Sigma Theory - Preview 8

Die diesjährige gamescom hatte auch für mich weitaus mehr zu bieten als nur heiß ersehnte AAA-Titel und Neuankündigungen großer Publisher. In den Tiefen der Messehallen, weit entfernt von Electronic Arts, Ubisoft und Co., durfte ich das vielversprechende Sigma Theory anspielen. Beim neuesten Projekt der französischen Mi-Clos Studios handelt es sich um ein Spionage- bzw. Strategiespiel, das einen futuristischen Kalten Krieg zum Thema hat. Das erfrischend neue Szenario wirkt dabei aber keinesfalls wie wilde Fiktion, sondern erschreckend glaubhaft.

Stellen wir uns vor, in nicht allzu ferner Zukunft machen Wissenschaftler eine Entdeckung, welche das Potenzial hat, die Welt komplett zu verändern. Die sogenannte Sigma Theory wirft das Wissen unserer bisherigen Physikwissenschaften über den Haufen und ermöglicht der Menschheit die Entwicklung neuer und mächtiger Technologien. So mächtig, dass die Vereinten Nationen beschließen, das gewonnene Wissen für das Gute in der Welt einzusetzen und gemeinsam und kontrolliert die Forschung voranzutreiben. Ihr seid der Meinung, dass der letzte Satz irgendwie absurd ist bzw. unglaubwürdig klingt? Dann seht ihr das ähnlich wie auch die Macher des Spiels, denn bereits kurz nach der Intro-Sequenz, welche noch die edlen Absichten des UN-Sicherheitsrates zeigt, folgt auch schon die Einführung in eure künftige Aufgabe. Ihr werdet nämlich als Kopf des Geheimdienstes eines frei wählbaren Landes eingesetzt und müsst nun – praktisch "undercover" – unabhängig irgendwelcher internationaler Bündnisse an der Sigma Theory weiterforschen, um durch den Vorsprung an Forschung und Technik die Weltherrschaft an euch zu reißen.


Sigma Theory
Kraft oder Köpfchen? Bei der Rekrutierung eures Teams spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.


Alles eine Sache der Geheimhaltung



Nachdem ihr euch für eine Nation entschieden habt, wählt ihr verschiedene Agenten, die fortan eurem Team angehören. Neben Nationalität, Ethnie und Geschlecht unterscheiden sich die Spezialisten weiterhin in ihren Fähigkeiten. Die beiden Attribute Stärke und Intelligenz bestimmen, welche Erfolgschancen die Agenten auf den ihnen zugeteilten Missionen haben werden. Doch nicht nur eure Mittelsmänner sind gefragt. Auch ihr persönlich müsst Entscheidungen treffen, wenn es beispielsweise um diplomatische Beziehungen zu anderen Ländern geht, oder euch Dritte ein Angebot machen. Aber wie muss man sich das Gameplay nun eigentlich vorstellen?

Hauptsächlich geht es darum, eurer Nation gegenüber anderen Nationen möglichst viele Vorteile zu verschaffen. Verantwortlich dafür seid ihr, der Kopf des nationalen Geheimdienstes, der im Hintergrund die Fäden zieht. Standardmäßig erfolgt die Koordinierung aus einer isometrischen Satellitenperspektive, aus der ihr delegiert. Optisch wirkt das so ein bisschen wie der Blick in den Schulatlas, nur eben im Cyber-Look der 80er Jahre. Das Spielprinzip ist rundenbasiert und ihr versendet eure Agenten in unterschiedliche Länder, wo ihr ihnen täglich bzw. jeden Spielzug eine neue Aufgabe zuteilt. Darunter fallen u.a. Diebstahl von Forschungsergebnissen, das Besorgen von Waffen oder aber auch das Ausfindigmachen von Ikonen der Forschung, die ihr für euch gewinnen müsst. Das geht entweder durch Überzeugung, durch Bezahlung oder notfalls auch durch Entführung. Mit entsprechenden Background-Checks könnt ihr eure Chance erhöhen, den Wissenschaftler durch Überzeugung oder Bezahlung für euch zu gewinnen, doch egal ob das gelingt oder nicht: Am Ende muss er irgendwie aus dem Land geschafft werden.


Sigma TheorySigma Theory
Die Satellitenperspektive dient der Übersicht, bei der Exfiltration wechselt das Spiel in die taktische Ansicht.


Boots on the Ground



Sobald ihr also eine Person ausfindig gemacht habt und sie aus dem Land schaffen wollt, wechselt das Spiel in die taktische Perspektive. Ihr seht dabei die Stadt als 3D-Modell, welches stark an Tron erinnert, und müsst euren Agenten und die zu exfiltrierende Person durch die Straßen führen. Hierbei erhaltet ihr immer wieder Statusmeldungen, in denen der Agent euch über aktuelle Vorkommnisse informiert. Das kann dann beispielsweise so aussehen, dass er euch über eine Demonstration informiert und euch fragt, ob sie in der Menschenmenge untertauchen oder sich in einem anliegenden Klamottengeschäft verstecken sollen. Entscheidet ihr euch für die richtige Möglichkeit, sinkt die Aufmerksamkeit der Polizei. Entscheidet ihr euch falsch, wächst sie. Sobald ihr entweder zu viele falsche Entscheidungen getroffen habt, oder gar direkt in die Arme der Polizei gerannt seid, ist die Exfiltration gescheitert. Was die richtige Entscheidung ist, könnt ihr hierbei nicht immer wissen, allerdings hilft ein Blick auf die Fähigkeiten des Agenten.

Mit dieser taktischen Einlage gewinnt Sigma Theory klar an Abwechslung, die vielleicht auch notwendig ist, um den starren Blick auf die Weltkarte etwas aufzulockern. Zudem haben mir die Entwickler vor Ort verraten, dass jede Stadt ihr eigenes und individuelles 3D-Modell besitzen wird, was wiederum für Abwechslung unter den Missionen selbst sorgt. Ehrlich gesagt habe ich aber trotzdem ein wenig Sorge, dass die taktischen Missionen auf Dauer etwas eintönig und sich gewisse Muster wiederholen werden, denn bereits bei den zwei Missionen, die ich mit unterschiedlichen Agenten angespielt habe, haben sich viele Vorkommnisse gedoppelt. Andererseits hat das Spiel noch Pre-Alpha-Status und wird noch viele Monate Entwicklung über sich ergehen lassen müssen, bevor es auf Steam das Licht der Welt erblicken darf. Auf der offiziellen Website kann es bereits jetzt vorbestellt werden.



Nawrock

Fazit von Nawrock:

Sigma Theory macht bereits in diesem frühen Stadium einen guten und unglaublich wertigen Eindruck. Mit viel Liebe zum Detail liegen dem Spiel nicht nur eine gute Story zugrunde, sondern auch eine vertraute und trotzdem abwechslungsreiche Spielmechanik. Der 80s-Neon-Cyber-Artstyle verleiht Sigma Theory zusätzlich einen einzigartigen Look, der trotz des SciFi-Szenarios irgendwie "retro" wirkt - wie auch die Thematik des Kalten Kriegs. Welche Features das Spiel noch zu bieten haben wird, kann ich an dieser Stelle leider noch nicht sagen. Allerdings war das Gespielte bereits durchaus überzeugend und da Sigma Theory bereits für wenige Euros zu haben ist, kann man hier eigentlich nicht viel falsch machen. Ich werde den Entwicklungsverlauf jedenfalls gespannt verfolgen und freue mich auf den finalen Release!


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  • Entwickler:Mi-Clos Studio
  • Publisher:Mi-Clos Studio
  • Genre:Strategie-Simulation
  • Plattform:PC, Mac, iOS, Android
  • Release:2018

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