Splatoon 2 - Review 3

Alle Welt redet über die Nintendo Switch Online App und das katastrophale Voice-Chat-Konzept - dabei hat Splatoon 2 bei genauerem Hinsehen und nach längerer Spielzeit ganz andere, viel größere Probleme. Es steht sinnbildlich für all das, was Nintendo mit der Switch vergeigt hat, weil es das erste große Multiplayer-Spiel ist, bei dem die Online-Infrastruktur auf die Probe gestellt wird. Auf der anderen Seite ist Splatoon 2 aber wie sein Vorgänger schon eine tolle Errungenschaft der Nintendo-Designphilosophie - und es macht vieles besser als der erste Teil auf der Wii U. Ich bin in das neue Inkopolis gereist, um ein zweites Mal mit den Kids und Squids in die bunte Farbschlacht einzutauchen.

Zuallererst: Splatoon 2 ist mehr Splatoon - und aller Unkenrufe zum Trotz kein Update oder Upgrade, sondern eine Fortsetzung. Sicher könnte man auf den ersten Blick eine Portierung vermuten, denn rein optisch ist der Sprung von Wii U zur Nintendo Switch abseits der Auflösung, die jetzt 1080p beträgt, kaum erkennbar. Und natürlich erfindet sich Splatoon 2 auf der Switch nicht neu, warum sollte es auch? Das Konzept ist nach wie vor "fresh" und einzigartig im Genre, viele Spieler dürften auf der neuen Konsole sogar das allererste Mal mit den Inklingen in Kontakt treten. Ich will die Diskussion um Update oder Fortsetzung an dieser Stelle gar nicht breiter treten - damit werde ich mich in naher Zukunft noch in einem Gedankenflug auseinandersetzen -, aber doch zumindest gleich zu Beginn dieses Berichts klarstellen: Splatoon 2 ist eine Fortsetzung.

Nachdem das jetzt aus dem Weg geschafft ist, wird es Zeit, dass wir uns mit den wirklichen Problemen des Spiels beschäftigen. Denn derer gibt es reichlich. Und das ist vor allem deshalb schade, weil Splatoon 2 den ersten Teil ansonsten eigentlich in fast allen Belangen übertrifft.


Splatoon 2
Team Blau und Team Gelb im Kampf auf der Störwerft. Gewinnen wird das Team, das mehr Farbe verspritzt hat.


Farbschlachten in der Perlmutt-Akademie und der Molluskelbude



Fangen wir aber mit den Basics an, die sich gegenüber dem ersten Teil nicht geändert haben: Man verspritzt bunte Tinte und per Knopfdruck verwandelt sich das Kid in einen Squid, um fortan durch die eigene Farbe zu tauchen. Im prominentesten und zentralen Spielmodus Revierkampf (englisch: Turf War) gewinnt dasjenige Team, das den größeren Teil der Karte mit seiner Farbe bedeckt hat. Es geht also, anders als in den gängigen Multiplayer-Shootern für PC und Konsolen, nicht vorrangig um das Töten. Tatsächlich bekommt man für das Ausschalten von Gegnern sogar keinen einzigen Punkt. Der Sinn und Vorteil vom Eliminieren steckt woanders, denn desto weniger Gegner gerade auf der Karte unterwegs sind, umso mehr eigene Farbe kann man verteilen. Und so drängt man, wenn man sich als Team gut anstellt, das feindliche Team Stück für Stück zurück in die eigene Hälfte, versucht, das Zentrum zu dominieren und in gerade unbesetzte Gebiete vorzudringen, um die unerwünschte Farbe Meter für Meter mit der eigenen Tinte zu übertünchen. Genau drei Minuten dauert ein Match und gerade in den letzten 30 Sekunden kann sich das Blatt noch wenden, wenn es einem vermeintlich unterlegenen Team plötzlich durch einen geschickten Schachzug noch gelingt, einen großen Teil der Karte einzufärben. Die Farbschlachten sind dynamisch, spannend, in den besten Partien auch erstaunlich taktisch geprägt und denkbar knapp - und machen mir in Splatoon 2 genauso viel Spaß wie schon auf der Wii U.

Warum beschreibe ich mit dem Revierkampf einen einzigen Spielmodus in aller Ausführlichkeit? Weil er genau wie im ersten Splatoon nicht nur der prominenteste Modus ist, sondern für die ersten Spielstunden auch der einzige - denn Rangkämpfe, in denen man mit "Tower Control", "Rainmaker" und "Splat Zones" auch drei andere Modi spielen kann, werden erst ab Stufe 10 freigeschaltet. Der Weg zu Stufe 10 ist allerdings einige Stunden lang, in denen man einzig und ausschließlich Revierkämpfe bestreiten kann. Schlimm ist das aber trotzdem nicht, denn die Kurzweiligkeit und Intensität dieser dreiminütigen Matches motivieren lange, weit bis über Stufe 10 hinaus - bei 30 ist übrigens das Maximum. Was nicht zuletzt auch daran liegt, dass das Spielgeschehen massiv davon abhängt, welche Ausrüstung man gewählt hat und welche Karte gerade gespielt wird.


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Die Molluskelbude ist ebenso gelungen wie die neuen Waffen. Dieser "Regenschirm" erscheint demnächst per DLC.


Neue Waffen, Caps und Sneaker für die coolen Kids



Wie in Splatoon setzt Nintendo auch im Nachfolger auf eine Kartenrotation, dieses Mal immerhin im Zwei- statt Vier-Stunden-Rhythmus, und für den jeweiligen Zeitraum stehen jeweils zwei Szenarien zur Verfügung. Angenehm finde ich diese "Gängelung" nach wie vor nicht, denn nicht selten kam es vor, dass ausgerechnet die beiden Karten gespielt werden, die mir am wenigsten gefallen - und zwei Stunden lang die gleichen zwei Karten zu sehen, wird irgendwann nervig. Auf der anderen Seite wird dadurch immerhin sichergestellt, dass keine Karte ignoriert wird, was zum Beispiel im Abstimmungssystem von Call of Duty regelmäßig geschieht. Mit aktuell acht Maps fällt mir die Auswahl jedoch zumindest Stand heute zu gering aus - auch wenn man mit den Muränentürmen eine der besten Karten aus Splatoon übernommen hat und neue Umgebungen wie die Seeigel-Rockbühne oder die Störwerft gelungene und willkommene Ergänzungen sind, die sich teils auch dynamisch verändern.

Das Waffenarsenal kann sich mit acht Hauptwaffen plus x Subvarianten dagegen sehen lassen und gerade die neuen Doppelpistolen mit Ausweichfunktion haben sich auf Anhieb zu meinem Favoriten gemausert. Kurz: Vielfalt gibt es innerhalb der Revierkämpfe durchaus genug, sofern man sich mit der Kartenrotation anfreunden kann. Schön ist auch, dass man die Progression stets spüren kann, denn nicht nur wird man selbst mit jeder Partie besser und lernt die Stärken und Schwächen jeder Map kennen; man schaltet auch langsam neue Waffenkombinationen frei und bekommt Zugriff auf neue Granatentypen und Spezialattacken, von denen alle für den Nachfolger neu entworfen wurden - darunter Schwarmraketen und Tintenrüstung.

Apropos freischalten: Natürlich kann man seinen Inkling auch nach Herzenslust anpassen und mit der geeigneten Ausrüstung ausstatten. Nicht nur gibt es jetzt endlich eine Handvoll von Frisuren (yeah!), die Shops in den Aquakaden haben jede Menge neue Klamotten und Accessoires im Angebot. Wie gewohnt sehen Hüte, Oberteile und Schuhe nicht nur schick oder "fresh" aus, sondern entscheiden auch maßgeblich darüber, wie sich mein Inkling auf dem Schlachtfeld schlägt. Denn an jedem Kleidungsstück hängen auch bis zu vier individuelle Perks, die mich zum Beispiel schneller in Tinte schwimmen lassen, meinen Schaden mit der Hauptwaffe erhöhen, den Tintentank vergrößern oder mich nach einem K.O. schneller zurück in die Arena schicken. Später lassen sich Perks auch austauschen, sodass man nicht auf das fesche Hemd mit Krawatte verzichten muss, nur weil es womöglich die schlechteren Effekte hat. Wer möchte, kann sogar in der Nintendo Switch Online App shoppen gehen und sich eine Bestellung auch von unterwegs zu Sid in Inkopolis senden lassen - und das selbstverständlich nur mit Ingame-Währung, denn Mikrotransaktionen oder gar Echtgeld-Handel gibt es in einem familien- und vor allem kinderfreundlichen Spiel wie Splatoon 2 nicht. So läuft die Game Loop in Belang auf die Revierkämpfe vor allem darauf hinaus, dass man Kämpfe bestreitet, Erfahrung und Geld einheimst, mit der Erfahrung im Rang aufsteigt und das Geld in die freigeschalteten Inhalte investiert.


Splatoon 2
Im Koop-Modus "Salmon Run" kommt es auf Teamwork und Planung an, um die Boss-Salmoniden zu bezwingen.


Nintendo und das Internet - eine unendliche Geschichte



Allerdings leiden gerade die Revierkämpfe unter mehreren großen Problemen. Ich möchte diesen Absatz nicht in dieser Härte schreiben, aber Nintendo lässt mir leider keine andere Wahl - so sehr ich Splatoon 2 auch mag, so unheimlich viel Spaß es mir in seinen besten Momenten auch macht. Aber die Online-Anbindung und Multiplayer-Optionen sind für ein Spiel dieser Machart eine Katastrophe. In gefühlt jedem zweiten Match ist eines der Teams aus unerklärlichen Gründen plötzlich nur noch zu dritt oder gar zu zweit, weil ein Spieler das Match verlassen hat oder mal wieder wegen Verbindungsproblemen der Switch-Konsole aus der Lobby geworfen wurde. Lags hatte ich während meiner ca. 20 Stunden mit Splatoon 2 zwar nie - aber sobald ein Team in Unterzahl ist, ist die Runde quasi gelaufen. Noch schlimmer ist es, wenn genau das im Koop-Modus Salmon Run passiert - dazu komme ich später. Ein paar "Leaver" könnte ich ja verkraften, aber in Splatoon 2 kann auch nur ein Verbindungsabbruch eine Partie für alle acht Spieler ruinieren. Und das ist längst nicht alles, denn das Spiel erlaubt es mir nicht einmal, eine Lobby während der Spielersuche zu verlassen - dafür muss ich erst eine weitere Runde spielen. Waffen wechseln zwischen Matches? Ist nur im Multiplayer-Hauptmenü möglich, aber nicht innerhalb einer Lobby. Das Matchmaking ist stellenweise so schlecht, dass es geradezu lachhaft wird - etwas dann, wenn zwei Stufe-1-Neulinge in eine High-Level-Lobby ab Level 15 gesteckt werden.

Ich ärgere mich vor allem deshalb so sehr, weil das erste Splatoon teilweise ähnliche Probleme hatte und ich dachte, dass man nach dessen riesigem Überraschungserfolg (jeder dritte Wii-U-Besitzer hat Splatoon gekauft!) mit der Fortsetzung richtig klotzen würde. Dass man nach dem Motto "Jetzt erst recht" alles, was gut war, behalten, und alles, was schlecht war, besser machen würde. Pustekuchen. Die traurige Realität ist, dass Nintendo einmal mehr das Internet-Zeitalter verschlafen hat. Der Online-Multiplayer von Splatoon 2 ist über weite Strecken viel zu restriktiv und lässt Freiheiten bei der Auswahl von Spielmodi und Karten vermissen, von Komfort-Features wie Sprachchat und vernünftigen Mechanismen zum gemeinsamen Zocken ganz zu schweigen. Man kann Freunde nicht einladen, im Rangkampf nicht zusammen spielen und keine lobby-übergreifende Party bilden, sodass man mit jeder Kartenrotation wieder getrennt wird. Das passiert sogar, wenn man Salmon Run spielt - obwohl die Kartenrotation rein gar nichts mit dem Koop-Modus dort zu tun hat. Dass der spielinterne Voice Chat nur über eine separate Smartphone-App funktioniert, ist dämlich, aber immerhin verschmerzbar, weil es mit Skype oder Discord sowieso bessere und etablierte Alternativen gibt, die ich jedem systemeigenen Sprachchatsystem vorziehen würde. Deshalb halte ich diese Debatte auch für künstlich aufgebauscht und übertrieben, denn Splatoon 2 hat weitaus größere Probleme, über die man reden müsste.

Trotzdem macht Splatoon 2 unheimlich viel Spaß, was angesichts der letzten beiden Absätze geradezu utopisch erscheinen mag. Aber es ist eines dieser Spiele, bei denen das Gameplay so stark ist, dass es selbst diese steinzeitliche und oft nervige Online-Infrastruktur tragen kann. Sobald ein Match gestartet ist, ist all der Lobby-Quatsch egal und das Spiel macht einfach nur Spaß. Es gibt keine Lags, die Balance stimmt, alles läuft fluffig und ohne Zicken bei konstanten 60 Bildern pro Sekunde. Wenn der Rest von Splatoon 2 genau so gut wäre wie seine Spielmechanik und das Design seiner Karten und Modi, wäre es ein fast perfektes Spiel.


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Mit Hilfe von Limone muss man im Heldenmodus Aioli aufspüren - und dabei an diesem Einrad-Samurai vorbei ...


Wohin ist Aioli verschwunden? Und was steckt hinter dieser merkwürdigen Bär GmbH?



Und Splatoon 2 hat ja auch mehr zu bieten als nur die Revier- und Rangkämpfe - und schon zum Erscheinungstag auch mehr als sein Vorgänger auf der Wii U. Wieder mit an Bord ist natürlich auch der Heldenmodus, eine etwa fünf- bis sechsstündige Einzelspieler-Kampagne mit rund 30 Missionen und einer eigens dafür kreierten Oberwelt, in der man die Eingänge zu den jeweiligen Levels erst einmal finden muss. Auch eine kleine Geschichte wird erzählt: Nach dem letzten Splatfest in Splatoon - wir erinnern uns: Damals wurde zwischen Marie und Callie bzw. Limone und Aioli gewählt - ist Aioli verschwunden und mit Hilfe von Limone ist es nun meine Aufgabe, die Levels nach den entführten Elektrowelsen abzusuchen und dabei im Verlaufe des Abenteuers auch die zweite (bessere?) Hälfte der Sea Sirens aufzuspüren. Das Prinzip folgt dabei ganz der Formel des ersten Teils: Jedes Level dreht sich um eine eigene kleine Spielidee - etwa um Surfschienen, aus- und aufrollbare Bänder, fliegende Oktoling-Patrouillen, Tintenkiller und vieles mehr. Keine Mission gleicht der anderen und endlich darf man nicht nur mit dem klassischen Kleckser, sondern auch mit Rollern, Schwappern, Konzentratoren, den neuen Dualies und anderen Waffen losziehen.

In bester Nintendo-Tradition ist der Story-Modus kunterbunt und angenehm verspielt, herrlich abwechslungsreich und bietet eine sehr gelungene Mischung aus Platforming-Parcours, Baller-Action, kleineren Rätseln und Bosskämpfen. Ich habe ihn wieder sehr gerne gespielt und auch wenn sich der Kauf des Spiels alleine dafür eher nicht lohnt, kann ich jedem Splatoon-2-Besitzer nur raten, ihn nicht zu ignorieren, denn er ist mehr als nur ein glorifiziertes Tutorial und macht sehr viel Spaß.

Und dann wäre da natürlich noch der Salmon Run, in meinen Augen die beste Neuerung im ganzen Spiel. Dabei handelt es sich um einen Horde-Modus á la Gears of War, in dem vier Spieler Wellen von Salmoniden abwehren und dabei goldene Fischeier aufsammeln müssen, die Boss-Salmoniden hinterlassen. In jeder Welle läuft ein Countdown und sind bis zum Ende des Timers nicht mindestens ausreichend viele Eier im Netz oder alle vier Inklinge besiegt, dann wird der Auftrag beendet und man steigt im Rang wieder ab. Der Clou von Salmon Run ist nicht nur, dass die Schwierigkeit proportional zunimmt (und auf Stufe "Boss" richtig herausfordernd wird), sondern dass es mehr als zehn verschiedene Bosse gibt, die in unregelmäßigen Abständen auf der Karte erscheinen und jeweils eine eigene Herangehensweise erfordern. So versteckt sich ein Salmonide etwa hinter einem Schild aus Stahl und kann nur von hinten attackiert werden, ein anderer wiederum schnappt wie ein Hai von unten zu und muss zum Bezwingen mit einer Granate gefüttert werden. Schaltet man einen Boss nicht schnell genug aus, sind innerhalb von kürzester Zeit schon zwei, drei, vier oder gar noch mehr Boss-Salmoniden auf der Karte und spätestens dann wird es richtig knifflig. Mir hat der Salmon Run immer einen Heidenspaß gemacht, zumal sich die zwei aktuell vorhandenen Arenen auch noch dynamisch verändern, wenn es etwa neblig oder Nacht wird oder bei Flut der Meeresspiegel ansteigt. Ich wünsche mir für die Zukunft von Splatoon 2 und der Marke als Ganzes nichts sehnlicher, als dass Salmon Run noch weiter ausgebaut wird. Mehr Karten, bitte!



Tim

Fazit von Tim:

Splatoon 2 ist ein hervorragendes Spiel - mit einem großen Problem. Denn so spaßig die farbenfrohen Revierkämpfe auch sind, so erfrischend anders es sich nach wie vor anfühlt, als Tintenfisch in seiner eigenen Farbe zu tauchen: Online läuft einfach nicht alles rund, jedenfalls nicht für das Jahr 2017. Dabei ist die Gängelung der Karten- und Modus-Rotation noch mein kleinstes Problem, auch mit dem fehlenden bzw. übermäßig komplizierten Sprachchat kann ich mich abfinden. Aber dass wegen dem schlechten WiFi-Modul der Switch-Konsole regelmäßig Teams Spieler verlieren, ist höchst problematisch - auch wenn es natürlich nicht jede Runde passiert. Dass man keine Ausrüstung zwischen Matches wechseln kann und das gemeinsame Zocken im Team so umständlich ist, ist hingegen ganz klar ein Design-Fauxpas des Spiels. Wie kann so etwas im Jahr 2017 bloß erdacht und auch noch durchgewunken werden?

Dass ich trotzdem immer wieder bereit bin, mich durch diese misslungene Online-Infrastruktur zu kämpfen, ist deshalb umso bemerkenswerter, denn Splatoon 2 macht beim Spielen einfach unglaublich viel Spaß und startet mit acht Karten, mehr Waffengattungen und dem tollen Salmon-Run-Modus auch mit deutlich mehr Umfang als sein Vorgänger auf der Wii U. Auch der wirklich großartige Story-Modus verdient eine Erwähnung, denn nicht nur ist er eine optimale Einführung in die Spielmechaniken, Möglichkeiten und Karten, er steht auch mit 5-6 Stunden Spielspaß sehr gut für sich alleine da. Splatoon 2 macht es mir wahrlich nicht einfach, denn streng genommen ist der gesamte Multiplayer-Part in dieser Ausführung rückständig und veraltet. Aber auf der anderen Seite gibt es ein Spiel wie dieses kein zweites Mal (außer auf der Wii U) - und es macht mir einfach zu viel Spaß, als dass ich es nicht mögen könnte. Ich freue mich auf das kommende Jahr, in dem Nintendo wieder viele kostenlose Updates versprochen hat, und drücke die Daumen, dass zumindest das "Leaver-Problem" reduziert werden kann.

Auch wenn Nintendo das Internet-Zeitalter wieder ein wenig verschlafen hat: Splatoon 2 macht so viel Spaß, dass man auch über die rückständige Online-Infrastruktur hinwegsehen kann. Und der Umfang stimmt mit Revier- und Rangkämpfen, Heldenmodus und Salmon Run dieses Mal auch vom Start weg, ohne dass man auf DLCs warten muss.

Besonders gut finde ich ...
  • noch immer einzigartiges und erfrischendes Spielkonzept
  • dynamische Bewegung im Spiel durch Kid-Squid-Verwandlung
  • zum Start acht größtenteils neue, schön gestaltete Karten
  • kompetitivere Rangkämpfe mit neuen Spielmodi ab Stufe 10
  • riesige Auswahl an Waffen, Klamotten und mehr Ausrüstung
  • Heldenmodus für Solisten mit klasse Leveldesign & Bossen
  • großartiger neuer Koop-Modus Salmon Run für vier Spieler
  • abgedrehte Präsentation, flüssiges Bild bei immer 60fps
  • ein Jahr lang kostenlose Updates (Karten, Waffen, Modi)
  • bequeme Steuerung, die im Menü konfiguriert werden kann
Nicht so optimal ...
  • hat man eine Lobby betreten, kann man sie nicht verlassen
  • kein Ausrüstungswechsel innerhalb einer Lobby möglich
  • Verbindungsprobleme sorgen für inaktive Spieler im Match
  • Salmon Run ist immer nur zu vorgegebenen Zeiten spielbar
  • Bewegungssteuerung im Handheld-Modus fast unbrauchbar
  • wenige Modi, Rangkampf-Modi nicht mit Freunden spielbar
  • Splat Zones mit Balancing-Problemen (Sniper, Curling)

Tim hat Splatoon 2 auf der Nintendo Switch gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise von Nintendo zur Verfügung gestellt.

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  • Entwickler:Nintendo
  • Publisher:Nintendo
  • Genre:Action
  • Plattform:Switch
  • Release:21.07.2017

Kommentare-Kommentier-Show


Folgenden Usern gefällt der Beitrag: ATeC, ... und 2 Gästen.
  • Nawrock
    #1 | 2. August 2017 um 09:59 Uhr
    Schön geschrieben und sehr aufschlussreich. Ich warte dann doch lieber auf den nächsten Sale und hoffe, dass bis dahin einige Probleme gefixt wurden!
  • Jari
    #2 | 17. August 2017 um 22:56 Uhr
    In Frankfurt hat mir Splatoon 2 sehr viel Spaß gemacht, allerdings eher in der klassischen Variante mit Controller und nicht mit der unpraktischen Bewegungssteuerung. Wenn ich mal eine Switch haben sollte, wird dies in jedem Fall ein Pflichttitel für lustige Koop-Schlachten mit Kumpels.

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