Metro 2033 - Review
Die nukleare Apokalypse - Was, wenn aus Fiktion Wirklichkeit wird?
Es ist das Jahr 2033. Vor 20 Jahren hat der Atomkrieg die Oberfläche in ewigen Winter gehüllt. Die Menschen in Moskau leben in den unterirdischen Metros, geschützt vor atomarem Fallout und den unmenschlichen Bedingungen auf der Oberfläche. Eine ganze Generation ist bereits im gigantischen Metronetz aufgewachsen. Doch es lauert Gefahr in den Tiefen - Mutanten suchen die Überlebenden heim und selbst aus eigenen Reihen gibt es Verräter, die, von Machtgier getrieben, bereit sind, das eigene Volk endgültig in den Untergang zu führen. Willkommen in der Welt von Metro 2033...
Fazit von Philipp:
Metro 2033 macht einem die abschließende Bewertung definitiv nicht leicht. Auf der Haben-Seite steht das unverbrauchte Setting des postapokalyptischen Moskaus, die tolle Story und die grandiose Inszenierung. Wer einmal über die Oberfläche gelaufen ist, weiß, dass hier in punkto Atmosphäre neue Maßstäbe gesetzt werden. Teilweise gibt es sogar erfreuliche Parallelen zu meiner persönlichen Horror-Referenz "F.E.A.R." - ein Held, der ohne es zu wissen "Auserkoren" ist, merkwürdige Visionen, knallharte Action gepaart mit blankem Horror, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ja, Metro 2033 weckt zu Beginn Hoffnungen auf einen gnadenlosen Horror-Action-Shooter erster Güte.
Umso enttäuschender ist es dann, wenn man die erste Hälfte des Spieles mit Angstschweiß auf der Stirn überstanden hat und die Mutanten mitsamt dem Horror immer mehr in den Hintergrund rücken. Stattdessen bekämpft man stundenlang Rote, Faschisten und andere Gruppierungen. Das mag zwar dafür sorgen, dass man nicht vom Horror gelangweilt wird, aber als Shooter versagt das Spiel einfach, weil es nichts bietet, was nicht zig andere Shooter seit Jahren besser machen - und auch der etwas happige Schwierigkeitsgrad sorgt für frustrierende und nervige Momente.
So haben Michi und ich schweren Herzens entschieden, dass Metro2033 ganz knapp an den 4 Sternen vorbeischrammt. Der Titel ist ein überdurchschnittlich guter Mix aus Horror und Survival mit einem schwachen Shooteranteil geworden, welcher zudem viel zu viel Potential verschenkt, interessante Ansätze schon im Keim erstickt und in der schwachen, zweite Hälfte rapide zerstört, was zu Beginn so großartig aufgebaut wurde. Wer das verschmerzen kann, wird für knapp 20€ (PC-Version) so gut unterhalten werden, dass einem spontanen Einkauf in nächster Zeit nichts im Wege stehen dürfte. Wir beide hätten jedenfalls nichts gegen einen zweiten Teil einzuwenden, und hoffen somit auf eine baldige Umsetzung des Nachfolgeromans Metro 2034 - diesmal aber bitte mit mehr Fokus auf Horror.
- Wahnsinns Atmosphäre
- Grafische Präsentation
- Realistischer Soundteppich
- Interessantes Setting
- Horror pur
- Stimmiger Soundtrack
- Gute Synchro
- Alternatives Ende
- Nach der ersten Hälfte enttäuschend
- Teils schlecht gesetzte Checkpoints
- Interessante Ansätze verlaufen sich
- Häufige Slowdowns
- Lippenasynchron
Philipp hat Metro 2033 auf der Xbox 360 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von THQ zur Verfügung gestellt.
Fazit von Michael:
Bereits auf der Games Convention 2006 konnte ich mir einen kleinen Eindruck von Metro 2033 verschaffen. Nach längerer Nachrichtenpause ist der Titel nun erschienen und kann für ein Debüttitel des ukrainischen Entwicklerstudios 4A-Games recht überzeugen. Angemerkt sei auch noch, dass ein Teil des Entwicklerteams bereits am ukrainischen Shooter "S.T.A.L.K.E.R. Shadow of Chernobyl" gewerkelt hat und ihre Erfahrungen in Metro 2033 anwenden konnten.
Große Ankündigungen, Versprechen, usw. blieben uns diesmal aus der Ukraine erspart, und so kann das gesamte Endprodukt umso mehr überzeugen. Obwohl der Markt mit 0815 Shooter mehr als gesättigt ist, kann Metro 2033 mit seiner bunten Mischung aus Call of Duty, Half Life 2, F.E.A.R. dennoch Plätze gut machen und ganz besonders in der ersten Spielhälfte trumpfen. Und da liegt auch das Problem von Metro 2033. Das was am Anfang überzeugen konnte, die Atmosphäre, die (zwar) wenigen Schockmomente, das "Leben" unter der Erde (usw.) flaut im weiteren Spielverlauf fast vollständig ab was das Gameplay hauptsächlich auf das die Bekämpfung anderer Menschen reduziert. Davon gab es in der Vergangenheit leider mehr als genug und so ratscht der ukrainische Titel schweren Herzens nur knapp an den vier Sternen vorbei.
Wer aber mit Shootern groß geworden ist und sich bei jedem neuen Titel wie ein kleines Kind freut, dem kann ich Metro 2033 mit gutem Gewissen ans Herz legen. Zumal der Verkaufspreis der PC-Version mit etwa 25 Euro sich in einem sehr erträglichen Rahmen hält und falls das technische Equipment vorhanden ist, auch mal mit der eingebauten 3D Vision Funktionalität genossen werden sollte. Schade 4A-Games, für einen Debüttitel ganz gut, aber aber beim nächsten Mal wird es sicherlich besser.
- ausdrucksstarke Atmosphäre
- Licht-/Schatteneffekte
- scharfe Texturen
- liebevolles Leveldesign
- Soundkulisse
- deutsch/russische Synchro
- zwei Story-Endungen
- keine HUD-Darstellung
- Tagebuch-/Aufgabensystem ansehnlich
- Xbox 360 Portierung gelungen
- (aktueller) PC-Version Verkaufspreis
- 3D Vision Support (empfehlenswert!)
- wird nach Spielhälfte zum 0815 Shooter
- oft gleiche Mutanten-/Gegnerarten
- Items sammeln recht fummelig
- teilweise recht schwer
- einige Checkpoints unfair gesetzt
- das gewisse "Etwas" fehlt
Michael hat Metro 2033 auf der Xbox 360 gespielt.


#1 | 23. März 2010 um 16:54 Uhr
Bitte das nächste Mal vorher das Buch lesen bevor man so ein Spiel testet.
Genervt hat mich nur das D6 Kapitel mit den Schleimkugeln... das fand ich persönlich richtig doof. Alles andere TOP.
#2 | 23. März 2010 um 18:35 Uhr
SurgeoN: Bitte das nächste Mal vorher das Buch lesen bevor man so ein Spiel testet
Naja, die Entwickler selbst sagen, dass man das Buch vorher besser nicht lesen sollte, da man sich dadurch die Story bzw. viele Passagen des Spiels spoilert.
#3 | 23. März 2010 um 18:45 Uhr
#4 | 25. März 2010 um 08:51 Uhr
Für den Preis sowieso kein Problem, aber auch so kann ich den Titel nur empfehlen. Gerne noch ein Teil aber bitte mit mehr Horror!