Blur - Review
Modern Carfare - Es ist Krieg und die Strecke ist dein Schlachtfeld!
Das Beste kommt zum Schluss. Dieses Sprichwort trifft auch auf die Review zu Blur zu, denn nach ModNation Racers und Split/Second: Velocity kommt nun der Fun-Arcade-Racer aus dem Hause Bizarre Creations an die Reihe. Während Blur mich ganz zu Beginn eher weniger interessiert hat, konnte mich die Multiplayer-Beta-Demo durchaus überzeugen und zog dabei nicht nur mich in den Bann. Das Endprodukt bietet, im direkten Vergleich zu den beiden anderen Games, einfach das ausgereiftere, motivierendere und spaßigere Spielerlebnis. Warum das so ist und mit welchem Vorsprung Blur über die Ziellinie brettert, erfahrt ihr in meiner Review.
Ein Hauch von Need for Speed
In der Singleplayer-Kampagne kämpft ihr euch durch neun verschiedene Locations in denen jeweils ein Spitzenfahrer der Boss im Revier ist. In jeder der neun Locations erwarten euch jeweils sieben verschiedene Events, sechs davon setzen sich aus drei verschiedenen Modi zusammen, das siebte ist das sogenannte Boss-Duell, bei dem ihr in einem 1 vs. 1 Rennen gegen den besten Fahrer antretet. Das erinnert schon etwas an den ein oder anderen "Need for Speed"-Teil, allerdings erwartet einen hier keine Cinematic-Story, die drumherum gebaut wurde. Um den Boss zu einem Duell herausfordern zu können, müsst ihr verschiedene Herausforderungen während der Renn-Events erfüllen, diese werden euch auch praktischerweise angezeigt, so dass ihr darauf hinarbeiten könnt.
Gewinnt ihr das Duell, gewinnt ihr auch den Wagen, der jeweils mit einem besonderen Powerup-Mod ausgestattet ist. Diesen könnt ihr später auch an jedes Vehikel in eurem Fuhrpark anschrauben und den Wagen selbst auch in den Rennen des Multiplayer-Modus einsetzen. Hierzu sei noch erwähnt, dass sich Fahrzeuge bei Blur in vier verschiedene Klassen (A bis D) unterteilen und jedes Rennen bzw. Event nur mit einem Fahrzeug der geforderten Klasse bestritten werden kann. Außer den Bossfahrzeugen könnt ihr kein freigeschaltetes Fahrzeug aus dem Singleplayer im Multiplayer verwenden, die beiden Laufbahnen sind also entsprechend voneinander getrennt.
Ähnlich wie bei Split/Second: Velocity geht es auch bei Blur um die Macht auf der Straße, nur wird hier nicht die Umgebung in Einzelteile zerlegt, sondern ihr setzt gezielt sogenannte Powerups gegen eure Mitstreiter ein. Davon gibt es insgesamt acht, die an verschiedenen Punkten auf der Strecke verteilt sind und darauf warten von euch aufgesammelt zu werden. Maximal drei dieser Powerups könnt ihr an euren Wagen heften, müsst also keines direkt einsetzen. In welcher Reihenfolge ihr diese verwendet könnt ihr ebenfalls wählen, habt ihr etwas eher Unnützes aufgesammelt, könnt ihr dieses auch wieder fallen lassen. Folgende Standard-Powerups könnt ihr aufnehmen:

Diese haut ihr euch dann mit bis zu 20 Spielern in einem einzigen Rennen gegenseitig um die Ohren, dass es kracht. Dabei kann man die Powerups nicht nur offensiv, sondern auch defensiv einsetzen und Minen, Blitze oder Stöße lassen sich nicht nur nach vorne, sondern auch nach hinten abfeuern. Das Effektgewitter kommt hierbei des öfteren als chaotisches Farbfeuerwerk daher, das an Bossfights in World of Warcraft erinnert - noch nie war die obligatorische Epilepsiewarnung zu Beginn eines Spiels so wichtig wie hier. Doch trotz des scheinbar chaotischen und unübersichtlichen Zustands ist bei Blur durchaus Taktik gefragt, möglich und auch erforderlich. Das Aufsparen eines Abräumers oder eines Schilds für heikle Fälle ist ebenso ratsam, wie das geschickte Platzieren von Minen, wenn ihr mal in Führung liegt. Im Multiplayer könnt ihr euer Fahrzeug ab einem bestimmten Fan-Level auch mit einer Mod-Kombination ausstatten, die auch für jedes Rennen individuell einstellbar ist. Sozusagen eine Dreierkette an unterschiedlichen Features, die euer Fahrzeug, Powerups oder andere Dinge beeinflussen, zum Beispiel die Verstärkung eures Fahrzeugs, um mehr auszuhalten, eine größere Reichweite für Abräumer, ein zusätzlicher Fanbonus oder auch abgefahrene Dinge wie eine Tarnkappe sind hier möglich - es gibt schier unzählige dieser Mods, die ihr durch eure Fahrkünste im Laufe des Spiels freischalten könnt.
Lustigerweise gibt es auch Tages-Herausforderungen - ähnlich der Tagesquests in World of Warcraft - bei denen ihr zusätzliche Fans absahnen könnt, ob das nun 100 demolierte (damit meint Blur im übrigen zerstörte, nicht beschädigte) Fahrzeuge sind oder das Aufsammeln von 500 Powerups. Schafft ihr die Herausforderungen innerhalb eines Tages, winkt ein dicker Fanbonus.
Rennmodi, Boni & Co.
Eure fahrerische Leistung wird bei Blur mit Fans belohnt, ganz gleich ob ihr einen super Drift hinlegt, eure Powerups abfeuert, eine der unzähligen Herausforderungen erfüllt oder schlichtweg zusätzlich platzierte Fan-Anforderungen auf der Strecke meistert - Fans sind eure Währung. Je mehr Fans ihr im Laufe eurer Karriere ansammelt, umso höher steigt ihr in der Fahrerstufe auf und schaltet somit neue Fahrzeuge und Mods frei. Vergleichbar mit Erfahrungspunkten und den damit verbundenen Leveln/Stufen in Rollenspielen. Der Single- und der Multiplayer-Modus sind hierbei jedoch voneinander getrennt, d.h. eure Fans aus dem SP werden nicht im MP angerechnet - dadurch könnt ihr also auch direkt im MP starten. In der Singleplayer-Kampagne hat jedes Event bestimmte Primär- und Sekundärziele die es zu erfüllen gilt. Die Thermoskannen von Alan Wake sind in Blur die Lichter, die ihr für eine Platzierung unter den ersten drei erhaltet. Zusätzlich bringt eine bestimmte Anzahl an Fans sowie erfüllte Fan-Anforderungen jeweils ein zusätzliches Licht für dieses Event. Die Lichter sind notwendig, um die Locations freizuschalten, die Fans für die Freischaltung von Fahrzeugen.

Blur bietet euch im Singleplayer vier verschiedene Rennmodi. Zum einen das klassische Rennen, bei dem ihr natürlich den ersten Platz im Visier haben solltet. Ein weiterer ist Zerstörung, hier gilt es mit dem Blitz-Powerup so viele Fahrzeuge wie möglich in einer vorgegeben Zeit zu demolieren. Für jeden Treffer erhaltet ihr Punkte, zerstört ihr ein Fahrzeug erhaltet ihr zudem einen Zeitbonus. Ist die Zeit abgelaufen, wird abgerechnet und eure erreichte Punktzahl wirkt sich auf die Platzierung und die Lichter aus, die ihr dafür erhaltet. Was sich zunächst einfach anhört, gestaltet sich vor allem in den höheren Locations als echte Herausforderung, denn natürlich geistern nicht unzählige Autos vor euch her, die ihr mit Dauerfeuer von der Strecke pustet. Vielmehr taucht immer nur eine bestimmte Anzahl auf und strengt sich auch entsprechend an, die Strecke so schnell wie möglich zu durchqueren. Die Blitz-Powerups sind dabei wie gehabt verteilt und wollen erstmal aufgesammelt werden.
Der "Kontrollpunkt"-Modus ist, wie der Name schon sagt, ebenfalls ein Rennen auf Zeit, bei dem ihr die vorgegeben Kontrollpunkte so schnell wie möglich durchfahren müsst. Jeder Kontrollpunkt bringt euch einen Zeitbonus und auch auf der Strecke selbst sind Stoppuhren verteilt, die euch ebenfalls einen kleinen Zeitbonus bringen - die verteilten Nitros sind hierbei jedoch fast wichtiger und sollten entsprechend aufgesammelt und eingesetzt werden. Je schneller ihr an das Ziel gelangt, umso mehr Lichter erhaltet ihr. Last but not least gibt es das weiter oben bereits angesprochene Duell, welches ihr gegen den jeweiligen Boss einer Location austragt. Ein klassisches 1 vs. 1 Rennen - wer bremst verliert. Hierbei müsst ihr entweder als Erster durchs Ziel fahren oder das gegnerische Fahrzeug außer Gefecht setzen.
Im Vergleich zu Split/Second: Velocity fällt die Auswahl an Modi sichtlich geringer und auch unspektakulärer aus, macht aber dadurch nicht minder Spaß. Der Singleplayer-Modus lebt von den Herausforderungen, die Abwechslung, zumindest wenn man mal von den unterschiedlichen Strecken absieht, sucht man hier allerdings eher vergebens. Im Multiplayer-Modus sorgt jedoch gerade der dynamische Einsatz der verschiedenen Powerups und eine durchgehende Action für jede Menge Spielspaß. Die über 60 lizensierten Fahrzeuge stellen ebenfalls eine gute Vielfalt zur Auswahl und dank einer Schadensanzeige und den sichtbaren Spuren an eurem Vehikel kann man einen drohenden Totalschaden sehen und ggf. auch rechtzeitig abwenden und wird nicht, wie beim Vergleichsracer, in ein vermeintliches Glasauto gesetzt. Im Multiplayer-Modus könnt ihr zudem mit jedem Fahrzeug - zusätzlich zu den erwähnten Strecken-Herausforderungen und Mods - zusätzliche individuelle Auto-Upgrades freischalten. Alle Anforderungen, die für die jeweilige Freischaltung notwendig sind, könnt ihr in einem übersichtlichen Menü nachschlagen und entsprechend darauf hinarbeiten.

Mit diesen Features: Fans sammeln, Fan-Level, Mods, Herausforderungen und Auto-Upgrades bietet Blur die klassische Karotte vor der Nase, um die Leute entsprechend bei der Stange zu halten und einen Anreiz zum Weiterspielen zu bieten - neben dem eigentlichen Spielspaß natürlich. Im Vergleich: Split/Second: Velocity bietet im Multiplayer lediglich eine Verbesserung der Startnummer - ohne sichtbare bzw. transparente Einflussmöglichkeiten auf selbige. Und nicht nur das, am Ende jedes Rennens erhaltet ihr anstatt einer schnöden Zieleinlaufliste mit den Endzeiten auch noch zusätzliche Spiel-Awards, die nach dem Rennen ausgewertet wurden. Längster Sprung, meiste gesammelte Powerups, längste Zeit ohne Treffer oder die wenigsten Crashs - um nur ein paar zu nennen. Diese wirken sich zwar nicht auf Werte oder Ähnliches aus, sind jedoch ohne Zweifel ein nettes Gimmick.
Multiplayer - der Straßenkrieg
Grafisch reißt Blur wahrlich keine Bäume aus, bietet aber gute Optik und die Engine ausreichende Power um mit 60fps und bis zu 20 Fahrzeugen flüssig in die Schlacht zu ziehen, die ganzen Powerup-Effekte müssen ja auch noch auf den Bildschirm. Die verschiedenen Schauplätze, wie zum Beispiel Barcelona, NY, Tokyo, Los Angeles, San Francisco oder Japan bieten unterschiedliche Strecken, auf denen ihr euch austoben könnt und jede hat entsprechende Alternativ-Routen, die es zu entdecken und auszutesten gilt. Diverse Mutliplayer-Details gab es ja bereits in den oberen Abschnitten, nun noch kurz zu den verschiedenen Blur-Events, die ihr im Multiplayer bestreiten könnt.
Das Fahrschul-Event bietet bis zu 10 Spielern von Stufe 1-10 diverse Strecken, um sich mit der Rennmechanik vertraut zu machen und entsprechend Fans zu sammeln, um wiederum stärkere Fahrzeuge zu erhalten. Ein kleiner Bug, der hoffentlich gefixt wird - fährt man durchgehend in dieser Kategorie, ohne sich auszuloggen, kann man auch noch mit Stufen über 10 daran teilnehmen. Ist man über 10 und loggt sich neu ein, wird dieser Modus nicht mehr angezeigt. "Gefechts-Rennen" schimpft sich dann der Einstiegsmodus, den der ein oder andere vielleicht schon aus der Beta kennt. Ist ansich das Gleiche wie oben, also Rennen mit bis zu 10 Spielern, jedoch diesmal ohne Level-Einschränkung.
"Powerup-Rennen" bieten dann schon 4-20 Spielern Platz um gemeinsam bzw. gegeneinander über die Piste zu brettern. In "Motorensalat" werdet ihr auf abgeschlossene, recht kurze Strecken verfrachtet und müsst mittels Powerups so viele Fahrzeuge beschädigen oder zerstören wie möglich. Dafür gibt es Punkte und wer am Ende die meisten hat, gewinnt die Show. "Powerup-Teamrennen" bieten euch die Möglichkeit eine 10 vs. 10 Teamschlacht auf der Straße auszufechten. Team Omega gegen Team Alpha, dass Team mit den meisten Punkte anhand der Zieleinläufe gewinnt. Für "Team-Motorensalat" erübrigt sich dann wohl die Beschreibung. "Harcore-Rennen" sind für die absoluten Geschwindigkeits- und Rennfetischisten, hier liefert ihr euch mit bis zu 20 Fahrern chaotische Rennen, ganz ohne Powerups - hier zählt also die schnellste bzw. beste Karre für die jeweilige Strecke und letztendlich natürlich euer fahrerisches Geschick. Der Modus "Community-Events" soll beliebte Event-Einstellungen beinhalten, leider konnte ich ihn bisher mangels verfügbaren Spielern nicht testen und in der mageren Anleitung findet sich auch keine nähere Beschreibung. Ab Fan-Level 18 könnt ihr dann auch an der "Welttournee" teilnehmen, welche ein Mix aus allen Multiplayer-Modi ist.
Wer die Review bis hierher gelesen hat und ständig den obligatorischen und unaufhörlich durch die Medien, sowie diversen anderen Reviews geisternden Satz "Mario Kart für Erwachsene" ewartet oder gesucht hat, wer ihn braucht - hier ist er. Und um bei Sprüchen zu bleiben, greife ich auch gleich noch den Titel der Review auf und sage: "Blur ist das Call of Duty der Racer" - im positiven Sinne, natürlich! ;-)
Fazit von Darius:
Ihr erhaltet einen herausfordernden Einzelspielermodus, der einen recht lange unterhält, jedoch wenig Abwechslung in den Modi bietet. Kernstück ist klar der Multiplayer-Modus mit all seinen Herausforderungen, Mods und Upgrade-Möglichkeiten, sowie dem klassischen Höher-Schneller-Weiter-Prinzip - das macht Blur zum aktuellen Top Arcade-Racer. Zwar wirkt die Grafik etwas angestaubt und reißt wahrlich keine Bäume aus, allerdings zaubert die Engine flüssige 60ps bei bis zu 20 Spielern und dem ganzen Effektgewitter der Powerups auf den Bildschirm. Durchgehende Action und taktische Möglichkeiten während der Rennen bieten dauerhaften Spaß, auch wenn man mal nicht gewinnt, denn hier ist ganz klar der Weg das Ziel. Bizarre Creations haben mit recht einfachen, aber sehr durchdachten Spielelementen ein klasse Rennspiel abgeliefert, dass sicherlich viele Spieler noch lange unterhalten wird. Einsteigen, losrasen, Spaß haben!
- Rasante und flüssige Rennaction
- Umfangreiches Herausforderungs- und Boni-System
- Schauplätze & Strecken
- Üppiger Fuhrparkt mit Lizenzfahrzeugen
- und einem Schadensmodell
- Gutes Balancing der Powerups und Taktikmöglichkeiten
- Drei Schwierigkeitsstufen (SP) bei immerzu knackigen KI-Gegnern
- System-Link/LAN- und Splitscreenmodus
- HUD bietet viele Infos, aber unübersichtlich verstreut
- Keine Level-Einschränkung für MP-Rennen
- Soundtrack und Soundeffekte sind eher Durchschnitt
- Driftmechanik etwas tricky
- Teils chaotische Rennabläufe
Darius hat Blur auf der Xbox 360 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Activision zur Verfügung gestellt.


#1 | 31. Mai 2010 um 20:31 Uhr
#2 | 31. Mai 2010 um 20:33 Uhr
Manni: ... habt ihr noch eine für mich *lieb guck
Dafür musst du erst an mir vorbei.
#3 | 1. Juni 2010 um 07:35 Uhr
Haschbeutel: quoteManni habt ihr noch eine für mich lieb guck quote Dafür musst du erst an mir vorbei
Mist!