Lego Indiana Jones 2 - Review
Indy mit Ecken und Kanten - trotzdem ein rundes Abenteuer?
Auch wenn das simple Spielprinzip der Lego-Spiele scheinbar schon seit Jahren auf demselben Niveau stagniert, muss man doch zugeben, dass es jedes Mal aufs neue Spaß macht, mit den Klötzchen-Helden auf Abenteuerreise zu gehen. Auch dieses Jahr gibt es einen neuen Ableger der Reihe, ein Sequel zu einem der besten Lego-Spiele überhaupt: Lego Indiana Jones 2. Allerdings sind die Voraussetzungen nicht ganz so gut, wie sie hätten sein können - anstatt den Fokus auf die ersten drei Kinofilme zu legen, basiert das Spiel zum größten Teil auf dem grottigen vierten Kinofilm. Ob mich Lego Indiana Jones 2 trotzdem Bauklötze staunen lässt?
Eckig und trotzdem schön
Wer schon mal ein Lego-Spiel gespielt hat, der wird sich auch in Lego Indiana Jones 2 heimisch fühlen und technisch keine großen Veränderungen erwarten - wozu auch, denn die interessante Lego-Grafik in Kombination mit den weniger eckigen Hintergründen hat sich schon längst in der Serie etabliert. Wie auch in den Ablegern zuvor versprüht das Spiel einen angenehmen Charme, welcher vor allem durch die verbesserten Animationen der Charaktere untermauert wird. Ansonsten hat sich technisch, grob geschätzt, rein gar nichts geändert. Die musikalische Untermalung ist dank des immer noch faszinierenden Indy-Soundtracks größtenteils gut gelungen und auch die Soundkulisse punktet mit stimmigen Geräuschen. Eine Sprachausgabe gibt es natürlich immer noch nicht, aber das komische Gebrabbel der Figuren passt sowieso besser zu der Lego-Serie. Auch die Steuerung wurde so gut wie gar nicht verändert, womit die Fahrzeugsteuerung immer noch sehr schwammig, ungenau und oft auch frustrierend ist. Schade, dass Traveller's Tales diesen Kritikpunkt immer noch nicht ausgebessert haben. Wer in Lego Indiana Jones 2 den typischen Lego-Humor erwartet, wird ebenfalls nicht enttäuscht - witzige Animationen und jede Menge kleine Anspielungen auf die Kinofilme trainieren die Lachmuskeln.
Hinsichtlich der Story sorgt das Spiel zwar bei Kennern der Filme für einige Erinnerungen an die tatsächlichen Geschehnisse, Neulinge werden aber höchstwahrscheinlich überhaupt nichts verstehen, besonders bei den ersten drei Filmen - diese sind zwar auch im Gesamtpaket enthalten. Um alle drei aber durchzuspielen, benötigt ihr wohl maximal 5 Stunden. Das Spiel ist komplett auf den vierten Film ausgerichtet, in dem die Story auch verständlich in Szene gesetzt wird. Dass die Reise ins Königreich des Kristallschädel eine absolute Schande für die Filmgeschichte Indys ist, merkt man hier glücklicherweise gar nicht.


The same procedure as every year ...
Viel neues dürft ihr auch hinsichtlich des Gameplays nicht erwarten. Wie immer gilt es Kämpfe zu bewältigen, Puzzles zu lösen, Fahrsequenzen zu meistern und die Umgebung zu zerdeppern, um so viele Legosteine wie nur möglich zu sammeln. Die Kämpfe sind allerdings wie gewohnt nicht so ganz das Gelbe vom Ei, da Indy lediglich Nahkampftechniken beherrscht und euch ab und zu auch mehrere Feinde mit Maschinenpistolen begegnen. Mit einem "Game Over" braucht ihr aber nicht rechnen, da man nicht verlieren kann, sondern immer wieder neu ins Spiel geschmissen wird. Ihr verliert dafür aber bei jedem Bildschirmtod an Punkten. Hauptelement des Gameplays sind Rätsel, die ab und an durchaus knifflig sein können. Dazu zählen zwar hauptsächlich Schalterrätsel - aber da ihr immer zwischen zwei Charakteren wechseln könnt, weil ihr immer zu zweit unterwegs seid, setzen manche Rätsel auch auf die Spezialfähigkeiten der Charaktere: Indy zum Beispiel kann sich mit seiner Peitsche über Abgründe schwingen, während Max mit seiner Pistole auf Zielscheiben schießen kann, um Schalter zu aktivieren. Schwer wird es allerdings nirgends, der Schwierigkeitsgrad bleibt immer auf einem fairen Niveau. Die Fahrsequenzen sind teilweise recht nett und ansprechend, leiden aber immer noch unter der unnötig schwammigen und umständlichen Steuerung der Fahrzeuge. Mit der Zeit gewöhnt man sich an dieses Manko, dennoch ist es sehr lästig.


Kooperativ ist und bleibt am besten
Traditionsgemäß macht Lego Indiana Jones 2 im Coop-Modus mit einem zweiten Spieler, der jederzeit ein- und aussteigen kann, am meisten Spaß. Hier fällt auch auf, dass Traveller's Tales einige Verbesserungen vorgenommen hat, zu denen vor allem der neue Splitscreen zählt. Wart ihr in den bisherigen Spielen immer auf einem Bildschirm unterwegs und konntet euch nicht allzu weit voneinander entfernen, teilt sich der Bildschirm jetzt automatisch, wenn ihr eine bestimmte Entfernung voneinander erreicht habt. Dadurch könnt ihr nun auch auf eigene Faust gleichzeitig umherziehen. Gelungen ist auch der Übergang zurück zu einem Bildschirm - der Splitscreen verschwindet einfach und die beiden Bilder verschmelzen wieder miteinander. Sehr bitter ist aber die Tatsache, dass man wieder mal nciht online zusammen spielen kann, da ein Online-Coop-Modus schlicht und einfach fehlt. Immerhin: Traveller's Tales ließen bereits verlauten, dass man an einem Online-Coop-Patch arbeite - bisher ist der noch nicht vorhanden.
Ebenfalls schade ist das Fehlen einer Online-Community für selbsterstellte Levels im Level-Editor, der in der deutschen Übersetzung seltsamerweise "Level-Bildner" genannt wird. Auch seltsam klingt es, in den "Level-Bildner" "einzuspringen". Aber nunja, wir wissen ja, was gemeint ist! Der Level-Editor ist vollkommen neu und wird durch umfangreiche Tutorials zwar recht gut erklärt, ist aber dennoch sehr komplex und erfordert einiges an Eingewöhnungszeit. Aber es ist verdammt traurig, dass man seine selbst erstellten Levels nicht online mit seinen Freunden tauschen und sich auch keine anderen Levels herunterladen kann - damit hat Lego Indiana Jones 2 eine Menge Potential verschenkt.
Fazit von Tim:
"The same procedure as every year" - so und nicht anders lässt sich Lego Indiana Jones 2 am treffendsten beschreiben. Das Gameplay ist immer noch sehr spaßig, der Mix aus Action und Puzzles kann weiterhin unterhalten, der Coop-Modus ist und bleibt nur offline und macht trotzdem verdammt viel Spaß und die Fahrzeugsteuerung ist immer noch schwammig. Trotzdem bietet Lego Indy 2 ein paar nette Neuerungen: darunter den intuitiven Level-Editor, der allerdings - warum auch immer - komplett ohne Online-Community bleibt, einen verbesserten Coop-Bildschirm und eine ansehnliche Oberwelt. Wer nach einem unterhaltsamen Coop-Spiel sucht, landet hier auf jeden Fall einen sehr guten Treffer. Lange motivieren kann das Spiel ebenso wie unterhalten, umfangreich ist es sowieso und klassische Lego-Action garantiert immer und immer wieder zahlreiche spannende Stunden Spielzeit vor dem heimischen Fernseher - auch wenn man einige Macken dafür sorgen, dass das Spiel letztlich doch viel Potential verschenkt.
- solider Mix aus Action und Puzzle, ...
- spaßiger & verbesserter Coop-Modus, ...
- umfangreicher Level-Editor ...
- charmante Lego-Präsentation
- sehr großer Umfang
- ... der sich langsam abnutzt
- ... aber kein Online-Coop
- ... ohne Online-Community (!)
- ungenaue Fahrzeugsteuerung
- Story meist nur schwer verständlich
Tim hat Lego Indiana Jones 2 auf der PlayStation 3 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von LucasArts zur Verfügung gestellt.



#1 | 12. Dezember 2009 um 08:07 Uhr
Denn nur wegen de levels aus Teil 4 würde ich es jetzt nicht nochmals Kaufen.
#2 | 12. Dezember 2009 um 12:14 Uhr