Rayman Legends: Definitive Edition - Review 8

Die wichtigste Erkenntnis nach einigen Tagen mit Rayman Legends auf der Nintendo Switch: Ein gutes Spiel wird durch einen unpassenden Untertitel nicht schlechter - und verdient deshalb auch keinen Verriss, wie es so mancher Kollege aus den USA vollzogen hat. Trotzdem muss man hier nichts beschönigen: Rayman Legends: Definitive Edition ist weit davon entfernt, die propagierte "ultimative Version" des Jump'n'Run-Meisterwerks aus dem Jahre 2013 zu sein. Glück im Unglück: Legends ist immer noch ein Spiel, das in seinem Genre fast konkurrenzlos ist - erst recht auf der Switch.

Angefangen bei der Nintendo Wii U, über den PC und den aktuellen und letzten Konsolen von Sony und Microsoft sowie der PlayStation Vita, jetzt noch die Nintendo Switch: Rayman Legends hat langsam den Status eines Rayman 2 erreicht und ist mittlerweile auf fast jeder erdenklichen Plattform erhältlich. Es gibt also fast keine Ausreden mehr, dieses großartige Jump'n'Run, von dem ich 2013 in meiner Review geschwärmt habe, zu verpassen. Die aktuellste Umsetzung für die Nintendo Switch soll nun die beste von allen sein - sagt zumindest Ubisoft. Ist da auch was dran? Die kurze Antwort: Nein - ein gutes Spiel bleibt Rayman Legends trotzdem. Die längere Antwort folgt jetzt.


Rayman Legends: Definitive Edition
Der brillante Artstyle hat nichts von seiner Pracht verloren und zu zweit macht Legends immer noch am meisten Spaß.


Rayman Legends und die Nintendo Switch - das passt!



Rayman Legends bleibt auf der Nintendo Switch das gleiche Spiel, das es auf allen anderen Konsolen schon war. Neue Levels gibt es ebenso wenig wie neue spielerische Features, technisch bleibt jede Art von Fortschritt ebenfalls aus - wer sich gerne an kleinen Details aufhängt, findet bei Digital Foundry eine Analyse, in der die Switch-Version sich im Vergleich zu PS4, Xbox One und Wii U sogar als die schlechteste präsentiert. Nach vielen Stunden mit Rayman, Globox und ihren Begleitern auf der Switch kann ich aber nur eines dazu sagen: Das sind Peanuts, die beim Spielen selbst überhaupt nicht auffallen; davon sollte niemand den Kauf abhängig machen. Ungeachtet des Vergleichs mit den anderen Versionen passt Rayman Legends aber auf die Switch wie die Faust aufs Auge, denn zum einen eignet sich die Konsole dank der abnehmbaren Joy-Cons hervorragend für den lokalen Multiplayer, zum anderen sieht Legends auf dem hellen und scharfen Bildschirm wunderbar aus - und ist nicht nur wegen der meist relativ kurzen Levels damit auch ein optimales Spiel zum Mitnehmen, wenn man doch mal im Zug oder Fernbus unterwegs ist. Oder wenn man sich mal nicht vor den Fernseher setzen, sondern sich ins Bett legen und dort weiterspielen möchte.

Ich will gar nicht zu weit ausholen und erklären, was es alles ist, das dieses Jump'n'Run so großartig macht - das habe ich ja schon 2013 in meiner Rayman Legends Wii U Review ausführlich berichtet und all das inhaltliche Lob gilt selbstverständlich auch für diese neue Umsetzung für die Nintendo Switch. Bemerkenswert ist aber, dass das Spiel auch über vier Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung immer noch eine Klasse für sich ist, dem in dieser Zeit nur Donkey Kong Country: Tropical Freeze beigekommen ist. Das Leveldesign, der fantastische Soundtrack, das herrliche Chaos, wenn man im Mehrspielermodus vor dem Fernseher mit drei Freunden zusammen rennt und hüpft - das macht mir (und meinen Spielpartnern) genauso viel Spaß wie beim ersten Mal.


Rayman Legends: Definitive EditionRayman Legends: Definitive Edition
Neue Inhalte in Form von Levels gibt es nicht. Immerhin lässt sich Kung-Foot nun auch im Turniermodus spielen.


Kostümparty im Kung-Foot-Turnier



Der einzige Wermutstropfen und wirklich relevante Kritikpunkt ist, dass sich die Murphy-Sektionen, bei denen man auf der Wii U auf dem GamePad mit der Umgebung interagieren musste, nicht so einfach auf der Switch replizieren lassen. Wir erinnern uns: Auf der Wii U gab es immer wieder Levelabschnitte, in denen das Spiel die Kontrolle über Rayman an die KI abgab (oder an einen Mitspieler) und man selbst mit dem GamePad Hindernisse aus dem Weg räumen musste. Das hat mir damals einen Riesenspaß gemacht und war einer dieser wenigen Fälle, in denen das Wii-U-Konzept blendend funktionierte. Zwar kann man in einem separaten Modus nun ebenfalls den Touchscreen der Switch nutzen und diese Passagen so nachspielen, wie sie auf der Wii U funktionierten, aber im eigentlichen Hauptspiel sowie im Multiplayer gibt es diese Option nicht. Stattdessen wurde Murphy dort quasi "auf eine Taste gelegt" - was nicht nur deutlich weniger intuitiv ist als per Berührung, sondern bei mir in schwierigeren und schnelleren Levels regelrecht Koordinationsprobleme verursacht. Die gleiche Lösung griff übrigens schon auf PS4 und Xbox One.

Immerhin eine klitzekleine, wenngleich fast vernachlässigbare Neuerung gibt es dann aber doch noch in der Definitive Edition: Das witzige Minispiel Kung-Foot kann man auf der Nintendo Switch nun auch in einem Turniermodus mit bis zu acht Spielern erleben. Außerdem fasst die Definitive Edition alle Kostüme zusammen, die es vorher nur exklusiv für die jeweiligen Einzelversionen gegeben hat. Wer möchte, darf Rayman, Globox oder die Kleinlinge nun also als Sam Fisher, den Prince of Persia, einen Assassinen oder - natürlich - als Mario und Luigi kleiden. Schade, dass es nicht auch für ein paar neue Levels gereicht hat.



Tim

Fazit von Tim:

Rayman Legends ist und bleibt legendär gut - egal ob auf PC, PlayStation 4 oder nun auch der Nintendo Switch. Aber die Nase vorn hat nicht die Definitive Edition für die Switch, sondern nach wie vor die Version, mit der alles begonnen hat. Einzig und allein auf der Wii U machen die Murphy-Abschnitte wirklich Spaß, nur dort funktionieren sie so, wie es die Entwickler angedacht hatten. Deshalb würde ich die Wii-U-Version immer noch allen anderen Umsetzungen vorziehen. Trotzdem passt Rayman Legends hervorragend auf die Switch: Die abnehmbaren Joy-Cons eignen sich prima für lokale Multiplayer-Partien und auf dem Bildschirm der Hybrid-Konsole sieht das Spiel auch vier Jahre nach seinem Erstrelease ganz wunderbar aus. Das Wichtigste ist aber, dass Legends auch im Jahr 2017 noch gemeinsam mit Donkey Kong Country: Tropical Freeze die moderne Speerspitze des Genres darstellt. Völlig egal also, ob der Untertitel zutrifft oder nicht: Rayman Legends bleibt auch auf der Nintendo Switch ein großartiges und absolut spielenswertes Jump'n'Run.

Rayman Legends passt dank seines lokalen Multiplayers und relativ kurzer Levels perfekt zum Handheld-Konzept der Nintendo Switch und ist auch am TV genauso spaßig wie eh und je, egal ob alleine oder mit Freunden. Zur besten Version fehlen aber der 5-Spieler-Koop und die Touchscreen-Steuerung für die Murphy-Abschnitte im Hauptspiel.

Besonders gut finde ich ...
  • Rayman Legends bleibt nach wie vor ein Meisterwerk
  • ohne Einschränkungen im Handheld-Modus spielbar
  • netter neuer Turnier-Modus für Kung-Foot-Minispiel
  • geringer Speicherbedarf von gerade einmal 2,4GB
Nicht so optimal ...
  • Murphy-Steuerung per Tasten ist unbequeme Notlösung
  • vergebliche Suche nach Argumenten, warum das Spiel auf der Nintendo Switch besser sein soll als auf anderen Systemen

Tim hat Rayman Legends: Definitive Edition auf der Nintendo Switch gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise von Ubisoft zur Verfügung gestellt.

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  • Entwickler:Ubisoft Montpellier
  • Publisher:Ubisoft
  • Genre:Jump'n'Run
  • Plattform:Switch
  • Release:12.09.2017

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