Neon Abyss | Kurz-Review
von Philipp Weinbrecht

Wenn ich über Monate dem Release eines Roguelike entgegen fiebere, dann nicht ohne Grund: Neon Abyss befriedigt meine innere Lust nach Neonlicht und elektronischem Sound wie kaum ein anderer Genre-Vertreter. Das Sounddesign ist top, der Soundtrack sorgt für regelmäßiges Kopfnicken und visuell bietet Neon Abyss viel für das Auge. Das fängt von schicken Spiegelungen im Abwasser an und reicht über bunte Lichtorgien bis zu abgefahrenem Gegnerdesign. Hier wird technisch alles geboten, was das Herz begehrt.
Problematisch wird es spielerisch: Bereits nach dem dritten Run in den lichtdurchfluteten Abwasserkanälen stellt sich eine gewisse Monotonie ein, die beim wenig abwechslungsreichen Leveldesign anfängt und bei diversen Gameplay-Entscheidungen endet. Neon Abyss verlässt sich fast ausschließlich auf den Zufall, sodass mühsam freigespielte Perks und gefundene Waffen teilweise mehrere Durchgänge lang nicht zur Verfügung stehen. Das nervt!
Auf einen erfolgreichen Durchlauf, in dem Neon Abyss mich mit den heftigsten Upgrades überschüttet und mich fröhlich jauchzend beim Treiben auf dem Bildschirm meine Endorphine ausschütten lässt, folgen zig Durchgänge, in denen ich quasi leer ausgehe und freiwillig neustarte. Das ist sicherlich Geschmacksache, ob man diesen durchaus erfrischenden Ansatz mag; ich persönlich empfand es schnell als ermüdend und langweilig. Da helfen auch freischaltbare Charaktere mit leichten, spielerischen Unterschieden nur wenig. Klar: Für den ein oder anderen schnellen Run taugt Neon Abyss, für mich steht sich die Spielmechanik allerdings ständig selbst im Weg.











