Need for Speed: Hot Pursuit - Review
Highspeed Katz & Maus - Die Bountyjagd nach Bestzeiten
Ich geb Gas, ich will Spaß - so das Motto der meisten Rennspiel-Fans - und dabei schmeiße ich einfach mal Arcade- und Simulationsfans in einen Topf. Back to the Roots, also zurück zu den Wurzeln, titelte ich noch im Juli, in einer kleinen NFS:HP Vorschau. Die Demo-Präsentation auf der gamescom war ziemlich cool, während uns die heimische Demo Ende Oktober wieder ein paar Fragezeichen über dem Kopf wachsen ließ. Gut, dass das Spiel nun endlich da ist und wir alle, insbesondere ich, das neue, alte Need for Speed von Criterion Games ausgiebig spielen konnten. Ein neuer Kracher? Alles super? Meine Review erzählt mehr ...
Alle in unserem Team haben sich das Spiel gekauft, und mit Tim & Caro haben wir sogar noch zwei Neuzugänge in Sachen XBOX 360 dabei. Neben Blur sollte also auch vor allem NFS in rasanten Multiplayer-Matches unser Ziel sein. Denn das ist, wie auch bereits im Vergleichsspiel, der Hauptmotivator von Need for Speed: Hot Pursuit. Starten wir aber der Reihe nach ...

Die Karte von Seacrest County - alle Cop- und Raser-Eventgebiete auf einen Blick
Online & Karrieremodus - ihr habt die Wahl
Startet ihr das Spiel zum ersten Mal, werdet ihr zunächst nach eurem Onlinepass gefragt, der euch das Online-Spielen ermöglicht, und eure Spielkopie auch direkt mit dem EA-Konto verknüpft. Im Anschluss führt uns eine freundlich klingende Frauenstimme und ein Introvideo in das Spiel ein. Keine cineastischen Storyfilmchen, wie man es aus früheren Teilen oder anderen EA Spielen kennt, sondern eher sachlich. Das Hauptmenü gestaltet sich ähnlich einfach und wird ebenfalls nochmals pro Menüpunkt erklärt - diese Erklärungen lassen sich auch nicht abbrechen, man muss sie einmal über sich ergehen lassen - Cutscene-Wegklicker werden hier sicherlich bereits einen Heldentod sterben.
Fangen wir beim Singleplayer-Modus, der Karriere an. Wie auf der oben gezeigten Karte zu sehen, teilt sich Seacrest County in verschiedene Gebiete und verschiedene Events auf - insgesamt gibt es derzeit 60 verschiedene Events für Raser und 48 für die Cops unter euch. Welchen Karrieremodus ihr dabei auswählt ist egal, ihr könnt jederzeit zwischen beiden hin und her wechseln. Habt ihr ein Event erfolgreich abgeschlossen, schaltet ihr ein weiteres der gleichen Karriere frei - in jedem Fall winken Kopfgeld bzw. Bounty-Punkte (vergleichbar mit den Fans in BLUR). Diese dienen dazu, euren Rang zu steigern oder neue Fahrzeuge, neues Equipment und neue Strecken freizuschalten.
Ihr sammelt die Punkte gleichermaßen im Multiplayer- sowie Singleplayer-Modus und sie gelten auch übergreifend in beiden Modi, allerdings getrennt für die jeweilige Karriere. Somit kann man durch Spielen im Einzelspieler-Modus Fahrzeuge für den Multiplayer freischalten. Die bis zur Stufe 20, dem "Ultimate Enforcer" bzw. der Fahndungsstufe "Meistgesuchter", benötigten 2 Millionen Kopfgeld-Punkte erscheinen zwar zunächst viel, sind jedoch relativ schnell erreicht. Ein wenig Statistik gibt es auch in Need for Speed Hot Pursuit:





Die Fahrzeuge unterteilen sich in fünf verschiedene Klassen: Sport, Performance, Super, Exoten und Hyper. Jede Klasse bietet eine entsprechende Auswahl aus gut detaillierten Luxusboliden, mit denen ihr durch die Straßen brettern könnt. Während Raser auf insgesamt 54 Fahrzeuge (+7 per DLC) zugreifen können, müssen sich die Cops mit 50 begnügen. Trotz dieser Anzahl hat man jedoch stets das Gefühl, man würde nur Porsche oder Lamborghini fahren. Und obwohl sich viele in punkto Höchstgeschwindigkeit, Beschleunigung und PS-Leistung kaum zu unterscheiden scheinen, wird man mit der Zeit entsprechende Vor- und Nachteile ausmachen.
Stichwort Ausrüstung. Als Cop stehen euch Nagelbänder, ein EMP-System, Straßensperren und Hubschrauber-Einheiten zur Verfügung, die euch je nach Event in einer bestimmten Anzahl bereitgestellt werden. Setzt ihr die einzelnen Hilfsmittel erfolgreich in den Events ein, steigen die Meilensteinpunkte des Ausrüstungsteils. Dadurch könnt ihr die jeweiligen Waffen bis auf Stufe III aufwerten und erhaltet zudem wieder Extra-Kopfgeld. Als Raser stehen euch ebenfalls Nagelbänder und ein EMP-System zur Verfügung, darüber hinaus habt ihr noch die Wahl zwischen einem Störsender (gegen EMP-Systeme der Cops) und einen Turbo-Modus, der euch, neben dem aufladbaren Nitro, einen kurzzeitigen Schub verschafft. Auch hier kann alles durch den erfolgreichen Einsatz entsprechend aufgewertet werden. Als Beispiel: während Nagelbänder der Stufe I noch einfach hinter euch auf die Straße knallen, könnt ihr die der Stufe II schneller einsetzen, zudem sind sie um 30% breiter - auf Stufe III werden sogar zwei Nagelbänder hintereinander auf die Straße gedonnert.





Der Multiplayer-Part von NFS:HP bietet bis zu 8 Spielern in drei verschiedenen Modi Platz. Hot Pursuit, klassisches Rennen und Interceptor (1vs1). Ihr könnt sowohl mit euren Freunden in einer privaten Party als auch in einem öffentlichen Spiel auf Bountyjagd gehen, wobei man im öffentlichen Spiel seine Rolle nicht auswählen kann. Fans von lokalen Rennsessions schauen leider in die Röhre. Es gibt weder einen Splitscreen-Modus, noch eine Möglichkeit per Systemlink oder LAN gegeneinander anzutreten - nur die Online-Variante. Der Leader (Host) der jeweiligen Spielsession hat relativ wenig Auswahlmöglichkeiten. Neben dem Modus wählt man im Anschluß noch die Fahrzeugklasse und kann dann, je nach Bedarf, auch die Strecke wählen. Die Streckenauswahl ist jedoch sehr unübersichtlich und auch wenig informativ gestaltet und auch das Zufallssystem hat scheinbar rund 70% Nachtstrecken im Angebot.
Die einzelnen Event-Modi
Die oben genannten Events unterteilen sich natürlich auch in verschiedene Modi. Auf Seiten der Raser gibt es den spielnamengebenden Hot Pursuit Modus, bei der eine bestimmte Anzahl an Rasern diversen Cop-Einheiten entkommen muss. Schafft ihr es ins Ziel, winken besagte Kopfgeld-Punkte - je besser eure Platzierung, umso mehr sind es. Generell gibt es auch für jede Aktion, wie z.B. das Ausschalten von Cops/Rasern oder den erfolgreichen Einsatz von Ausrüstung, Extrapunkte. Im Duell fahrt ihr gegen einen Kontrahenten um die Wette und beim klassischen Rennen sind es natürlich gleich mehrere. Dann gibt es noch ein Zeitfahren, dass Criterion in gleich drei verschiedene, aber sich kaum unterscheidende Varianten unterteilt hat. Einmal nur auf Zeit, auf Zeit ohne Waffen und mit Cops oder auf Zeit mit einem bestimmten Fahrzeug. Schafft ihr die jeweiligen Vorgaben gibt es wahlweise eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille.
Als Cop habt ihr weniger Auswahl. Neben Hot Pursuit gibt es als 1vs1 Variante den sogenannten Interceptor-Modus. Hier versucht euch ein Raser davonzufahren indem er eine gewisse Zeit außerhalb eures Sichtradius fährt oder euch direkt ausschaltet - hierbei muss er auch nicht wie sonst, eine lineare Strecke von A nach B durchqueren, sondern kann euch mit 180° Drehungen und Querfeldein-Touren in den Wahnsinn treiben. Diesen Modus könnt ihr auch online spielen, wodurch ihr ihn auch mal als Raser antreten dürft. Das Zeitrennen des Rasers ist der Schnelleinsatz der Cops. Es gilt so schnell wie möglich an einen Einsatzort zu gelangen, als fiese Zusatzherausforderung erhaltet ihr beim Anrempeln von Fahrzeugen oder Fahrbahnbegrenzungen direkt 2 bzw. 3 Strafsekunden aufgebrummt. Dadurch erweisen sich diese Events im späteren Verlauf als wahre Frustevents.
Autolog formerly known as Competition
Electronic Arts hat im Marketinghype rund um NFS:HP immerzu das neue Autolog-System angepriesen. Im wesentlichen ist es jedoch nichts anderes, was man bereits aus anderen Spielen kennt, nämlich der Vergleich eurer Zeiten/Leistungen mit anderen Spielern - in dem Fall mit euren Freunden. Dies macht aber gleichermaßen den größten Reiz des Spiels aus, da man im ständigen Wettbewerb steht und der eigene Ehrgeiz nach neuen Bestzeiten schreit. Aber auch dieses System hat, wie vieles im Spiel, so seine Tücken. In der sogenannten Speedwall, der Rangliste der einzelnen Events, seht ihr immer die Zeiten eurer Freunde, sobald man eine davon geschlagen hat, kann man diese Neuigkeit in feinster Twitter-Manier all seinen Freunden mitteilen. Das Manko an dieser Nachrichten-Wall ist allerdings, dass man dort dann nicht nur sieht, dass z.B. Kollege Haschbeutel meine Zeit auf Strecke X mit 3,08 Sekunden unterboten hat, sondern dass man auch mitgeteilt bekommt, dass er die Zeit von Freunden die man selbst nicht kennt unterboten hat. In meinen Augen ein ziemlich unnötiger Menüpunkt, der einem Spam-Ordner gleichkommt.
Stichwort Tücken. Hassliebe NFS:HP
Da wären wir auch schon beim Thema. So sehr man sich freut, dass es mal wieder ein neues Need for Speed mit Cops und Verfolgungsjagden gibt, so viel Spaß und Lacher einige Onlinesessions mit Freunden auch bringen - mindestens genauso viel bringt es einen auch immerzu zur Weißglut! Sehr viele Kleinigkeiten und einige grobe Schnitzer, die man hier einfach nicht unerwähnt lassen darf. Fangen wir bei den Multiplayer-Spielchen an.
Extrem nervig, unnötig und frustrierend sind diverse Texteinblendungen zu Ereignissen im Rennen, zum Beispiel: "Spieler X ist in die Straßensperre von Spieler Y gefahren". Nicht nur, dass sie ansich keinen interessieren, sie verdecken durch die Länge (geht teils bis zur Bildschirmmitte bzw. darüber hinaus) auch die Sicht auf die Strecke und wichtige Details bzw. Hindernisse. Schon nach 2-3 Rennen moniert ausnahmslos jeder Spieler diese Texte - warum dies den Testern bei EA bzw. Criterion Games nicht aufgefallen ist, ist mir schleierhaft. Das offizielle EA-Forum quillt speziell zu diesem Punkt auch regelrecht über. Man kann sie nicht abstellen, man kann sie nicht verkleinern, man kann sich nur immerzu über sie ärgern - oder seine Konsole auf englisch stellen, dort soll zumindest die Länge nicht so extrem sein.
Noch nerviger sind jedoch die zu Beginn ganz witzigen und stylischen Zwischensequenzen mit Hollywood bzw. Cobra11-mäßigen Stunt- und Crasheinlagen. Jede Aktion, sei es der Cop der an der Straßenseite wartet, ein Nagelband, das einen Gegner oder uns selbst trifft, ein Crash, ein Minicrash - einfach alles wird mit einer auf Dauer störenden und nervigen Zwischensequenz untermalt. Speziell im Singleplayer-Modus gibt es später Strecken bei denen man rund 5-10 Sekunden Highspeed fährt und im Anschluß wieder 3-4 Sekunden Filmchen über den Bildschirm flimmern - bei 25km ist das einfach nicht mehr lustig. Das hat mich schon bei Split/Second: Velocity genervt, weil es einfach ständig den Spielfluss unterbricht. Wie man es trotz unzähliger Action und Crashs richtig macht, zeigt BLUR.
Natürlich ist NFS:HP ein Arcade-Racer und keine Simulation, dennoch darf man hier die ziemlich träge Steuerung und das teils übertriebene Crashverhalten (mit nerviger Zwischensequenz) bemängeln. Wenigstens optisch wird man jedoch mit einem schönen Schadensmodell belohnt. Die leidige Liste der Kleinigkeiten ließe sich beliebig weiterführen - sei es die Gummiband-KI, die vielen kleinen Ladepausen, kein generelles Leaderboard, die unübersichtliche Streckenwahl, keine Replayfunktion, kein lokaler Multiplayer, etc.pp. - hier darf man wieder den berühmten Satz aufführen "Viel Potential verschenkt". Ich habe auch keine Ahnung was DICE hier zugearbeitet hat, denn der Multiplayer-Modus mit 8 Spielern kann für Criterion Games nun wirklich keine große Herausforderung gewesen sein, haben sie doch bereits mit Burnout weitaus Besseres gezeigt. Grafisch macht NFS:HP dann wieder einen recht guten Eindruck, auch wenn die Konsolenversionen etwas Anti-Aliasing vertragen könnten. Auch soundtechnisch gibt es nichts zu meckern, oder Moment, doch - warum kann man in öffentlichen Onlinespielen keine Musik mehr aus dem Soundtrack wählen, sondern bekommt einheitlich die immerzu gleiche öde Kaufhausmusik um die Ohren gedudelt?
Schlussendlich bleibt NFS:HP ein solider Arcade-Racer, der für einige Stunden, rund 20+ Stunden für einen Singleplayer-Durchlauf, begeistern kann. Vor allem eben mit Freunden im berühmt berüchtigten Cops vs. Raser Modus. Allerdings nutzen sich viele Sachen mal wieder viel zu schnell ab - eine Langzeitmotivation und die vielen Möglichkeiten wie bei BLUR sehe ich hier nicht wirklich. Nichtsdestotrotz sollte EA mit einen Patch ein paar der angesprochenen Dinge anpassen.
Fazit von Darius:
Außen hui, innen pfui? Nicht ganz. Eigentlich hätte einen die gewaltige Marketingmaschinerie bereits stutzig machen müssen und nach der gamescom-Demo, also dem ersten Gameplay, hatte ich schon so meine Zweifel ob das Spiel auf Dauer begeistern kann, oder nicht doch die Abwechslung und Langzeitmotivation flöten geht. Grafisch und soundtechnisch macht NFS:HP einen guten Eindruck, speziell die detaillierten Fahrzeuge und die abwechslungsreichen Strecken sind ein Pluspunkt. Leider macht Criterion Games durch die Masse vieler nerviger und störender Kleinigkeiten das Gesamtbild kaputt und auch mit den Möglichkeiten im Spiel hat man sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Als Fazit bleiben für NFS:HP daher auch nur Standardphrasen übrig: "Solides Spiel", "Kein Vollpreistitel", "Viel Potential verschenkt".
- Grafik & Präsentation
- Soundkulisse
- Abwechslungsreiche Strecken
- Detailliertes Fahrzeugdesign und optisches Schadensmodell
- Üppiger Fuhrpark
- Singleplayer-Umfang (Eventanzahl, Spielzeit)
- ständige Cutscenes stören den Spielfluss
- Gummiband-KI im SP teils spaßmindernd
- Kein System-Link/LAN
- oderSplitscreenmodus
- Effekte & Modi nutzen sich relativ schnellab
- Verknüpfter MP und SP
- Wenig Möglichkeiten im Multiplayer
- Unübersichtliche Event-/Streckenkarte
- viele Ladepausen/Unterbrechnungen
- Freie Fahrt-Modus nur Sightseeing
- trotz üppigem Fuhrpark, sehr viele leistungsidentische Fahrzeuge (der gleichen Marke)
Darius hat Need for Speed: Hot Pursuit auf der Xbox 360 gespielt.
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von Electronic Arts zur Verfügung gestellt.
Fazit von Hardcora:
Ich schätze, dass Hot Pursuit das meisterwartete Rennspiel des Jahres 2010 für uns PAKler war. Die gamescom 2010 dürfte bereits für ein wenig Ernüchterung gesorgt haben - sind einigen von uns schließlich schon dort die sich immer wiederholenden Cutscenes sauer aufgestoßen. Ja, es sieht ungemein stylisch aus - aber jeder tolle Effekt nutzt sich nach dem 8716278. Mal eben doch irgendwie ab. Natürlich sind die Style-Filme nicht der Hauptkritikpunkt. Hot Pursuit schafft es, sein eigentlich tolles Konzept durch viele Kleinigkeiten kaputt zu machen. Seien es die Texteinblendungen, die die Sicht auf die Straße einschränken .. die Spawnpunkte, die euch nach einem Crash direkt in den nächsten befördern .. die fehlerhafte Anzeige der Onlinefreunde .. die total willkürliche Gummiband-KI im Singleplayer .. der sinnfreie Turbo, der zwar nett aussieht, aber leider nichts bringt .. die fehlende Funktion, sich zu zweit vor dem Fernseher zu jagen (damit ist NFS groß geworden!) .. fehlende Langzeitmotivation und eben diverse andere Kleinigkeiten. Kleinigkeiten sind bekanntermaßen nicht allzu schlimm - treten sie im Rudel auf, allerdings schon. Das neue Need for Speed hätte ein Meilenstein der Serie werden können - was bleibt, ist ein Durchschnittsracer.
- durchgestylte Grafik
- gute Musikauswahl
- großer Fuhrpark
- Schadensmodell
- viele Events
- Gummiband-KI
- Gummiband-KI
- Gummiband-KI!
- auf Dauer eintönig
- störende Texteinblendungen
- nervende Cutscenes
- verbuggter Onlinemodus
- sinnfreier Turbo
- kein Offline-Multiplayer
- Ladezeiten der Hölle
- unnützer "Freie Fahrt"-Modus
- Online-Pass
Hardcora hat Need for Speed: Hot Pursuit auf der Xbox 360 gespielt.
Fazit von Philipp:
Ohje, was ist da denn passiert? Burnout: Hot Pursuit ... äh ... ich meine, Need for Speed: Hot Pursuit macht einen großen Schritt nach vorne und dann ganz viele kleine zurück und steht dann doch wieder da, wo es eigentlich nicht mehr sein wollte - im Mittelfeld. Wie schon erwähnt ist Hot Pursuit erstmal ein gelungener Racer. Ein gewohnt genialer Soundtrack, eine wunderschöne Präsentation und die edelsten Autos, hinter deren Steuer man sich klemmen darf. Dazu die lang vermissten Cop VS Racer Gefechte, viel herumfliegendes Metall und böse Nagelbandfallen, die Spaß machen.
Auf der anderen Seite übertreibt es Criterion mit dem Effektgewitter. Wenn ich auf einer Strecke von 2 Minuten Fahrzeit ca. 30 Sekunden Videos von Cops, Nagelbändern und Unfällen anschauen muss, vergeht mir die bekannte Freude am Fahren. Zudem sorgen die Cinematicsequenzen dafür, dass man teilweise komplett den Drift versaut, Abkürzungen verpasst oder schlichtweg aus dem Konzept kommt. Auch die "Crashed" Sequenzen gehen mir gehörig auf den Zeiger. Manchmal fährt man mit 350 Sachen Frontal auf ein anderes Fahrzeug und fährt weiter, als wäre nichts gewesen, ein anderes mal zerlegt man sein Auto, weil es bei 20 Sachen mit dem Heckspoiler einen Holzzaun tangiert. Es sind diese Kleinigkeiten, die kurz gesagt nerven wie die Sau. Dann kommen anderen Sachen hinzu - störende Texteinblendungen im Multiplayer, dass man die Strecke nicht sieht (wieso fällt das beim Testspielen nicht auf?), Spontancrashes, ohne ein Fahrzeug berührt zu haben, teils merkwürdiges Driftverhalten und, und, und. Eigentlich bin ich froh, endlich mal wieder ein Hot Pursuit zu spielen, aber da die Konkurrenz von Blur zeigt, wie man einen spaßigen Raser fabriziert, fallen so Kleinigkeiten doppelt ins Gewicht.
Beim nächsten Mal wünsche ich mir weniger Burnout und wieder etwas mehr Need for Speed. Bis dahin freue ich auf gelegentliche "Hot Pursuits" im Multiplayer, ignoriere den Singleplayer mit seiner bescheuerten Gummiband-KI (dachte, das ist seit Jahren abgeschafft?) und ärgere mich, dass wieder ein Need for Speed nach einigen Tagen im Regal verstaubt.
- Back to the roots
- Schöne Präsentation
- Gelungener Soundtrack
- Abwechslungsreiche Gebiete
- Interceptor und Hot Pursuit rocken
- Carlog motiviert ungemein
- Freie Fahrt recht witzlos
- Merkwürdiges Driftverhalten
- Zu viel Style-over-Substance
- Viel Burnout, wenig Need for Speed
- Cinematicsequenzen nerven
- Störende Texteinblendungen online
- Schnelleinsätze unnötig
Philipp hat Need for Speed: Hot Pursuit auf der Xbox 360 gespielt.
Fazit von DerBene:
Wenn ich im Multiplayer zusammen mit den PAK-Teamkollegen auf Raserjagd gehe oder wir uns gegenseitig die Nagelbänder und EMPs um die Ohren hauen - ja, dann macht Need for Speed: Hot Pursuit richtig Spass. Die Grafik ist wunderschön, wenn auch ein leichtes Kantenflimmern der traumhaften Landschaften die Postkartenidylle etwas trübt, der Soundtrack kann überwiegend auch überzeugen und die Autos sind - wie es sich für ein echtes Need for Speed gehört - unerschwingliche Traumwagen. So weit, so gut.
Im Singleplayer sorgen die schicken Einleitungssequenzen bei den Rennen zunächst für große Augen, weil das gezeigte wirklich toll ausschaut. Da sich die kurzen Filmchen aber immer wiederholen, geht einem das Ganze nach einer Weile doch gehörig auf den Senkel. Zumal das Abbrechen auch nicht immer soviel Zeitersparnis bringt. Die Ladezeiten sind eh schon relativ lang - richtig nervig ist aber, dass man selbst beim Neustart im Rennen wieder fast genauso lange warten muss, wie beim ersten Laden der Strecke aus dem Menü. Beim heftigen Schwierigkeitsgrad wird Hot Pursuit im späteren Spielverlauf durchaus frustig.
Das neue Hot Pursuit hat tolle Momente. Bei einigen Rennen staunt ihr über die wirklich tolle Grafik, genießt einen guten Song im Hintergrund und zeigt der Gummiband-KI mit langen Drifts durch Kurven und mit quietschenden Reifen euren Auspuff. In anderen Rennen nervt der unglücklich plazierte Gegenverkehr, knappe Zeitlimits und die Gummiband-KI, die euch auf den letzten Metern noch überholt. Der Titel bleibt also eine Hass-Liebe. Und am Ende nur ein durchschnittliches Rennspiel. Dennoch das beste Need for Speed seit "Porsche". Aber das war auch nicht so schwer...
- optische Präsentation auf sehr hohem Niveau...
- guter Soundtrack...
- Events und gewonnene Autos werden stylisch in Szene gesetzt
- Autolog motiviert zum Kampf um die Bestzeiten
- endlich wieder Cops!
- Traumwagen (wie es sich für NfS gehört)
- schöne Strecken
- viele Events und Autos
- motivierender Singleplayer
- ... minimales Kantenflimmern der Strecken
- ... Playlist aber nicht editierbar
- Gummiband-KI
- Fahrverhalten einiger Autos
- Multiplayer ohne Dauerspass und mit nervigen Bugs
- Schwierigkeitsgrad
DerBene hat Need for Speed: Hot Pursuit auf der Xbox 360 gespielt.



#1 | 26. November 2010 um 21:16 Uhr
Was mich auch am Online Modus stört sind die nervenden Texteinblendungen, denn was interessiert mich wer hinter mir in ein Nagelband gefahren ist oder sonst was passiert ist.
Aber was ich motivierend finde ist der Autolog wo man die Zeiten mit Freunden regelrecht aufgedrückt bekommt das man wieder in einem Rennen geschlagen wurde.
#2 | 27. November 2010 um 19:16 Uhr
Was ihr ankreidet ist vergleichbar mit Gegnern in Ballerspielen, die nur eine Kugel vertragen, man selber aber einige Kugeln schlucken kann, bevor man umfällt.
PS: Das mit der Schrift ist mir in der englischen Version nicht mal aufgefallen, hat mich kein einziges Mal gestört oder behindert.
#3 | 27. November 2010 um 20:18 Uhr
Manu: Wenn ich noch einmal "Gummiband-KI" lesen muss, erwürge ich jemanden mit so einem Band. Brrr... Verstehe eure Kritik an dem Spiel nicht. Es geht um heiße Verfolgungsjagden, um nichts anderes, wie soll das denn ohne Computerunterstützung gehen?
Die Gummiband-KI mag in Verfolgungsjagden Sinn ergeben, in normalen Rennen ist sie aber absolut fehl am Platz. Wenn ich meinen Gegnern stellenweise locker davon fahre, nur um dann kurz darauf trotz Turbo von ihnen überholt zu werden, hat das nix mehr mit "fairem Rennspiel" zu tun. Besonders wenn das wenige Meter vor dem Ziel passiert. Faire Lösung wäre: Wenn ich als Cop durch Unfälle Zeit verliere, lässt sich die KI nur unwesentlich zurückfallen, zusätzlich bekomme ich einfach schneller meinen Turbo wieder voll und kann damit aufholen.
Manu: PS: Das mit der Schrift ist mir in der englischen Version nicht mal aufgefallen, hat mich kein einziges Mal gestört oder behindert.
In der englischen Version besteht das Problem auch nicht in dieser Form, da die eingeblendeten Sätze kürzer sind. Dennoch ein nerviger Fehler in der deutschen Version, den man auf jeden Fall auch nennen sollte. Wir testen hier ja nicht für englischsprachiges Publikum.
#4 | 27. November 2010 um 20:32 Uhr
DarkRaziel: Toll das ich in Kithaitaa Bildern mit vorkomme auch wenn nur als Verpixelter Google Street View Passand
Ja, wegen Datenschutz und so - und weils gerade so modern ist, also das mit den Pixeln *g*
Manu:Es geht doch um die Action, das ständige Kopf-an-Kopf zwischen Jäger und Gejagtem, das GEHT nur so in der Form, dass die hintenliegenden schneller an die vorderen rankommen. Stellt euch mal vor, der 1. fährt mit 280km/h ohne Fehler, wie sollte ein Cop, der hinter ihm crasht, und danach auch mit 280km/h fährt ohne Fehler jemals wieder an ihn rankommen?
Ich schrieb ja "Gummiband-KI im SP teils spaßmindernd". In den reinen Rennen macht diese keinen Sinn, denn hier muss man auch mal davonfahren können (das fand ich schon in Split/Second doof) - bei Cops sehe ich es ja ein, aber auch nicht unbedingt in der Form, dass diese in Überzahl "nach vorne gebeamt" werden, was nicht selten der Fall ist.
#5 | 27. November 2010 um 21:11 Uhr
Aber auch abseits dessen gibt es einfach viel zu viele Kleinigkeiten die nerven. Unsichtbare PKWs auf der Strecke und vor allem der Text im MP (stell' mal Spaßhalber auf Deutsch um) sind einfach Sachen, die den Spielspaß mindern. Aber wie man sieht, sind Geschmäcker und Prioritäten sehr unterschiedlich
#6 | 27. November 2010 um 22:30 Uhr
#7 | 27. November 2010 um 22:47 Uhr
Manu: Aber das dem "Jäger und Gejagtem"-Spiel, welches NfS sein wlll anzukreiden, ist irgendwie, als würdet ihr Tetris miese Grafik vorwerfen, finde ich.
Das ist Blödsinn, aber jedem seine Meinung.
Manu: Die reinen Rennen sind ja hier bei dem Spiel wirklich nur Füllmaterial.
Dann zähl mal nach. Von den 60 SP-Raser-Events sind gerade mal 16 Hot Pursuits. Bei allen weiteren greift das.
NFSHP ist einfach genauso schnell uninteressant wie es ein (vorher auch von dir hochgelobthyptes) Split/Second:Velocity war. Letzteres jedoch viel schneller, weil es außer den bescheuerten Film-Effekten nix auf der Pfanne hatte. NFS:HP bietet mehr, aber nicht viel. Das Autolog ist ja nichts weiteres als eine Friendcompetition, anfangs ganz witzig, aber sieht man nicht auch in X anderen Spielen die Zeiten/Highscores seiner Freunde?! Wow. Der MP ist im Random schon nach wenigen Rennen/Events uninteressant - mit Freunden, dank des Chats, ja noch mehr oder minder spaßig - aber auf Dauer?
Der SP ist recht fix durchgenudelt - alles auf maximum, Stufe 20 & Co. - spätestens da (wenn nicht schon als Host im MP) macht sich dann auch die Unübersichtlichkeit in der Map bemerkbar. "Fahr mal Grand Valley das Down the Hill Event" ... los, finde es. Die Kritikpunkte, sind schon berechtigt (ich hab das Game über 60h gespielt), auch wenn das ein oder andere sicherlich Geschmackssache sein mag. Das ewige Cutscenerumgewichse stört aber einfach extrem den Spielfluss - auch wenn du das nun auch toll finden magst
Im übrigen sagt ja keiner (von uns), dass es ein schlechtes Spiel ist.
#8 | 27. November 2010 um 23:46 Uhr