BlazBlue: Calamity Trigger - Review
Ein Paradies für Hau-Drauf-Spezialisten und Prügeltaktiker
Was ist BlazBlue: Calamity Trigger? Ein spielbarer Anime, ein klassisches JRPG? Weit gefehlt, denn hinter dem mysteriösen Titel verbirgt sich ein waschechtes Beat'em Up in 2D-Perspektive - dem man auch sofort anmerkt, aus welcher Ecke der Weltkarte es stammt. BlazBlue sieht verdammt japanisch aus und klingt auch so, spielt aber locker auf der Höhe von Referenzen wie Street Fighter IV und Tatsunoko vs. Capcom mit - und zaubert ein kreatives Effektgewitter auf den Bildschirm, das so richtig Spaß macht. BlazBlue ist ein Beat'em Up, das seinesgleichen sucht. Vor Schwächen bleibt aber auch dieses Spiel nicht verschont und vor allem die ersten Stunden stellen eure Geduld auf die Probe ...
Es müssen nicht immer mehrere sein - alleine macht's doch auch Spaß!
Ganz nach dieser Devise richtet sich BlazBlue, obwohl der Multiplayermodus natürlich das ausschlaggebende Element des Spiels ist. BlazBlue bietet etwas, das fast alle anderen Beat'em Ups nicht bieten: eine Kampagne mit einer erstaunlich reichhaltigen Geschichte, die zwar dank vieler unspektakulärer Dialoge etwas dröge erzählt wird, aber letztlich doch bei mir punkten konnte, nicht zuletzt deshalb, weil Kampagnen mit einer Story im Genre eher die Ausnahme sind. Und selbst wenn mich die Erzählung rund um eine mysteriöse Waffe und einen gefährlichen Kämpfer namens Ragna the Bloodedge nicht fesseln konnte, allein schon die überaus löbliche Umsetzung gehört belohnt - nicht umsonst darf man die Vorgeschichte inklusive eigene Rolle eines jeden Kämpfers unabhängig von den anderen Figuren nachspielen. Insgesamt erwarten den Spieler ganze zwölf abgefahrene Charaktere, die unterschiedlicher kaum hätten sein können: von Schleimhaufen über Schwertschwinger und Ärztinnen bis hin zu riesigen Monstern ist alles dabei. BlazBlue bietet eine mit zwölf Kämpfern etwas knappe, aber auch perfekt ausbalancierte und stimmige Charakterriege.
Die Präsentation selbst ist aber in jeder Hinsicht Geschmackssache, nicht jeder wird sich mit den Anime-Figuren und dem japanisch angehauchten Soundtrack anfreunden können. Auch die langweiligen Dialoge könnten bei dem einen oder anderen für Kopfschütteln sorgen. Ein klares Highlight ist dagegen die astreine Grafik, an der es nichts zu meckern gibt. Selten sah ein 2D-Spiel dermaßen detailliert und wunderbar aus wie BlazBlue - ähnlich wie Muramasa für Wii verzaubert auch dieses Spiel mit einer tollen optischen Gestaltung, die vor kräftigen Farben und Liebe zum Detail nur so strotzt. Dass manche Animationen etwas abgehackt wirken, muss man einfach verzeihen.








Eine harte Nuss! Doch das Knacken lohnt sich ...
Ohja, BlazBlue ist ganz gewiss eine harte Nuss, sogar mehr als das. Wer sich nicht wenigstens ein bisschen im Genre auskennt, wird hier hoffnungslos verzweifeln. Das liegt zum einen daran, dass gänzlich auf ein richtiges Tutorial verzichtet wird und ihr euch alles erst selbst antrainieren müsst, wozu es auch einen Trainingsmodus gibt. Zum anderen erweisen sich die computergesteuerten Gegenspieler als äußerst hartnäckig und ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad sind die Kämpfe wirklich heftig. Bis man sich erst richtig in BlazBlue eingearbeitet hat und alles versteht, können mehrere Stunden vergehen, und selbst dann entdeckt ihr doch immer wieder die eine oder andere effektive Kombo oder Strategie. Im Gegensatz zu Genre-Vertretern wie Street Fighter IV dauert es auch deutlich länger, bis man wirklich "drin" ist und das anfänglich als Button-Mashing erscheinende Kampfsystem verwirklicht hat. Hat man es jedoch einmal geschafft und sich stundenlang in Geduld geübt, wird man mit einer enormen Spieltiefe überrascht. Fehlt euch die Geduld? Ein guter Rat von mir: lasst die Finger von BlazBlue.
Ganz genretypisch gibt es schwache, mittlere und starke Angriffe, die ihr mit je einer Taste aktiviert. Diese können auch mit Bewegungen des Control Sticks kombiniert werden. So weit so gut, alles bekannt - aber es kommt noch viel mehr. Ihr könnt zwar schon jetzt einige durchschlagskräftige Kombos starten, die aber sehr leicht geblockt oder gar gekontert werden können. Darum bietet euch BlazBlue ähnlich wie Street Fighter IV eine Art "Cancel Move", womit ihr bereits gestartete Aktionen ruckartig unterbrechen könnt. Das kostet zwar eine bestimmte Anzahl an Punkten, wird euch aber das eine oder andere Mal vor gewaltigen Konterangriffen bewahren. Würfe, Spezialangriffe und Griffe gehören natürlich ebenso zum stattlichen Aktions-Repertoire wie Deckungen und Konter, aber auch Gegenkonter. Allzu lange könnt ihr euch auch nicht hinter einer Deckung verziehen, da die Verteidigung bereits nach wenigen Schlägen zusammenbricht und neu aufgebaut werden muss. Schnelle Sprints sind ebenso überlebenswichtig wie das Beherrschen mehrfacher Sprünge, was etwas Übung erfordert. Zunächst wirkt das Gameplay sowieso sehr träge, die Figuren bewegen sich langsam, Sprünge und Aktionen scheinen abgehackt. Hat man es jedoch langsam, aber sicher drauf mit dem Kampfsystem, steigert sich das Tempo Sekunde um Sekunde. Es macht eine Menge Spaß, sich durch BlazBlue zu prügeln - auch wenn es, wie gesagt, sehr lange dauert, bis man alles verstanden hat. Und selbst dann wartet noch die eine oder andere spielerische Überraschung ...








Multiplayerprügeln
Natürlich ist ein Multiplayermodus das A und O eines jeden Prügelspiels. Ist es da überhaupt noch verwunderlich, dass BlazBlue erst hier sein ganzes Potential entfaltet? Wenn man gegen einen Freund spielt, der das Spiel noch nicht ganz drauf hat, dann ist der Kampf schnell entschieden. Allerdings geht es online ganz anders zu: die meisten Gegner, gegen die ich angetreten bin, waren ziemlich hart im Nehmen. Mehr noch - sie waren deutlich besser als ich! Wer also Herausforderung sucht, kann entweder den Schwierigkeitsgrad anziehen oder online loslegen, beides sorgt für Spielspaß erster Güte. Positiv aufgefallen ist mir die Verbindung, weil mir nahezu keine Verzögerung aufgefallen ist; nicht einmal bei Matches gegen Japaner. BlazBlue macht online wie offline eine Menge Spaß.
Fazit von Tim:
- sehr anspruchsvolles, aber spaßiges und vielfältiges Kampfsystem
- defensiv wie offensiv viele Möglichkeiten
- unterhaltsame Kampagne mit Story, ...
- wunderbarer, kreativer Grafikstil, ...
- 12 sehr unterschiedliche Kämpfer
- sehr ausgewogenes Balancing
- motivierender Multiplayermodus
- Einsteiger werden ins kalte Wasser geworfen (kein Tutorial)
- zäher und langatmiger Einstieg
- ... die nicht besonders spannend ist
- ... dessen Effektgewitter für Unüber- sichtlichkeit sorgen kann
- sehr kitschiger Anime-Stil
Tim hat BlazBlue: Calamity Trigger auf der PlayStation 3 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Headup Games zur Verfügung gestellt.


#1 | 21. April 2010 um 10:18 Uhr
wird das game richtig bockschwer zum 'schluss' hin
(hmm.. also z.b. in hinsicht auf alle trophies od. 'alles mal gesehn/gespielt' haben ^^ ) od. bewegt es sich auf nem hohen aber fairem niveau? :o
#2 | 21. April 2010 um 19:25 Uhr
Steht so übrigens auch in der Review
#3 | 22. April 2010 um 08:23 Uhr
und jetzt versteh ichs auch ganz ^_^
ty