Gray Matter
Ein neuer Anwärter auf den Adventurethron?
Wer mich kennt, kennt meine Göttin: Jane Jensen. Das Treffen mit ihr im Jahre 2007 während der Games Convention in Leipzig kann ich auch heute noch als wohlige Erinnerung abrufen und bekomme sofort ein zufriedenes Grinsen auf mein Gesicht gezaubert. Warum? Sie ist eben genial. Eine Adventuregöttin. Eine Spielegöttin. Eine Göttin der Storytwists. Jeder, der die Spielereihe Gabriel Knight kennt, wird sie auch lieben. Und jeder, der diese Spiele liebt, sehnt sich bis heute nach einem neuen Teil. Während Gabriel Knight 4 auf sich warten lässt, gab es vor ein paar Jahren die Ankündigung zu Gray Matter. Damals wusste man mit dem bloßen Titel noch nicht viel anzufangen - heute schon.
Jane Jensen nimmt euch mit Gray Matter erneut an die Hand und entführt euch wieder einmal in eine Welt aus schauerlichen Vorkommnissen mit übernatürlichen Ereignissen. Ihr seid Dr. David Styles, der vor mehreren Jahren seine Frau bei einem Autounfall verlor und sich seit diesem Schicksalstag einsam und verlassen in sein Herrenhaus, das Dread Hill House, zurückgezogen hat. Gleichzeitig seid ihr aber auch Sam, eine Studentin und Straßenkünstlerin, die auf unerwartete Weise zur neuen Assistenten unseres Herrn Dr. Styles aufsteigt. Die Aufgabe: Sucht sechs freiwillige Teilnehmer für ein von Styles geplantes Experiment. Anfangs noch harmlos anmutend, werdet ihr schon bald von mysteriösen Vorfällen überrascht. Als unser Doktor dann noch von seiner verstorbenen Frau heimgesucht wird, ist es an Sam, die Geheimnisse des alten Herrenhauses aufzuklären. Willkommen in einem Jane Jensen Spiel.
Hex, Hex
Voodoo, Werwölfe und Vampire waren es in den ersten drei Gabriel Knight Spielchen - Zauberei und Geister im neuesten Streich? Zumindest eines davon ist sicher, Gray Matter kommt nämlich mit einem sehr ungewöhnlichen neuen Spielinhalt daher: Zaubertricks. Wie das aussieht? Denken wir an obige Aufgabe, sucht sechs Freiwillige für das Experiment. Herr X will das Video, das er von Madame Y gedreht hat, aber sie rückt es nicht raus. Herr X gibt uns eine leere Kassette, wir gehen zu Madame Y und nutzen einen Taschenspielertrick. Nimm leeres Band in die Hand, nimm bespieltes in die andere, lenke ab, tausche aus, gib leeres Band zurück. Keine Angst, die Tricks müsst ihr nicht in Echtzeit unter Zeitdruck ausführen, sondern könnt diese bequem in eurem "Zauberbuch" nachschlagen und dann in einer Art Generalprobe erstmal kurz durchspielen. Habt ihr die Generalprobe bestanden, wendet ihr den Trick auf euer Opfer an und kommt damit bestenfalls zu dem Ergebnis, das ihr euch vorgestellt habt. Ein etwas anderes Feature - einerseits habe ich zwar Zweifel bezüglich der langfristigen Motivation, die Tricks auszuführen, andererseits ist es etwas komplett Neues.

Die neue Genrereferenz?
Abgesehen von der Trickkiste darf man sich auch auf eine spannende Geschichte freuen, die mit dieser Autorengöttin fast schon sicher sein sollte. Entsprechend der "Vorgänger" darf man auch mit genug Spielzeit rechnen, um vollkommen in der Welt des Dread Hill House zu versinken - 25 Stunden in acht Kapiteln hören sich jedenfalls vielversprechend an. Ein weiteres Merkmal der Jensen-Adventures sind die Originalschauplätze, die euch auch diesmal erwarten. Damals noch in New Orleans, Deutschland oder Rennes-le-Château findet ihr euch diesmal in Oxford mit all seinen wunderschönen Bauwerken wieder. Der Detailgrad ist mehr als beeindruckend, stellt man Grafik und Originalbild nebeneinander, ist ein herabgeklappter Kiefer keine Seltenheit.
Daneben gibt es natürlich gewohnte Adventurekost. Die Videos kommen in einer Art Stop-Motion daher und sind allesamt gezeichnet und nebenbei natürlich auch skipbar. Die beiden Hauptakteure Styles und Sam sind je nach Kapitel spielbar, auch das erinnert an die alten Klassiker. Noch dazu ist unsere Jane natürlich dafür bekannt, dass sie alte Mythen mit neuen Techniken vermischt und daraus eine ungewohnte Geschichte spinnt. Diesmal geht es um die Gedankentheorie, die besagt, dass ein Gedanke Energie erzeugt - haben mehrere Personenen den gleichen Gedanken, wird die Energieausschüttung dementsprechend erhöht. Diese Theorie ist die Basis für die Geschichte und wird wunderschön weitergesponnen. Was Wirklichkeit und was pure Gedankenspinnerei ist, ist dem Spieler nicht immer klar, lässt uns aber gleichzeitig noch tiefer in die Geschichte hinabsteigen. Die technischen Geräte, die Styles beispielsweise für seine Experimente nutzt, existieren tatsächlich. Die Recherchearbeit dürfte also wieder rundherum gelungen ausfallen, aber so sind wir das von ihr ja auch gewöhnt. Apropos gewöhnt: die Musikuntermalung kommt ebenfalls oldschool daher - Robert Holmes, bereits für Gabriel Knight 1-3 für Sierra als Komponist tätig, wird auch Gray Matter musikalisch unterstreichen. Das alte Team ist also wieder beisammen, die Geschichte hat den gewohnten Mysterytouch, wir haben zwei interessante Hauptdarsteller, als Standort das düstere England - hört sich nach einem guten Rezept an.
Verwobene Storylines, Realität und Fiktion, all das erwartet uns nach vielen Jahren Wartezeit also tatsächlich endlich im Oktober 2010. Ich kann es kaum noch erwarten und freue mich wie ein Rennschnitzel auf das neue Abenteuer meiner Adventuregöttin.











#1 | 22. August 2010 um 19:00 Uhr
#2 | 22. August 2010 um 21:34 Uhr
Dann bin ich mal auf die Steuerung ohne Mouse gespannt. Ob das gut geht?
Doch ob ich noch genug Hirnschmalz habe um solche Games zu spielen
Wie damals als ich noch auf dem Amiga500 die zwei Perlen gezockt habe: The Secret of Monkey Island und Indiana Jones and the Temple of Doom - hatte ich noch genug Hirnschmalz die Rätsel zu lösen.
#3 | 22. August 2010 um 22:45 Uhr
#4 | 23. August 2010 um 00:24 Uhr
Ich freu mich jedenfalls auch tierisch und zähle die Tage bis zum 29.10.2010 (DIESES JAHR!!!). Dass das Spiel auch für 360 erscheint, ist zwar nett aber als ich auf der gamescom die Wahl zwischen "freie 360 oder warten auf PC" hatte, war mir Letzteres dann doch lieber
#5 | 23. August 2010 um 17:52 Uhr