Need for Speed - Review

"Das war fett. Yo, wilde Sache, bro!" Wer das neueste Need for Speed von Ghost Games einlegt, muss derartige Sprüche und das Vokabular und Auftreten der coolen Szene-Racer mögen oder sich zumindest daran gewöhnen. Electronic Arts hat einen NFS-Reboot angekündigt, der Traditionsserie ein Jahr Pause gegönnt und präsentiert nun ein Story-Rennspiel mit Underground-Touch, das mit einer offenen Spielwelt voller illegaler Rennen lockt und die Tunerherzen erobern möchte. Was daraus geworden ist, habe ich mal für euch abgecheckt.

Das übliche EA-Bashing und "Always-On" Gejammer geisterte bereits im Vorfeld der Veröffentlichung durch die Gamingforen und Kommentarthreads, die allgemeinen Erwartungen an das neue Need for Speed waren also scheinbar hoch und im Zweifel nicht zu erfüllen. Meine persönliche Erwartung war gar nicht so groß und beschränkte sich auf das Wesentliche: Spaß sollte es machen. Ob Rivals, Most Wanted oder Hot Pursuit, gespielt habe ich sie alle und rückblickend erfüllt fast jeder NFS-Teil der letzten Jahre die Spaßerwartung auf eine gewisse Weise, ungeachtet der jeweiligen individuellen Schwächen. Beim Punkt "Story" fällt mir zum Beispiel das eher ungewöhnliche Need for Speed: The Run ein und dann waren da ja noch die beiden Shift-Ableger mit einer eher simulationslastigen Ausrichtung. Warum spricht EA also von einem Serien-Reboot, wenn man sich in der 20-jährigen Geschichte von "Need for Speed" schon immer neu erfunden hat?


Need for Speed
Flotte Flitzer und eine düstere Underground-Kulisse.


Mi casa es su casa, bro!



Die Story ist so alt wie Rennspiele selbst, womöglich sogar noch älter. Wieder einmal landen wir als Nobody in einem Kaff, lernen die Szene kennen und driften uns fortan an die Spitze. Der Schauplatz für unser Racing-Abenteuer heißt Ventura Bay, eine offene fiktive Stadt, die gleichzeitig als Spielwiese für unsere Fahrkünste herhalten muss. Dort treffen wir gleich zu Beginn auf Spike, er ist Speedjunkie und vergöttert Magnus Walker, die Speedikone der Stadt. Dann ist da noch Amy, die Mechanikerin, welche für Nakai San schwärmt. Manu dreht beim Gymkhana-Style von Ken Block völlig am Rad, während Robyn am liebsten mit ihrer Risky Devil Crew durch die Gegend driftet. Schließlich lernen wir auch Travis kennen, Hobbyphilosoph und Inhaber der Werkstatt, in der Amy die Karren zahlungswilliger Kunden aufbohrt. Von ihm erwerbe ich auch direkt mein erstes Vehikel, einen Subaru BRZ Premium, um nicht mit meiner alten Möhre aufzufallen. Cruisen und Party sind ein allgegenwärtiges Thema der Clique, zu der nun auch ich zähle.

Die Zwischensequenzen und die komplette Präsentation der Story wurde mit Schauspielern vor authentischer Kulisse realisiert und wirkt, wenn man vom bereits erwähnten Coolsprech und einem gewissen Fremdschäm-Level absieht, recht aufwendig produziert. Inhaltlich bietet die Story natürlich keine Highlights und dient nur als Rahmen, um euch von einem Rennevent zum nächsten zu lotsen. Nach einer gewissen Zeit finde ich das ganze Drumherum sogar ziemlich gut, aller Story-Belanglosigkeit und Skepsis im Vorfeld zum Trotz.

Das Ziel meiner Bemühungen soll schlussendlich der Titel "Ultimative Ikone" werden und auf dem Weg dahin muss ich mich in fünf unterschiedlichen Storysträngen mit den bereits benannten Mitgliedern der Clique messen. Neben Speed, Schrauber, Style und Crew steht auch Outlaw auf dem Programm. Während jeder Typ zu Beginn noch einen gewissen Bezug zum Fahrstil vermittelt, fällt recht schnell auf, dass man im Grunde alles in jedem Strang absolviert – eine Spezialisierung findet nicht statt. Sprint- und Rundenrennen, Zeitfahren sowie Gymkhana und drei Driftvarianten (Normal, Drifttrain und Touge) sind auf insgesamt 79 Events verteilt. Hat man eine der jeweiligen Ikonen beeindruckt, kommt es natürlich unweigerlich zu einem kleinen Showdown, bei dem wieder die Disziplin vom Start zum Tragen kommt. Gegen Ken Block fährt man schließlich kein Sprintrennen.


Need for Speed
Eine prall gefüllte Garage erhöht den Coolness-Faktor ungemein.


Ventura Bay - Open-World-Traum für Vampire



NFS hat die obligatorischen Erfahrungspunkte schon immer mit einem besonderen Namen umschrieben, aus den Speedpoints aus Rivals & Co. sind nun REP geworden. REP wie Reputation, also Ansehen. Respekt, Alter! Jede Aktion im Spiel, ob Driften, schnelles Fahren oder das Demolieren von Objekten, lässt euren REP-Balken in einer der fünf Kategorien steigen und verschafft euch somit die nötigen Punkte, um auf die maximale Stufe von 50 zu gelangen. Das lässt sich auch durch zusätzliche Herausforderungen (Challenges) erreichen, von denen euch täglich drei verschiedene zur Auswahl stehen. Durch die REP-Punkte schaltet man natürlich neue Fahrzeuge und Tuningmöglichkeiten frei und verdient durch die ganzen Events auch das nötige Kleingeld, um sich das coole Zeug leisten zu können.

Mein Dilemma mit dem neuen NFS beginnt eigentlich schon mit der offenen Spielwelt Ventura Bay. Sie ist zwar frei zu befahren und auf eine gewisse Art sicherlich auch "hübsch", bietet aber, fernab der Story-Events, keinerlei Anreize – sie wirkt leer und langweilig. Dagegen können auch belanglose Sammelgegenstände wie Fotopunkte und "Teile auf abgestellten Lieferwagen" nicht helfen. Außerdem sollte man nicht an Depressionen oder Epilepsie-Anfälligkeit leiden, denn die ständige Nachtkulisse auf klitschnassen Straßen sowie unzählige Neonreklamen und Lichteffekte könnten einem dann gefährlich werden. Natürlich soll das Szenario die Authentizität der Untergrundszene untermauern, doch "Underground" lebt nicht von "coolen Sprüchen" und einer gedimmten Open-World mit Party-Kids. Bis auf den ominösen Outlaw und seine Crew sind nämlich alle ziemlich brav und haben keinerlei Ambitionen, mit der Polizei ins Gehege zu kommen – doch dazu später mehr.

Im Grunde fahre ich auf der Karte von einem Event zum nächsten, erledige das jeweilige Missionsziel, sacke meinen Respekt und die Dollars ein und sehe meinem REP-Level beim Steigen zu, nachdem eine neue Zwischensequenz die Story vorangetrieben hat. Zuvor klingelt und vibriert mein Smartphone nahezu ununterbrochen und fängt bereits nach wenigen Spielstunden an zu nerven. Dank "Always-On" kann ich auch andere Spieler auf der Karte entdecken – maximal sechs. Diese trifft man zwar gelegentlich auch "Face-to-Face", doch im Wesentlichen geht man sich lieber aus dem Weg. Besondere Patienten versauen einem auch schon mal gerne eine Mission, aber so ist das wohl im Underground. Echtes Multiplayer-Feeling kommt zu keinem Zeitpunkt auf, selbst wenn man mit einem oder mehreren Mitstreitern (zufällig) gemeinsam ein Event startet oder direkt eine Herausforderung an deren Heckscheibe heftet. Die Option eines "privaten Spiels", wie es in Rivals noch möglich war, ist hier nicht mehr vorhanden. Man wird sich also an etwaige Mitspieler und die Launen der EA-Server gewöhnen müssen, wenn man in Ventura Bay etwas werden will.

Lächerlicher als das "Always-On"-Argument, - selbst die obligatorischen NFS-Autolog-Vergleiche mit Freunden kommen nahezu gar nicht zur Geltung - sind eigentlich nur die Cops in Ventura Bay. Die Polizei-KI ist derartig unterirdisch, dass zur Flucht teils ein einfacher U-Turn reicht, um die Gesetzeshüter zu verwirren und abzuhängen. Sie sind hoffnungslos untermotorisiert und untalentiert noch obendrein. Das Maximale der Chaosgefühle sind 2-3 Cops und sogenannte Straßensperren, die aus ein paar Holzlatten bestehen. Keine Hubschrauber, keine SUV-Einheiten – ist ja schließlich kein Hot Pursuit. Dieser Umstand macht besonders die Missionen im Outlaw-Strang zu einer echten Herausforderung. "Entkomme einer 5-minütigen Verfolgung" zum Beispiel – hierzu musste ich tatsächlich 5 Minuten mit einem Cop im Schlepptau um den Block fahren. Im ersten Gang.


Need for Speed
Die Cops aus Ventura Bay haben eindeutig ihren Beruf verfehlt.


Generation Smartphone und ihre Vehikel



In der Garage hat mir Travis Platz für insgesamt fünf Karren reserviert, doch wirklich ausgenutzt habe ich diesen Platz selten bis gar nicht. Überhaupt habe ich, obwohl die Fuhrpark-Auswahl derzeit 53 Modelle bekannter Marken bietet - zum Beispiel Porsche, BMW, Ford, Ferrari, McLaren, Nissan, Toyota oder VW - insgesamt nur zwei Autos über das gesamte Spiel benötigt. Mein Subaru BRZ wurde von mir ständig hochgepowert und weit über Level 30 gefahren, bis er schließlich einem Lamborghini Aventador LP 700-4 weichen musste. Zwischendurch bekam ich sogar zweimal einen besonderen Porsche geschenkt, der jeweils für eine spezielle Mission benötigt wird. Außerdem müssen zwei der 79 Events mit einem Fahrzeug absolviert werden, das eine bestimmte PS-Zahl unterschreitet. So komisch es also klingen mag, die Fahrzeugvielfalt gerät beim neuen Need for Speed in den Hintergrund, zumindest in meinem Fall.

Als Kernelement wurde das umfangreiche Fahrzeug-Tuning beworben, das in der Tat viele Möglichkeiten für Schrauberfans bietet – ich schiele hier zu Kai rüber. Allerdings kommt hier ein weiterer Schwachpunkt zum Tragen: die glorreiche Gummiband-KI. Traditionell wurde auch der NFS-Reboot mit willkürlich agierenden KI-Gegnern ausgestattet, die insbesondere bei Sprint- und Rundenrennen über abartige Cheat-Skills verfügen, bei denen man ins Staunen und Fluchen gerät. Bei Drift-Events hingegen merkt man regelrecht, wie ab einem gewissen Punkt die KI "abschaltet" – hat man hier einmal den Bogen raus, liegt man punktemäßig meist meilenweit vorne. Alle Optimierungen an unserem Fahrzeug wirken sich parallel auch auf die KI aus, wodurch wir uns schlussendlich keinen echten Vorteil verschaffen können.

Die Schwierigkeit der ganzen Events würde ich, bis auf wenige Ausnahmen, als moderat einstufen, auch wenn das Spiel eine Einstufung von leicht, mittel und schwer vornimmt. Durch das Agieren der KI wird es stellenweise dennoch nervig oder gar frustrierend, wenn ein guter Lauf durch einen kleinen Fahrfehler oder unfaire Mittel zunichte gemacht wird – oder wenn uns einer der wenigen Mitspieler ärgern will bzw. in die Parade fährt, was auch vorzüglich von zufällig agierenden Taxis und Lieferwagen übernommen wird.

Das erwähnte Tuning besteht im Grunde aus dem Einbau neuer freigeschalteter Teile aus unterschiedlichen Leistungsstufen (Serie, Sport, Performance, Racing, Elite) in die verschiedenen Bereiche eures Fahrzeugs. Ob Luftfilter, Kühlsystem, Bremsen, Motorblock, Steuergerät oder Zündung, um nur ein paar Beispiele zu nennen, euch stehen zahlreiche Slots zur Verfügung, mit denen ihr das letzte Fünkchen Power aus eurem Baby kitzeln könnt. Darüber hinaus kann man durch das Feintuning von Handling- und Fahrwerkseinstellungen noch tiefer in die Materie einsteigen und das mag für Hobbymechaniker auch interessant sein, wirkt sich auf der Straße allerdings meiner Meinung nach überhaupt nicht auf das Spielgeschehen aus bzw. ist für dieses nicht relevant oder gar nötig. Selbst das "Auto-Tuning" mit einem "Drift zu Grip"-Regler, bei dem einzelne Justierungen automatisch vorgenommen werden, wirkt daher wie ein Placebo. Ich persönlich habe das ganze Spiel mit all seinen Events mit der Voreinstellung in der goldenen Mitte absolviert und das Feintuning mangels Know-How überhaupt nicht angefasst. Die Möglichkeiten einer optischen Veränderung eurer Lieblingskarre nehmen proportional zum Wert des Fahrzeugs ab – an meinem Lamborghini Aventador lässt sich weitaus weniger anpassen, als es noch beim Subaru der Fall war. Neben Spoilern und krassen Felgen könnt ihr hier auch mit Decals und Folien eure Kreativität ausleben. Selbst ein neues Soundsystem lässt sich einbauen. Das ändert jedoch nichts am integrierten Soundtrack, der übrigens als Playlist auf Spotify verfügbar ist. Im Spiel selbst geht dieser eher unter und muss generell natürlich auch den eigenen Geschmack treffen.


Need for Speed
Die Dämmerung ist eine willkommene, aber kurze Abwechslung in der Geisterstadt.


Solospaß mit Framedrops für zwischendurch



Mich hat die komplette Story mit allen Events rund 25 Stunden unterhalten, wobei ich nicht in wirkliche Rennspiel-Euphorie verfallen bin und mich stellenweise auch schon die Lust am Spiel verlassen hat. Back to the Roots? In der Produktbeschreibung heißt es: "Need for Speed liefert den Fans das, was sie wollen und wofür der Name selbst steht – umfangreiches Fahrzeug-Tuning, eine authentische, offene Spielwelt voller echter Autokultur sowie eine Story, die das Geschehen vorantreibt". Von der Theorie und Wirklichkeit einmal abgesehen, wenn dieser sogenannte NFS-Reboot das ist, was die Fans wollen, dann gehöre ich leider nicht dazu. Eine offene, langweilige Nacht-Welt und Tuning-Optionen, die durch die verteufelte Gummiband-KI wie Placebos wirken, Event-Hopping mit der einzigen Motivation, dass es irgendwann zu Ende ist, belanglose Sammelobjekte und ein ständig vibrierendes Smartphone, auf dem mich die coolen Kids der Stadt mit hippen Sprüchen zum nächsten Gig überreden wollen?

Neulich hat Kollege Haschbeutel wieder einmal über FIFA geflucht und auf meine Frage "Warum spielst du es überhaupt noch?" sinngemäß geantwortet, dass es eben "keine Alternative gibt". So ähnlich ist das wohl auch mit Need for Speed. Für viele ist die Serie bereits seit Jahren tot und doch stirbt die Hoffnung zuletzt. Mit einem Driveclub, Project Cars, Forza Motorsport oder Horizon lässt sich (das neue) NFS sowieso nicht vergleichen, selbst spaßigen Arcade-Racern wie Blur von Bizzare Creations kann es nicht das Wasser reichen, setzte das doch vor allem auf das Chaos im Multiplayermodus. Irgendwie fährt NFS im Bereich der Rennspiele also weiterhin außer Konkurrenz.

Trotz des Nacht-Szenarios wirkt NFS optisch stimmig und ansprechend, dennoch gibt es leider auch in punkto Technik Grund zum Meckern. Nicht unbedingt, weil das Spiel auf beiden Konsolen nur mit maximal 30FPS läuft, sondern weil es diese insbesondere mit schnellen Fahrzeugen und viel Action auf dem Bildschirm nicht halten kann. Wenn ich mit über 300 km/h durch die Geisterstadt brettere, hat die Frostbite-Engine gut was zu tun. Wenn dann noch Cops und andere KI-Schergen ins Spiel kommen, fällt die Framerate spürbar ab. Vor allem bei den Outlaw-Events, aber auch beim Driften mit mehreren Fahrzeugen, ist das deutlich sichtbar und sehr störend. Dafür scheint EA bei Need for Speed eine andere DLC-Politik an den Tag zu legen als bei Multiplayer-Shootern und der allgemein üblichen Handhabe: Kostenlose Zusatzinhalte und Updates laufen bei NFS nun als "Living Game" Feature, wodurch man zusätzlichen Optik-Schnickschnack, Fahrzeuge, Herausforderungen und neue Achievements ins Spiel integriert. Das erste Update ist beim Schreiben dieser Zeilen bereits veröffentlicht worden und liefert euch u.a. den Lamborghini Diablo SV von Morohoshi-San, sowie Ken Blocks Hoonicorn Ford Mustang. Außerdem wurde im Hauptmenü das neue Feld "Community-Events" freigeschaltet, man darf gespannt sein.



Kithaitaa

Fazit von Darius:

Meine Erwartungen an das neue Need for Speed waren moderat, im Grunde wollte ich nur ein spaßiges Rennspiel. Die Ausrichtung als Story-Racer mit den trashigen Zwischensequenzen hat mich im Vorfeld nicht sonderlich begeistert, im Spiel dann aber nach einer Weile doch positiv amüsiert, weil diese authentisch und recht aufwendig mit Schauspielern produziert wurde. Die Story ist zwar erwartungsgemäß nur Mittel zum Zweck, wird aber immerhin ansprechend präsentiert.

Die Steuerung geht schnell in Fleisch und Blut über und bietet alles, was man bei einem Arcade-Racer erwartet, dafür wurde auf eine manuelle Schaltung und die Cockpit-Perspektive verzichtet - gestört hat mich das nicht. Die Auswahl an Fahrzeugen (50+) ist recht umfangreich, wird aber durch den überschaubaren Platz in der Garage wieder relativiert. Außerdem steht durch das Kernelement "Tuning" auch eher ein systematisches Aufrüsten seines Vehikels auf dem Programm, wodurch man selbiges eher selten wechselt. Der Tuning-Bereich bietet viele Möglichkeiten und ist im Feintuning-Segment sicherlich ein Fest für Hobbymechaniker, die Auswirkungen auf das Spielgeschehen sind jedoch gering und geradezu überflüssig. Der ständige Telefonterror meiner Ventura-Bay-Clique wird neben der obligatorischen Gummiband-KI zum Nervfaktor Nr. 1, lässt sich aber nach rund 25 Stunden Spielzeit überleben. Nach Abschluss der rund 80 Story-Events bietet das Spiel nur noch wenig Anreize zum Weiterspielen, insbesondere da es keinen richtigen Multiplayer-Modus gibt und man auf seiner "Always-On"-Karte ohnehin nur mit knapp sechs weiteren Mitstreitern unterwegs ist. Auch Scharmützel mit den Cops fallen weg, denn das VBPD beschäftigt wohl die lächerlichsten Gesetzeshüter seit Police Academy. Die verhältnismäßig leblose Stadt bietet wenig Highlights und wird der Frostbite-Engine im späteren Verlauf mit seinen Leuchtreklamen und Lichteffekten sogar zum Verhängnis, dann ziehen Framedrops die ohnehin auf max. 30fps ausgelegte Bildwiederholrate spürbar in den Keller. Spaß bietet Need for Speed aus meiner Sicht nur für zwischendurch - immerhin. Ob die kostenlosen Zusatzinhalte und Updates von Ghost Games weitere Anreize fernab der Story-Events liefern, wird sich zeigen.

Besonders gut finde ich ...
  • trashige, aber authentisch und aufwendig produzierte Zwischensequenzen
  • stimmiger Grafikstil und Atmosphäre
  • abwechslungsreiche Events
  • umfangreiche Tuning-Möglichkeiten
  • kostenlose "Living Game" Content-Updates
  • intuitive Steuerung
  • das "Gurgeln" des Motors
  • Spielzeit (Kampagne, ca. 20-25h)
Nicht so optimal ...
  • generische Story
  • unnötiger "Always-On"-Zwang
  • extreme Gummiband-KI (wird angepasst)
  • Framedrops bei Highspeed und Lichteffekt-Overkills
  • wenige Mitspieler auf der Karte (6), nahezu kein Multiplayer-Feeling
  • lächerliche Cops-KI
  • nerviges Smartphone
  • belanglose, langweilige Stadt

Darius hat Need for Speed auf der PlayStation 4 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Electronic Arts zur Verfügung gestellt.

Need for Speed - Boxart
  •  
  • Entwickler:Ghost Games
  • Publisher:Electronic Arts
  • Genre:Rennspiel
  • Plattform:PC, PS4, Xbox One
  • Release:05.11.2015
    (PC) 17.03.2016

Spiele-Reviews und Blogartikel, die dich interessieren könnten

Need for Speed: Rivals - Review

Need for Speed: Rivals - Review

Ein neues Jahr bedeutet aus dem Hause EA nicht nur neue Versionen von FIFA, sondern auch ein weiterer Ableger im Need for Speed Franchise. Je nachdem können die durchaus gelungen sein wie im Falle ...

Need for Speed: Most Wanted - Review

Need for Speed: Most Wanted - Review

2005 erschien mit Need for Speed: Most Wanted einer meiner Lieblingsteile der NFS-Reihe und fesselte mich über Wochen und Monate an den heimischen Monitor. Jetzt, sieben Jahre später, macht sich ...

Need for Speed: The Run - Review

Need for Speed: The Run - Review

Genau vor einem Jahr haben wir uns kollektiv Need for Speed: Hot Pursuit zugelegt, um gemeinsam und gegeneinander um die Wette zu heizen, denn die berühmten Verfolgungsjagden waren wieder mit von ...