Dual Universe - Preview 5

Es gibt so Spiele, die klingen auf Papier eigentlich nach Spinnerei und viel zu komplex und aufwendig, als dass sie nach aktuellem Stand jemals das Licht der Welt erblicken würden. Eines dieser Spiele ist Dual Universe aus dem Haus Novaquark, hinter dessen Namen sich ein überschaubares, französisches Indie-Team versteckt hat. Mit einer Kombination aus jahrelanger Erfahrung einzelner Mitarbeiter, einem starken Crowdfunding im Rücken und vielen Ideen schicken sie sich an, das wohl umfangreichste Sci-Fi-Erlebnis aller Zeiten zu erstellen, das in seiner Komplexität und Vielfalt irgendwo zwischen "Die Spinnen doch!" und "Kinnlade-auf-Tischplatte" schwankt.

Die meinen das ernst?!



Hauen wir doch direkt mal die Fakten auf den Tisch: Dual Universe wird, simpel gesagt, eine Mischung aus EVE Online und No Man's Sky; also quasi Gigantismus und Komplexität gepaart mit unendlichen Möglichkeiten. Man wird durch das All reisen, Planeten besiedeln, Zivilisationen aufbauen, Allianzen schmieden, Kriege führen, in ferne Galaxien vorstoßen, die noch nie ein Mensch betreten hat, und "FIRST!!!" rufen können. Denn alles, was in Dual Universe passiert, findet auf einem einzigen, gigantischen Server und damit im selben Universum statt; es wird also immer ein "erstes Mal" geben. Es gibt keine getrennten, multiplen Accounts auf diversen Servern mit verschiedenem Fortschritt, sondern alles passiert in Echtzeit in einer riesigen Welt aus Bits und Bytes. Im gesamten (Server-)Universum wird es zu Beginn zwölf Planeten geben, die jeweils Platz für mindestens eine Million Spieler bieten und die teilweise Tage voneinander entfernt liegen.

Ähnlich wie bei anderen Crafting-basierten Spielen, wie zuletzt Astroneer, wird man in Dual Universe mit seinem Multi-Tool in der Hand alles aufbuddeln, untergraben und in Materialien zerlegen können, was nicht niet- und nagelfest ist. Theoretisch könnte man einen gesamten Planeten aushöhlen oder gar "zerstören"; allerdings würde das, laut Entwickler, bei 10.000 Spielern, die in 24/7-Schichten arbeiten, mehrere Jahre dauern - pro Planet. Stattdessen könnte man die Zeit auch nutzen, um Städte auf schwebenden Inseln zu errichten, Gräben und Canyons zu formen und seine Zivilisation so zu gestalten, wie man es denn möchte.


Dual Universe
Unendliche Weiten, unendliche Möglichkeiten: Spaß ist, was Spieler draus machen.


Raumfahrer, Ingenieur, Programmierer und Mutti für alles



Im Gegensatz zu genannten Spielen wie Astroneer oder No Man's Sky hat man in Dual Universe aber so etwas wie eine Bestimmung bzw. einen Auftrag. Neben Quests, die von Spielern an Spieler verteilt werden, gilt es vor allem, das Universum zu erkunden und sich mit Spielern zu verbünden. Damit man mobil ist, erlaubt das Spiel, Raumschiffe, Gebäude, komplexe Konstrukte, ja sogar ganze Schaltkreise zu entwerfen. Egal ob ein 1-Mann-Jet oder eine gigantische Raumstation für den eigenen Clan, auf dem mehrere tausend Spieler inklusive Schiffe Platz haben: In der Theorie ist alles möglich. Man kann sogar Türen und Cockpits programmieren, Anzeige-Tafeln mit Willkommensnachrichten ausstatten oder komplexe Waffensysteme designen. Rein theoretisch gibt es fast nichts, was nicht möglich ist, so lange man es programmieren und zum Laufen bringen kann. Ihr habt talentierte Designer und Programmierer im Clan und wollt eine mondgroße Weltraumbasis für intergalaktischen Handel oder einfach einen gigantischen Todesstern und alles wegballern, was euch im Weg steht? Kein Problem.

Es ist sogar möglich, innerhalb des Clans ein eigenes Sozial-System zu etablieren mit Gesetzen, Routinen, Berufen und Tätigkeiten für jedes Mitglied. Ihr wollt eine geheime Gesellschaft am Rande der Galaxie errichten oder doch lieber friedlich als Allianz schwachen Spielern helfen? Ihr seid gemein und überfallt Planeten, klaut Raumschiffe und bastelt an einem gigantischen Sternenzerstörer? Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Grenzen setzt nur die Physik: Wenn euer Schiff nicht aerodynamisch genug oder der Motor zu klein ist, macht ihr eine Bauchlandung. Auch ist es möglich, einzelne Teile von Raumschiffen abzuschießen, so zum Beispiel die Sprit-Leitung zu beschädigen und arme Spieler hilflos im Weltraum treiben zu lassen.


Dual UniverseDual Universe
Egal ob kleines Schiff oder Raumkreuzer: Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.


Grenzenloser Wahnsinn?



Ich könnte noch ewig weitermachen, was denn nun theoretisch alles möglich ist, aber Fakt ist: Dual Universe hat gigantische Ambitionen. Auf der gamescom hatten wir die Chance, einen Blick auf den Alpha-Build zu werfen und da lief noch nicht alles glatt. Dennoch: Was man sah, hatte Hand und Fuß. Raumschiff designen, Elektronik verbauen, umherfliegen, Mineralien abbauen, Städte errichten: Ich war wirklich beeindruckt, auch wenn es eben technisch noch recht große Probleme gab. Doch das stört Spieler, die bereits ungeduldig in den offiziellen Foren warten, nicht wirklich. Dort haben sie die Zeit genutzt, um schon über 1500 Clans mit jeweils über 100 Spielern zu gründen und bereits erste Allianzen zu schmieden, die vielleicht schon bald die Galaxie bewohnen. Ende September diesen Jahres soll das Spiel nämlich für ausgewählte Kickstarter-Unterstützer in die Testphase starten und erste Spieler auf die Server lassen. Nächstes Jahr wird der Zugang dann Stück für Stück erweitert, je mehr sich das Spiel der Fertigstellung neigt. Am Ende wird für alle ein Abo-Modell verfügbar sein.

Ich bin dabei gespannt, was die Spieler am Ende mit dem Spiel anfangen. Auf dem Papier klingt das alles immens überambitioniert, komplex und unmöglich, aber ich habe mit eigenen Augen gesehen, dass auf Worte schon viele Taten gefolgt sind, die auf Grund des Alpha-Zustands noch wackelig stehen, aber dennoch erste Schritte gehen können. Wenn Dual Universe wirklich all seine Ziele erreichen kann und die Spieler sich kreativ komplett austoben, dann erwartet uns wohl eines der beeindruckendsten Weltraum-Spiele aller Zeiten - oder eben nur eine weitere Bauchlandung, wie es bei No Man's Sky der Fall war. Ich bleibe gespannt!



HerrBeutel

Fazit von HerrBeutel:

Bedenkt man die kleine Größe des französischen Indie-Studios, grenzt es eigentlich an Wahnsinn, was sich hier in Entwicklung befindet. Andererseits konnte ich mit eigenen Augen sehen, dass die Franzosen es ernst meinen und mit aller Kraft darauf hinarbeiten, ihre gesetzten Ziele zu erreichen. Auch wenn die Alpha noch sehr unrund lief, war das, was man sah, technisch und spielerisch beeindruckend und hat dabei noch nicht einmal an der Oberfläche dessen gekratzt, was Spieler mit viel Zeit und Geduld theoretisch alles schaffen könnten. Ich bleibe gespannt, wie sich Dual Universe entwickeln wird und ob die ambitionierten Ziele am Ende erreicht werden oder man doch am eigenen Anspruch scheitert. Es ist schwer, hier eine Einschätzung zu geben, aber in der Theorie wartet hier ein gigantisches Sci-Fi-Brett auf interessierte Spieler.


  •  
  • Entwickler:Novaquark
  • Publisher:Novaquark
  • Genre:MMORPG
  • Plattform:PC
  • Release:2018

Weitere interessante Artikel der gamescom 2017 Event-Serie

  • 28. September 2017
Skyworld - Preview 7

Skyworld - Preview

  • 26. September 2017
My Memory of Us - Preview 9

My Memory of Us - Preview

  • 17. September 2017
Sigma Theory - Preview 8

Sigma Theory - Preview

Kommentare-Kommentier-Show


Folgenden Usern gefällt der Beitrag: ... 5 Gästen.
  • Obiwan
    #1 | 21. September 2017 um 22:55 Uhr
    Hallo lieber Autor,
    wie genau habt ihr es den mit der Berichterstattung...
    Zum ersten es gibt keine NPC's und auch keine Quest jedenfalls nicht vom Spiel aus es wird Quest's von Spieler geben irgenwann.
    Und wie kommt ihr darauf das jetzt schon Hunderte spieler das Spiel spielen? Da es noch keinen Server gibt der freigegebenen ist außer für die Entwickler.
    Ab 29 September wird erstmal für die Unterstützer die Gold Backer (120€ bezahlt) oder höher die möglichkeit geboten auf den Server spielen zu können in der Pre Alpha nicht wie ihr sagt in der Early-Access-Phase. Davon ist das spiel noch weit weg und das ist auch okay.
    Also ich hätte eine Bitte wenn ihr schon so schreibt als habt ihr das Spiel auf der Gamescom testen dürfen dann schriebt nicht falsche Informationen.
    Beste Grüße
  • HerrBeutel
    #2 | 22. September 2017 um 00:19 Uhr

    Obiwan: Hallo lieber Autor,



    Moin Obiwan, danke für das Feedback. Die Infos habe ich mir aufgeschrieben, als ich mit den Devs gesprochen habe. Auf Grund der Lautstärke vor Ort (es war ein offener Stand und kein Booth), sind wohl einige Infos missverständlich bei mir angekommen. Da sie dennoch Sinn machten, hab ich sie nicht groß hinterfragt, weil auch die Zeit auf Grund einiger technischer Probleme sehr knapp war. Ich habe die Passagen entsprechend geändert; danke dir.
    VG
  • Kartodis
    #3 | 23. September 2017 um 12:38 Uhr
    Klingt in der Tat etwas überambitioniert. Da ich nicht weiß, wie groß das Team ist und wie die Roadmap aussieht, kann ich es noch nicht beurteilen. Interessant ist es auf jeden Fall und wenn es soweit ist, werde ich sicherlich einen Blick riskieren.

    Bis es aber soweit ist, halte ich mich mit Spekulationen, Beitritt zu Gilden im Forum usw. schön zurück. Leider wurde man schon zu oft enttäuscht. Insofern warte ich mal ab, was da noch kommt.

Name:*
E-Mail (wird nicht angezeigt):*
Eigene Homepage (optional):
Dein Kommentar:*
              
Antispam:*
 
Captcha