Tekken 7 - Review 4

Über zwei Jahre ist es nun her, dass die japanischen Spielhallen mit Tekken 7 versorgt wurden und selbst die überarbeitete und erweiterte Fassung, Tekken 7: Fated Retribution, kann bereits seit Juli 2016 im Land der aufgehenden Sonne gespielt werden. Nun hat der Prügelhit aus dem Hause Bandai Namco auch den Rest der Welt erreicht und zusätzlich zur Arcade-Version nicht nur den Weg zurück auf die Konsolen gefunden, sondern erstmals auch auf den PC. Als alter Fan der Serie, der sich jedoch vor nicht allzu langer Zeit von seinen Konsolen getrennt hat, konnte ich mir deshalb die Chance nicht entgehen lassen, über den heimischen Rechenknecht am King of the Iron Fist Tournament teilzunehmen.

Jedes Kampfspiel braucht irgendeine Hintergrundgeschichte. Oder zumindest scheint das so zu sein, denn von Dead or Alive über Street Fighter bis hin zu Tekken ist immer zumindest etwas Ähnliches vorhanden. Bei Tekken geht es seit eh und je um das sogenannte "The King of the Iron Fist Tournament", welches nun zum vierten Mal von Heihachi Mishima ausgerichtet wird. Der mittlerweile ergraute Herr mit der markanten Frisur ist Hauptantagonist der Serie und war, neben nur wenigen anderen Kämpfern, bisher bei jedem Spiel dabei. Aufgepeppt wird das Ganze durch den ewig andauernden Konflikt zwischen ihm und Sohnemann Kazuya, der zu allem Übel auch noch ein sogenanntes Teufelsgen in sich trägt. Doch beide sind nicht nur äußerst talentierte Kampfkünstler, sondern leiten mittlerweile auch ihre eigene Organisation. Heihachi ist (wieder) Anführer des Mishima Zaibatsu und Kazuya leitet die G Corporation. Dementsprechend lassen die zwei nicht mehr nur ihre Fäuste sprechen, sondern führen sprichwörtlich einen Krieg gegeneinander. Nebenbei ist auch Enkel Jin involviert, der immer mal wieder reinpfuscht und bis vor kurzem noch das Mishima Zaibatsu leitete. Im Großen und Ganzen war es das aber auch schon. Natürlich haben alle anderen Kämpfer ebenfalls ihre eigene Geschichte, doch primär ging es schon immer um den Konflikt der Familie Mishima respektive Kazama, da Jin den Nachnamen der Mutter trägt. All das hat sich auch mit Tekken 7 nicht geändert.


Tekken 7
Auch in Tekken 7 steht der Konflikt der Familie Mishima im Mittelpunkt.


Eine neue Erzählweise



Auch wenn die Story irgendwie immer dieselbe bleibt, hat sich doch bezüglich der Erzählweise so einiges – nun, sagen wir "etwas" – getan. Bei den ersten drei Teilen der Tekken-Reihe wurde die Geschichte noch ausschließlich über das Intro und den Arcade Mode erzählt, nach dessen Durchspielen für jeden Kämpfer ein individuelles, vorgerendertes Video abgespielt wurde. Mit Tekken 4 wurde dann der Story Battle eingeführt, bei dem jeder Kämpfer zusätzlich zum Abspann eine Einleitung in Form eines Comics spendiert bekam. Hieran hatte sich auch im fünften Teil nichts geändert. Mit Tekken 6 ersetzte dann erstmals eine zusammenhängende Kampagne, die Scenario Campaign, den Story Battle. Das wilde Konstrukt aus Comic-Sequenzen, In-Engine-Videos und Lauf- & Kampfabschnitten im Stile des Tekken Force Mode fühlte sich jedoch etwas fehl am Platz an – obgleich es doch ein oder zwei Stunden zu unterhalten wusste. Hier wählt Tekken 7 nun einen anderen Ansatz und erzählt die Geschichte des Konflikts zwischen Mishima Zaibatsu und der G Corporation aus Sicht eines Journalisten, der seine Familie während des Krieges verloren hat. Zwischen den Comic-Sequenzen mit Story-Monolog folgen dann weitestgehend normale Tekken-Kämpfe, bei denen ihr zwar auch hin und wieder gegen mehrere Jacks oder Mitglieder der Tekken Force kämpfen müsst, den Kämpfer im Vergleich zum vorherigen Teil aber nach gewohnten Bewegungsabläufen steuert. Für den roten Faden sorgen Videosequenzen, die nahtlos in den eigentlichen Kampf übergehen.

Per se finde ich die Lösung gut gewählt und sie fühlt sich weitaus weniger künstlich an als die des Vorgängers. Perfekt ist sie aber noch lange nicht und vielleicht gibt und braucht es diese eine perfekte Lösung für Storytelling in Kampfspielen auch gar nicht. Letzten Endes war ich mit den CGI-Videos der früheren Teile immer zufrieden. Außerdem hat es einen gewissen Reiz gesetzt, den Arcade Mode mit allen verfügbaren Kämpfern jeweils einmal durchzuspielen, um alle Videos freizuschalten. So etwas fehlt bei Tekken 7 leider komplett und die an die Hauptstory anknüpfenden Kapitel, von denen es für jeden Kämpfer eines gibt, die jeweils aber nur aus einem Kampf bestehen, machen das Ganze nicht besser, denn belohnt werde ich nach dem Durchspielen lediglich mit wenigen Sekunden langen In-Engine-Videos, die teilweise einfach nur zum Fremdschämen sind. Da wünsche ich mir doch lieber die alten Zeiten zurück!


Tekken 7Tekken 7
Neuzugang Akuma dürfte Kennern der Street-Fighter-(Alpha-)Reihe bekannt sein.


Mehr Abwechslung in der Kämpferauswahl?



Wie jedes Tekken bringt auch der neueste Teil neue Kämpfer mit sich und verabschiedet sich gleichzeitig von alten Gesichtern. Dieser Wechsel ist in der Vergangenheit häufig gut gelungen, bei Tekken 7 war das jedoch meiner Meinung nach ein Schuss in den Ofen. Prinzipiell lässt sich der Trend erkennen, dass die Entwickler das Spektrum an Kampfstilen erweitern und den Pool an Charakteren dort ausdünnen, wo sich Kämpfer bisher zu ähnlich waren. Dementsprechend gibt es nur noch Hwoarang als Vertreter Taekwondos und auf seinen Lehrer Baek muss verzichtet werden. Auch Christie Monteiro ist nicht mehr mit von der Partie und Eddy bleibt der einzige Capoeiratänzer. Ein ähnliches Schicksal hat auch die Williams-Schwestern ereilt, von denen nur noch Nina mit dabei ist. Bis dahin ist das zwar schade, aber zumindest noch einigermaßen nachvollziehbar. Weniger Verständnis habe ich jedoch dafür, dass selbst einzigartige Charaktere wie der Muay-Thai-Kämpfer Bruce Irvin und ikonische Gesichter wie der Hongkonger Polizist Lei Wulong nicht mehr am Turnier teilnehmen. Das wissen leider auch die Neuzugänge nicht komplett wiedergutzumachen.

Ob es jemals das angekündigte Crossover Tekken X Street Fighter geben wird, steht weiterhin in den Sternen. Einen Vorgeschmack, wie das nicht nur aussehen, sondern sich auch spielen könnte, gibt jedoch Akuma, der seinen Weg in das Tekken-Franchise gefunden hat und sogar sein originales Moveset aus den aktuellen Street-Fighter-Spielen mitbringt. Eine weitere interessante Ergänzung der Kämpferriege ist Kazumi Mishima, die Mutter Kazuyas. Sie und vor allem ihr Alter Ego Devil Kazumi, die bisher Vorbestellern vorbehalten ist, beantworten einige bisher offene Fragen in der Geschichte der Familie Mishima. Weiterhin sind Savate-Kämpferin Katarina Alves, Kickboxerin Josie Rizal, Ex-Militär Shaheen und Raven-Ersatz Master Raven als positive Neuzugänge zu werten. Gigas, ein von der G Corporation genetisch modifizierter Mensch, der zu einem knallroten Muskelberg mutiert ist, gefällt mir zwar persönlich nicht, ihn zähle ich aber ebenfalls noch als gelungen. Besonders Spieler, die an Craig Marduk ihren Spaß hatten, werden sich mit Gigas anfreunden können bzw. müssen, da Marduk nicht mehr dabei ist, die beiden sich aber einige Moves teilen.

Womit ich dann auch schon bei den beiden Charakteren wäre, über die ich mich weniger gefreut habe – weil sie entweder enttäuschend sind oder sogar für Kopfschütteln gesorgt haben. Den Anfang macht der Exorzist Claudio Serafino, der aus dem Vatikan stammt und als Mitglied einer uralten Sekte gar nicht mal so nichtssagend zu sein scheint, würde sein Kopf nicht aussehen wie die Standardeinstellung eines jeden Charakter-Editors japanischer (Action-)Rollenspiele. Das ist nicht nur auf seine Nationalität bezogen sehr unpassend, sondern wirkt außerdem wie das Produkt eines demotivierten Designerteams. Viel schlimmer finde ich allerdings Lucky Chloe. In meinen Augen ist die junge blonde Cosplayerin nichts weiter als Fan-Service für Otakus und erste Anlaufstelle für Sexismusvorwürfe, denn außer einer mädchenhaften Stimme, kitschigem Zwinkern, unnötigem Rumgehampel und weiten Einblicken hat die Figur absolut nichts zu bieten. Das wäre auch weniger billig gegangen!


Tekken 7
Kämpfe werden optisch auch weiterhin von Partikeleffekten dominiert.


Jetzt gibt's auf die Zwölf!



Das Kampfsystem Tekkens hat sich seit Teil 1 zwar stetig weiterentwickelt, ist sich dabei aber immer treu geblieben. Im Direktvergleich wirken Kämpfe in Tekken 7 zwar optisch weitaus imposanter als früher, die Bewegungsabläufe der Charaktere sind aber noch weitestgehend dieselben, ganz nach dem Motto "Never change a running system". Auffällig ist jedoch, dass sich die Eingabe geändert hat und es Buttonmasher von Spiel zu Spiel immer schwerer haben, siegreich zu sein, denn während es in Tekken 3 noch relativ einfach war, mit Hwoarang nur die Tritt-Tasten zu betätigen oder mit Eddy die Daumen über das D-Pad und die Action-Buttons kreisen zu lassen und so die Kämpfe zu dominieren, ist mittlerweile echtes Können gefragt – selbst gegen CPU-Gegner. Unabhängig vom Schwierigkeitsgrad ist es deswegen notwendig, sich mit dem Kämpfer seiner Wahl ausgiebig zu beschäftigen, um sich anschließend erfolgreich durch den Arcade Mode kämpfen zu können. Die Auswahl ist dabei groß, denn Tekken 7 kommt mit 37 Charakteren daher, die sich allesamt weitestgehend unterschiedlich spielen. Die Spannweite reicht hierbei vom flinken Boxer Steve über den passiv effizienten Karatekämpfer Kazuya bis hin zum Androiden Jack, der rohe Gewalt nutzt, um seine Gegner zu dominieren. Dem Kampfstil entsprechend unterscheiden sich auch Taktik und Eingabe.

Ich persönlich spiele am liebsten mit Steve Fox, mit dem ich in Tekken 5 und Tekken 6 relativ gut war. In Tekken 7 durfte ich jedoch erstmal mein blaues Wunder erleben, da viele effiziente Attacken nun die richtige Boxstellung voraussetzen. Nachdem ich also meine ersten Online-Niederlagen eingeheimst habe, ging es direkt ins Dojo und siehe da: Übung macht den Meister! Mit Übung meine ich aber auch tatsächlich Übung, denn nur die richtige Eingabe auswendig zu lernen, reicht bei Weitem nicht aus. Nur mit dem richtigen Timing lassen sich Combos ausführen und Tekken vergibt Fehler hierbei in keiner Weise. Wie oft ich Steve nur "One, Two" sagen hören habe, weil er nach zwei Schlägen die Combo abgebrochen hat, kann ich euch gar nicht mehr sagen, weil ich mit dem Zählen längst aufgehört habe. Die harte Arbeit lohnt sich allerdings und irgendwann konnte ich dann auch meine ersten Siege einfahren, bevor ich auf Grund des höheren Rangs wieder Gegner vor mir hatte, die mich nach Strich und Faden vermöbelt und direkt zurück ins Dojo geschickt haben.

Neben überarbeiteter Tasteneingabe gibt es den neuen Rage Mode, der dann aktiviert wird, wenn die Lebensenergie unter einen bestimmten Prozentsatz fällt. Durch eine relativ einfache Eingabe wird dann eine Attacke ausgeführt, die den Spieß auch dort noch rumdrehen kann, wo bisher der Kampf nahezu aussichtslos schien. Die Inszenierung weicht stark von Standardattacken ab und wirkt mit neuen Kameraperspektiven und Zeitlupe-Effekten nahezu 1:1 wie die Ultra Combos aus den letzten Street-Fighter-Spielen. Das neue Feature wirkt aber keinesfalls wie ein Fremdkörper, sondern fügt sich bestens in das bisherige Kampfsystem ein und sorgt außerdem für etwas mehr Abwechslung. Trotzdem sind die Rage-Attacken kein Allheilmittel, denn auch weiterhin geht ohne das richtige Timing gar nichts und so kann die Attacke entweder ins Leere gehen oder der Gegner kann sie entsprechend gekonnt blocken und einem anschließend den Gnadenstoß verpassen. Ein besonders schönes Gimmick, über das ich mich sehr gefreut habe: Gastkämpfer Akuma verfügt nicht über den Rage-Meter der anderen Tekken-Charaktere, sondern über den aus Street Fighter bekannten Ex-Meter.



Nawrock

Fazit von Nawrock:

Trotz der vielen Kritik in diesem Artikel bin ich mit Tekken 7 überaus zufrieden. Klar: Während des Kämpferauswahl-Bildschirms lasse ich in den wenigen Sekunden nach Bestätigung meines Charakters noch immer den Blick über die Gesichter schweifen und frage mich, warum es Bruce und Lei nicht in die Auswahl geschafft haben. Und wenn ich zur Übung den Arcade-Modus spiele, vermisse ich am Ende die häufig kitschigen, aber immer unterhaltsamen CGI-Epiloge. Doch auch das ist – wie so häufig – Meckern auf hohem Niveau und stattdessen will ich mich im Fazit auf das konzentrieren, was Tekken 7 wirklich gut macht.

Das Spiel liefert nämlich alles, was ein gutes Kampfspiel mitbringen muss, und davon reichlich: eine abwechslungsreiche Kämpferriege mit weit über 30 Figuren, ein ausgeklügeltes Kampfsystem mit neuem Rage-Modus, einen Online-Multiplayer, der mit wenig bis keinen Verbindungsabbrüchen auskommt, und einen Story-Modus, der all diejenigen weitestgehend zufriedenstellen wird, die wissen wollen, wie die Geschichte rund um das King of the Iron Fist Tournament weitergeht. Als kleines Schmankerl spendiert Bandai Namco zudem das Museum, das ich bisher noch gar nicht erwähnt hatte und welches alle Intros, Outros und Zwischensequenzen aller vergangenen Tekken-Titel enhält.

Bleibt am Ende nur zu sagen, dass das Tekken-Franchise durch Tekken 7 auch weiterhin bei Beat 'em Ups ganz oben mitspielt und das nicht nur auf Grund der Tatsache, dass bekannte Gesichter für den nötigen Nostalgiefaktor sorgen. Ich hatte durchweg großen Spaß mit dem Spiel und werde sicherlich auch nach diesem Artikel weiterhin an den Kombinationen Steves arbeiten und versuchen, mich im Online-Ranking hochzuarbeiten. Klare Kaufempfehlung!

Tekken 7 ist ein würdiger Nachfolger der Reihe, der alte Standards beibehält und gleichzeitig gekonnt mit neuen Features überrascht – und das erstmals auch auf dem PC. Ganze 10 neue Kämpfer sorgen für frischen Wind und laden Anfänger, aber auch alteingesessene Profis, dazu ein, neue Kampfstile auszuprobieren.

Besonders gut finde ich ...
  • vertrautes und doch neues Kampfsystem
  • gut gelungene PC-Portierung
  • stabile Verbindung im Online-Modus
  • viel Auswahl bei der Anpassung der Kämpfer
  • zusammenhängender Story-Modus
  • Neuzugang Akuma aus der Street-Fighter-Serie
Nicht so optimal ...
  • fehlende Charaktere aus den Vorgängern
  • keine aufwendigen CGI-Videos als Abspann
  • Kapitel für Kämpfer teilweise zum Fremdschämen
  • teilweise blasse und peinliche Neuzugänge

Nawrock hat Tekken 7 auf dem PC gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise von Bandai Namco Entertainment zur Verfügung gestellt.


Antiheld

Fazit von Antiheld:

Als langjähriger Tekken-Fan habe ich das Erscheinen von Tekken 7 mit größerer Vorfreude erwartet als das Erscheinen von kaum eines anderen aktuellen Spieles. Nachdem ich mit den Vorgängern Tekken 6 und Tekken Tag Tournament 2 unzählige Stunden online verbracht habe, habe ich mir vom aktuellen Installment insbesondere ein besseres Online-Handling erhofft – denn als Kampfspiel macht Tekken naturgemäß Lust auf Multiplayer-Modus, so dass es in der heutigen Zeit nicht zu viel verlangt sein sollte, Verbesserungen im bisher allenfalls passablen Online-Modus zu erwarten. Hier wurde vom Konzept her einiges verbessert, jedoch ist es sehr ärgerlich, wenn der Online-Modus erst nach ca. vier Wochen spielbar ist und direkt eine Neuerung (Ranking Match-Gegner aus einer Liste herauszufordern) im Zuge der Reparatur des Online-Modus direkt wieder entfernt wird.

Der neue Rage-Mode ist meiner Meinung nach als Verschlechterung zu deuten: Meine Offline-Erfahrung zeigt, dass dieser das Balancing sehr stark stört; online wird es da sicher genauso sein. Das Core-Gameplay hat sich ansonsten kaum verändert. Grafik und technische Umsetzung erinnern eher an einen PS3-Titel. Der neue Kampagnen-Modus ist dröge. Auch wenn es anfänglich ganz witzig ist, Kämpfe nachzuspielen, die vor dem ersten Tekken stattgefunden haben, langweilt der Modus später jedoch nur noch, da man zwischen den Kämpfen lediglich lange Standbilder mit viel zu langen Off-Dialogen vorgesetzt bekommt. Insbesondere, da die Story selbst für mich als Fan schon immer belächelnswert bis lächerlich war, kann diese die uninteressante Erzählweise leider nicht auskompensieren. Dann spiele ich lieber die klassische Kombination aus Arcade-Modus + Abspannsequenz.

Am ärgerlichsten finde ich jedoch den Umfang, den das Spiel bietet. Die Anpassungsmöglichkeiten der Charaktere sind im Vergleich zum Vorgänger verringert worden, je nach Geschlecht haben fast alle Charaktere die gleichen Kostüme zur Auswahl. Die Auswahl an Kämpfern ist wohl immer subjektiv, doch auch hier war ich selten so entgeistert. Tekken 7 bringt zehn neue Charaktere hinzu, neun hiervon mit komplett neuen Kampftechniken. Tekken Tag Tournament 2, der letzte große Teil auf der Playstation 3, hatte bis auf Gon alle Charaktere der kompletten Reihe zur Auswahl und für einige im Spielkanon bereits seit mehreren Teilen verstorbene Charaktere sogar neue Movesets eingeführt. Anstatt ein paar der neuen Charaktere diese Movesets nun übernehmen zu lassen, werden diese somit nach einem Teil fallen gelassen. Auch wenn eine geringere Charakterauswahl als im Vorgänger zu erwarten war, war ich doch enttäuscht darüber, dass mehrere Charaktere, die in fast jedem Hauptteil zum Standardfaufgebot gehören, fehlen. Modi wie der Survival-, der Time Attack- und der Team-Modus waren seit der Playstation 1-Ära immer dabei und wurden hier zum ersten Mal gestrichen. Gleichzeitig weiß man schon, dass es einen Spielmodus im ersten DLC-Pack geben wird.

Fehlender Content mit gleichzeitiger Ankündigung von kostenpflichtigem Zusatz-DLC, technisch mangelhafte Umsetzung und keine nennenswerten positiven Neuerungen machen Tekken 7 daher für mich zu einem enttäuschenden Einstand für diese Konsolengeneration, auch wenn das Core-Gameplay mich natürlich immer noch überzeugt. Tekken Tag Tournament 2 war für mich das beste Tekken überhaupt, daher könnte die Differenz nicht größer sein. Das positive Echo, welches das Spiel größtenteils erhält, kann ich daher traurigerweise nicht nachvollziehen.

Besonders gut finde ich ...
  • endlich einen Tekken-Teil mit der bekannt guten Spielmechanik für die Current-Gen zu haben
  • viele neue Charaktere...
  • neue verbesserte Online-Struktur...
  • die Zwischensequenzen aller Hauptteile der kompletten Tekken-Reihe sind im Spiel anschaubar
Nicht so optimal ...
  • Modi (die sonst in jedem Teil der Reihe vorhanden sind) fehlen
  • ... zu Lasten von Standardkämpfern
  • ... die über Wochen nicht funktionierte
  • Rage Art-Attacken stören das Balancing

Antiheld hat Tekken 7 auf der PlayStation 4 gespielt.

  •  
  • Entwickler:Bandai Namco Games
  • Publisher:Bandai Namco Games
  • Genre:Beat 'em up
  • Plattform:PC, PS4, XboxOne
  • Virtual Reality:PlayStation VR
  • Release:02.06.2017

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