Starcraft 2: Legacy of the Void - Review 6

Mit StarCraft 2: Legacy of the Void endet nicht nur die StarCraft-2-Trilogie, sondern die 1998 begonnene Geschichte rund um die Protagonisten Raynor, Kerrigan und nun Zeratul bzw. Artanis. Dabei stellt das Team von Blizzard Entertainment ein weiteres Mal sein Können unter Beweis und überzeugt mit gutem Storytelling und einer grandiosen Inszenierung. Außerdem dürft ihr euch auf ein Feuerwerk blizzard'scher CGI-Kunst in bester Hollywood-Manier gefasst machen. Ein angemessenes Ende für eine grandiose Spielereihe!

Einen Einblick in den letzten Teil der Trilogie habt ihr bereits mit dem Prolog "Stimmen des Untergangs" erhalten, der für alle Spieler seit Patch 3.0 zur Verfügung steht und welcher die Handlungsstränge von Heart of the Swarm und Legacy of the Void verbindet. Nun geht es ans Eingemachte! Mit dem klassischen "Was bisher geschah"-Video bringe ich mich auf den neusten Stand bzw. lasse meine Erinnerungen an die letzten beiden Teile wieder etwas auffrischen. Anschließend geht es los. Maus und Tastatur liegen bereit, Kaffee und Kippe auch – und Action!


Starcraft 2: Legacy of the Void
Artanis (rechts) spielt die Hauptrolle in Legacy of the Void.


Ganz großes Kino



Wie nicht anders zu erwarten war, wartete auf mich eine grandiose Inszenierung. Vom Prolog an über die Hauptkampagne hinweg bis hin zum Epilog wurde ich Mission für Mission und Sequenz für Sequenz mitgerissen. Blizzard vermag es wieder einmal, mit abwechslungsreichem Leveldesign und CGI-Sequenzen, die ihresgleichen suchen, eine teils platte und vorhersehbare Geschichte spannend zu erzählen. Ähnlich wie bei Wings of Liberty und Heart of the Swarm frönt der Antagonist des Spiels seinem Pathos und will Tod und Verderben über die Welten bringen – Rache wird schließlich gerne kalt serviert! Was einst Kerrigan war, ist nun Amon, unter dessen Kontrolle die Königin der Klingen stand, bevor sie am Ende von Wings of Liberty von Raynor gerettet wurde. Ohne zu viel zu spoilern: Die Geschichte rund um Amon und seine Beziehung zu den Protoss wird leider nicht so tief beleuchtet, wie sie es verdient hätte. Umso interessanter sind viele Gespräche auf der Speer des Adun, dem Protoss-Raumschiff, welches zwischen den Missionen als Hauptquartier fungiert. Dort könnt ihr nicht nur eure nächste Mission auswählen, sondern auch Gespräche mit dem Bordpersonal führen. In einigen Dialogen erfahrt ihr Hintergrundinformationen zu den Protoss, andere wiederum erfüllen keinen großen Zweck.

Im Vergleich zur Hyperion in Wings of Liberty macht es bei Legacy of the Void nicht ganz so viel Spaß, sich zwischen den Missionen durch das HQ zu bewegen. Zu grazil sind die Protoss und zu introvertiert ist ihr Lebensstil. Ich vermisse es schon ein wenig, auf der Schiffsmesse vorbei zu schauen, wo das Hologramm einer Elfe zu Country und Rock'n'Roll aus der Jukebox tanzt, Trophäen in Form von Zerg-Körperteilen an der Wand hängen und ein Teil des Personals sich seine Auszeit bei einem guten Drink gönnt. Allerdings ist das auch meiner Vorliebe für Terraner geschuldet, denn so episch die Protoss auch wirken: Nichts ist cooler als ein Space-Marine, dessen Rüstung mit einem Pin-Up-Girl bemalt ist und der mit dicken Wummen noch dickere Kaliber verschießt.


Starcraft 2: Legacy of the Void
Die Speer des Adun wirkt im Vergleich zur Hyperion sehr steril.


Never change a running system



Bereits mit Wings of Liberty hatte sich gameplaytechnisch nur wenig im Vergleich zum Vorgänger StarCraft geändert. Blizzard hatte ein gutes Gefühl dafür, was sich bewährt hat und wo das Konzept noch ausbaufähig war. So spielte sich der Nachfolger nahezu identisch zum Original, bekam jedoch eine hochmoderne Präsentation spendiert und setzte so neue Standards im Bereich der Echtzeitstrategie. Auch bei Legacy of the Void hat sich dahingehend nicht viel geändert. Das klassische RTS-Konzept funktioniert und wirkt einfach unverbesserlich. Das einzige Manko ist, dass Einsätze verhältnismäßig repetitiv sind, was jedoch dem Genre geschuldet ist. Um zu verhindern, dass die Kampagne wie eine lieblose Aneinanderreihung von Szenarien wirkt, hat sich Blizzard deshalb so einiges einfallen lassen.

Zuerst entscheidet ihr euch in der sogenannten Stellarmatrix für eine Mission und erhaltet das dazu passende Briefing. Anschließend folgt eine Zwischensequenz als Übergang zur eigentlichen Mission und selbst während des regulären Gameplays, z.B. beim Erreichen von Zwischenzielen, kommt es zu geskripteten Ereignissen oder weiteren Zwischensequenzen, welche die Story vorantreiben. Ein weiteres Element, welches die Kampagne interessant gestaltet und die Missionen von Standardszenarien abhebt, ist die sich verändernde Karte. Oft kommt es vor, dass sich bereits bekannte Gebiete nach Ereignissen verändern und manchmal erweitert sich die Karte sogar. Dadurch können einzelne Abschnitte, wenn sie durchgängig im selben Gebiet spielen, zusammenhängend erzählt werden, ohne dass ständig eine neue Mission gestartet wird. Am Ende folgt eine weitere Zwischensequenz, welche euch zurück auf die Speer des Adun bringt.

Wie bereits erwähnt, habt ihr keine Schiffsmesse mehr zur Auswahl, wo ihr interessante Stammtischgespräche führen könntet. Die ganze Kulisse des Protoss-Raumschiff ist weniger cool und dafür umso epischer. Neben der Brücke, auf der ihr auf die Stellarmatrix zugreifen könnt, stehen euch der Kriegsrat und der Solarkern zur Verfügung. Im Kriegsrat habt ihr die Möglichkeit, eure Armee anzupassen, also auszuwählen, welche Einheiten in der "Kaserne" produziert werden können. Der Solarkern verbessert wiederum die Speer des Adun, die euch während den Missionen immer mit zusätzlichen Funktionen zur Verfügung steht. So könnt ihr beispielsweise Luftschläge anordnen, um eure Bodentruppen zu unterstützen. Storyliebhabern stehen außerdem - nach jeder Mission - erneut Dialoge mit dem Bordpersonal zur Verfügung.


Starcraft 2: Legacy of the Void
Legacy of the Void bietet abwechslungsreiches Leveldesign statt Recycling.


Die Kampagne ist erst der Anfang



Neben neuen Singleplayer-Szenarien habt ihr natürlich wieder die Möglichkeit, euch mit oder auch gegen andere Spieler in die Schlacht zu stürzen. Im Coop-Modus spielt ihr gemeinsam mit einem Freund eine von insgesamt fünf Missionen, die ähnlich aufgebaut sind wie die Kampagne. Ziel ist es hierbei nicht, die feindliche Basis zu zerstören, sondern strategisch wichtige Punkte einzunehmen oder euch über eine gewisse Zeit hinweg gegen den angreifenden Feind zu verteidigen. Dabei haben beide Spieler ihre eigene Basis. Zur Auswahl stehen euch sechs verschiedene Charaktere sozusagen als Commander, darunter auch Raynor und Kerrigan, die unterschiedliche Spezialfähigkeiten haben und nach Abschluss einer Coop-Mission Erfahrungspunkte bekommen und dadurch womöglich eine Stufe aufsteigen, was wiederum neue Fähigkeiten freischaltet. Mir persönlich hat die Coop-Mission Spaß gemacht. Ich finde es nur schade, dass nicht alle "Helden" direkt als spielbare Charaktere zur Verfügung stehen. Zwar könnt ihr Kerrigan über das Schlachtfeld steuern, Raynor steht euch jedoch nur als Commander zur Verfügung, der die Hyperion als Unterstützung schicken kann. An dieser Stelle mein obligatorisches "Schade"!

Was den klassischen Multiplayer anbetrifft, gab es kleine Änderungen, die jedoch drastische Auswirkungen haben. So wurde die Einheitenzahl zu Beginn des Spiels erhöht und den Arbeitern gleich ein Arbeitsauftrag zugeteilt, was den klassischen Aufbauzyklus verändert. Dadurch wird das Spiel um einiges schneller und dynamischer. Allerdings kann ich euch, gerade was den Multiplayer anbetrifft, keine weiteren Erkenntnisse verraten, da ich mich selbst nur mit der Kampagne und diversen Szenarien beschäftigt habe. Für Kämpfe gegen andere Spieler bin ich bei Echtzeitstrategie nicht der Richtige.



Nawrock

Fazit von Nawrock:

StarCraft 2: Legacy of the Void hat mir sehr gut gefallen. Mission für Mission hat mich die Story rund um Artanis und das Schicksal der Galaxie mitgerissen. Auch wenn im Kern das Spielprinzip dasselbe bleibt: Keine Mission war wie die andere, weder spielerisch noch was die optische Präsentation anbetrifft. Langeweile gab es praktisch nie. Obwohl Echtzeitstrategie nicht zu meinen Lieblingsgenres zählt, konnte ich dieses Meisterwerk nicht an mir vorbei gehen lassen. Legacy of the Void ist ein wahrlich würdiger Abschluss!

Auch wenn ich das Ende sehr gemocht habe, bin ich trotzdem schon fast traurig, dass es eben vorbei ist. Ein wenig komme ich mir vor wie nach fünf Staffeln einer wirklichen guten Serie. Aber das bestätigt nur, wie gut Blizzard im Storytelling ist und wie grandios StarCraft inszeniert war. Hut ab! Ich hoffe nur, dass Blizzard das StarCraft-Universum für weitere Geschichten nutzt und vielleicht neue Protagonisten vorstellt, ob in einem weiteren RTS-Titel oder einem anderen Genre, wie es mit dem gecancelten StarCraft Ghost bereits hätte passieren sollen.

Besonders gut finde ich ...
  • gutes Storytelling
  • innovative Kampagne
  • Blizzard-typische Inszenierung
  • Coop-Missionen sorgen für Abwechslung
  • Multiplayer schneller und dynamischer
Nicht so optimal ...
  • wenig Hintergrundinformationen (Story)
  • schwieriger Einstieg im Multiplayer (für Anfänger)

Nawrock hat Starcraft 2: Legacy of the Void auf dem PC gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise von Blizzard Entertainment zur Verfügung gestellt.

  •  
  • Entwickler:Blizzard Entertainment
  • Publisher:Blizzard Entertainment
  • Genre:RTS
  • Plattform:PC, Mac
  • Release:10.11.2015

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Folgenden Usern gefällt der Beitrag: ... 6 Gästen.
  • Kithaitaa
    #1 | 12. Dezember 2015 um 06:27 Uhr
    Steht auch schon lange auf meiner Liste und die ersten beiden Teile habe ich sogar, nur noch nicht angefangen. JETZT wird es wohl Zeit. "Feuerwerk blizzard'scher CGI-Kunst" yeah! =)

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