God of War III - Review

Kennt ihr diesen Spartaner der immerzu grimmig und bissig dreinschaut und seine Mundwinkel noch tiefer ziehen kann als unsere Bundeskanzlerin? Bingo! Kratos ist endlich zurück und obwohl es sich beim dritten Teil von God of War um das Ende der Trilogie handelt, lässt sich das Entwicklerteam der Sony Santa Monica Studios die Option offen, weiterhin God of War Spiele zu produzieren. Ich habe deren neuestes Werk bereits durchgespielt und werde euch nun in meiner Review erzählen, wie es so war und was euch erwartet. Es wird wirklich schwer alles in die richtigen Worte zu fassen, aber ich werde es versuchen. Haltet euch fest!

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! Dieses geflügelte Sprichwort kann ich wohl auch getrost bei dieser Review anwenden, denn eigentlich wollte ich doch zuerst Darksiders: Wrath of War durchspielen um meine halbfertige Review endlich zu Ende zu bekommen und außerdem fand ich nach dem Democheck, Dante's Inferno ja auch irgendwie interessanter als God of War III. Aber Pustekuchen! Anfang der Woche erreichte mich Post von Sony und nach einem knappen "Ich schau da mal kurz rein" wurde ich auch erstmal nicht mehr gesehen. Damit hab ich nun auch die drei Games des neuen Jahres in einen Topf geworfen, die man gerne zusammen nennt und bleibe damit auch sämtlichen Klischees treu.


Unglaublich großes Kino







Der neue Metzelspaß mit Kratos ist groß, richtig groß, dabei mein ich noch nicht mal die mit knapp 40 GB vollgepackte Blu-ray Disc, nein ich rede hier wirklich vom Spielinhalt und der Präsentation. Gleich zu Beginn wird einem diese Größe klar vor Augen geführt, denn man startet einen Angriff auf den Berg des Olymp um Zeus auseinander zu nehmen, als Transportmittel und gleichermaßen Kampfschauplatz dient uns hierzu zunächst einer unserer verbündeten Titanen - Gaia. Diese klettert mit ihrer übermächtigen Statur die Berghänge empor, während ihr euch auf ihrem Körper in diverse Scharmützel gegen eine Armee von Untoten stürzt. Die Kamera schwenkt in bester Steven Spielberg Manier um das Geschehen und lässt Kratos dabei wie eine kleine Pixelfigur aussehen. Diese Gigantomanie wird aber spätestens beim Erscheinen von Poseidon - dem ersten Bossgegner - wieder neu definiert, einfach gigantisch und imposant.

Der Gott des Meeres lässt einige seiner Pferde mit krustenartigen Klauen auf Gaia los um sie in die Tiefe zu stürzen und hier beginnt dann auch euer erster Bosskampf, eure Aufgabe ist es natürlich die Pferde und schließlich Poseidon selbst den Gar auszumachen. Mit bekannter Kampfsteuerung prügelt ihr also auf die festgeklammerten Pferde, während der ganze Untergrund bebt und wackelt - hier wird auch gleich ein weiterer Pluspunkt der Präsentation sichtbar. Die Entwickler haben im gesamten Spiel auf vorgerenderte CGI Zwischensequenzen verzichtet, stattdessen werden diese Sequenzen komplett von der Gameengine erzeugt, dadurch wirkt alles wie aus einem Guss und wird nicht wie bei vielen anderen Spielen durch eine (kurze) Ladepause unterbrochen. Während diverser Kämpfe kommen natürlich auch wieder Quicktime-Events zum Einsatz, die dieses Mal jedoch so auf dem Bildschirm präsentiert werden, wie sie am PS3-Controller angelegt sind - also: das X erscheint am unteren Rand des Bildschirms, der Kreis rechts usw. Für mich eine recht sinnvolle Neuerung.

Habt ihr den Ritt auf Gaia überstanden und Poseidon erstmal von seinem hohen Ross geholt, um ihn auf Augenhöhe zu verprügeln, erfahrt ihr im anschliessenden Finishing-Event, welches ebenfalls auf QTEs setzt, eine weitere Neuerung. Die einzelnen Kampfpassagen seht ihr größtenteils aus der First-Person-Perspektive und den Augen des Opfers heraus, damit soll vermutlich die Brutalität die es erleidet an den Spieler weitergegeben werden - optisch auf jeden Fall sehr interessant - jedoch ist diese Perspektive auf den Kampf mit Poseidon beschränkt. Wer spoilerresistent und/oder interessiert ist, hier hab ich in einem 20 minütigen Video das komplette Poseidon Kapitel zusammengefasst.


Brutal? Aber hallo! Sex? 'türlich! Yeah!







Stichwort: Brutalität. Ja, God of War III ist wahrlich nichts für zarte Gemüter und richtet sich nach Aussage der Entwickler auch direkt an das erwachsene Publikum, gerne übertreibt es das Spiel hierbei und lässt hektoliterweiße Pixelblut fliessen und sehr oft die Gewalt in ihrer reinen Form sprechen, allerdings empfand ich keine Szene dermaßen brutal oder gar abstoßend, dass ich kotzen musste.

Das hat glaube ich auch gar nicht sehr viel mit einer gewissen Abhärtung, sondern vielmehr mit dem Medium zu tun - bei Filmen, mit echten Menschen, wird mir schonmal übel oder Angst und Bange, so dass ich die Hände vor den Augen verschränke - das geschah in diesem Spiel definitv nicht. Das alte Griechenland der Antike war wahrlich auch kein Zuckerschlecken und wird in diesem Spiel, passend zur Story von God of War, herrlich wiedergegeben.

Stichwort: Klischees erwachsener Spiele. Ja, auch eine Sexszene ist enthalten, allerdings ist diese Quicktime-Spielerei eher als kleine Aufheiterung für zwischendurch gedacht, optisch kann man bei Aphrodite natürlich nicht meckern und zur griechischen Mythologie gehört selbstverständlich auch die Göttin der Liebe. Wer mal reinschnuppern möchte, also in die Szene - hier gibt es das passende Video dazu.

Dennoch lässt sich das Spiel nicht auf bloße Gewalt & Brutalität reduzieren, wie man es vielleicht nach der Demo oder diversen Videos vermuten würde. Denn gerade storytechnisch bietet einem das Game einen hervorragenden Hintergrund mit dauerhaft interessanten Momenten und Zwischensequenzen die das Gesamtkunstwerk aus Santa Monica in einem anderen Licht erscheinen lassen. Auch Emotionen und Dramatik dürfen hierbei nicht fehlen und finden in diesem Spiel mehr als nur als Beiwerk ihren Platz. Wer hier einen hirnlosen Blutrauschmetzler vermutet oder erwartet, der liegt definitiv falsch!


Präsentation, Grafik, Sound, Technik & Co.







Die Grafik ist mindestens so geil wie in Uncharted 2 - jede Pore auf dem kahlen Kopf von Kratos ist erkennbar, Umgebungstexturen scharf und detailreich wie seine Klingen, von Spiegelungen und sonstigen Effekten & Details ganz zu schweigen. Zusätzlich wird dank einer erstklassigen Kameraführung und spektakulären Kamerafahrten, insbesondere bei Bosskämpfen, das Spielen zum Erlebnis. Die Entscheidung keine vorgerenderten CGI Zwischensequenzen zu verwenden und stattdessen voll auf die Grafikengine zu setzen, hat sich gelohnt. Ohne jegliche Ladepausen geht das Spiel vom Gameplay in cineastische Sequenzen und Schwenks über und lässt euch nicht nur einmal mit offenem Mund auf den Bildschirm starren. Wenn dazu noch der erstklassige Soundtrack durch euer Soundsystem strömt, seid ihr mittendrin. Ich kann nicht messen ob das Spiel durchgehend mit 60fps läuft, aber auf jeden Fall läuft es ohne Murren und Schnurren - zu jeder Zeit.

Die Gegner(massen) reichen von einfach über knackig bis anspruchsvoll, sind aber, genau wie die Bosskämpfe, Rätsel und Minispiele, jederzeit machbar. Dank vier unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen - Spartaner (einfach), Gott (normal), Titan (schwer), Chaos (sehr schwer) - wovon man die letzte durch einmaliges Durchspielen auf beliebiger Stufe freischalten muss, ist sicherlich für jeden Spieltyp etwas dabei.

Hab ihr das Spiel erstmal durchgespielt, öffnen sich neben einer Vielzahl von Videos auch 7 Herausforderungen im Olymp, mit denen ihr weitere Trophäen zu eurer Sammlung hinzufügen könnt. Hierbei handelt es sich mehr oder minder um Minispiele bei denen es bestimmte Aufgaben, wie zum Beispiel: "Bevölkerungskontrolle: Es dürfen nicht mehr als 50 Gegner gleichzeitig in der Arena sein, erledigen Sie sie, bevor es zu viele werden." oder "Versteinert: Lassen Sie sich 10-mal von den Gorgonen versteinern, ohne dabei Ihr Leben zu lassen" handelt.

Ich weiß nicht ob ich an dieser Stelle noch die einfache und gleichzeitg intuitive Steuerung erwähnen sollte, oder das man wie gewohnt Lebens-, Magie-, Gegendstands- und Seelenorbs aus erlegten Gegnern und Kisten aufsammelt. Ebenso wie Minotaurenhörner, Gorgonenaugen und Phönixfedern die jeweils bei drei gesammelten einen eurer Werte erhöhen. Oder die vier Primärwaffen sowie diverse Ausrüstungsgegenstände die ihr nach Tötung des jeweiligen Gottes bzw. Bosses erbeutet. Mit den Seelenorbs kann man dann auch noch seine Waffen Aufrüsten und weitere Power und Attacken freischalten, aber ich fand es jetzt eher sekundär, das zu erwähnen. Speziell das Aufrüsten solltet ihr aber immerzu in Anspruch nehmen, nicht unbedingt zu Beginn, aber im späteren Verlauf - es lohnt sich.

Trotz einer gewissen Bewegungsfreiheit verläuft das Spiel linear, was aber durchaus positiv zu werten ist. Dank ausreichender und fairer Checkpoints im Spiel, sowie einer zusätzlichen Speicherfunktion, die ihr an bestimmten Stellen durchführen könnt, ist auch der reibungslose Spielfluß garantiert. Einige Orte werdet ihr auch öfters heimsuchen, da ihr durch neue Waffen und Möglichkeiten, bestimmte Aktionen erst im weiteren Verlauf der Geschichte durchführen könnt.




Alles super, alles toll?!



Natürlich ist auch God of War III nicht perfekt, aber ich habe das schonmal gesagt - bei Uncharted 2 - es ist verdammt nah dran! Und dieser Vergleich hinkt trotz vermeindlichem Genreunterschied kein bisschen. God of War III bietet euch jede Menge Action und gleichzeitig sind die Rätsel, insbesondere im späteren Verlauf, fordernder als im oben genannten Beispiel, mit Emotionen und Dramatik wird auch nicht hinterm Berg gehalten. Die beispielhafte Präsentation und Inszenierung hatte ich ja bereits erwähnt.

Fans von Kratos werden dieses Spiel sowieso schon vorbestellt oder den Kauf rot im Kalender angestrichen haben, wer God of War bisher noch nicht kennengelernt hat, hat definitiv etwas verpasst und sollte, auch im Hinblick auf die Story, auf jeden Fall zusätzlich auch zur God of War Collection greifen, die Teil 1 & 2 in überarbeiteter HD-Version enthält. Wer nach Uncharted 2 und Heavy Rain immer noch nach einem Grund sucht sich eine Playstation 3 zu kaufen - hier ist er!
Kithaitaa

Fazit von Darius:

Wer Kratos bisher mochte, wird ihn nun lieben, und wer ihn bisher liebte, wird ihn nun vergöttern. Sowohl die grafische Präsentation und Inszenierung, als auch die musikalische Untermalung, lassen euch ein wunderbares, erstklassiges Spielerlebnis erleben. Die hervorragende Story lässt hier ebenfalls nichts anbrennen und liefert mit dem abwechslungsreichen Genremix aus Action, Rätsel und Geschicklichkeit, ein Spiel wie aus einem Guss. Eine erstklassige deutsche Sprachsyncronisation und der ständige "Muss ich Durchspielen" Effekt, fesseln euch 10-15 Stunden am Bildschirm, bis ihr zur Schlußsequenz gelangt. Hier erwartet euch dann nochmals ein emotionales Finish der Extraklasse, welches fernab von jeglichen "Schlussfilmchen" anzusiedeln ist. Einzig die teils unvorteilhaft vordefinierte Kameraführung bei einigen Passagen, bleibt als Manko anzukreiden - jedoch ist der Anteil an der Gesamtspielzeit nahezu verschwindend gering. Absolute Kaufempfehlung! :)

Besonders gut finde ich ...
  • Grafik & Präsentation
  • Story & Atmosphäre
  • Sound & Musikuntermalung
  • Kameraschwenks & Fahrten
  • Guter Mix zwischen Metzeln,
  • Rätsel & Geschicklichkeit
  • Imposant inszinierte Bosskämpfe
  • Abwechslung & Witzige Ideen
  • Spielzeit
  • Keine Ladepausen
  • Erstklassige dt. Synchronisation
  • 9 Sprachen auf der Disc (auch Englisch)
  • Beste spielbare Endsequenz die ich
  • kenne bzw. mich erinnern kann
  • Absoluter "Muss Durchspielen"-Effekt
Nicht so optimal ...
  • Ende der Trilogie
  • Unvorteilhafte Kamera bei einigen Passagen, dadurch stellenweise (längere) Frustmomente

Darius hat God of War III auf der PlayStation 3 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Sony CEE zur Verfügung gestellt.

God of War III - Boxart

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Kommentare & Likes

Folgenden Usern gefällt der Beitrag: 3 Gästen.
  • DarkRaziel
    #1 | 14. März 2010 um 21:32 Uhr
    Man seit ihr Gemein         
    Ihr durfte das Game schon spielen und muss immer noch mit der E3 Demo vorlieb nehmen.

    Freue mich schon auf die kommende Woche, denn dann kommt meine CE, denn die Ultimate Version mit der Pandora Box habe ich storniert.
    Weil 180 Euro ist sie mir nicht werd. Bestellt hatte ich sie für 99 Euro, dann kam die Mail das man sie auf 150 Euro erhöht hat. Okay das war meine Schmerzgrenze bis vor einer Woche der letzte Schock kam und 150 der Einkaufspreis ist und man noch Steuern drauf rechnen muss und sie somit 180 Euro kosten wird.

    Das sind mir dann die Inhalte nicht werd und bin auf die CE umgestiegen und hoffe das Sony die ersten zwei Teile auch noch einzeln nach Europa bringen wird mit deutscher Sprache, denn laut einigen Webseiten soll die ersten zwei Teile in der Box nur mit Englischer Sprache sein.
  • Gezzdt
    #2 | 14. März 2010 um 21:37 Uhr
    Ich hab Teil eins und 2 durchgespielt und von 3 die Demo. So super toll fand ich das jetzt nicht. Ist genauso wie die ersten Teile nur mit besserer Grafik. Das Kampfsystem kommt mir nach Batman: Arkham Asylum und Bayonetta so klobig vor.
  • Darius
    #3 | 14. März 2010 um 22:23 Uhr
    @Gezzdt Ja, die Demo empfand ich auch nicht sonderlich gut, da hat mir die von Dante's Inferno mehr zugesagt. Aber das Spiel als solches ist echt klasse geworden. Steuerung bzw. das Kampfsystem empfand ich jetzt nicht als klobig, im Vergleich zu BAA sicherlich kein FreeFlow-Combat-System - aber klassisch gut  

    @Darkraziel ne, 180 euro würde ich für die Edition auch nicht ausgeben und die Pandorakiste steht doch am Ende auch nur "dumm" in der Gegend rum   
  • Fetzig
    #4 | 15. März 2010 um 15:14 Uhr
    oh man, ihr könnt einen aber auch echt heiß machen... jetzt muss ich bei dem gewinnspiel nur noch ein glücklicher gewinner werden und mein wochenende ist gerettet!
  • Phaz
    #5 | 17. Oktober 2010 um 22:00 Uhr
    i love how you put a smile at the end of your verdict  

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