
Samba de Amigo - Review
Amigo und das Rassel-Comeback
Kennt ihr vielleicht Segas Samba de Amigo für den Dreamcast? Ja, es ist vielleicht lang her, aber manche können sich sicher an das bunte Rasseln erinnern. Und weil die Wii die perfekte Vorlage bietet, wagt Sega ein Remake.
Aber leider klappt das irgendwie nicht so ganz. Zu oft standen mir technische Probleme im Weg, zu weit gingen mein Eindruck nach 30 Minuten und mein Eindruck nach mehreren Stunden Spielzeit auseinander. Die vielen Fehler und Probleme kosteten schließlich das Spiel mehr als nur die 5 Sterne ...
Ich persönlich kenne das Original nur vom Hören, zu dieser Zeit war mir Zocken noch nicht wirklich ein Begriff; deshalb hat mich das Remake auch brennend interessiert - hier ist der Test.
Ganz im Stile vom Dreamcast-Original wird natürlich auch auf der Wii gerasselt, was das Zeug hält. Dazu ist die Steuerung ja eigentlich perfekt - oder doch nicht? Doch, normalerweise schon. Wie man sich schon denken kann, wird die Wii-Remote in die verschiedenen Richtungen geschwungen, um die richtigen Punkte zu treffen. Punkte? Ja, Punkte. Nicht wie im Guitar Hero Stil wird in Samba de Amigo gerasselt, sondern in einem ganz speziellen Stil: Es gibt 6 Punkte, jeweils 3 auf einer Seite. Diese müssen getroffen werden und zwar genau dann, wenn eine der aus der Mitte geschossenen Kugeln über einem solchen Punkt liegt. Mag sich vielleicht kompliziert anhören, ist aber ganz einfach. Und so wird das ganze Spiel über gespielt. Zusätzlich zum "normalen" Spielprinzip gibt es noch ein paar Zwischeneinlagen wie Tanzen, die das Gameplay mit Abwechslung bereichern. Trotzdem wird das einfache Prinzip mit der Zeit etwas langweilig, auch wenn der Schwierigkeitsgrad stark ansteigt. Mit der Zeit wird auch der absolute Profi überfordert - das war dann zu schwer.
Im Hintergrund tanzen immer wieder Amigo & Friends um die Wette, je nach Song sogar anders. Diese Hintergundanimationen sind sehr nett inszeniert und sehen auch ganz gut aus, können allerdings auch etwas verwirren; bei mir jedoch nicht.
Dafür ist die Song-Auswahl beachtlich: Macarena, Pon de Replay und natürlich der Samba de Janeiro werden schon ganz am Anfang freigespielt, viele andere Songs folgen im Spielverlauf. Diese werden dann durch den "Karriere-Modus" freigeschalten. Warum ich Karriere-Modus in " gesetzt habe? Bitte, ich hätte gerne eine vernünftige Erklärung, was daran ein Karriere-Modus ist - das einzige, was zu tun ist, ist, viele verschiedene Songs hintereinander zu berasseln, keine Story, keine Filme, nichts. Schade. Aber so schlimm ist das auch wieder nicht, solange der Rest passt und auch das leider nur zur Hälfte.
Kleinere und größere Macken
So interessant und innovativ die Steuerung auch ist, so nervig können die zahlreichen Aussetzer auch sein. Zwar funktioniert meistens alles sehr gut, aber einige Aussetzer sind keine Seltenheit - was natürlich auch am Sensor liegt, der nicht auf jede Bewegung reagieren kann, auch wenn ich das gerne hätte. Immer wieder bleibt die Bewegung sozusagen "stecken", weil ich plötzlich keine Note mehr treffe. Am meisten tritt dieses Problem im Multiplayer-Modus auf: Vor einem einzigen Sensor können einfach keine 2-4 Leute herumtanzen, dann trifft niemand mehr was. Aus dem einfachen Grund, dass die Leute sich gegenseitig blockieren und im Weg stehen, geht der ganze gemeinsame Rasselspaß zugrunde.
Neben den Aussetzern in der Steuerung steht die Technik dem Spielspaß immer wieder anders im Weg: Massive Slowdowns sind keine angenehme Sache in einem so rhythmuslastigen Musikspiel wie Samba de Amigo. Und in dieser Slowdown-Zeit bleibt auch die Musik kurzzeitig hängen - das ist ein großes HIndernis für einen guten, stimmigen Rhythmus.
Dafür bietet Sega mit Pay&Play ein neues, gelungenes Feature, mit dem man Songs und/oder Songpakete via WiiConnect24 runterladen darf. Zwar sind diese Pakete eine nette Sache und bieten auch eine gewisse Motivation, weiterzuspielen, andererseits ist es auch doof, etwas dafür bezahlen zu müssen. Kostenlos wäre doch viel besser - zumindest für uns Zocker, nicht für Sega.
Fazit von Tim:
Das viele Rasseln strengt die Arme auf Dauer ziemlich an. Länger als eine 3/4 Stunde am Stück habe ich es nicht ausgehalten, irgendwann muss auch eine Pause sein. Samba de Amigo ist kein entspannendes Spiel, wirklich nicht. Vielmehr treibt es den Puls in schwindelerregende Höhen und mich als Spieler zum absoluten Schweißausbruch. Das kommt natürlich nicht ganz plötzlich, aber mit der zeit schon. Trotzdem macht das Rasseln eine Menge Spaß: Das unterhaltsame Gameplay in Verbindung mit der meistens guten Steuerung bewirkt wahre Wunder, dazu die große Song-Auswahl. Aber dennoch war ich nicht ganz zufrieden mit dem Spiel. Aussetzer in der Steuerung und der fummelige Multiplayer kosteten Amigo schon die 5-Sterne-Wertung, massive Slowdowns & Tonhänger und der teilweise bockschwere Schwierigkeitsgrad dann sogar noch die 4 Sterne. Das heißt aber nicht, dass Samba de Amigo schlecht ist: Es ist ein gelungenes Remake, das aber wegen einigen technischen Problemen an unserer Messlatte scheitert.
- unterhaltsames Gameplay
- Steuerung reagiert meistens gut, ...
- Pay&Play-Feature für downloadbare Songs/Songpakete ...
- viele lizenzierte Songs
- ansteigender Schwierigkeitsgrad
- schöne, bunte Hintergründe
- teilweise bockschwer
- ... hat aber immer mal wieder Aussetzer
- ... die aber eben etwas kosten
- einige Slowdowns & Tonhänger
- keine Dauermotivation
- komplizierter Multiplayer wegen Chaos vor dem Bildschirm
Tim hat Samba de Amigo auf der Nintendo Wii gespielt.
Das Spiel für diese Review wurde von Tim selbst erworben.





