
Tales of Monkey Island - Episode 1 Review
Har-har-haaaarrrr! Voodoo Juju! Piraten-Abenteuer reloaded ...
"Tales of Monkey Island - Launch of the Screaming Narwhal" so schimpft sich die erste von insgesamt fünf Episoden des neuen Monkey Island Abenteuers rund um Guybrush Threepwood, Elaine und natürlich Le Chuck. Eine neue Story, mehr Tiefgang und altbekannter Humor gespickt mit jeder Menge mehr oder minder kniffliger Rätsel soll dem Point-and-Click & Monkey Island Fan entsprechend viel Spaß bereiten. Ich hab mir das Spiel angeschaut und hier nun meine Review ...
Telltale Games, dem ein oder anderen sicherlich noch durch die Sam & Max Titel bekannt, wurden seinerzeit von ehemaligen LucasArts Mitarbeitern gegründet die auch an dem guten alten Monkey Island gearbeitet haben. Das ist sicherlich eine gute Basis und lässt das Story-, Tiefgang-, Humor- und Rätsel-Versprechen glaubwürdig erscheinen. Da LucasArts derzeit die Retro-Remake-Recover-Wasauchimmer-Ära eingeleutet hat, darf man dieses Spiel hier nicht mit dem ebenfalls diese Woche erscheinenden Remake von "The Secret of Monkey Island" verwechseln, das im Gegensatz zu "Tales of Monkey Island" ein Remake ist, grafisch etwas aufgepeppt, sonst inhaltlich 1:1 übernommen.
Setzt die Segel! Los gehts!
Die Story beginnt wie ein klassisches Ende einer Happy-End-Schnulze, Guybrush Threepwood Mighty Pirate™ rettet Elaine aus den Klauen von Le Chuck und vernichtet den Bösewicht ein für alle Mal! Naja, zumindest war das der Plan, aber wie so oft im Leben und insbesondere im Leben von Guybrush, läuft natürlich nicht alles so rund und glatt wie im Drehbuch. Erst vergeigt es unser Aushilfspirat mit dem mächtigen Voodoozauber und muss improvisieren, dann haut natürlich auch die Improvisation nicht so ganz hin und anstatt Elaine und die Monkeys zu retten und Le Chuck zu vernichten ... verwandelt er selbigen in einen Menschen, sprengt das Schiff in die Luft und findet sich auf einer Insel wieder. Keine Elaine. Kein Schiff. Dafür aber ein Andenken von Le Chuck, seine Hand ...
Game Play
Technisch gesehen kommt das neuste Abenteuer erwartungsgemäß auch ohne CryEngine aus und orientiert sich optisch eher an dem Stil von Telltale Games oder eben den letzten Teil von Monkey Island, Monkey Island 4. Optisch daher sicherlich nicht jedermanns Sache. Die Steuerung mittels Tastatur und Maus ist stellenweise etwas fummelig - schreckt aber keineswegs ab, irgendwann gewöhnt man sich dran, von Point'n'Click kann hier jedoch nicht die Rede sein. Was den ein oder anderen eher abschrecken dürfte ist die Tatsache, das "Tales of Monkey Island" nur in Englisch verfügbar ist. Englische Sprachausgabe. Englische Untertitel. Derzeit besteht keine Möglichkeit zumindest die Untertitel sprachlich entsprechend anzupassen und seitens Telltale Games schweigt man sich auch aus, ob das überhaupt irgendwann möglich sein wird.
Hinsichtlich der Rätsel hat man für einige Aktivitäten im Hirn gesorgt und so kommen auch die üblichen Couch-Potatoes teilweise ganz schön ins Grübeln. Hier hat Telltale meiner Meinung nach ganze Arbeit geleistet und ich hoffe es geht auf diesem Level weiter. Neben den humorvollen Dialogen ist das auch zugleich der größte Pluspunkt des Spiels.
Spiel Spaß für alle?!
Nun, Monkey Island ist sicherlich eine dieser Marken - oder neudeutsch Franchises - die zweifelsohne einen guten Ruf genießen, auch wenn dieser hauptsächlich auf der guten alten Amiga Zeit basiert. Somit saugt natürlich jeder Retro-Fan diese Fortsetzung förmlich in sich auf, ohne Rücksicht auf Verluste. Ob Adventure-Freunde der jüngeren Generation genauso gut hier aufgehoben sind, kann ich nicht beurteilen, viele Jokes & Seitenhiebe sind an alte Folgen gerichtet und wirken ggf. ohne Hintergrund(wissen) etwas befremdlich. Anyway, Dialoge und die Situationskomik sind nach wie vor für einige Lachern gut, da dürfte kein Auge trocken bleiben. Außer natürlich das derjenigen, deren Englisch nicht so ganz frisch ist.
Die Entscheidung, sich für eine Episoden-Variante zu entschliessen, finde ich leider nicht ganz optimal, denn die erste ist nach knapp 3-5 Stunden Spielzeit vorbei und man muss einen ganzen Monat nach der zweiten lechzen und das wiederholt sich natürlich bis zur finalen fünften Episode, Monat für Monat. Weniger problematisch, als für manch andere Publikation, sehe ich die Tatsache hier einfach mal 35$ für 5 Episoden im voraus zu bezahlen. Umgerechnet waren das 25 Euro und ich gehe, ganz naiv, davon aus, dass LucasArts schon dafür sorgen wird, das alle Episoden pünktlich erscheinen. Neben der Downloadversion erhält man am Ende zudem noch die Möglichkeit, eine "Box"-Version inkl. Specials gegen Versandkosten zu erhalten. Für mich ist das alles sehr fair, und wer hier laut "Abzocke" schreit, sollte sich mal den ein oder anderen 60-70 EUR Konsolentitel genauer anschauen.
Und dann war da noch ...
"Tales of Monkey Island" Episode 1 ist ein schönes Spiel(chen), nüchtern betrachtet, auch mit dem "Monkey Island" Fanboi Wimpel in meiner Hand, bekommt man jedoch leider nur ein eher mittelmässiges Adventure das zwar mit ein paar kniffligen Rätseln und dem gewohnt guten Humor & Dialogen begeistert, jedoch grafisch und vor allem spieldauertechnisch eher enttäuscht. Klar, es ist erst die erste von fünf Episoden und hochgerechnet hat man dann 15-20 Stunden Spielzeit, aber auf 5 Monate verteilt. Vielleicht wäre es ratsamer, einfach abzuwarten bis alle fünf Episoden veröffentlicht sind und erst dann loszulegen - aber wer macht das schon. Daher enthält diese Review auch nur wenige Details zum Spielverlauf selbst, da der Spoileranteil einfach zu hoch wäre. Wer reinschnuppern möchte, für den gibt es auch eine Demoversion.
Fazit von Darius:
Fans von Monkey Island werden ungesehen zuschlagen oder haben es bereits, hinsichtlich der Dialoge und altbekannten Schoten, schrägen Charakteren und einer authentischen Sprachausgabe wird man auch zu keiner Zeit enttäuscht. Es ist ein Monkey Island. Jüngere Adventure Freunde saugen sich die Demo und schauen erstmal rein. Skeptiker warten 4 Monate und kaufen sich dann das komplette Game um nicht im monatlichen Episodensumpf zu ersticken. Wie man sieht, bietet "Tales of Monkey Island" mehr oder minder für jeden etwas ;-)
Insgesamt kann ich sagen, ein gutes Adventure das jedoch mit der Episoden-Variante einiges gekillt hat und überwiegend von den Dialogen und dem "Monkey Island"-Bonus lebt. Preislich ist der Titel mit rund 25 EUR (alle 5 Episoden) sicherlich ein Schnäppchen. Bleibt abzuwarten was die weiteren Episoden bringen und ob man im Gesamtbild sagen kann - Genial! Monkey Monkey Monkey! Der "Monkey Island"-Bonus macht sich übrigens auch in der Bewertung bemerkbar ...
- Dialoge & Situationskomik
- Stellenweise knackige Rätsel
- Preis & Retail-Box Angebot
- Gewohnt schräge Charaktere
- Charaktersprecher/Sound
- Nur in Englisch
- Episoden-Variante
- Fummelige Steuerung
- Spielzeit (dank Episoden)
Darius hat Tales of Monkey Island auf dem PC gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von LucasArts zur Verfügung gestellt.
Fazit von Tim:
Ich habe mich wirklich auf dieses Comeback gefreut und ich wurde nicht enttäuscht: die erste Episode von Tales of Monkey Island macht großen Spaß. Endlich wieder mit Guybrush Threepwood auf Rätseltour zu gehen, war längst überfällig. Allerdings kann meine Euphorie nicht über zwei dicke Kritikpunkte hinwegtäuschen, die mich von Anfang an bis zum Ende hin gestört haben: zum einen ist da die schreckliche Steuerung, der jegliche Präzision fehlt, und zum anderen ist die Grafik eine Enttäuschung. Zwar ist The Launch of the Screaming Narwhal farbenprächtig & bunt und die Schauplätze überzeugen mit viel Abwechslung, aber bei näherem Blick, was besonders bei den Zwischensequenzen auffällt, offenbaren sich schwache Texturen, viele Kanten und eine schlimme Detailarmut - das ist einfach nicht zeitgemäß. Dafür macht Telltale spielerisch vieles besser, was technisch nicht überzeugen kann. Wenn ich Guybrush in einen Dialog mit dem hektischen Nipperkin oder dem Einhornglasbläserpiraten schicke, kann ich mich gleich auf ein paar witzige Sprüche vorbereiten, die dank gelungener Mimik & Gestik super in Szene gesetzt werden. Und auch das Rätseln selbst kommt im Adventure natürlich nicht zu kurz: an einigen Puzzlen habe ich mir richtig den Kopf zerbrochen. Etwas schade fand ich allerdings, dass man bisher nur sehr wenig von der Story mitbekommen hat, aber das war abzusehen - der Episodenform sei Dank. Telltale hat mit The Launch of the Screaming Narwhal auf jeden Fall einen unterhaltsamen & gelungenen Einstieg in Tales of Monkey Island hingelegt, den ich nur weiterempfehlen kann - aber die nötigen Englischkenntnisse solltet ihr unbedingt mitbringen. Denn ohne den witzigen Humor fehlt dem Spiel ein ganz, ganz wichtiges Element.
- interessante Comic-Grafik ...
- einige sehr knackige Rätsel
- sympathische Charaktere (neu & alt)
- guter Humor, witzige Sprüche & Aktionen
- bunte & abwechslungsreiche Schauplätze
- angemessene Spielzeit
- ... mit grundsätzlicher Detailarmut
- schreckliche Steuerung
- momentan nur in Episodenform
- nur auf Englisch spielbar
Tim hat Tales of Monkey Island auf dem PC gespielt.










#1 | 13. Juli 2009 um 23:47 Uhr
#2 | 14. Juli 2009 um 14:53 Uhr
Aber wahrscheinlich wird das Spiel von Episode zu Episode schlechter... haben ja auch schon welche bezahlt *auskotz* Traurig ist das!