet. Lediglich die musikalische Untermalung blieb aus, da es verhältnismäßig laut war. Als es dann soweit war, wurde ich von einer jungen Dame in den Präsentationsraum gebeten. Dunkles Holz und Neonschriften zierten den düsteren Raum. Ich nahm auf einem bordeauxroten Chesterfield-Sofa Platz und wartete gespannt auf die Präsentation. Der zuständige PR-Mitarbeiter von 2K hielt selbst nicht viel von langen Reden und präsentierte uns kurzerhand - in diesem stimmigen Ambiente - einmal mehr den bereits bekannten Trailer zu Mafia III. Noch völlig mitgerissen von dem Trailer leitete "House of the Rising Sun" von The Animals das Ende des Trailers und den Übergang in die Gameplay-Vorstellung ein.


Mafia 3
Das French-Quarter in New Orleans ist nicht nur im Spiel bekannt für Bars und Musik.


Neue Stadt, neuer Plot, neuer Protagonist



Mafia III geht neue Wege. So verabschiedet sich 2K Games zwar nicht ganz von dem bekannten Italo-Setting, lässt den Spieler allerdings die Fronten wechseln. Der neue Protagonist heißt Lincoln Clay und ist ein afroamerikanischer Vietnam-Veteran, der im Jahre 1968 und nach seiner Rückkehr aus dem Krieg eine neue Heimat bei dem Black Mob – also der afroamerikanischen Mafia – in New Orleans findet. Nach einem Überfall der italienischen Mafia und dem Tod seiner neuen Familie schwört Lincoln Rache und gründet sein eigenes Unternehmen, welches frei von ethnischen Gemeinsamkeiten ist und von den Stärken verschiedener Familien profitiert. So zählen zu seinen Mitstreitern, die bereits im Trailer zu sehen sind, nicht nur der aus dem Vorgänger bekannte Vito Scaletta, sondern auch die afroamerikanische Cassandra und der schnauzbärtige Ire Burk.

Die Präsentation der Live-Demo startet in den Straßen New Orleans, genauer im French-Quarter, also dem Bezirk, der besonders für seine vielen Bars und die Musik noch bis heute bekannt ist. Vertraut blickt man auf den Protagonisten in der Third-Person-Perspektive, nur mit dem Unterschied, dass der gute Lincoln doch etwas trainierter ist als Thomas Angelo und Vito Scaletta aus den beiden Vorgängern. Zu Beginn geht Lincoln den Bürgersteig entlang. Straßenmusikanten sitzen an den Hauswänden und aus den Bars klingt die Musik der späten 60er Jahre. Zudem lassen einige Fahrzeuge die acht Zylinder blubbern, die sich unter der Motorhaube verbergen. Das Setting ist stimmig, die Atmosphäre – trotz des Alphastatus – wirklich gut. Das große Highlight war, als Lincoln eine Bar betreten hat, die genau so eingerichtet war wie der Präsentationsraum, in dem wir alle saßen. An dieser Stelle großes Lob an die PR von 2K Games!


Mafia 3
Soldat, die Waffe wird mit beiden Händen abgefeuert!


Große Wunden und schnelle Autos



Spätestens, als es zum ersten Schusswechsel kommt, wurde schnell klar, welche Zielgruppe Mafia III hat und welche Einstufung es – vermutlich – durch die USK bekommt. Die Schusswechsel sind intensiv und ziemlich brutal. Dabei hinterlassen die Kugeln tiefe Wunden und dementsprechende Reaktionen in Form von Animationen beim Gegner. Bekommt ein Gangster etwa einen Kopfschuss, sackt er einfach in sich zusammen - trifft man ihn hingegen mit der Schrotflinte im Bereich des Bauches, wälzt er sich unter starken Schmerzen und gequältem Gewinsel auf dem Boden. Gleichzeitig sorgt der gut inszenierte Rückstoß dafür, wirklich das Gefühl zu haben, nicht nur mit einem Kleinkaliber auf den Gegner zu schießen. Unterstützung bekommt der Spieler hierbei durch die bereits bekannte Deckungsmechanik. Habt ihr erst einmal einen bestimmten Ort eingenommen, beispielsweise eine Bar, könnt ihr diesen einem der drei erwähnten Mitstreiter zuordnen und erhaltet dadurch einen individuellen Bonus. Geht die Bar an Burk, den Iren, habt ihr zukünftig die Möglichkeit, in eine Telefonzelle zu gehen und per Anruf die Cops loszuwerden. Ja, ohne Smartphones war eben alles noch ein wenig aufwendiger!

Natürlich bietet auch Mafia III weiterhin die Möglichkeit, die Stadt mit dem Auto zu durchqueren, allerdings ist die Zeit des langsamen T-Modells der 20er Jahre und der großvolumigen, aber trägen Straßenkreuzern der 40er und 50er Jahre vorbei. Der neue Teil der Serie spielt im Jahre 1968, als in den USA die sogenannten Pony Cars populär wurden. Die Rede ist von – heute als Muscle Cars bezeichneten – Coupés, die, im Verhältnis zu ihrem schlechten Fahrwerk und den unterdimensionierten Bremsen, viel zu starke V8-Motoren verbaut hatten. Zumindest aus der Sicht von deutschen Autobauern, wo nicht Effektivität, sondern Effizienz das Handwerk bestimmt. Ich schweife ab, denn meine Begeisterung für diese amerikanischen Stahlboliden ist ganz besonders groß.


Mafia 3
Gutes Kurvenverhalten? Jetzt werdet mal nicht albern!


Noch ist das Spiel ja nicht fertig ...



Wie nicht anders zu erwarten war, hat Mafia III noch seine Probleme, immerhin steckt das Spiel in den Kinderschuhen. Neben der Tatsache, dass ständig ein leichtes Ruckeln zu spüren war, welches besonders während den Autofahrten stärker und auffälliger wurde, ließ auch die Fahrmechanik selbst noch zu wünschen übrig. Ich rede nicht davon, dass der Wagen in jeder Kurve mit dem Heck wegrutscht, nein! Das hatte ich sogar gehofft und erwartet. Vielmehr war das Problem, dass es sich einfach noch nicht nach physikalisch korrektem Fahrverhalten angefühlt hat - soweit ich das beurteilen kann, ohne dabei selbst den Controller in den Händen gehalten zu haben. Zudem wirkten viele Animationen der Passanten, aber auch die des Protagonisten noch etwas steif. Allerdings rede ich hier von einem Spiel, welches sich noch im Pre-Alpha-Status befindet und noch lange nicht den letzten Feinschliff gesehen hat, weshalb ich mir die letzten Zeilen auch hätte sparen können. Sie sollen allerdings die Möglichkeit für einen Vergleich bieten, sobald sich 2K Games mit neuem Gameplay-Material zurückmeldet.

Einschätzung: Mafia III macht einen sehr guten Eindruck. 'nuff said! Nein, im Ernst: Sieht man von den (noch) vorhandenen technischen Schwächen ab, scheint nicht nur die Story interessant zu sein, es winkt auch eine große Abwechslung - vor allem durch die neuen Funktionen der Mitstreiter. Außerdem kann das Spiel bereits jetzt mit einem hervorragenden Soundtrack und einer authentischen Kulisse überzeugen. Ich freue mich jedenfalls auf weitere Trailer, die uns mehr über die Hintergrundgeschichte und das Gameplay verraten.




Mafia 3 - Boxart
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  • Entwickler:Hangar 13
  • Publisher:2K Games
  • Genre:Action-Adventure
  • Plattform:PC, PS4, Xbox One
  • Release:07.10.2016

Kommentare & Likes

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  • Darius
    #1 | 7. September 2015 um 19:06 Uhr
    Auch wenn ich New Orleans als Schauplatz und das neue Setting spannend finde, auf Lincoln Clay (aus dem Trailer) hab ich irgendwie keinen Bock. Aber es ist wohl eh viel zu früh um sich darüber ein "Urteil" bzw. eine Meinung zu bilden. Lustig ist ja, dass sich 2K/Take2 regelrecht dagegen wehren, dass Mafia3 mit GTA verglichen wird.   

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