Star Wars: Battlefront - Review 8

Es ist soweit. Knapp einen Monat nach der Veröffentlichung von Star Wars: Battlefront kommt der lang ersehnte siebte Teil der Star-Wars-Saga, Das Erwachen der Macht, in die deutschen Kinos. Ich habe die Zeit genutzt und dementsprechend ausgiebig konnte ich mich auf bekannten Planeten und neuerdings auch auf Jakku in die Schlacht stürzen und den Rebellenabschaum ... lassen wir das, ich werde parteiisch. Ähnlich wie J.J. Abrams stand auch das Team von DICE vor einer schwierigen Aufgabe. Hoch waren vermutlich nicht nur die Erwartungen der Fans, sondern auch die des Geldgebers Electronic Arts. Erwartet euch mit dem neuen Battlefront demnach eine Erschütterung der Macht oder war sie etwa doch mit den Entwicklern?

Als ich vor über 15 Jahren - das noch von LucasArts selbst entwickelte – Star Wars Jedi Knight: Dark Forces II auf dem PC meiner Eltern installiert habe, wurde ich von der Präsentation des Spiels förmlich weggeblasen. Während der 1995 erschienene Vorgänger noch von 2D-Modellen Gebrauch machte und optisch stark an DOOM erinnerte, präsentierte sich Dark Forces II – für damalige Verhältnisse – modern und hochwertig produziert bzw. programmiert. Es folgte ein epischer Moment auf den anderen und so lief es mir kalt den Rücken herunter, als ich erstmalig das Laserschwert in die Hand nahm und damit in den Kampf zog. Noch viel imposanter war allerdings, als mich die mechanischen Geräusche bereits im Voraus erahnen ließen, was auf mich zu kommt, und wenige Meter weiter ein AT-ST Kampfläufer auf seinen wackeligen Beinen auf mich zu stampfte und mich mit seiner Zwillingsblasterkanone unter Beschuss nahm. Dark Forces II startete die grandiose Jedi-Knight-Reihe, welche im Jahre 2003 mit Jedi Academy ihren Abschluss fand. Ein Jahr später war es dann soweit.

Star Wars: Battlefront wurde für PC, Mac und die damalige Konsolengeneration veröffentlicht und legte den Fokus erstmals nicht mehr auf einzelne Protagonisten, sondern die wahren Helden des Krieges. Bis zu 32 Spieler lieferten sich als Angehörige zweier von insgesamt vier Fraktionen erbarmungslose Onlinegefechte am Boden oder auch in der Luft bzw. im All. Alleine oder zu zweit (im Koop-Modus) konntet ihr zudem die Modi Kampagne und "Galaxis Eroberung" spielen. Während bei der Kampagne die Schlachten der Filme in Reihenfolge nachgespielt werden konnten, bot "Galaxis Eroberung" die Möglichkeit, mit einer der vier Fraktionen Planet für Planet die Galaxis zu erobern. Knapp 15 Monate später folgte der Nachfolger Star Wars: Battlefront II. Der Mehrspielermodus wurde auf 64 Spieler erweitert und im Koop-Modus konnten nicht mehr nur zwei, sondern nun auch vier Spieler die Kampagne durchspielen bzw. die Galaxis erobern. Zudem wurde der Kampagne eine eigene Story spendiert. Ihr wart Teil der 501. Legion der Klontruppen und kämpftet unter dem Kommando von Kanzler Palpatine erst für die Galaktische Republik und später - auf seinem Weg zum Imperator - gegen sämtliche Abtrünnige und gegen die Rebellenallianz.

Auch 10 Jahre später erinnere ich mich noch immer an die grandiosen Momente, welche mir Battlefront II bescherte. Zusammen mit drei Freunden saß ich mit dem Xbox-Controller in der Hand vor der Mattscheibe. Über Coruscant tobte die Schlacht und ich startete als Pilot im Hangar eines riesigen Sternenzerstörers der Galaktischen Republik. Ziel war es, in die feindlichen Schiffe über deren Hangar einzudringen und sie durch die Zerstörung wichtiger Komponenten wie Energieversorgung und Kommandobrücke zu besiegen. Nebenbei lieferten sich meine tapferen Kameraden Raumkämpfe mit den Jägern der Droidenarmee. Sollte mich ähnliches in Battlefront III erwarten?


Star Wars: Battlefront
"It's a trap!" - Admiral Akbar kommandiert euch auf Tatooine.


Erste Enttäuschung



Lange mussten Fans auf einen neuen Ableger der Battlefront-Reihe warten und umso größer war die Enttäuschung, als Lucasfilm für vier Milliarden (!) an Disney verkauft und LucasArts aufgelöst wurde, wodurch das Projekt Battlefront III erstmal auf Eis lag und später komplett eingestellt wurde. Electronic Arts nutzte die Möglichkeit und sicherte sich die Rechte an Battlefront. DICE war fortan für die Umsetzung verantwortlich und stand vor einer großen Herausforderung, nämlich der, ein gutes Spiel zu liefern, welches sowohl Fans als auch den Publisher zufriedenstellt. Ein nahezu unmögliches Unterfangen, bedenkt man die Erwartungen der Spielergemeinde. Schnell wurden Stimmen laut, die bezweifelten, dass DICE ein Spiel liefern könne, welches sich nicht anfühle wie ein weiteres Battlefield. Und tatsächlich war die Enttäuschung groß, als erste Informationen zum neusten Battlefront veröffentlich wurden. Allerdings hatte das ganz andere Gründe.

Nur noch bis zu 40 Spieler, keine Raumschlachten, lediglich zwei Parteien und keine Kampagne? Schwere Kost für eingefleischte Fans der vorherigen Teile. Trotzdem vermag das finale Spiel zu gefallen, wenn auch durch andere Attribute, welche die Vorgänger so bisher nicht bieten konnten. Um erste Bedenken zu entschärfen, soll gesagt sein, dass es zu keinem Zeitpunkt auffällt, dass sich "nur noch" 40 Spieler über das Schlachtfeld bewegen, ganz im Gegenteil: Ich hatte das Gefühl, nie wirklich zur Ruhe zu kommen und nach jedem Beitritt bereits Sekunden später wieder mitten im Feuergefecht zu sein – was jedoch auch als Kritikpunkt ausgelegt werden kann, denn häufig bleibt kein Moment, sich zu orientieren und anschließend geplant vorzugehen. Ohnehin fehlt dem Spiel der strategische Aspekt, da auch die Spawnpunkte teilweise undurchschaubar verteilt sind und es nicht ungewöhnlich ist, hinter den feindlichen Linien dem Spiel erneut beizutreten. Diese asymmetrische Kriegsführung und die damit fehlende strategische Komponente lassen das Spiel zwar sehr actionreich und dynamisch wirken, verhindern es jedoch auch gleichzeitig, richtige Taktiken anzuwenden. Auch auf Gruppen wird bei Battlefront verzichtet. Wer also mit Freunden zusammen spielt, bekommt lediglich einen Partner zugeteilt, bei dem – alternativ zum regulären Spawn – beigetreten werden kann.


Star Wars: Battlefront
Im Gegensatz zu den bisherigen Filmen würde Star Wars: Battlefront den Bechdel-Test bestehen.


Die Einklassengesellschaft



Neben der eingeschränkten Planbarkeit gibt es noch weitere Punkte, die Battlefront für Gelegenheitsspieler zugänglicher machen. Es gibt kein Klassensystem. Stattdessen habt ihr die Möglichkeit, mit den – durch Siege erspielten – Credits neue Waffen und Gegenstände freizukaufen. Jetzt könnte man natürlich sagen, dass dadurch die Anpassungsmöglichkeiten gegenüber einem typischen Klassensystem erweitert wurden, jedoch ist dem leider nicht so. Wirklich kriegsentscheidende Waffen wie Schutzschilde, Orbitalschläge und Aufklärungsdroiden liegen als Power-Ups verteilt auf dem Schlachtfeld, sind absolut random und können auch jeweils nur einmal genutzt werden. Andere effiziente Waffen wie der Ionentorpedo stehen zwar – wenn freigespielt und ausgewählt – dauerhaft zur Verfügung, haben jedoch so eine hohe Abklingzeit, dass es praktisch unmöglich ist, als einzelner Soldat gegen Fahrzeuge effizient vorzugehen. Im Übrigen stehen auch Fahrzeuge und die Heldenrolle nur als Power-Ups zur Verfügung, die erst aufgesammelt und aktiviert werden müssen, damit man sich dann als Luke Skywalker, Boba Fett, AT-ST oder in einem X-Wing ins Getümmel stürzen kann. Mit diesen Designentscheidungen hat DICE Battlefront zwar von Battlefield abgegrenzt, ob das jedoch so eine gute Idee war, darf hinterfragt werden.

Schön ist, dass die Charaktere auch optisch angepasst werden können. Der ehemaligen Männerdomäne des Imperiums können zukünftig auch Angehörige des – angeblich – schwachen Geschlechts beitreten. Überhaupt stehen bei beiden Fraktionen jeweils verschiedene Modelle zur Verfügung, die – ähnlich wie auch Waffen – mit steigendem Level und mit Credits gekauft werden können. Darunter unterscheiden sich Geschlecht, ethnische Herkunft und jeweils nochmal die Frisur. Ab Stufe 40 (von 50) könnt ihr außerdem auf Seiten der Rebellen andere Rassen freispielen und auf Seiten des Imperiums Speeder-Scouts und Schattentruppler, allerdings sind die Änderungen rein optischer Natur. Die gesteigerte Schadensresistenz von Quarren-Schützen und die Fähigkeit von Schattentruppen, sich nahezu unsichtbar zu machen, haben den Weg nicht in den Multiplayer gefunden.


Star Wars: Battlefront
Der Zugang zu "schwerem Gerät" muss auf dem Schlachtfeld erst aufgesammelt werden.


Keine Raumkämpfe, aber imposante Schlachten zu Boden



Das wohl größte Manko bei Star Wars: Battlefront sind die fehlenden Raumkämpfe, denn eben jene Weltraumschlachten haben Battlefront seit jeher von anderen Shootern abgegrenzt. Wenn sich zwei riesige Raumschiffe – Breitseite an Breitseite – gegenüberstehen, Truppentransporter versuchen, über den feindlichen Hangar eigene Soldaten in deren Raumschiff abzusetzen, und sich gleichzeitig Tie-Jäger und X-Flügler heftige Dogfights liefern, dann war das einfach nur episch, genial und konkurrenzlos. Im neuen Battlefront ist das nicht mehr möglich. Es gibt zwar weiterhin Fluggeräte, allerdings beschränkt sich deren Einsatz auf innerhalb der Atmosphäre. Entweder stehen sie bei den Spielmodi "Kampfläufer-Angriff" und "Vorherrschaft" als Unterstützung zur Verfügung, oder ihr stürzt euch im Spielmodus "Jägerstaffel" in den reinen Luftkampf, bei dem zwar 40 Flugobjekte in der Luft sind, jedoch nur 20 Spieler teilnehmen können. Sinn soll es sein, durch die 20 zusätzlichen CPU-Gegner auch schlechteren Piloten die Möglichkeit zu bieten, Abschüsse zu erzielen. Habe ich schon erwähnt, dass Battlefront für Gelegenheitsspieler zugänglich sein soll?

Ganz besonders die eben genannten Spielmodi bieten die beste Atmosphäre. "Vorherrschaft" ist dabei noch das simpelste Konzept, bei dem – ähnlich wie im Conquest-Modus von Battlefield – fünf Punkte eingenommen werden müssen. Trotzdem kommt nicht so schnell Langeweile auf, da es mit der entsprechenden Größe von 40 Spielern die zweitbeste Schlachtenatmosphäre bietet. Noch besser ist nur "Kampfläufer-Angriff". Während die AT-AT nahezu unaufhaltsam auf die feindliche Basis zugehen, müssen die Rebellen Funkstationen einnehmen und halten, um die Anzahl an verfügbaren Y-Flügler-Langstreckenbombern zu steigern. An diversen Checkpoints fliegen die Bomber dann einen Angriff. Während dieser Zeit sind die AT-ATs verwundbar und können angegriffen werden. Je mehr Bomber verfügbar sind, desto länger also die Zeit der Verwundbarkeit. Insgesamt fliegen die Bomber drei Angriffe. Schaffen die Rebellen es nicht, die Kampfläufer in dieser Zeit zu zerstören, gewinnt das Imperium.


Star Wars: Battlefront
Innerhalb der Atmosphäre geht es heiß zur Sache. Auf Raumschlachten muss jedoch verzichtet werden.


Abwechslung durch verschiedene Modi



Weitere klassische Spielmodi sind "Fracht" (Capture the Flag, zwölf Spieler), Droidenalarm (VIP, zwölf Spieler) und "Gefecht" (Team-Deathmatch, 20 Spieler). Etwas ausgefallener wird es bei "Abwurfzone", wo acht Spieler pro Fraktion über eine gewisse Zeit hinweg die Kontrolle über abgestürzte Rettungskapseln halten müssen. Wer gerne in die Fußstapfen von Imperator Palpatine, Darth Vader, Boba Fett, Luke Skywalker, Han Solo und Prinzessin Leia Organa tritt, der wird mit "Helden vs. Schurken" seine Freude haben. Dort treten alle drei Helden pro Fraktion, gemeinsam und unterstützt durch jeweils drei reguläre Fußtruppen, in fünf Runden gegeneinander an. Noch ein Modus, der das Hauptaugenmerk auf die Helden legt, nennt sich "Heldenjagd". Hier kämpfen jeweils sieben reguläre Fußtruppen der einen Fraktion gegen einen Helden der anderen. Nach dessen Ableben wird der Spieler, der – sozusagen – den Todesstoß ausgeführt hat, neuer Held und wird von den anderen sieben Spielern gejagt. Multiplayer schön und gut, doch wie steht es um den Singleplayer?

Kurzum: eine Kampagne gibt es nicht und das ist wirklich schade, denn spätestens, wenn ihr das Training in Form von fünf Tutorial-Missionen gespielt habt, werdet ihr feststellen, dass sich das Ganze hätte zur Kampagne erweitern lassen, wenn nur genug Zeit und Initiative vorhanden gewesen wären. Trotzdem hat auch Battlefront für all diejenigen etwas zu bieten, die es bevorzugen, entweder alleine oder zusammen mit einem Freund an derselben Konsole zu spielen. Neben dem Training könnt ihr unter Missionen zwischen den beiden Modi "Schlacht" und "Überleben" wählen. Während ihr in "Schlacht" entweder alleine oder gegen einen weiteren Spieler jeweils als Held oder als Fußsoldat antretet und bis zu einem bestimmten Limit Gegner abschießt, bestreitet ihr bei "Überleben" wiederum alleine oder dieses Mal zusammen mit einem anderen Spieler Welle für Welle gegnerischer Truppen. Das klingt beides nicht sonderlich spannend und das ist es auf Dauer auch nicht, aber es bietet eine gewisse Abwechslung. Wer sich jedoch für den Kauf entscheidet ohne das Vorhaben, auch Online zu spielen, der dürfte trotzdem schnell den Spaß daran verlieren. Bleibt abzuwarten, was zukünftige Erweiterungen für euch bereit halten.


Star Wars: Battlefront
Von wegen "damsel in distress": Hier liegt es wohl eher an Prinzessin Leia, Han Solo zu retten.


Mittendrin statt nur dabei



So viel es auch zu meckern gibt, ändert das nichts an der Tatsache, dass Star Wars: Battlefront ein gutes Spiel ist und auch Stärken hat. Ähnlich wie es bereits Star Wars Jedi Knight: Dark Forces II im Jahre 1997 und das Original Star Wars: Battlefront dann 2004 getan haben, präsentiert sich nun auch das neue Battlefront absolut zeitgemäß und gerade aufgrund der modernen Technik in einer noch nie zuvor dagewesenen Detailtreue. Um das zu erreichen, durften die Frauen und Männer bei DICE zuvor die Fahrzeug-, Waffen- und Rüstungsmodelle, welche beim Dreh der Episoden IV bis VI verwendet wurden, begutachten und abfotografieren, um 100% detailgetreue virtuelle Nachbildungen davon zu erstellen. Zudem ist das Team an die Original-Schauplätze gereist, um auch die verschiedenen Schlachtfelder im Spiel dementsprechend authentisch zu gestalten. Was dabei heraus kam, ist grandios!

Von der ersten Minute an passen Stimmung und Atmosphäre. Battlefront fühlt sich mehr nach Star Wars an als alles bisher Dagewesene und überrascht immer wieder mit Details. Wie nicht anders zu erwarten war, werden die Originalsounds in vollem Umfang genutzt. Passend dazu überzeugt das Spiel mit einer Grafik, die an manchen Stellen schon mal den Atem stocken lässt. Ich hatte zum Test die PS4-Version, habe während der Betaphase aber auch die PC-Version gespielt und unabhängig von der Plattform liefert Battlefront bei überschaubaren Hardware-Anforderungen eine super Optik. Wessen Rechenknecht genug Muskeln hat, der kann mit ein paar wenigen Modifikationen nahezu fotorealistische Grafik auf den (4K-)Monitor zaubern.

Abseits der Technik sorgt auch das Design für eine dementsprechend gute Präsentation. So weit das Auge reicht, werden die Schauplätze über die Abgrenzungen hinaus detailliert dargestellt. Auf dem Waldmond Endor ist der Todesstern am Himmel zu sehen und Ewoks rennen hin und wieder über die hochgelegenen Außenposten der riesigen Bäume. Andere Schauplätze zeigen in der Ferne riesige Weltraumschlachten und liefern die passende Geräuschkulisse, wenn z.B. ganze Sternenkreuzer abstürzen. Dabei kann man schon mal den fehlenden Tiefgang von Multiplayerschlachten vergessen und manchmal sogar auch, dass man nicht alleine auf dem Schlachtfeld ist und es vielleicht gerade der falsche Zeitpunkt wäre, den Absturz des imperialen Sternenzerstörers zu beobachten.



Nawrock

Fazit von Nawrock:

Ich bin mir noch immer noch nicht im Klaren darüber, welche Schulnote ich Star Wars: Battlefront geben würde. Über die fehlende Kampagne kann ich noch am ehesten hinweg sehen, da der Fokus nunmal auf dem Multiplayer liegt. Dafür gibt es andere Punkte, die mich wirklich stören. Auf der einen Seite bin ich von den mangelnden taktischen Aspekten und ganz besonders von den nicht vorhandenen Raumschlachten enttäuscht, denn gerade letzteres hat Battlefront – wie bereits erwähnt – ausgemacht. Andererseits verstehe ich auch die Ausrichtung und die Absicht, das Spiel für Gelegenheitsspieler zugänglich zu machen. Gerade zum Release von Episode VII und dem Star-Wars-Hype ist das die wohl beste Strategie, so viele Spieler wie möglich "ins Boot zu holen". Dann stellt sich mir jedoch die Frage, warum nicht einfach ein Hardcore-Modus wie bei Battlefield implementiert wurde, der eben jene taktischen Elemente zulässt.

Ansonsten kann ich nur jedem, der über die fehlenden Raumkämpfe hinweg sehen kann, zumindest empfehlen, sich Star Wars: Battlefront anzuschauen, denn meiner Meinung nach lohnt sich der Kauf trotz der vieler Mankos schon alleine auf Grund der grandiosen Präsentation – und, weil es die perfekte Möglichkeit ist, nach dem Kinobesuch die Lust nach mehr Star Wars zu befriedigen. Für das Imperium! *Imperial March*

Besonders gut finde ich ...
  • geniale Atmosphäre
  • actionlastiger und dynamischer Shooter
  • Original-Soundtrack
  • spielbare Helden und Schurken
  • Splitscreen-Modi auf Konsolen
  • optische Anpassung der Charaktere
Nicht so optimal ...
  • kein Kampagnenmodus
  • keine Raumkämpfe
  • nur zwei Fraktionen
  • keine frei wählbaren Spawnpunkte
  • fehlender Hardcore-Modus

Nawrock hat Star Wars: Battlefront auf der PlayStation 4 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise von Electronic Arts zur Verfügung gestellt.


HerrBeutel

Fazit von HerrBeutel:

"Mimimi, kein Storymodus!" ... "Mimimimi, keine Kampagne!" - Hören kann ich es beim besten Willen nicht mehr. Ja, das neue Battlefront ist eine Abkehr, eine Reduzierung und eine Casualisierung der Vorgänger. Es ist ein großes Jahr für Star Wars und natürlich will man möglichst vielen Menschen den Zugang zu dem Universum geben. Aber ist das immer was schlechtes? DICE hat von Beginn hat klar kommuniziert, in welche Richtung "ihr" Battlefront gehen wird. Nie war von einer Singleplayer-Kampagne die Rede, nie wollte man eine epische, neue Geschichte erzählen. Daher verwundert mich, dass es vielen Spielern im finalen Spiel fehlt. Battlefront sollte ein reiner Multiplayer-Titel werden und entsprechend halte ich die Rufe nach einer Kampagne für einen Shitstorm aus der Kategorie: "Hauptsache mal gemeckert". Lieber freue ich mich in Zukunft auf ein eigenes, losgelöstes Spiel mit Fokus auf Singleplayer, als ein liebloses Hybrid-Werk zu spielen.

Ansonsten sind auch die Rufe nach fehlender Tiefe nicht ganz verständlich. Durch die Vielzahl an Sternen- und Merkmalskarten, sowie der Möglichkeit, verschiedene "Hände" für verschiedene Situationen und Spielmodi anzulegen, ist eine Individualisierung und Spezialisierung jederzeit möglich. Gehe ich auf Mobilität mit Jetpack und Granaten oder lieber auf Fahrzeugabwehr mit Ionen-Torpedos? Welche Hand hat mein Partner ausgewählt, damit ich vielleicht ergänzend wirken kann? Gerade wenn man in einer Gruppe spielt und ambitioniert gewinnen möchte, sind Absprachen bezüglich Ausrüstung, Waffen und Vorgehen immens wichtig. Wer einfach nur ballern will, nimmt dagegen einen der weniger anspruchsvollen Modi wie z.B. Deathmath oder liefert sich packende Luftduelle im Jägerstaffel-Modus. Gut, ja, es gibt keine Weltraumduelle, aber ich fliege lieber durch enge Schluchten und fokussiere den Kampf als in den unendlichen Weiten herumzuschwirren.

Eines haben alle Modi aber gleich: es braucht keine zwei Minuten bis man von der Präsentation überwältig wird. Sound, Grafik, Karten - näher war man spielerisch noch nie an den Filmen. Spätestens wenn man in einem spannenden Dogfight zwische Tie-Fighter und X-Wing zwischen Schluchtwänden waghalsige Manöver vollführt vergisst man auch, dass das Team-Balancing im aktuellen Status noch nicht funktioniert (Matches in Unterzahl werden nicht ausbalanciert) und dass die Verteilung der Spawnpunkte teilweise ein schlechter Witz ist, wenn man mal wieder vor einem Gegner spawnt, der dann sofort losballert. Trotzdem - nach über 35 Stunden Spielzeit bin ich noch immer nicht müde. Für mich einer der kurzweiligsten, aber vielleicht gerade deshalb unterhaltsamsten Multiplayer-Titel in diesem Jahr.

Besonders gut finde ich ...
  • filmreife Präsentation
  • abwechslungsreiche Spielmodi
  • detailliert gestaltete Karten
  • eigene Spielweise individualisierbar
  • Splitscreen-Modi
  • einsteigerfreundlich ...
  • ... aber dennoch anspruchsvoll
  • motivierende Unlockables
  • ES SIEHT SO GUT AUS!111elf
Nicht so optimal ...
  • Voice-Acting der Helden
  • Verhalten der Helden bei Niederlage
  • Stormtrooper ohne Helm gehen gar nicht
  • Spawnpunkt-Verteilung
  • (Auto-)Team-Balancing quasi nicht vorhanden

HerrBeutel hat Star Wars: Battlefront auf der Xbox One gespielt.

  •  
  • Entwickler:DICE
  • Publisher:Electronic Arts
  • Genre:Action
  • Plattform:PC, PS4, XboxOne
  • Release:19.11.2015

Kommentare-Kommentier-Show


Folgenden Usern gefällt der Beitrag: HerrBeutel, Markys, ... und 6 Gästen.
  • Kithaitaa
    #1 | 18. Dezember 2015 um 12:38 Uhr
    Klingt gar nicht verkehrt, aber bei Multiplayer-Pew-Pew muss ich leider passen. Ich ziehe mir da lieber den Film rein und warte auf das "Jade Raymond" Star Wars mit Visceral Games, das wird ja - so munkelt man - 'n schönes Storyspielchen. EA hat ja eh einen 10-Jahres-Vertrag mit Disney, da wird also noch viel auf uns einprasseln, die nächsten Jahre.
  • Nawrock
    #2 | 18. Dezember 2015 um 15:43 Uhr
    Ich bin - im Gegensatz zu Haschi - schon der Meinung, dass eine Art von "Kampagne" Star Wars: Battlefront gut getan hätte, z.B. in Form der klassischen Galaxis Eroberung. Wenn ich mir die Schlacht von Jakku anschaue, die ja geschichtlich gesehen 29 Jahre vor "Das Erwachen der Macht" und demnach 1 Jahr nach "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" spielt, dann wäre es schön gewesen, die Rebellen dabei zu begleiten, wie sie dem Imperium, Planet für Planet und System für System, den Garaus machen.
  • DarkRaziel
    #3 | 20. Dezember 2015 um 11:49 Uhr
    Was mich an diesem Spiel nicht gefällt ist wie oben auch schon als -Punkt die Spawnpunkt-Verteilung. Immer am Arsch der Welt und ein Team mit mehr als 1 Freund wäre auch vom Vorteil um schneller wieder in den Kampf zu kommen statt über die ganze Map zu rennen wenn man am letzen Punkt ist.

    Hier muss EA noch ganz schön Nachbessern und die geringe Kartenauswahl nur um einen Season Pass anbieten zu können, welcher noch mal fast den Vollpreis erreicht ist schon derbe.
  • Markys
    #4 | 25. Dezember 2015 um 12:44 Uhr
    Interessante historische Pespektive. Star Wars: Battlefront und die anderen Spiele sind an mir vorbeigegangen. Deshalb bin ich vom Spiel sehr viel weniger enttäuscht als ich es sein könnte  Das Gameplay muss unbedingt besser werden, sonst droht Battlefront zu einem Evolve zu werden.

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