The Surge - Review 2

Exoskelette sind schon lange keine Science-Fiction mehr. Bereits seit 2009 werden verschiedene Prototypen vom US-amerikanischen Militär getestet, auch in der Industrie sollen sie in nicht allzu ferner Zukunft zum Einsatz kommen und den Menschen bei schweren körperlichen Arbeiten entlasten. Wie das aussehen könnte, zeigen Deck13 Interactive in ihrer düsteren Zukunftsvision mit The Surge, das häufig als geistiger Nachfolger der Souls-Reihe gesehen wird. Das Entwicklerstudio aus Frankfurt, welches bisher neben 3D-Adventures wie Ankh und Jack Keane vor allem für Lords of the Fallen bekannt sein dürfte, hat allerdings weitaus mehr geschaffen als nur einen Klon der bekannten japanischen Spielereihe.

Meine erste Erfahrung mit einem Videospiel aus dem vermeintlichen "Hardcore-Genre" machte ich zu PlayStation-3-Zeiten mit Demon's Souls. Ich wusste zwar bereits im Voraus, dass das Spiel ungewöhnlich schwierig sein soll, mir war allerdings zu keiner Zeit bewusst, auf was ich mich dabei wirklich einlasse. Bereits nach wenigen Stunden Spielzeit wurde klar, dass diese Art von Spiel nichts für mich ist! Trotzdem wagte ich Jahre später auf der PlayStation 4 einen weiteren Anlauf mit der Portierung von Dark Souls 2, Scholar of the First Sin. Ursprünglich wollte ich eine Review dazu schreiben, doch damit hatte ich mich deutlich übernommen und musste mich erneut, nach nur wenigen Stunden im Spiel, geschlagen geben. Glücklicherweise erbarmte sich Tim, der schon weitaus mehr Erfahrung mit der Souls-Reihe hatte, und übernahm die Mammutaufgabe für mich. Davon überzeugt, dass mir das Genre absolut nicht liegen würde, ließ ich anschließend Titel wie Dark Souls 3 und Bloodborne links liegen und war der felsenfesten Überzeugung, dass ich mir Ähnliches nie wieder antun werde – bis ich auf The Surge aufmerksam wurde. Begeistert von dem frischen und unverbrauchten Setting ließ ich mich ein weiteres, womöglich letztes Mal auf das Genre ein.


The Surge
In The Surge gehören Exo-Rigs zur Ausstattung eines modernen Handwerkers.


Ein Neuanfang



Ich schlüpfe in die Rolle Warrens, der den ersten Arbeitstag bei seinem neuen Arbeitgeber antreten will. In einem Zug sitzend geht es in Richtung des Hauptsitzes von CREO, was mich ein wenig an Half-Life erinnert. Während der Fahrt blicke ich auf einen der vielen Bildschirme und bekomme von Don Hackett, einem jungen Mann mit Scheitelfrisur und Brille, erzählt, was CREO alles für die Menschheit leistet. In kurz: Die Welt ist überbevölkert und die Atmosphäre des Planeten beschädigt. CREO ist wiederum der vermeintliche Retter, der Raketen gen Himmel schießt, die mit der Freisetzung bestimmter Stoffe die Atmosphäre reparieren (sollen). Perfekt inszeniert startet parallel zur Erklärung tatsächlich eine Rakete, die ich durch das Dachfenster des Zuges beobachten kann. Kaum ist das PR-Filmchen vorbei, komme ich auch schon am hauseigenen Bahnhof des Mega-Konzerns an, wo mich die erste große Überraschung erwartet.

Warren ist nämlich kein gewöhnlicher Protagonist. Er sitzt im Rollstuhl und entsprechend bewege ich mich etwas ungewohnt entlang des Bahnsteigs – nicht wissend, wo es überhaupt hingeht oder was mich erwartet. Aus den Lautsprechern ertönt eine Frauenstimme, die uns als Teil CREOs stetig wachsender Familie willkommen heißt. "Bitte begebt euch umgehend zur Registrierung", führt sie fort. Mit "euch" bin anscheinend nur ich gemeint, denn auffällig ist, dass sich außer mir nur schwer gepanzerte und mit Nahkampfwaffen ausgerüstete Wachleuchte am Bahnhof befinden, die im starken Kontrast zur Begrüßung stehen. Entsprechend skeptisch spreche ich einen glatzköpfigen Herrn mit Sonnenbrille an, der jedoch überraschend freundlich reagiert und mich nochmals darauf hinweist, dass ich mich zur Registrierung begeben soll.

Choose your destiny



Dort angekommen darf ich mich nun für eine von zwei freien Stellen entscheiden. Den Unterschied macht neben dem eigentlichen Aufgabenbereich die Ausrüstung des "Exo-Rigs", welches mir laut CREO-Werbefilm das Gehen wieder ermöglichen soll. Bei Servicetechnikern ist jenes Exoskelett mit dem agilen und vielseitigen Lynx-Set ausgerüstet, während Maschinisten vom brachialen und ausdauernden Rhino-Set Gebrauch machen. Ich entscheide mich dafür, Servicetechniker zu werden, und betrete die linke Schleuse, an deren Ende ich per Knopfdruck meine Wahl bestätige. Der Bildschirm färbt sich schwarz und im nächsten Moment findet sich Warren innerhalb einer Zwischensequenz auf einem Operationstisch wieder. Der Tatsache geschuldet, dass sein Körper am Tisch fixiert und er von Roboterarmen umgeben ist, warte ich mulmigen Bauchgefühls das Installationsprogramm des Exo-Rigs ab. Schnell bestätigt sich meine Befürchtung, dass etwas nicht stimmt: Ohne jegliche Betäubung erhalten zu haben, wird das Exoskelett an Warrens Körper befestigt. Schrauben bohren sich durch Haut, Fleisch und Knochen, bis Warren letzten Endes das Bewusstsein verliert. Willkommen bei CREO ...

Auf den ersten Blick scheint die Inszenierung gut gelungen, für meinen persönlichen Geschmack ist sie aber viel zu ichbezogen und wirkt irgendwie gestellt. Ich hätte mir gewünscht, dass ich nicht der einzige Neuankömmling am Bahnhof bin und dass ich vielleicht einen Dialog mit einer Person führe, auf die ich im späteren Verlauf des Spiels auf mehr oder weniger tragische Art und Weise wieder treffe. Auch hätten ein Service-Desk und ein freundlicher Mitarbeiter das Szenario etwas aufgelockert und mir vermittelt, dass bei CREO alles in Ordnung ist und es sich um einen seriösen Arbeitgeber handelt. Stattdessen kommt das Gefühl auf, dass das Spiel es kaum erwarten kann, dass ich den Abschnitt endlich verlasse und irgendwie ist von Anfang an klar, dass die Wachmannschaft auf kurz oder lang auf mich losgehen wird. Anders formuliert: An Warrens Stelle hätte ich sofort kehrt gemacht und wäre mit dem nächsten Zug wieder heimgefahren!


The Surge
Auch Zwischengegner belohnen häufig mit besonderen Ausrüstungsgegenständen.


Ein etwas anderer erster Arbeitstag



"ERROR – Core Power System Defective. Disposal by transport unit in progress." Nach der Einblendung einer kurzen Fehlermeldung kommt Warren inmitten eines Schrottplatzes wieder zu sich, während eine fliegende Drohne sich mit dem Schweißbrenner an seinem Exo-Rig zu schaffen macht. Er tritt die Maschine weg, steht auf (!) und greift zu einem am Boden liegenden Werkzeug. Ein letzter Kameraschwenk und The Surge beginnt. Überall liegen tote Mitarbeiter CREOs, andere wiederum gehen in ihren Exo-Rigs auf Warren los und auch sämtliche Klein- und Großmaschinen auf dem Firmengelände scheinen völlig außer Kontrolle geraten zu sein. Ziel ist es nun herauszufinden, was genau vorgefallen ist. Hierfür steuert man Warren aus der Schulterperspektive durch verschiedene Areale des Konzerns. Die Story wird hierbei hauptsächlich über Audio-Logs erzählt, welche sich teilweise an Terminals herunterladen lassen, teilweise aber auch einfach unter einer Kiste versteckt in der Ecke liegen. Ereignisse, die außerhalb der eigenen Reichweite stattfinden und die der Spieler als Zeuge miterleben muss, gibt es nur wenige. Etwas mehr hiervon hätte zur Atmosphäre beitragen können und wäre wünschenswert gewesen, denn der rote Faden bleibt häufig auf der Strecke.

Nebst dem Schrottplatz umfasst der industrielle Komplex diverse Lagerhallen, Fabrikgebäude, Forschungseinrichtungen, Tunnelanlagen und, und, und. Was in der Theorie sehr abwechslungsreich klingt, stößt in der Praxis leider recht schnell an seine Grenzen. Das Leveldesign weiß zwar eine in sich stimmige Atmosphäre zu schaffen, sorgt aber auch dafür, dass Vieles sich zu ähnlich sieht. Das hat zur Folge, dass optisch alles stets vertraut wirkt, es aber eigentlich nicht ist. Ich hatte häufig Probleme damit, mir den Aufbau größerer Areale einzuprägen, und das ist deshalb erforderlich, weil das Spiel mit keiner Minikarte oder gar Questmarkern daherkommt. Stattdessen müsst ihr euch auf euren Orientierungssinn verlassen und das kann spätestens dann zum Ärgernis werden, wenn Warren das Zeitliche segnet, denn: Wie bereits erwähnt, kann The Surge als geistiger Nachfolger der Souls-Reihe gesehen werden. Jeder Tod wird bestraft und am Leichnam bleibt für eine bestimmte Zeit sämtliches Altmetall liegen, welches man zuvor aufgesammelt, jedoch noch nicht verwertet hat. Schafft man es in der vorgegebenen Zeit nicht, zum "Leichnam" zu gelangen, verschwindet es. Stirbt man auf dem Weg dorthin, ist es ebenfalls für immer verloren. Immerhin erhöht sich der Timer, wenn man unterwegs zum Hab und Gut einen Gegner besiegt.


The SurgeThe Surge
Maschinen sind weitaus hartnäckiger als humanoide Gegner und kommen im Laufe des Spiels immer häufiger vor.


No pain, no gain



Das Altmetall zurückzuerlangen ist deshalb so wichtig, weil es sich dabei um den Rohstoff handelt, der verwendet wird, um euer Exo-Rig aufzuwerten. Das erlaubt zum einen, bessere Ausrüstungsgegenstände anzubringen, was für mehr verursachten Schaden oder höhere Rüstungswerte sorgt. Zum anderen werden Slots für Modifikationen freigeschaltet, die Warren beispielsweise mehr Lebensenergie geben, ihn mit Injektionen ausstatten oder die sein Energiemanagement für Angriffe verbessern. Deshalb solltet ihr als weniger geübte Spieler des Genres häufig die Gelegenheit nutzen, euer Altmetall entweder zu verbrauchen oder es einzulagern. Beides geht allerdings nur in sogenannten MedBays, von denen es in jedem Areal lediglich eine gibt. Um euch jedoch davon abzuhalten, stets auf Nummer Sicher zu gehen und nach jedem einzelnen besiegten Gegner den gesammelten Schrott einzuzahlen, sind nach einem MedBay-Besuch sämtliche Gegner wieder am Leben.

Außerdem werden mutige Spieler belohnt, die sich mit vollem Gepäck in den Kampf stürzen, denn mit jedem getöteten Gegner steigt der Multiplikator für das fallen gelassene Altmetall - was natürlich auch zu ganz großen Frustmomenten führen kann, wie ich selbst oft genug erleben musste. Besonders ärgerlich ist es dann, wenn Warren von einer Plattform gestoßen wird oder selbst (un)freiwillig herunterspringt, weil er sich bei Angriffsanimationen (zu)weit von der eigenen Stelle wegbewegt. Schlimmer ist dann nur noch, wenn das fallen gelassene Altmetall an einer Stelle liegt, die ihr nicht mehr erreichen könnt. Ob das so gewollt ist, kann ich nicht sagen. Ärgerlich ist es aber allemal!


The Surge
Die Taktik im Kampf muss jeweils an den Waffentyp des Gegners angepasst werden.


Wo Metall auf Metall trifft



Das große Highlight von The Surge ist sein Kampfsystem. Gegner können nicht nur klassisch anvisiert werden, wodurch Warren seinen Blick immer nach ihnen ausrichtet. Sie sind zudem in verschiedene Trefferzonen aufgeteilt, die sich direkt attackieren lassen. Diese sechs Trefferzonen, bestehend aus beiden Armen und Beinen, dem Korpus und dem Kopf, sind entweder gepanzert oder freiliegend. Dadurch ergeben sich verschiedene taktische Möglichkeiten. Seid ihr euch bei einem bestimmten Gegnertyp eher unsicher oder habt ihr viel Altmetall im Gepäck und wollt unbedingt dem eigenen Tod entgehen, dann bietet es sich an, die nicht-gepanzerten (blauen) Trefferzonen anzugreifen. Dadurch wird mehr Schaden verursacht und dem Gegner schneller der Garaus gemacht. Möchtet ihr jedoch eure Ausrüstung verbessern, dann solltet ihr die gepanzerten (gelben) Trefferzonen angreifen. Wenn sämtlicher am Gegner verursachter Schaden an ein und derselben Trefferzone verursacht wird, kann Warren am Ende per Finishing-Move das gewünschte Körperteil abschlagen oder den Gegner zweiteilen. Die daran montierte Ausrüstung dient anschließend als Vorlage und kann in der nächsten MedBay nachgebaut werden.

Die Inszenierung der Finishing-Moves erinnert stark an die letzten Spiele aus der Fallout-Reihe, denn ganz in V.A.T.S.-Manier bekommt ihr die Exekutionen in Slow-Motion und mit jeder Menge Blut präsentiert. Deck13 spendiert dem Ganzen noch Schmerzensschreie, was die Brutalität zusätzlich unterstreicht. Für die nötige Abwechslung sorgen fünf verschiedene Waffentypen, die zwar dasselbe Ergebnis mit demselben abgetrennten Körperteil liefern, aber alle eine eigene Animation hierfür haben. Waffentypen machen aber nicht nur einen optischen Unterschied. Sie haben auch einen erheblichen Einfluss auf die Spielweise. Einhandwaffen sind der ausgewogenste Waffentyp: Sie ermöglichen verhältnismäßig schnelle Attacken und die Verzögerung zwischen der Durchführung der Attacke und dem Moment, in dem Warren sich wieder frei bewegen kann, ist (noch) verkraftbar. Zweihandwaffen hingegen erlauben stärkere Attacken, verbrauchen aber auch ungemein viel Ausdauer. Ist sämtliche Ausdauer verbraucht, kann Warren weder eine Attacke aus- noch ein Ausweichmanöver durchführen, sondern muss sich in normalem Tempo um den Gegner bewegen, bis sich die Ausdauer wieder regeneriert hat.


The SurgeThe Surge
Um Bossgegner zu besiegen, ist mehr als nur perfektes Timing erforderlich.


Skill oder Ausrüstung?



Vollständigkeitshalber sind noch Stäbe und ein- bzw. beidseitig am Exo-Rig montierte Waffen zu nennen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Als Amateur habe ich mich jedoch für die Einhandwaffe entschieden und bin auch dabei geblieben, da sie einfach am meisten verzeiht. Ein Wechsel im späteren Spielverlauf wäre außerdem gar nicht so ganz ohne Folgen möglich gewesen, denn im Vergleich zur Souls-Reihe skalieren die Waffenwerte nicht mit der Stufe des Charakters bzw. des Exo-Rigs, sondern müssen separat trainiert werden. Das hat zur Folge, dass es nahezu unmöglich ist, beim Wechsel auf einen untrainierten Waffentyp einfach die Story weiterzuspielen. Es geht nichts an einem Besuch vorangegangener Gebiete vorbei, wo unter mehrmaligem Reset durch die MedBay so lange Standardgegner zerlegt werden müssen, bis man die Waffe entsprechend aufgelevelt hat. Das lässt leider einen faden Grinding-Beigeschmack zurück, der meiner Meinung nach nicht notwendig gewesen wäre.

Leider ist das Grinding nicht nur auf den Wechsel zu neuen Waffentypen beschränkt, sondern auch anderweitig notwendig, denn viele Bosse verlangen nicht nur das Einstudieren des idealen Movements, sondern auch eine entsprechend hohe Stufe des Exo-Rigs oder der Ausrüstung. In den Bosskämpfen gegen Mechs, Roboterarme oder stark gepanzerte Offiziere ist es nahezu unmöglich, jeder Attacke oder Folgeattacke auszuweichen, wodurch Warren selbst bei perfektem Timing hin und wieder Schaden nimmt. Dadurch wird euer Erfolg von Injektionen abhängig, die eure Gesundheit auffüllen. Injektionen, deren Anzahl wiederum von Modifikationen eures Exo-Rigs abgängig ist. Das heißt, dass ihr entweder genug Schaden verursachen müsst, um den Gegner schneller zu besiegen und somit mit weniger Injektionen auszukommen, oder eben entsprechend viele Injektionen mitführen müsst – und beides ist entweder von der Stufe eures Exo-Rigs oder der Stufe eurer Ausrüstung abhängig. Abgesehen davon, dass hier der Spielfluss doch gewaltig getrübt werden kann, sind die Kämpfe großartig inszeniert, abwechslungsreich und vor allem fordernd.



Nawrock

Fazit von Nawrock:

Es gibt Spiele und vor allem vermeintliche AAA-Titel, die auf dem Papier nahezu perfekt sind, bei genauerer Betrachtung aber erhebliche Mängel aufweisen, weil es an der Umsetzung hapert. The Surge hingegen wirkt wie ein Spiel, welches von den ersten Konzeptzeichnungen und Storyfetzen bis hin zum fertigen Spiel genauso realisiert wurde, wie es geplant war, und auch genauso funktioniert, wie es soll. Es läuft butterweich auf allen Systemen, die Steuerung ist eingängig und intuitiv und das Kampfsystem ist erste Sahne. Auch die Geschichte ist gut durchdacht und durchaus interessant, nur ist das Storytelling meiner Meinung nach nicht gut gelungen und auch die größte Schwäche des Spiels.

Klar, hier und da findet man ein Audio-Log, und irgendwie ergibt das, was man da so hört, auch alles Sinn, aber es hat mich einfach nie gepackt und mitgerissen! Überhaupt wird nur wenig Tragik um die Vorfälle vermittelt und vom Schicksal anderer Mitarbeiter, die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind, bekommt man fast gar nichts mit. Es gibt zwar eine Handvoll Nebencharaktere, die nach ihrer Rettung in sicheren Bereichen herumlungern und mit banalen Nebenaufgaben nerven, nur leider wirken sie blass und ihre Geschichten belanglos. Doch vielleicht setze ich hier einen falschen Fokus, denn den meisten Spielern wird es sowieso weniger um die Story und mehr um die persönliche Herausforderung gehen.

The Surge überzeugt mit unverbrauchtem und dystopischem Setting und bleibt trotz sich wiederholendem Design atmosphärisch stark. Das Kampfsystem macht Spaß und verlangt nach Perfektion, und an den Finishing-Moves kann man sich kaum sattsehen – ein gewisses Faible für das hohe Level an Gewalt vorausgesetzt. Für The Surge muss man jedoch kein Souls-Veteran sein. Am Ende reichen Lust und Mut, sich einer echten Herausforderung zu stellen. Wer sich allerdings nur für die Story interessiert oder einfach nur ein gemütliches Action-RPG im Sci-Fi-Szenario erwartet, der lässt tatsächlich besser die Finger davon.

Besonders gut finde ich ...
  • sehr gut funktionierendes Kampfsystem
  • frisches und unverbrauchtes Szenario
  • technisch solide Umsetzung
  • angenehme Steuerung und Kollisionsabfrage
  • gut inszenierte und brutale Finishing-Moves
  • großes und abwechslungsreiches Waffenarsenal
Nicht so optimal ...
  • langweiliges Storytelling
  • banale Nebenaufgaben
  • sich teilweise wiederholendes Leveldesign
  • keine interaktive Karte
  • Waffenwechsel nicht ohne Weiteres möglich

Nawrock hat The Surge auf dem PC gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise von Focus Home Interactive zur Verfügung gestellt.

  •  
  • Entwickler:Deck13
  • Publisher:Focus Home Interactive
  • Genre:Action-RPG
  • Plattform:PC, PS4, XboxOne
  • Release:16.05.2017

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Folgenden Usern gefällt der Beitrag: ... 2 Gästen.
  • Tim
    #1 | 23. Juni 2017 um 17:32 Uhr
    Surge hat mir ja schon letztes Jahr auf der gamescom ziemlich gut gefallen und vieles, was dich stört (keine Karte, Gegner-Respawns, Schwierigkeit) finde ich als Souls-Fan okay oder sogar gut. Das Kampfsystem mit den zerstörbaren Körperteilen hat auf jeden Fall was. Hoffentlich komme ich dieses Jahr noch dazu, Surge auch selbst zu spielen   

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